Die globale Ausrichtung moderner Dienstleistungsunternehmen und die zunehmende Internationalisierung der sich entwickelnden Märkte erfordern in hohem Maße eine Evolution der Qualität der Abschlussprüfungen: einerseits um den Anforderungen ausländischer Märkte und Börsen gerecht zu werden, andererseits aber auch um den Bestrebungen der Europäischen Union nach Harmonisierung der Prüfungsleistungen in Europa zu entsprechen. Dabei gewinnt die Transparenz der Prüfungsleistung an sich eminente Bedeutung – gerade vor dem Hintergrund aktueller Unternehmenskrisen und der einhergehenden Diskussion um die Qualität der Abschlussprüfungen. Mit Wirkung zum 01.01.2001 wurde in Deutschland eine externe Qualitätskontrolle im Bereich der Wirtschaftsprüfung auf gesetzlicher Ebene eingeführt, die die Qualität der Abschlussprüfungen sicherstellen soll. Die Ausgestaltung richtete sich nach dem zu diesem Zeitpunkt gültigen Verfahren des US-amerikanischen Peer Review , der aber aktuell gerade einer Neustrukturierung unterzogen wird.
Das Ziel dieser Hausarbeit besteht darin, die Notwendigkeit, die zeitliche Entwicklung sowie die Ausgestaltung dieser externen Qualitätskontrolle im Vergleich zum amerikanischen Peer Review darzulegen. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der deutschen Qualitätskontrolle Desweiteren werden Vergleiche zur ursprünglichen Version des Peer Review angestellt. Im Verlauf der Arbeit werden dann aber auch aktuelle Entwicklungen und die sich ergebenden Konsequenzen aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Die Vertrauenskrise
1.2 Reaktionen des Gesetzgebers und der Berufsorganisationen
1.3 Anforderungen der EU und der IFAC
1.4 Peer Review versus Monitoring
2. Externe Qualitätskontrollen - Vergleichende Darstellung
2.1 Der amerikanische Peer Review - ein kurzer historischer Abriss
2.2 Rechtsrahmen
2.3 Begriff und Ziele
2.4 Anwendungsbereich
2.5 Administration und Überwachung des Verfahrens
2.6 Prüfer der externen Qualitätskontrolle
2.7 Durchführung der Prüfung
2.8 Berichterstattung
2.9 Sanktionsmöglichkeiten
3. Aktuelle Entwicklungen und ihre Folgen
3.1 Regelungen der SEC zu den Non-Audit-Services
3.2 Der Sarbanes-Oxley Act of 2002
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit, Entwicklung und Ausgestaltung der externen Qualitätskontrolle im deutschen Prüfungswesen, wobei der amerikanische Peer Review als zentrales Vergleichsmodell dient. Das primäre Ziel ist es, den Beitrag dieser Kontrollmechanismen zur Sicherstellung der Prüfungsqualität und zur Stärkung des Vertrauens in den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer vor dem Hintergrund internationaler Kapitalmarktanforderungen darzulegen.
- Internationale Anforderungen an die Qualität der Abschlussprüfung
- Vergleichende Analyse der deutschen Qualitätskontrolle und des US-Peer Review
- Administration und Überwachung des externen Qualitätskontrollsystems
- Regulierung durch den Sarbanes-Oxley Act of 2002 und dessen Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
2.6 Prüfer der externen Qualitätskontrolle
An einen Prüfer für die externe Qualitätskontrolle sind aufgrund der großen Tragweite seines Urteils hohe Anforderungen geknüpft. Sein Bericht ist Grundlage für Entscheidungen der Kommission für Qualitätskontrolle zur Erteilung einer Teilnahmebescheinigung. Das Verfahren objektiven Kriterien, um eine Gleichbehandlung aller zu prüfenden Praxen sicherzustellen. Zusätzlich muss die absolute Unabhängigkeit des Prüfers gewährleistet sein, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Peer Review zu rechtfertigen und den Qualitätsanspruch, der an eine sorgfältige Kontrolle gestellt wird, zu erfüllen. Dafür sind hohe fachliche Kenntnisse auf dem Gebiet der Abschlussprüfung und speziell auf dem Gebiet des internen Qualitätssicherungssystems erforderlich; nicht zuletzt, um die geprüften Wirtschaftsprüferpraxen bei der Weiterentwicklung ihrer Qualitätssicherungssysteme kompetent unterstützen zu können.
All diese Überlegungen schlagen sich im § 57a III WPO und konkreter in der Satzung für Qualitätskontrolle nieder:
Eine Registrierung als Prüfer für Qualitätskontrolle setzt eine mindestens dreijährige Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer im Bereich der Abschlussprüfung voraus, in der er eigenverantwortlich - also nicht nur als Assistent - tätig gewesen ist. Vereidigte Buchprüfer bzw. Buchprüfer sind nach § 130 III WPO ausschließlich als Prüfer bei anderen vereidigten Buchprüfern bzw. Buchprüfern zugelassen. Desweiteren sind nach § 57a III Nr. 2 WPO i. V. m. § 2 der Satzung für Qualitätskontrolle Kenntnisse in der Qualitätssicherung nachzuweisen. Diese Kenntnisse müssen die Grundsätze der internen Qualitätssicherung sowie Grundsätze für eine ordnungsmäßige Durchführung der Qualitätskontrolle umfassen und können durch die Teilnahme an einem Schulungskurs, der i.d.R. nicht länger als 3 Jahre vor der Registrierung stattgefunden haben soll, erlangt und nachgewiesen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die Hintergründe der Vertrauenskrise im Berufsstand und die Notwendigkeit, durch externe Qualitätskontrollen nach dem US-Vorbild internationaler Harmonisierung und Qualitätssicherung gerecht zu werden.
2. Externe Qualitätskontrollen - Vergleichende Darstellung: Analysiert den Rechtsrahmen, die Ziele, die Administration sowie die Anforderungen an Prüfer und Durchführung der Qualitätskontrolle in Deutschland im Vergleich zum amerikanischen Peer Review.
3. Aktuelle Entwicklungen und ihre Folgen: Behandelt die regulatorischen Verschärfungen durch die US-Börsenaufsicht SEC und den Sarbanes-Oxley Act of 2002 sowie deren extraterritoriale Auswirkungen auf das deutsche Prüfungswesen.
4. Zusammenfassung: Resümiert den Stellenwert der Qualitätskontrolle als notwendigen Beitrag zur Vertrauensbildung und kritisiert die zunehmende Verstaatlichung der Berufsaufsicht durch internationale Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Qualitätskontrolle, Abschlussprüfung, Peer Review, Wirtschaftsprüfer, Wirtschaftsprüferkammer, WPO, SEC, Sarbanes-Oxley Act, Non-Audit-Services, Qualitätssicherung, Berufsstand, Unabhängigkeit, Kapitalmarkt, PCAOB, Transparenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Einführung und Ausgestaltung der externen Qualitätskontrolle im deutschen Wirtschaftsprüfungswesen unter Berücksichtigung des US-amerikanischen Vorbilds des Peer Review.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernpunkten gehören die Notwendigkeit der Qualitätssicherung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen (WPO), die Aufgaben der prüfenden Instanzen sowie die Reaktionen auf internationale Entwicklungen und Unternehmenskrisen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel der Arbeit ist es, die Ausgestaltung der deutschen Qualitätskontrolle darzulegen und diese kritisch mit dem amerikanischen Peer-Review-Verfahren zu vergleichen, um den Beitrag zur Qualitätssicherung und Vertrauensbildung zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und vergleichenden Analyse fachspezifischer Literatur, Gesetze, Verordnungen sowie Stellungnahmen relevanter Berufsorganisationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der deutschen und amerikanischen Systeme sowie eine Untersuchung aktueller Einflussfaktoren wie des Sarbanes-Oxley Acts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Qualitätskontrolle, Abschlussprüfung, Peer Review, Unabhängigkeit und regulatorische Anforderungen charakterisiert.
Welche Bedeutung hat der Sarbanes-Oxley Act für deutsche Wirtschaftsprüfer?
Der Sarbanes-Oxley Act entfaltet extraterritoriale Wirkung, wodurch deutsche Prüfungsgesellschaften, die SEC-registrierte Mandanten prüfen, sich an diese strengen US-Regularien anpassen müssen.
Wie unterscheidet sich das deutsche Verfahren vom Monitoring?
Während beim Monitoring die Prüfung durch Mitarbeiter der Berufsorganisation erfolgt, basiert das deutsche Peer-Review-Verfahren auf der Prüfung durch unabhängige Berufsangehörige (Peers).
- Quote paper
- Jens Gerlach (Author), 2003, Die Einführung einer externen Qualitätskontrolle in Deutschland nach dem Vorbild des US-Amerikanischen Peer Review, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15893