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Deutsche Friedens- und Konfliktforschung 2007

Ausrichtung der Wissenschaft und das exemplarische Pulverfass Libanon

Titel: Deutsche Friedens- und Konfliktforschung 2007

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Diplom-Politologe Benjamin Scholz (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Fragestellung

Diese Arbeit soll an der Entgrenzung der Begriffe „Frieden“, „Konflikt“ und „Gewalt“ ansetzen und einen Beitrag zur Diskussion über die Zielsetzung und Validität der Friedens- und Konfliktforschung liefern – zunächst allgemein, später am Beispiel des Libanon.

Diese Entgrenzung (das Problem zu bestimmen, was Gewalt ist und was Frieden ausmacht) hat ihren Ursprung im - zu Recht - normativen Anspruch, dass es sich um eine engagierte Friedensforschung im Sinne des damaligen Wissenschaftsrates handeln soll, die tiefer gehende soziale, wirtschaftliche und ökologische Gründe mit im Blickfeld hat. Welchen Nutzen hätte heute sonst eine lediglich auf empirisch-analytische Betrachtung begrenzte Friedensforschung? Gerade in einer Zeit, in der das weltweite Konfliktpanorama äußerst schwer zu durchschauen ist, verglichen mit dem Kalten Krieg. Es reicht nicht mehr, platt gesagt, nur Rüstungsausgaben zu erfassen.
Zudem besteht entgegen anderen Forschungsbereichen nicht die Gefahr von interessengeleiteter Forschung, die zu unerwünschten Ergebnissen führen könnte. Jeder Mensch strebt nach Sicherheit, und damit nach Frieden, es sei denn, die Gewalt kann ihm mehr Sicherheit garantieren (wie bei einer Gewaltökonomie).

In meinem ersten Abschnitt gehe ich auf Begriffsbestimmungen ein; darauf folgt die Vorstellung der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung Hamburg (AKUF) sowie des Heidelberger Institut für internationale Konfliktforschung (HIIK) und deren wissenschaftliche Ansätze/Methoden. Im dritten Kapitel wird anhand der komplexen Konfliktstruktur im Libanon beleuchtet, welche Qualität diese Ansätze haben, die nun oft angesprochenen tiefer gehenden Gründe zu erkennen und zu analysieren. Danach folgt eine weitere historische Betrachtung des Libanon, die eine mögliche Erweiterung der Ansätze darstellen soll. Abschließend folgen Fazit und Ausblick.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Allgemeine Einführung

II. Darlegung

2.1 Begriffsbestimmungen

- Personale und strukturelle Gewalt

- Konflikt

- Frieden

2.2 Wissenschaftliche Ansätze

- Der Ansatz des HIIK

- Der Ansatz der AKUF

2.3 Der Libanon - Anwendung der Ansätze

2.4 Der Libanon

- Innergesellschaftliche Akteure

- Phasen friedlicher Koexistenz

III. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Validität und Zielsetzung der deutschen Friedens- und Konfliktforschung, indem sie klassische wissenschaftliche Ansätze (HIIK und AKUF) kritisch beleuchtet und ihre Anwendbarkeit anhand der komplexen Konfliktstruktur im Libanon überprüft, um praxisnahe Wege zur Konfliktverhütung aufzuzeigen.

  • Vergleich und kritische Analyse der Forschungsansätze von HIIK und AKUF.
  • Untersuchung der strukturellen und personalen Gewalt im Kontext des Libanon.
  • Analyse innergesellschaftlicher Akteure und konfessioneller Konfliktlinien.
  • Bewertung historischer Phasen friedlicher Koexistenz im Libanon.
  • Entwicklung von Perspektiven für eine praxisnahe, interdisziplinäre Friedensforschung.

Auszug aus dem Buch

Konflikt im Libanon – Blick auf die innergesellschaftlichen Akteure

Markante Eigenschaft des Libanon ist, dass es sich nicht um eine gewachsene Nation handelt. In der Geschichte war das Gebiet vor allem Spielball zwischen größeren Mächten, wie zunächst dem oströmischen Reich und Persien, später zwischen Ägypten und dem osmanischen Reich, mit der jeweiligen Unterstützung europäischer Mächte (Frankreich, Großbritannien, Österreich, Preußen). Die Herrscher wechselten und damit auch die Unterstützung für die ihnen nahe stehenden Religionsgemeinschaften. Zusätzlich war das Libanongebirge, topographisch gesehen ein idealer Rückzugsort in der Peripherie und damit Ziel vieler andernorts (vor allem durch ihren Glauben) Verfolgter.

Die Maroniten von heute waren eine solche verfolgte Religionsgemeinschaft, die ihren Ursprung in Syrien hat. Es handelt sich hierbei um Christen, die damals nach der Lehre des Maron (um 400 nach Christus) lebten. Sie waren zu dieser Zeit, so wird spekuliert, der Überzeugung, dass Jesus zwei Wesen in seinem Körper vereinte: das göttliche und das menschliche. Dieser „Monophysitismus“ konnte den Maroniten jedoch nie nachgewiesen werden. Sie bekräftigten ihre Zugehörigkeit zu Ostrom – zogen aber Position, indem sie sagten: Jesus hatte eine menschliche und eine göttliche Natur, aber nur einen Willen. So wurden sie von Byzanz nicht behelligt. Andere, eindeutig monophysitische Sekten wurden vom streng katholischen Ostrom hingegen verfolgt, da anderer Glaube an den Grundfesten des Kaiserthrones in Byzanz rüttelte.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Allgemeine Einführung: Historische Herleitung und Begründung der deutschen Friedens- und Konfliktforschung seit 1957 mit Fokus auf den erweiterten Sicherheitsbegriff.

II. Darlegung: Theoretische Grundlegung durch Begriffsdefinitionen und Gegenüberstellung der Forschungsansätze des HIIK und der AKUF sowie deren Anwendung auf das Fallbeispiel Libanon.

III. Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Anregungen zur methodischen Weiterentwicklung einer praxisorientierten Friedenswissenschaft.

Schlüsselwörter

Friedensforschung, Konfliktforschung, Libanon, Strukturale Gewalt, Personale Gewalt, HIIK, AKUF, Kriegsursachen, Konfliktverhütung, Religion, Maroniten, Drusen, Politische Stabilität, Transformationsprozesse, Internationale Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Ausrichtung der deutschen Friedens- und Konfliktforschung im Jahr 2007 und hinterfragt, wie wissenschaftliche Ansätze genutzt werden können, um Konflikte besser zu verstehen und zu verhüten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen der Vergleich des Heidelberger (HIIK) und des Hamburger (AKUF) Forschungsansatzes sowie die Untersuchung von Gewaltstrukturen und Machtverhältnissen am Beispiel des Libanon.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der Validität existierender Forschungsmodelle und die Beantwortung der Frage, wie ein praxisnaher wissenschaftlicher Ansatz zur frühzeitigen Konfliktverhütung aussehen könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse der theoretischen Ansätze der Institute HIIK und AKUF vorgenommen, ergänzt durch eine historische und soziologische Untersuchung der Konfliktstruktur im Libanon.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsbestimmungen, die Vorstellung wissenschaftlicher Ansätze und eine detaillierte Fallstudie zum Libanon, die Akteure, historische Entwicklungen und Friedensphasen umfasst.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Personale und strukturelle Gewalt, Konfliktbarometer, Grammatik des Krieges, politische Akteure im Libanon sowie der Zusammenhang von Religion und Macht.

Warum wird der Libanon als exemplarisch für die Forschung bezeichnet?

Der Libanon dient als Beispiel, da er eine komplexe Konfliktstruktur aufweist, in der internationale Interessen auf schwache staatliche Institutionen und tief verwurzelte konfessionelle Spannungen treffen.

Welche Rolle spielen die religiösen Gruppen im Kontext der Konfliktanalyse?

Religiöse Gruppen wie Maroniten und Drusen prägen das gesellschaftliche Leben, wobei ihre historische Entwicklung und die Instrumentalisierung durch Eliten maßgeblich zur Entstehung oder Verhinderung von Konflikten beitragen.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Deutsche Friedens- und Konfliktforschung 2007
Untertitel
Ausrichtung der Wissenschaft und das exemplarische Pulverfass Libanon
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,0
Autor
Diplom-Politologe Benjamin Scholz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
27
Katalognummer
V158841
ISBN (eBook)
9783640724185
ISBN (Buch)
9783640724390
Sprache
Deutsch
Schlagworte
AKUF; HIIK; Friedens- und Konfliktforschung; Friede; Konflikt; Krieg; Sicherheit; Asymmetrische Kriege;
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diplom-Politologe Benjamin Scholz (Autor:in), 2007, Deutsche Friedens- und Konfliktforschung 2007, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158841
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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