Der Adoleszenzroman


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff Adoleszenz in der Entwicklungspsychologie

3. Definition Adoleszenzroman
3.1 Gattungsmerkmale des Adoleszenzromans
3.2 Abgrenzung des Adoleszenzromans zu benachbarten Gattungen der Kinder- und Jugendliteratur

4. Vom klassischen zum (post)modernen Adoleszenzroman
4.1 Historische Entwicklung des Adoleszenzromans in Deutschland
4.2 Zum Verhältnis von klassischem und (post)modernem Adoleszenzroman

5. Didaktische Aspekte und Probleme postmoderner Adoleszenzromane (Fazit)

6. Literaturangaben

1. Einleitung

Carsten Gansel beschreibt in seinem Aufsatz „Jugendliteratur und jugendkultureller Wandel“ die Literatur, sowie weiterführend explizit die Jugendliteratur mit den folgenden Worten:

„Literatur ist Aneignung und Kommunikation, sie ist Ausdruck von Erfahrung und Bewußtseinsständen konkret-historischer Subjekte und gleichzeitig Aktion in Hinblick auf einen potentiellen Leser.

Für die Jugendliteratur ist der Bezug auf die aktuellen Wirklichkeitserfahrungen, die Bedürfnisse wie Problemlagen Heranwachsender von besonderer Bedeutung.“[1]

Dieses Zitat sagt bereits viel über die von jugendlichen Lesern rezipierte Literatur, deren Inhalte und Wirkung/Bedeutung sowohl im privaten, als auch im schulischen Kontext aus. Jugendliteratur thematisiert die Probleme des Erwachsenwerdens und setzt sie in einen für den jungen Leser zeitbezogenen und lebensnahen Kontext. Folglich vermag sie den adoleszenten Rezipienten bei seiner Identitätssuche zu unterstützen, indem sie ihm auf fiktiver Ebene ein Medium zur Selbstreflexion, sowie zur Auseinandersetzung mit seiner Umgebung anbietet[2].

Im Rahmen der zu verfassenden Arbeit stellt sich hierbei die Frage, inwiefern der Adoleszenzroman als eine spezifische „ Subgattung“[3] der Kinder- und Jugendliteratur dieser Deskription gerecht wird und welche Chancen und Risiken sich dabei vor allem für die Deutschdidaktik der Sekundarstufe ergeben. Um jene Fragestellung beantworten zu können, sollen in einem ersten Arbeitsschritt die entwicklungspsychologischen Paradigma des Adoleszenten skizziert werden um aufzuzeigen, welche Einflussfaktoren diesen Lebensabschnitt definieren. Von dieser Grundlage ausgehend richtet sich der Fokus auf den Adoleszenzroman selbst um darzustellen, wie in diesem die adoleszenten Muster problematisiert werden. Hierbei wird es um den Versuch einer Definition des Adoleszenzromans gehen, wobei über die Problemlagen der jugendlichen Leser und folglich über die zentralen Themen adoleszenter Literatur hinaus auch die definierenden Merkmale selbiger Literatur festgehalten werden sollen. Des Weiteren wird an dieser Stelle eine Abgrenzung des Adoleszenzromans zu seinen benachbarten Gattungen vorgenommen, um seinen Stellenwert im literarischen Gattungsgefüge aufzeigen zu können. In Anlehnung an das Zitat von Carsten Gansel, welcher die Aktualität der in der Jugendliteratur geschilderten Erfahrungen, sowie Problemlagen betont wird es als wichtig erachtet, mit der sich ständig verändernden Umwelt des Adoleszenten auch die Entwicklungsgeschichte der auf diesen Lebensabschnitt zugeschnittenen Literatur aufzuzeigen, zumal die Phase der Adoleszenz auch immer stark von äußeren Begebenheiten beeinflusst ist. Die historische Betrachtung schließt dabei die Darstellung des Verhältnisses zwischen der im Rahmen dieser Entwicklungsgeschichte hervorgebrachten Literatur und aktuellen Texten mit ein. Ein zeitgeschichtlicher Rückblick ermöglicht nach Meinung des Autors eine bessere Einschätzung der heutigen Situation und wird als hilfreich bezüglich der Beantwortung der Fragestellung erachtet. Folgende soll in dem die Arbeit schließenden Fazit analytisch dargestellt werden.

2. Der Begriff Adoleszenz in der Entwicklungspsychologie

Die Adoleszenz wird im allgemein definiert als ein Lebensabschnitt, welcher mit dem Einsetzen der Pubertät beginnt und mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter endet[4]. Auf Grund der verlängerten schulischen bzw. akademischen Ausbildung in der heutigen Gesellschaft kann sich dieser Lebensabschnitt bis in das vierte Lebensjahrzehnt (31-35 Jahre) ziehen. Im Gegensatz dazu definiert die WHO (world health organization) die Adoleszenzphase nicht in Bezug auf den persönlichen Werdegang des Individuums, als vielmehr in Abhängigkeit von dessen Alter. Entsprechend der WHO-Definition beginnt die Phase der Adoleszenz bereits mit etwa zehn Jahren und endet mit dem Erreichen des zwanzigsten Lebensjahrs.

Während dieser Lebensphase wird der Adoleszente mit spezifischen Entwicklungsaufgaben konfrontiert, die alle dem übergeordneten Ziel dienen, eine „integrierte Identität“[5] aufzubauen und sich selbst in Bezug auf andere zu definieren.

Nickel betont, dass sich in der Adoleszenzphase zwei Grundtendenzen erkennen lassen: „ eine mehr nach innen, auf das eigene Selbst gerichtete, und eine nach außen, auf die Auseinandersetzung mit der soziokulturellen Umwelt bezogene.“[6]

Bei der nach innen gerichteten Auseinandersetzung beschäftigt sich der Adoleszente auf Grund seiner, durch körperliche Veränderungen hervorgerufenen, allgemeinen Verunsicherung sehr mit sich selbst. Psychische Verarbeitungsprozesse, sowie die Reflexion des eigenen Handelns, der persönlichen Rolle in der Gesellschaft und die Ablösung von der Familie markieren diese Phase. Die Suche nach einem neuen Ich wird erkennbar, an dessen Realisierung der Peer-Group eine bedeutende Rolle zuteil wird. Des Weiteren nutzt der Adoleszente nicht selten Indikatoren wie Kleidung, Musik, Frisur etc. um sich selbst zu definieren und die gewählte Selbstdefinition seiner sozialen Umwelt mitzuteilen.

Mit zunehmendem Alter jedoch wird die nach außen gerichtete Auseinandersetzung mit der soziokulturellen Umwelt immer prägender. Der Adoleszente beschäftigt sich zunehmend mit gesellschaftlichen Werten und Normen, sammelt erste sexuelle Kontakte, welche für die spätere Partnerwahl von Bedeutung sind und interessiert sich für Institutionen, die wiederum für den späteren Werdegang wichtig sein können. Während dieser Phase geht es um die Integration des Heranwachsenden in die Gesellschaft und zunehmend auch um die Frage nach der Lebens- und Zukunftssicherung.

Löst der Adoleszente die Entwicklungsaufgaben zufriedenstellend, so entwickelt er die Fähigkeit, sich als individuelle Persönlichkeit in die Gesellschaft zu integrieren. Nicht selten kommt es allerdings durch die emotionale Instabilität der Jugendlichen zu sogenannten Adoleszenzkrisen, welche häufig durch psychische Probleme, Essstörungen, Selbstmordgedanken und Drogen- oder Alkoholmissbrauch gekennzeichnet sind.

3. Definition Adoleszenzroman

Nachfolgend wird der Versuch unternommen, den Adoleszenzroman in Anlehnung an Heinrich Kaulen anhand seiner spezifischen Merkmale zu definieren. Neben den für die Adoleszenzliteratur prägnanten Themen wird hierbei auch Bezug auf die Erzählweise, sowie die Figurenkonstellation genommen werden.

[...]


[1] C. Gansel: Jugendliteratur und jugendkultureller Wandel., S. 13

[2] H. Kaulen: Patchwork-Familie und Bastel-Identität, S. 85

[3] H. Kaulen: Fun, Coolness, Spasskultur?, S. 327

[4] Zimbardo: Psychologie., S. 90

[5] Ebd., S. 93

[6] H. Nickel: Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters. Bd.2: Schulkind und Jugendlicher., S. 5

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der Adoleszenzroman
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V159197
ISBN (eBook)
9783640719082
ISBN (Buch)
9783640719525
Dateigröße
590 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adoleszenzroman
Arbeit zitieren
Franziska Schumm (Autor), 2008, Der Adoleszenzroman, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159197

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