Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über die Kontraste zwischen mongolischer und deutscher Phonetik und Phonologie bieten. Dabei ist zu spezifizieren, dass das Khalkha- (bzw. Halh-)Mongolische betrachtet wird, da dieses der Dialekt aus Ulan Bator ist, also der Hauptstadt. Dies ist insbesondere zu betonen, da das Mongolische viele Dialekte besitzt und nicht von dem Mongolischen gesprochen werden kann. Dies ergibt sich aus der Ausbreitung des mongolischen Reiches im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert nach Christus, was auch eine Verbreitung der Sprache mit sich trug. Der Zerfall des Reiches wenig später und die autonome Entwicklung der vorher mongolischen Gebiete ergab eine isolierte Weiterentwicklung dieser Sprachen, weshalb heute von einer mongolischen Sprachfamilie gesprochen werden kann, die 13 moderne mongolische Sprachen umfasst. Das Khalkha-Mongolisch hat dabei die meisten Sprecher*innen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Orthografie
2.1. Klassisch-mongolische Schrift
2.2. Mongolisch-kyrillische Schrift
2.3. Vergleich mit der deutschen Sprache
3. Segmentalia
3.1. Konsonanten
3.2. Vokale
3.3. Vokalharmonie
4. Suprasegmentalia
4.1. Intonation
4.2. Rhythmus
4.3. Wortbetonung
4.4. Satzakzent
4.5. Silbenstruktur
4.6. Assimilation
4.7. Sonstige Besonderheiten
5. Fehlerprognosen
5.1. Segmentalia
5.2. Suprasegmentalia
6. Empirische Überprüfung der Fehlerprognosen
7. Didaktische Vorschläge
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Vergleich zwischen der mongolischen und deutschen Phonetik und Phonologie durchzuführen, um daraus fundierte Fehlerprognosen für Deutschlernende mit Mongolisch als Erstsprache abzuleiten. Basierend auf einer kontrastiven Analyse der segmentalen und suprasegmentalen Ebenen sowie einer empirischen Überprüfung werden didaktische Herangehensweisen entwickelt, um spezifische Ausspracheschwierigkeiten gezielt zu adressieren.
- Kontrastive Phonetik und Phonologie von Mongolisch und Deutsch
- Analyse der Orthografie-Phonem-Beziehungen in beiden Sprachen
- Untersuchung segmentaler und suprasegmentaler Merkmale
- Prognose sprachspezifischer Fehler für mongolische Deutschlernende
- Entwicklung didaktischer Konzepte für den Ausspracheunterricht
Auszug aus dem Buch
2.1. Klassisch-mongolische Schrift
Im Kontext des durch Chingis Xaan begründeten Weltreichs benötigte es für den Auf- und Ausbau des Verwaltungsapparates eine eigene Schriftsprache. Zu der Frage welchen Ursprung die Schrift hat und zu welchem Zeitpunkt sie eingeführt wurde, existieren zwei prominente Auffassungen in der Forschung.
Die eine Gruppe geht davon aus, dass zwischen dem achten und neunten Jahrhundert die türkischen Uiguren die Schrift von den Soghdern übernommen haben. Die Soghder sind Teil der iranischen Bevölkerung, die Ostturkistan bewohnten. Im 13. Jahrhundert hätten die Mongolen die Schrift indirekt von den türkischen Uiguren in Gebrauch genommen. Die Einführung der Schrift ist mit der Erzählung verbunden, dass im Jahr 1205 ein Uigure, ein ehemaliger Minister der Najmam, von Chingis Xaan gefangen genommen wurde und beauftragt worden sei die Söhne Xaans die uigurische Schrift zu lehren. Bei den Najmam handelte es sich um eine mittelalterliche Stammesförderation auf dem Gebiet Zentralasiens, die im Rahmen der Expansion des Mongolenreichs unterworfen wurde (Kara, 2005, zitiert nach Chuluunbaatar, 2008). Diese Erklärung ist die vorherrschende Auffassung, daher wird in der Literatur in Bezug auf diese Schrift in der Regel von der mongolisch-uigurischen Schrift gesprochen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Arbeit stellt einen kontrastiven Vergleich zwischen mongolischer und deutscher Phonetik und Phonologie auf, um daraus didaktische Hilfestellungen für Lernende abzuleiten.
2. Orthografie: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der mongolischen Schriftsysteme sowie die strukturellen Unterschiede in der Graphem-Phonem-Beziehung im Vergleich zum Deutschen.
3. Segmentalia: Hier erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung der Konsonanten und Vokale beider Sprachen unter Berücksichtigung phonetischer Besonderheiten wie der Vokalharmonie.
4. Suprasegmentalia: Es wird analysiert, wie sich Intonation, Wortbetonung, Rhythmus und Silbenstruktur im Mongolischen und Deutschen unterscheiden.
5. Fehlerprognosen: Basierend auf den zuvor identifizierten Kontrasten werden konkrete Ausspracheprobleme prognostiziert, die für mongolische Deutschlernende typisch sind.
6. Empirische Überprüfung der Fehlerprognosen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Vorhersagen anhand einer Analyse von Sprachaufnahmen in der Praxis überprüft.
7. Didaktische Vorschläge: Es werden gezielte methodische Ansätze und Übungsdesigns vorgestellt, um die identifizierten Ausspracheschwierigkeiten im Unterricht zu bearbeiten.
Schlüsselwörter
Mongolisch, Deutsch, Kontrastive Phonetik, Phonologie, Fehleranalyse, Vokalharmonie, Segmentalia, Suprasegmentalia, Aussprachetraining, Sprachdidaktik, Interlanguage, Konsonanten, Vokale, Wortbetonung, Satzintonation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die linguistischen Kontraste zwischen der mongolischen und der deutschen Sprache im Bereich der Phonetik und Phonologie, um die Ausspracheprobleme von Lernenden mit mongolischer Muttersprache besser zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Orthografie, den segmentalen Merkmalen (Konsonanten und Vokale), den suprasegmentalen Merkmalen (Intonation, Betonung, Rhythmus) sowie der Fehlerprognose und Didaktik.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis der theoretischen Kontrastierung und einer empirischen Fehleranalyse effektive didaktische Methoden zu entwickeln, die mongolischsprachige Lernende bei der Erwerbung einer korrekten deutschen Aussprache unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Methode der kontrastiven Analyse, ergänzt durch eine empirische Überprüfung mittels Video- bzw. Tondatenanalyse einer Lernerin, um theoretische Fehlerprognosen zu validieren.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse der orthografischen und phonologischen Unterschiede sowie eine darauf aufbauende Fehlerprognose für segmentale und suprasegmentale Aspekte der deutschen Sprache.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kontrastive Phonetik, Vokalharmonie, Fehleranalyse, Aussprachetraining und Interlanguage geprägt.
Wie unterscheidet sich die Wortbetonung im Mongolischen vom Deutschen?
Während die Wortbetonung im Mongolischen phonologisch weitgehend irrelevant ist und meist auf der ersten Silbe liegt, spielt sie im Deutschen eine entscheidende Rolle für die Bedeutung und Verständlichkeit und ist oft variabel.
Welche Rolle spielt die Vokalharmonie bei der Aussprache des Deutschen durch mongolische Sprecher?
Es wird prognostiziert, dass Lernende versuchen könnten, die im Mongolischen obligatorische Vokalharmonie auf deutsche Wörter zu übertragen, was zu einer fehlerhaften Vokalauswahl innerhalb von Wörtern führen kann.
- Quote paper
- Varuna Venker (Author), 2024, Kontrastive Analyse: Mongolisch und Deutsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1591975