Die Publikumszeitschrift im Netz: Medienmarke und Inhalt als Erfolgsfaktor


Seminararbeit, 2009

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Inhaltliche Aspekte zur Gestaltung eines erfolgreichen Online-Auftrittes
1.1 Neue Angebote durch das Internet
1.2 Die Bedürfnisse der Rezipienten: Welches Angebot kommt an?

2 Die erfolgreiche Durchsetzung des Online-Auftrittes im Wettbewerb
2.1 Risiken beim Markentransfer

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Zeitschriften werden gekauft, gelesen, zitiert, ausgeliehen, gesammelt, zur Schau gestellt, archiviert, wiederverkauft, selektiert. Zeitschriftenleser nehmen von ihrem Medium Besitz, es ist stets >>ihre<< Zeitschrift. Zeitschriften bieten nicht nur nützliche Tipps für den Alltag, sie bieten Orientierung in der individuellen Lebenswelt der Leser und haben daher ein so hohes Identifikationspotenzial wie kein anderes Medium.“[1]

Trotz dieser ganzen eindeutigen und speziell der Zeitschrift eigenen Vorteile gegenüber der Konkurrenz, stehen auch Zeitschriftenverlage angesichts der aktuellen Marktentwicklung ständig unter dem Druck der „digitalen Medienexplosion“ . Das klassische Printmedium verliert angesichts der vielen neuen Medien immer mehr an Bedeutung. Besonders das Internet scheint die stärkste Konkurrenz für die Printmedien darzustellen. Obwohl nicht ernsthaft vermutet wird, dass das Internet die gedruckte Zeitschrift vollständig verdrängen wird, gibt es heutzutage kaum noch ein Medienunternehmen[2], das sich nicht im Internet mehr oder weniger erfolgreich zu etablieren versucht. Auch die Publikumszeitschrift muss sich an diese Entwicklung und den immer noch andauernden Boom des Internets anpassen. Gerade online jedoch herrscht ein verstärkter Wettbewerbsdruck nicht nur durch alte Print-Kollegen, sondern auch durch reine Online-Anbieter. Das Internet ermöglicht dem Kunden einen bisher so noch nie da gewesenen Vergleich von und Wechsel zwischen den Anbietern - per Mausklick. Nicht wenige in der offline-Welt etablierte Medien verlieren im Internet ihren Halt, hohe Flop-Raten von Internetauftritten sind die Folge. Doch welche Faktoren sind für einen erfolgreichen Online-Auftritt der Publikumszeitschrift im Internet zu berücksichtigen? Hierzu zählen zum einen Faktoren, die direkt mit dem Online-Auftritt zusammenhängen: Gestalterische Aspekte der Website wie Layout, Handhabung, Menüführung sowie inhaltliche Aspekte wie Themenwahl, Multimediaangebote, Themenverknüpfungen und Form der Angebote wie Foren oder Chat-Rooms. Zum anderen spielen zahlreiche Faktoren in den Erfolg des Online-Auftrittes ein, die nicht direkt mit der Gestaltung der Website zusammenhängen, sondern erst im direkten Wettbewerb mit der Konkurrenz zum Tragen kommen. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die inhaltlichen Aspekte des Online- Auftrittes[3] sowie auf die Medienmarke als Erfolgsfaktor im direkten Wettbewerb. Hierzu wird in Abschnitt 1.1. analysiert, welche Möglichkeiten für inhaltliche Angebote das Internet durch seine innovativen technischen Eigenschaften den Publikumszeitschriftenverlagen bietet. Abschnitt 1.2. untersucht, welche Inhalte von Online-Nutzern gewünscht werden bzw. welche von den Online-Redaktionen angeboten werden, um anschließend zusammenzufassen, welche inhaltlichen Angebote einen Einfluss auf den Erfolg des Online-Auftrittes haben. Im zweiten Teil wird analysiert, wie sich der inhaltlich erfolgreich gestaltete Online-Auftritt mit Hilfe einer starken Medienmarke im direkten Wettbewerb behaupten kann. Hierzu wird zuerst das Nutzungsverhalten von Internetnutzern untersucht und dann aufgezeigt, wie der Publikumszeitschriftenverlag durch einen Markentransfer ins Internet aus diesem Nutzungsverhalten positive Erfolge für sich erzielen kann bzw. welche Risiken sich beim Markentransfer ergeben.

In einem Fazit werden die Ergebnisse beider Teile zusammengefasst und in Zusammenhang gebracht, um die formulierte Frage zu beantworten.

Der Arbeit liegt folgendes Verständnis von Publikumszeitschriften zu Grunde: Die Publikumszeitschrift erscheint in periodischen Abständen, orientiert sich in einem bestimmten Themengebiet, ist innerhalb dieses Themengebietes inhaltlich jedoch kaum eingeschränkt. Die Publikumszeitschrift das Produkt eines marktwirtschaftlich-orientierten Unternehmens. Sie bündelt bestimmte Eigenschaften, um private und individuelle Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen.[4]

1 Inhaltliche Aspekte zur Gestaltung eines erfolgreichen Online­Auftrittes

1.1 Neue Angebote durch das Internet

Bevor überlegt wird, welche Inhalte ein Online-Auftritt einer Publikumszeitschrift anbieten sollte, muss erst analysiert werden, welche Inhalte angeboten werden können, also welche neuen Möglichkeiten für Inhalte das Internet im Gegensatz zu den „klassischen“ Medien bietet. Diese Möglichkeiten liegen größtenteils in den technischen Eigenschaften des Internet begründet. Ein wichtiger Aspekt ist hier die Möglichkeit zur Multimedialität.

Das Internet stellt erstmals Textinhalte, Bilder, Video- und Audiodateien gleichberechtigt nebeneinander und ermöglicht erstmals eine Kombination dieser verschiedenen medialen Angebote. Aus der Zeitschrift bekannte Textinhalte können nun beispielsweise mit vorher nur im Fernsehen angebotenen Videos ergänzt werden. Die große Speicherkapazität des Internets ermöglicht das Archivieren riesiger Datenmengen (und somit auch älterer Inhalte) und das Anlegen von Datenbanken. Dies ist eine hilfreiche Einrichtung für die Hintergrundberichterstattung und stellt auch dann einen Vorteil dar, wenn dem Nutzer individuelle Serviceinformationen geboten werden sollen.

Aus der großen Speicherkapazität und der Möglichkeit der Archivierung entsteht auch eine weitere Eigenschaft des Internets: Dank der Möglichkeit der Hypertextualität können verschiedene Inhalt eines Online Angebotes in Form von Hyperlinks miteinander verknüpft werden, somit können ausführliche Berichterstattungen zu Schwerpunktthemen einfacher erstellt und geändert werden als je zuvor. Bei der gedruckten Zeitschrift ist es weitaus aufwändiger, alte Informationen zu recherchieren und in neue Schwerpunktthemen einzubinden.

Eine weitere neue Eigenschaft des Internet ist die Möglichkeit der ständigen Aktualisierung. Das Online-Angebot einer Zeitschrift ist nicht, wie die gedruckte Version, an ein bestimmtes Erscheinungsdatum gebunden, sondern kann ständig und zu jeder Zeit ergänzt, verändert, eben aktualisiert werden. Ein Extrem dieser Möglichkeit ist der so genannte news-ticker, bei dem aktuelle Informationen fast wie bei einer Live-Übertragung ohne Verzögerung ins Netz gestellt werden.[5] Der größte Mehrwert für den Rezipienten liegt jedoch in der Interaktivität, die das Internet bietet. „Interaktiv ist Kommunikation dann, wenn ein menschliches Gegenüber auf eine Anfrage individuell reagiert und sich eine mehr oder weniger lange Kette von Interaktionen ergibt (...) Interaktivität ist das Potenzial eines Mediums, einen solchen Kommunikationsverlauf möglich zu machen“[6]. Somit können Publikumszeitschriften Ihren Lesern im Internet durch Einrichtungen wie Themenforen, Chat-Rooms, Tauschbörsen, aber auch Kommentar- oder E-Mail-Funktionen den direkten Kontakt untereinander und zur Redaktion ermöglichen.[7]

Die technischen Eigenschaften des Internet ermöglichen es den Zeitschriftenverlagen also, neue Inhalte anzubieten, die bisher im Printmedium nicht angeboten werden konnten - wie Videos, Audiodateien oder interaktive Einrichtungen. Auch die klassischen Textinhalte können durch Hyperlinks und Speicherkapazität umfassender und schwerpunktmäßig gestaltet werden. Gerade die Publikumszeitschrift ist mit dem Internet sehr kompatibel, da bereits ihre klassische Print-Form viel mit Bildern arbeitet und oft auch seitenlange Themenschwerpunkte erstellt werden, die nun im Online­Auftritt ergänzt werden können. Auch die schon in der Print-Ausgabe oft vorkommenden Zusatzangebote (wie Rezepte oder Bastelanleitungen) können nun im Internet umfassender präsentiert und ausgebaut werden.[8]

Diese vielen neuen Möglichkeiten zur inhaltlichen Gestaltung eines Online-Auftrittes erschweren jedoch auch die Entscheidung darüber, welche Inhalte tatsächlich angeboten werden sollen. Hierbei besteht oft eine Diskrepanz in den Erwartungen der Redaktion und denen der Rezipienten.

1.2 Die Bedürfnisse der Rezipienten: Welches Angebot kommt an?

Der Mehrwert eines Online-Auftrittes für die Leser von Publikumszeitschriften liegt, wie in Abschnitt 1.1. schon gezeigt, in den vielen neuen technischen Eigenschaften, die das Internet im Gegensatz zu allen bisher da gewesenen Medien besitzt. Die Möglichkeiten zu neuen inhaltlichen Angeboten können einerseits große Chancen für Online-Auftritte von Publikumszeitschriften bieten, andererseits stellen sie, wenn nicht richtig genutzt, die Verlage vor große Probleme, was der Rückgang an selbstständigen Auftritten im Internet zeigt.[9]

Ein großes Risiko besteht darin, dass Redaktionen die Bedürfnisse der Rezipienten und ihre Erwartungen an Online-Angebote nicht richtig erfassen und somit auch nicht richtig erfüllen. So zeigt eine Studie von Rada, dass Redaktionen von Online-Auftritten die Möglichkeit einer ausführlichen Hintergrundberichterstattung als viel wertvoller einschätzen, als es die Rezipienten tun.

Dagegen wird die Möglichkeit, nicht mehr verfügbare Printinhalte online zu stellen, von den Redaktionen als eher unwichtig, von den Rezipienten jedoch als sehr bedeutend eingestuft.[10] Auch eine Umfrage von Rademacher und Siegert zeigt, dass Internetnutzer durchaus bereit wären, für die elektronische Ausgabe ihrer Printzeitschrift oder auch für exklusive Inhalte der nächsten Ausgabe, zu zahlen.[11]

[...]


[1] Verband deutscher Zeitschriftenverleger (2005): „Print wirkt!" zitiert nach Schilling, Andreas / Reichhardt, Marcel (2007): „Vom Print-Titel zur Media Community - die Zukunft von Zeitschriften im digitalen Zeitalter", S.331

[2] Schilling und Reichart, S.332

[3] Für eine ausführliche und interessante Analyse zu gestalterischen Erfolgsfaktoren eines Online-Auftrittes vgl.:Schweiger, Wolfgang (2002): „Die nutzerfreundliche Online-Zeitung."

[4] Eine genauere Analyse der verschiedenen Ansätze zur Definition der Publikumszeitschrift ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Das hier zu Grunde liegende Verständnis von Publikumszeitschriften basiert weitgehend auf einer Analyse bisheriger Definitionsversuche nach Brunner, Martin F.(2008): „Neue Plattformen für Publikumszeitschriften", S. 25 ff. (Kapitel: Die Publikumszeitschrift als Produkt)

[5] Vgl. Neuberger, Christoph (2002): „Zeitung und Internet. Über das Verhältnis zwischen einem alten und einem neuen Medium", S.60 ff.

[6] Neuberger, S.61

[7] Vgl. Neuberger, S. 56 ff.

[8] Vgl. Dirscherl, Katrin / Eichhorn, Wolfgang (2007): „Online-Auftritte von Publikumszeitschriften im World Wide Web", S.405 ff.

[9] Deutlich ist von 2003 bis 2006 ein Rückgang der Online-Auftritte zu erkennen, was die Analyse des Status quo der Publikumszeitschriften online zeigt: vgl. Dirscherl und Eichhorn, S.396 ff.

[10] Vgl. Rada, Holger: „Von der Druckerpresse zum Webserver. Zeitungen und Magazine im Internet" S. 116 f.

[11] Vgl. Rademacher, Patrick / Siegert, Gabriele (2007): „Neue Erlösformen für Publikumszeitschriften: Kaufpreis und Medienmarke als Erfolgsfaktoren für Paid Content" S.491 ff.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Publikumszeitschrift im Netz: Medienmarke und Inhalt als Erfolgsfaktor
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Medienökonomie: Erfolg von Medienprodukten
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V159073
ISBN (eBook)
9783640721023
ISBN (Buch)
9783640720934
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Publikumszeitschrift, Netz, Medienmarke, Inhalt, Erfolgsfaktor
Arbeit zitieren
Julia Grass (Autor), 2009, Die Publikumszeitschrift im Netz: Medienmarke und Inhalt als Erfolgsfaktor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159073

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