„Welchen Einfluss hat psychosozialer Distress für die Posttraumatische Belastungsstörung bei einer allogenen Stammzelltransplantation?“ lautet das Thema dieser Hausarbeit.
Die Literaturrecherche erfolgte über PubMed, GoogleScholar und der Bayrischen National Bibliothek München. Es werden der Ablauf, die Risiken und der psychosozialer Distress einer allo-SZT herausgearbeitet. Mit dem somatischen Bedrohungsmodell wird die PTBS bei Tumorerkrankungen vorgestellt. Im nächsten Schritt wird der Bezug von psychosozialem Distress und das Risiko der Entwicklung von PTBS oder PTBS-Symptomen hergestellt. Die epidemiologischen Daten und die zunehmende Anzahl an Langzeitüberlebenden nach einer allo-SZT, zeigen die Relevanz dieses Themas für die Zukunft auf. Soweit möglich, wurde eine geschlechtsneutrale Sprache gewählt, damit sich alle Geschlechter in dieser Hausarbeit angesprochen fühlen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Stammzelltransplantation
2.1 Die autologe Stammzelltransplantation
2.2 Die allogene Stammzelltransplantation
2.3. Ablauf einer allogenen Stammzelltransplantationen
3. Distress und Risiken einer allogenen Stammzelltransplantation
3.1 Definition von psychosozialem Distress
3.2 Akuter psychosozialer Distress bei einer allogenen SZT
3.3 Langfristiger psychosozialer Distress nach einer allogenen SZT
4. Die Posttraumatische Belastungsstörung
4.1 Das somatische Bedrohungsmodell
4.2 Epidemiologie der PTBS bei allogener Stammzelltransplantation
4.3 Einflussnehmende Faktoren auf die PTBS
4.4 Einfluss von Depressionen und Ängste
4.5 Eingesetzte Messinstrumente
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von psychosozialem Distress auf die Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) bei Patienten, die sich einer allogenen Stammzelltransplantation (allo-SZT) unterziehen. Ziel ist es, die komplexen psychischen und physischen Belastungsfaktoren während der Therapie und Nachsorge zu analysieren und deren Zusammenhang mit der Entstehung von PTBS-Symptomen aufzuzeigen.
- Ablauf und medizinische Risiken der allogenen Stammzelltransplantation
- Definition und Manifestation von psychosozialem Distress
- Das somatische Bedrohungsmodell bei lebensbedrohlichen Erkrankungen
- Epidemiologische Daten und Prädiktoren für PTBS bei Transplantationspatienten
- Ansätze zur Prävention und Symptomreduktion (z.B. Palliativversorgung, KVT)
Auszug aus dem Buch
4.1 Das somatische Bedrohungsmodell
Das somatische Bedrohungsmodells erklärt maladaptive, psychologische und verhaltensbedingte Folgeerscheinungen durch eine lebensbedrohliche Erkrankung. Die Bedrohung beruht nicht auf ein externes Trauma (Edmondson, 2014, S. 120).
Es handelt sich um ein Trauma im Körperinneren und bleibt eine reale Bedrohung in allen Krankheits- und Therapiephasen bis hin zur Nachsorge. Auftretende Intrusionen betreffen die Zukunft, und wie beim externen Trauma, auch der Vergangenheit. Krankheitsbedingte Stimuli verstärken die Hyperarousal Symptome und das Vermeidungsverhalten. Es werden krankheitserinnernden Behandlungsmaßnahmen vermieden (Edmondson, 2014, S. 118ff.). Traumatische Erinnerungen werden durch kognitive Prozesse inadäquat verarbeitet, sie existieren nur bruchstückhaft, oft nur als einzelne Elemente ohne einen Zusammenhang. Diese werden durch Trigger-Reize aus der Umwelt aktiviert. Das als situativ zugängliche System beinhaltet einzelne Elemente des erlebten Traumas wie Gerüche, Geräusche und visuelle Reize. Dabei handelt es sich um sensorische Eindrücke in einer Hier-und-Jetzt-Qualität, obwohl sie in der Vergangenheit erlebt wurden. Diese Inhalte wurden nicht in das autobiografische Gedächtnis verwandelt (Brewin, 20111, S. 206ff.; Sqartzman et al., 2017, S. 327). Mortalitätsängste erhalten PTBS-Symptome aufrecht. Durch erhöhtes Bedrohungswahrnehmen und jahrelange Erfahrungen von Schmerzen, Verletzlichkeit, Ängste, schmerzhafte, invasive und regelmäßige Untersuchungen, ziehen ein jahrelanges gestörtes physiologisches Stresssystem nach sich (Edmondson, 2014, S. 118ff.; Köllner, 2019, S. 444ff.; Mali et al., 2019, S. 1818). Nach Fenech et al. (2019, S. 341) berichteten Betroffene am häufigsten über die Symptome von Hypervigilanz und Vermeidungsverhalten, zutreffend bei Vorliegen von signifikanten und nicht signifikanten klinischen PTBS-Symptomen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die allo-SZT als intensive Behandlungsform vor und führt in die Fragestellung zur Entstehung von PTBS durch psychosozialen Distress ein.
2. Die Stammzelltransplantation: Das Kapitel erläutert die Grundlagen und den Ablauf einer Stammzelltransplantation mit Fokus auf das allogene Verfahren.
3. Distress und Risiken einer allogenen Stammzelltransplantation: Hier werden Definitionen und die psychosozialen Belastungen während des Akutaufenthalts sowie langfristige Risiken, insbesondere durch die GvHD, analysiert.
4. Die Posttraumatische Belastungsstörung: Dieses Kernkapitel beleuchtet das somatische Bedrohungsmodell, epidemiologische Erkenntnisse, Einflussfaktoren wie Depressionen und die methodische Erfassung mittels klinischer Instrumente.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz einer integrierten psychologischen Versorgung zusammen und leitet zukünftige Forschungsschwerpunkte aus den erarbeiteten Erkenntnissen ab.
Schlüsselwörter
allogene Stammzelltransplantation, allo-SZT, psychosozialer Distress, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Graft-versus-Host-Disease, GvHD, somatisches Bedrohungsmodell, Psychoonkologie, Symptommanagement, Depression, Angst, Lebensqualität, Langzeitüberlebende, Palliativversorgung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die psychischen Auswirkungen einer allogenen Stammzelltransplantation und den Zusammenhang zwischen dem belastungsintensiven Behandlungsverlauf und der Entstehung einer Posttraumatischen Belastungsstörung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der medizinische Ablauf der Transplantation, die Definition psychosozialen Distresses, die Auswirkungen des somatischen Bedrohungsmodells sowie der Einfluss von Komorbiditäten wie Depressionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von psychosozialem Distress auf die Entwicklung und Aufrechterhaltung von PTBS bei Patienten einer allo-SZT herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken wie PubMed und GoogleScholar, um den aktuellen Forschungsstand zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Ablauf der SZT, die Definition und Auswirkungen von Distress (akut und langfristig), die theoretischen Modelle der PTBS bei körperlichen Erkrankungen sowie Prädiktoren und Messinstrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie allo-SZT, psychosozialer Distress, PTBS, GvHD, Psychoonkologie und Lebensqualität charakterisiert.
Welche Bedeutung hat das somatische Bedrohungsmodell?
Es erklärt, warum bei körperlich lebensbedrohlichen Erkrankungen Traumata im Körperinneren entstehen können, auch ohne dass ein klassisches externes Ereignis vorliegt.
Wie wirkt sich eine integrierte Palliativversorgung aus?
Studien belegen, dass eine integrierte Palliativversorgung die Symptombelastung signifikant mindern und PTBS-Symptome nach sechs Monaten reduzieren kann.
- Arbeit zitieren
- Ursula Klang (Autor:in), 2022, Posttraumatische Belastungsstörung bei allogener Stammzelltransplantation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1590613