Immer mehr Jugendliche, und sogar Kinder der ersten Klasse, werden bzw. sind gewalttätig, sei es verbal oder körperlich. In meiner Hausarbeit werde ich zunächst eine Definition der Begriffe Delinquenz und Jugend vornehmen und werde im weiteren Verlauf mögliche Ursachen auf den Grund gehen, warum Gewalt an Schulen so weit verbreitet ist und wie die Schule dies zum Teil festigt. Nachdem ich einige Ursachen aufgezeigt habe werde ich mich den schulischen Maßnahmen zuwenden, die der Gewalt entgegenwirken oder Vorzubeugen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Delinquenz
2.2. Jugend
3. Geschichtlicher Abriss zur Diskussion „Gewalt an Schulen“
4. Gewalt an Schulen und mögliche Ursachen
4.1 Schulerfolg
4.2 Schulatmosphäre
4.3 Lehrervorbild
4.4 Grenzsetzungen
4.5 Halbtagsschule
5. Präventionen
5.1 Schulische Präventionskonzepte gegen Gewalt
5.1.1 Sozialtraining in der Schule
5.1.2 Programm „Fit for Life“
5.1.3 Konstanzer Trainingsmodell (KTM)
5.1.4 Interventionsprogramm (Olweus)
5.1.5 Konzept „Erziehende Schule“
5.1.6 Schulinterne Lehrerfortbildung zur Gewaltprävention (SchiLF)
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das weit verbreitete Phänomen der Gewalt an Schulen, identifiziert die schulischen Ursachen für aggressives Schülerverhalten und bewertet verschiedene präventive Konzepte zur Gewaltminderung im schulischen Kontext.
- Definition der Begriffe Delinquenz und Jugend
- Historische Einordnung der Gewaltdebatte an Schulen
- Analyse schulischer Einflussfaktoren wie Schulklima und Lehrervorbilder
- Vorstellung und kritische Betrachtung schulischer Präventionsprogramme
- Empfehlungen zur Umgestaltung des Schulalltags (z.B. Ganztagsschulen)
Auszug aus dem Buch
4.1. Schulerfolg
Hier zeigen kriminologische Untersuchungen auf, dass gewalttätige Schüler oft auch schlechte Schulleistungen erzielen. In diesem Zusammenhang ist oft die Rede von männlichen Hauptschülern oder Sonderschülern. Scheitern Jugendliche an schulischen Leistungsanforderungen beeinträchtigt dies das Selbstwertgefühl; zudem wird es als Minderung der späteren beruflichen Lebenschancen gewertet Um dieses angeschlagene Selbstwertgefühl auszugleichen, setzen leistungsschwache Schüler eher aggressive Verhaltensmuster ein. Hurrelmann (1996) sagt, dass „Aggressivität und Gewalt bei Schülerinnen und Schülern (…) als Verteidigungs- und Kompensationsmechanismen gegen diese psychischen und sozialen Verunsicherungen interpretiert werden (können), die in der Schule entstehen (Bäuerle 2001, S. 51 zit. n. Hurrelmann 1996, S. 14).
Bäuerle führt weiterhin auf, dass gerade bei Hauptschülern der praktische Bereich in der Schule zu kurz kommt. Es wird zu viel Wert auf sprachliche und mathematisch-logische Bereiche gelegt. Dabei könnte Lernen über die Handlungsebene den Hauptschülern helfen, ihr verletztes Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. „Wenn Schüler lernen, mit ihrer ‚aggressiven Energie‘ schöpferisch umzugehen, können sie die negativen Auswirkungen verhindern. Junge Menschen, die ihre Aggressivität konstruktiv nutzen, werden frei und erleben eine innere Freude“ (Bäuerle 2001, S. 51). Weiter ist zu erwähnen, dass die abverlangten Leistungen der Schule zu stark vom Zentrum persönlicher Bedürfnisse abgespalten sind, damit lassen diese kaum eine Entfaltung der Persönlichkeit zu. Beim Leistungsbegriff sollte man an den ‚gesamten Menschlichen Rahmen‘ denken, ansonsten bleiben Anstrengungen nutzlos oder gar kontraproduktiv. Dieser einseitige und verengte Leistungsbegriff, kann eine Ursache für die zunehmende Gewalt an Schulen sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor führt in die Thematik der Jugenddelinquenz ein und begründet den Fokus auf Gewalt an Schulen als zentralem Sozialisationsort.
2. Definitionen: Es erfolgt eine wissenschaftliche Begriffsbestimmung von Delinquenz und Jugend, wobei Letztere als soziologisch differenzierte Lebensphase charakterisiert wird.
3. Geschichtlicher Abriss zur Diskussion „Gewalt an Schulen“: Dieses Kapitel zeichnet die mediale und wissenschaftliche Thematisierung von Gewalt an Schulen seit Anfang der 1990er Jahre nach.
4. Gewalt an Schulen und mögliche Ursachen: Hier werden schulische Faktoren wie Leistungsdruck, Schulklima und die Rolle der Lehrkräfte als Ursachen für Gewalt analysiert.
5. Präventionen: Der Abschnitt klassifiziert und erläutert verschiedene schulische Präventionskonzepte und -modelle zur Förderung der Sozialkompetenz.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert die Notwendigkeit von ganzheitlichen Ansätzen und plädiert für den Ausbau der Ganztagsschulen als wirksame Maßnahme zur Gewaltprävention.
Schlüsselwörter
Jugenddelinquenz, Gewalt an Schulen, Schulatmosphäre, Sozialtraining, Prävention, Schulerfolg, Lehrervorbild, Erziehungswissenschaft, Sozialisation, Aggression, Schulentwicklung, Jugendkriminalität, Schulklima, Ganztagsschule, Konfliktlösungskompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Jugenddelinquenz, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Gewalt an Schulen und deren Ursachen sowie den entsprechenden Präventionsmaßnahmen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die soziologische Definition von Jugend und Delinquenz, die historische Entwicklung der Gewaltdebatte an deutschen Schulen sowie die Analyse schulischer Faktoren, die Gewalt begünstigen oder verhindern können.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, schulische Ursachen für aggressive Verhaltensweisen bei Schülern zu identifizieren und aufzuzeigen, wie pädagogische Konzepte und Maßnahmen gegen diese Gewalt wirken können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die den aktuellen Forschungsstand und Fachliteratur zur pädagogischen Analyse von Gewaltursachen und Präventionsansätzen zusammenfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den Ursachen, wie etwa Leistungsdruck oder fehlende positive Vorbilder durch Lehrkräfte, konkrete schulische Präventionskonzepte wie das Sozialtraining oder das Konstanzer Trainingsmodell vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Jugenddelinquenz, Gewaltprävention, Schulklima, Sozialkompetenz, Erziehende Schule und Schulerfolg.
Warum spielt die Halbtagsschule eine Rolle bei der Gewaltproblematik?
Die Halbtagsschule wird als kritisch betrachtet, da sie oft zu wenig Raum für kreative Entfaltung und außerunterrichtliche Begegnungen bietet, was eine psychisch gesunde Entwicklung behindern kann.
Welche Bedeutung hat das Lehrervorbild für das Schülerverhalten?
Der Autor argumentiert, dass das Fehlen positiver Vorbilder bei Lehrern und Eltern aggressives Verhalten bei Heranwachsenden begünstigt, da Jugendliche Orientierung suchen und durch Imitation lernen.
- Arbeit zitieren
- Marcel Rösner (Autor:in), 2010, Jugenddelinquenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159038