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Der mittelhochdeutsche Begriff der "êre" und seine Bedeutung für Hartmann von Aues Roman "Iwein"

Title: Der mittelhochdeutsche Begriff der "êre" und seine Bedeutung für Hartmann von Aues Roman "Iwein"

Seminar Paper , 1999 , 19 Pages , Grade: befriedigend

Autor:in: Florian Görner (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Ich möchte in dieser Arbeit darstellen, was die Menschen zu der Zeit Hartmann von Aues unter dem Begriff der êre verstanden haben, was er für die Ritter bedeutete und welche Rolle er in Hartmanns Roman „Iwein“ spielt. Zunächst werde ich das sogenannte „Ritterliche Tugendsystem“, wie es Ehrismann 1919 formuliert hat, erläutern. Dies dient als Grundlage, um anschließend die Kritik an diesem „Tugendsystem“ darzustellen und kurz darüber nachzudenken, ob solch ein System überhaupt existiert hat. Dabei werden verschiedene Begriffe genannt, mit Hilfe derer ich versuchen werde, den Begriff der êre konkreter zu fassen. Anschließend gehe ich dann auf den „Iwein“ ein und schildere, welche Rolle die êre in diesem Roman spielt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das „Ritterliche Tugendsystem“

3. Die êre

4. Hartmann von Aues „Iwein“ und die êre

5. Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den mittelhochdeutschen Begriff der êre im Kontext des Romans „Iwein“ von Hartmann von Aue und analysiert dessen zentrale Bedeutung für das ritterliche Ethos und die Identitätsentwicklung des Protagonisten.

  • Analyse des „Ritterlichen Tugendsystems“ nach Gustav Ehrismann
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Existenz eines fixierten ritterlichen Regelsystems
  • Definition und Facetten des Begriffs der êre im mittelalterlichen Kontext
  • Untersuchung des Bedeutungswandels der êre im Handlungsverlauf von Iweins Aventiureweg
  • Vergleichende Betrachtung der Adaption durch Hartmann von Aue im Kontrast zur französischen Vorlage

Auszug aus dem Buch

4. Hartmann von Aues „Iwein“ und die êre

Saelde und êre, dieses Begriffspaar taucht im Iwein u.a. in den Zeilen 3 und 8166 auf, also am Anfang und ganz am Ende. Damit gibt dieses Begriffspaar schon rein formal dem Roman einen Rahmen. Daß dieser formale Rahmen gleichzeitig auch inhaltliches Programm des Romans ist, wie es meiner Meinung nach der Fall ist, möchte ich nun versuchen zu zeigen.

Die êre spielt im „Iwein“ Hartmanns von Aue eine zentrale Rolle. Die gesamte Geschichte ist auf ihr aufgebaut. Wie wichtig Hartmann der Aspekt der êre war, kann man an zwei Details erkennen, die er der französischen Vorlage „Yvain“ von Chrétien de Troyes hinzugefügt hat. Es handelt sich hierbei zum einen darum, wie Iwein den Verlust seiner Frau beklagt, nachdem diese ihn verstoßen hat, weil er die versprochene Jahresfrist, innerhalb derer er von seinen Turnierkämpfen zu ihr zurückkehren wollte, überschritten hat. Der Yvain Chrétien de Troyes trauert lediglich über den Verlust seiner geliebten Frau. Ich zitiere Kern :

...das tut auch Hartmanns Iwein in seiner Zwiesprache mit sich selbst..., aber außerdem noch trauert er seiner früheren êre und dem lant nach, eine auffällige Erweiterung von Chrétiens Text...20

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, das Verständnis von êre zur Zeit Hartmanns von Aue sowie deren Rolle im Roman „Iwein“ zu untersuchen.

2. Das „Ritterliche Tugendsystem“: Das Kapitel erläutert das von Gustav Ehrismann geprägte Tugendsystem, dessen Wurzeln in der antiken Philosophie liegen, und setzt sich kritisch mit dessen historischer Verbindlichkeit auseinander.

3. Die êre: Hier erfolgt eine detaillierte Begriffsbestimmung der êre als gesellschaftliches Ansehen sowie als inneres Gefühl, eingebettet in die Tugenden wie mâze, triuwe und saelde.

4. Hartmann von Aues „Iwein“ und die êre: Dieses Kapitel analysiert die zentrale Funktion der êre als strukturierendes Element des Romans und zeigt Iweins Wandel vom egoistischen Handeln hin zur moralischen Reife auf.

5. Resümee: Das Resümee schließt mit der Erkenntnis, dass Hartmann nicht den Sinn der êre an sich, sondern deren richtige Interpretation und die notwendige Ausgewogenheit der Tugenden thematisiert.

Schlüsselwörter

êre, Hartmann von Aue, Iwein, Ritterliches Tugendsystem, mittelhochdeutsche Literatur, mâze, triuwe, saelde, ritterliches Ethos, Artusroman, Identitätsentwicklung, Tugenden, höfische Kultur, Mittelalter, Aventiureweg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des mittelhochdeutschen Begriffs der êre (Ehre) im Kontext des ritterlichen Lebensideals und dessen Umsetzung in Hartmann von Aues Roman „Iwein“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse des sogenannten „Ritterlichen Tugendsystems“, der Definition von Begriffen wie êre, triuwe und saelde sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der ritterlichen Ethik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hartmann von Aue den Begriff der êre nutzt, um die Entwicklung seines Protagonisten Iwein von einem egoistischen Verständnis hin zu einem humaneren, pflichtbewussten Ideal zu strukturieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Sekundärliteratur renommierter Mediävisten basiert und den Primärtext („Iwein“) mit dem altfranzösischen Vorbild („Yvain“) kontrastiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erarbeitung des Tugendsystems, die Definition der êre als Leitbegriff und die spezifische Anwendung dieser Konzepte auf die Handlungsstruktur des Romans „Iwein“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie êre, Ritterliches Tugendsystem, Iwein, Hartmann von Aue, mâze, triuwe und ritterliches Ethos charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Iweins Ehrauffassung im Laufe der Geschichte?

Zu Beginn definiert Iwein seine Ehre über äußeren Ruhm und ritterlichen Zweikampf, während er nach seiner Krise und dem Wahnsinn zu einer Auffassung findet, die durch Selbstlosigkeit, Demut und Hilfe für Bedrängte geprägt ist.

Warum spielt die Figur des Gawein eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Handlung?

Gawein fungiert als einflussreicher Mentor, der Iwein dazu überredet, seine Frau für Turnierkämpfe zu verlassen, was das verhängnisvolle Versäumnis der Jahresfrist und damit den Verlust der êre erst auslöst.

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Details

Title
Der mittelhochdeutsche Begriff der "êre" und seine Bedeutung für Hartmann von Aues Roman "Iwein"
College
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Course
Einführungsseminar: Ältere deutsche Sprache und Literatur
Grade
befriedigend
Author
Florian Görner (Author)
Publication Year
1999
Pages
19
Catalog Number
V15904
ISBN (eBook)
9783638208925
ISBN (Book)
9783638758178
Language
German
Tags
Begriff Bedeutung Hartmann Aues Roman Iwein Einführungsseminar Sprache Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Görner (Author), 1999, Der mittelhochdeutsche Begriff der "êre" und seine Bedeutung für Hartmann von Aues Roman "Iwein", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15904
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