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Fotografie im Alltag des 19. Jahrhunderts

Die Bedeutung der Fotografie im Spiegel des Teltower Kreisblattes

Title: Fotografie im Alltag des 19. Jahrhunderts

Term Paper , 2023 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Art - History of Art
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit untersucht die gesellschaftliche Wahrnehmung der Fotografie im ausgehenden 19. Jahrhundert am Beispiel der Lokalzeitung Teltower Kreisblatt im Zeitraum von 1850 bis 1900. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Aspekte der Fotografie in der breiten Bevölkerung tatsächlich eine Rolle spielten. Die Analyse basiert auf einer systematischen Auswertung von Zeitungsartikeln und Werbeanzeigen und ordnet diese in drei thematische Schwerpunkte ein: Fotografie als Konsumgut in der Werbung, als sozialer und dekorativer Bestandteil des bürgerlichen Alltags sowie als kriminalistisches Hilfsmittel in der Verbrechensbekämpfung.

Die Arbeit zeigt, dass Fotografie bereits in dieser frühen Phase ihrer technischen Entwicklung eine gesellschaftliche Relevanz erlangte – nicht im kunsttheoretischen Diskurs, sondern durch konkrete, lebensnahe Anwendungen. Die Darstellung der Fotografie im Teltower Kreisblatt spiegelt dabei gesamtgesellschaftliche Trends wider: die Demokratisierung des Mediums durch Preisverfall, der Repräsentationswunsch im bürgerlichen Milieu sowie die Faszination für ihre Einsatzmöglichkeiten in der Identitätsfeststellung und Beweissicherung. Ergänzt wird die Untersuchung durch die Einbindung theoretischer Werke von Gisèle Freund, Heinz Haberkorn, Katharina Mösslacher u. a.

Da bislang keine tiefgreifende Forschung zur Rolle der Fotografie in regionalen Presseerzeugnissen vorliegt, leistet diese Arbeit einen eigenständigen Beitrag zur historischen Medienforschung und zur Kulturgeschichte der Fotografie.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historischer Kontext

2.1 Das Teltower Kreisblatt

2.2 Fotografie im ausgehenden 19. Jahrhundert

3 Fotografie im Teltower Kreisblatt

3.1 Allgemeines

3.2 Werbung

3.3 Fotografie im Alltag

3.3.1 Die Fotografie als Geschenk

3.3.2 Die Fotografie als Dekorationsgegenstand und Repräsentationsfläche

3.4 Fotografie am Beispiel von Verbrechen

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption und den Stellenwert der Fotografie in der breiten Bevölkerung zwischen 1850 und 1900 anhand der Lokalzeitung „Teltower Kreisblatt“. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Aspekte der Fotografie für die Menschen im ausgehenden 19. Jahrhundert von Bedeutung waren und wie das Medium in der Presse thematisiert wurde.

  • Analyse der Fotografie als Randphänomen in der Lokalpresse des 19. Jahrhunderts
  • Untersuchung der werblichen Darstellung und kommerziellen Verbreitung fotografischer Dienste
  • Betrachtung der Fotografie als soziales Instrument für Geschenke und Repräsentation
  • Einordnung der Fotografie als neues wissenschaftliches Hilfsmittel in der Kriminalistik
  • Rekonstruktion der gesellschaftlichen Wahrnehmung technischer Innovationen

Auszug aus dem Buch

3.4 Fotografie am Beispiel von Verbrechen

Schon zu Beginn ihrer Geschichte begeisterte die Fotografie die Menschen vor allem durch ihre Fähigkeit, selbst kleinste Details genau darzustellen. Dadurch wurde ihr schnell eine Art universaler Wahrheitsanspruch zugesprochen. Dies zeigt auch die Aussage eines Korrespondenten des Kunstblattes aus dem Jahr 1839, hier heißt es:

„Diese ganz einzigen Kopien zeichnen sich durch Nettigkeit, Bestimmtheit, Relief und unerhört treue Wahrheit aus. Die Zartheit der Umrisse, die Reinheit der Formen, die Genauigkeit und Harmonie der Töne, die Luftperspektive, die Ausführlichkeit der allergeringsten Details, das Alles findet sich in höchster Vollendung ausgedrückt. Die schärfste Loupe, welche so viele Illusionen zerstöre und uns oft in den zartesten, luftigsten Meisterwerken schreckliche Dinge und Ungeheuer entdecken läßt, prüft und mustert vergebens diese Kunstprodukte, welche alle Proben ihrer genauesten Untersuchungen aushalten und alle bösen Absichten ihrer durchbohrendsten Blicke vereitelt. Das Vergrößerungsglas macht im Gegentheíl den unermeßlichen Vorzug dieser von den Strahlen des Tageslichts gestochene Kupferstiche nur noch einleuchtender; wir entdecken mit jedem Schritt immer neue, immer köstlichere Einzelheiten und unendlich viele Feinheiten und Nüanzirungen, welche dem unbewaffneten Auge in der Wirklichkeit entschlüpfen.“

Diese Eigenschaften der Fotografie sorgten dafür, dass sie auch in der Verbrechensbekämpfung einen hohen Stellenwert erhielt. So berichtete das Teltower Kreisblatt im Jahr 1893, dass die Fotografie helfen könne, Dokumentenfälschungen aufzudecken. „Die verschiedenen Tinten erscheinen nämlich je nach ihrer chemischen Zusammensetzung im photographischen Bilde sehr verschieden und Fälschungen sind in Folge dessen sehr leicht festzustellen“, schreibt der Autor. Hier zeigt sich das große Vertrauen, das in die Fotografie als neue wissenschaftliche Untersuchungsmethode gesetzt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen von 1850 bis 1900, benennt das Teltower Kreisblatt als Quellengrundlage und formuliert die Forschungsfrage zur gesellschaftlichen Rezeption der Fotografie.

2 Historischer Kontext: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Geschichte des Teltower Kreisblattes sowie über die technologische Entwicklung und die zunehmende Verbreitung der Fotografie im späten 19. Jahrhundert.

3 Fotografie im Teltower Kreisblatt: Dieser Hauptteil analysiert 92 Artikel der Zeitung, kategorisiert sie in Werbung, Alltag und Kriminalistik und untersucht, welchen Stellenwert das Medium in der Bevölkerung einnahm.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Fotografie für die breite Bevölkerung vor allem im privaten Kontext (Geschenke, Dekoration) und als Sicherheitsinstrument (Kriminalistik) Bedeutung erlangte, während wissenschaftlich-künstlerische Diskurse eine untergeordnete Rolle spielten.

Schlüsselwörter

Fotografiegeschichte, Teltower Kreisblatt, 19. Jahrhundert, Lokalzeitung, Rezeption, Werbung, Fotografie als Geschenk, Repräsentation, Kriminalistik, Beweismittel, Alltagskultur, Dokumentenfälschung, Porträtfotografie, Mediengeschichte, Gesellschaftlicher Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung und Wahrnehmung der Fotografie im ausgehenden 19. Jahrhundert anhand der Lokalberichterstattung des Teltower Kreisblattes.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Forschung konzentriert sich auf die Bereiche werbliche Darstellung von Fotografen, die Nutzung der Fotografie im Alltag für Geschenke und Repräsentation sowie ihre Anwendung in der Kriminalistik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf lokaler Ebene aufzuzeigen, welche gesellschaftlichen Aspekte der Fotografie für die breite Bevölkerung im Deutschen Reich um 1900 relevant waren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse von Zeitungsartikeln des Teltower Kreisblattes, ergänzt durch kunstsoziologische und medienhistorische Fachliteratur.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Werbeanzeigen, die Verwendung des Mediums als soziales Statussymbol in Familien sowie die Wahrnehmung der Fotografie als objektives Beweismittel bei der Verbrechensbekämpfung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Fotografiegeschichte, Lokalzeitung, Repräsentation, Kriminalistik und gesellschaftlicher Wandel geprägt.

Warum wurde das Teltower Kreisblatt als Quelle gewählt?

Die Zeitung bietet trotz ihrer lokalen Ausrichtung einen repräsentativen Einblick in die Alltagsdiskurse und gesellschaftlichen Einstellungen verschiedener Schichten im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Welche Rolle spielte die Fotografie in der Kriminalistik dieser Zeit?

Sie wurde als neue wissenschaftliche Untersuchungsmethode wahrgenommen, der ein hoher Wahrheitsanspruch zugesprochen wurde, etwa bei der Identifizierung von Tätern oder der Aufdeckung von Dokumentenfälschungen.

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Details

Title
Fotografie im Alltag des 19. Jahrhunderts
Subtitle
Die Bedeutung der Fotografie im Spiegel des Teltower Kreisblattes
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2023
Pages
17
Catalog Number
V1590346
ISBN (eBook)
9783389133736
ISBN (Book)
9783389133743
Language
German
Tags
Fotografie Kunst Lokalzeitung 19 Jahrhundert Kriminalistik Fotografiegeschichte Dekoration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2023, Fotografie im Alltag des 19. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1590346
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