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Traditionsmarken der ehemaligen DDR

Titel: Traditionsmarken der ehemaligen DDR

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Markus Langguth (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entwicklung jedes Unternehmens ist eng mit den gesellschaftlichen Prozessen
verbunden und vollzieht sich innerhalb eines gewissen ordnungspolitischen
Rahmens. Dieser ist die Grundbedingung für die wirtschaftliche Aktivität jeder
wirtschaftlichen Einheit. Ostdeutsche Traditionsunternehmen blicken auf ein 20.
Jahrhundert zurück, indem sie gleich zweimal von politischen Situationen und
Entscheidungen stark beeinflusst und in ihrem Weg bestimmt wurden.
Das erste prägnante Datum war der Zeitraum direkt nach dem Ende des 2.
Weltkrieges. Ostdeutschland wurde zur Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) erklärt
und musste fortan Reparationsleistungen an die Sowjetunion abtreten. Zudem
wurden punktuell ostdeutsche Betriebe demontiert und in Eigentum der UdSSR
überführt. Die Teilung Deutschlands bewirkte schließlich, dass das Gebiet der SBZ
von ihren traditionellen Verbindungen zum Westen weitestgehend isoliert wurde.
Es folgte die Umstellung auf das sowjetische Planungsmodell der
Zentralverwaltungswirtschaft, einer wirtschaftlichen Organisationsform, die
beinhaltete, dass dem Staat die Verfügungsgewalt an den Produktionsmitteln zuteil
wurde. Dies führte letztlich dazu, dass der Staat über die Produktion „wachte“ und
wirtschaftliche Planzahlen vorgab.
Am 01. Juli 1990 war es dann erneut soweit: Die Deutsche Demokratische Republik
(DDR), und damit natürlich auch ihre Wirtschaftsbetriebe, übernahm durch eine
Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion das politische System der Bundesrepublik
Deutschland. Wieder waren die Unternehmen einem Transformationsprozess
ausgesetzt, den sie zu bewältigen hatten. Die Schwächen der Planwirtschaft wurden
nun deutlich sichtbar und die Betriebe dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb
„schockartig“ ausgesetzt.
Wie ostdeutsche Traditionsunternehmen nun mit diesen Phasen ihrer Entwicklung
zurechtkamen und welche Folgen und Veränderungen sich daraus für sie ergaben,
soll in dieser Arbeit, nach einem zunächst allgemeingültigem Kapitel, exemplarisch
an einigen ausgewählten Beispielen dargestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Transformationsprozesse seit dem 2. Weltkrieg

2.1 Reparationen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)

2.2 Übernahme des sowjetischen Modells

2.3 Die Zeit der Kombinate

2.4 Von der Plan- zur Marktwirtschaft

2.5 Konsequenzen für die einheimischen Betriebe

3. Fallbeispiel Carl Zeiss in Jena

3.1 Die Folgen des 2. Weltkrieges

3.2 Umgestaltung des Kombinates Carl Zeiss

3.3 Der Gang an die Börse

4. Fallbeispiel A. Lange & Söhne

4.1 Gründung mit einem Staatsdarlehen

4.2 Zerstörung, Zerschlagung und Wiederaufbau

4.3 Der Fall der Mauer

5. Weitere Beispiele

5.1 Rotkäppchen Sekt

5.2 Röstfein Kaffee

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung ostdeutscher Traditionsunternehmen, die im 20. Jahrhundert zwei grundlegende wirtschaftliche Transformationsprozesse – den Übergang zur sozialistischen Planwirtschaft nach 1945 und die Umstellung zur Marktwirtschaft nach 1990 – bewältigen mussten. Ziel ist es, exemplarisch aufzuzeigen, wie diese Betriebe durch politische Entscheidungen geprägt wurden und welche ökonomischen Konsequenzen daraus resultierten.

  • Historische Einordnung der wirtschaftlichen Transformation in Ostdeutschland.
  • Die Rolle der DDR-Kombinate als zentrales Organisationsmodell der sozialistischen Planwirtschaft.
  • Analyse der massiven Umbruchsphase nach der Wiedervereinigung 1990.
  • Exemplarische Untersuchung der Unternehmensgeschichte von Carl Zeiss, A. Lange & Söhne, Rotkäppchen Sekt und Röstfein Kaffee.
  • Beleuchtung der Herausforderungen durch Wettbewerbsdruck, Kapitalmangel und Eigentumsfragen.

Auszug aus dem Buch

3. Fallbeispiel Carl Zeiss in Jena

Am 17. November im Jahre 1846 gründet Carl Zeiss, gelernter Mechaniker, seine optische Werkstatt in Jena, in der zunächst Linsen und einfache Lupen-Mikroskope gefertigt werden. In den folgenden Jahren gelingt es ihm, sein Unternehmen zu etablieren und die Aufmerksamkeit, auch in anderen Gebieten Deutschlands zu erlangen.

Im Wintersemester 1863/64 bot der Universitätsprofessor Ernst Abbe eine Vorlesung über die „Theorie der wichtigsten physikalischen Messinstrumente“ an, für die er Demonstrationsgeräte benötigte, die er bei Carl Zeiss anfertigen ließ. Da sich die beiden Männer über eine sinnvolle Zusammenarbeit, Abbe benötigte immer mehr Instrumente und Werkstätten, einig waren, trat Ernst Abbe kurzerhand in die Firma Carl Zeiss´ ein. Nach dem Tod von Carl Zeiss (1888) übernahm Ernst Abbe das Unternehmen und wandelte es in eine Stiftung um, die sich abseits der Führung der Stiftungsbetriebe auch um soziale, kulturelle und wissenschaftliche Aufgaben kümmerte. Zuvor fusionierte die Firma mit dem Jenaer Glaswerk Schott (1881/82), wodurch es möglich wurde, die Produktion des für Carl Zeiss wichtigen Rohmaterials, das optische Glas, in räumlichen und persönlichen Zusammenhang mit dem Zeisswerk zu bringen.

Einer der großen Verdienste von Carl Zeiss besteht darin, dass er für ein dauerndes Zusammenspiel von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischer Perfektion auf dem Gebiet des Baus von Mikroskopen sorgte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die grundlegende Verknüpfung von Unternehmensentwicklung und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen dar und skizziert die zwei zentralen Transformationsphasen ostdeutscher Traditionsbetriebe.

2. Transformationsprozesse seit dem 2. Weltkrieg: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der sozialistischen Zentralverwaltungswirtschaft, die Bildung der Kombinate und die drastischen wirtschaftlichen Umbrüche nach der Wiedervereinigung.

3. Fallbeispiel Carl Zeiss in Jena: Anhand der historischen Entwicklung von Carl Zeiss wird der Wandel von der Gründung über die sowjetische Besatzungszeit und Kombinatsbildung bis hin zur erfolgreichen Privatisierung und dem Börsengang dargestellt.

4. Fallbeispiel A. Lange & Söhne: Dieses Kapitel beschreibt das Schicksal der Uhrenmanufaktur von der Gründung durch Ferdinand Adolph Lange über die Enteignung in der DDR-Zeit bis zur Neugründung nach dem Fall der Mauer.

5. Weitere Beispiele: Hier werden die Transformationsgeschichten der Marken Rotkäppchen Sekt und Röstfein Kaffee behandelt, wobei besonders die Anpassung an veränderte Marktbedingungen nach 1990 im Fokus steht.

6. Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung reflektiert die ökonomischen Belastungen der Traditionsbetriebe durch die zwei Transformationsprozesse und unterstreicht die schwierige Sanierungssituation nach 1990.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen, Publikationen und statistischen Belege.

Schlüsselwörter

Transformationsprozesse, DDR, Traditionsunternehmen, Planwirtschaft, Marktwirtschaft, Kombinate, Carl Zeiss, A. Lange & Söhne, Rotkäppchen, Röstfein, Privatisierung, Treuhandanstalt, Jena, Glashütte, Wiedervereinigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung und die ökonomischen Anpassungsprozesse ausgewählter Traditionsunternehmen in den neuen Bundesländern infolge der politischen Systemwechsel nach 1945 und 1990.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Reparationen, die Einführung des sowjetischen Planungsmodells, die Bildung von Kombinaten sowie die Herausforderungen des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs nach der deutschen Wiedervereinigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, an konkreten Beispielen aufzuzeigen, wie ostdeutsche Unternehmen die Transformationsphasen überstanden haben und welche Rolle politisch-wirtschaftliche Rahmenbedingungen dabei spielten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die exemplarische Fallstudienmethode, um die theoretischen Erkenntnisse an praktischen Unternehmensbeispielen zu illustrieren.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert zunächst theoretische Grundlagen der Transformationsprozesse und vertieft diese anschließend durch detaillierte Fallbeispiele, darunter Carl Zeiss, A. Lange & Söhne, Rotkäppchen und Röstfein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Wichtige Begriffe sind Transformation, Planwirtschaft, Marktwirtschaft, Kombinate, Privatisierung und Traditionsmarken.

Warum spielt das Fallbeispiel Carl Zeiss eine so zentrale Rolle?

Carl Zeiss dient als Paradebeispiel für die Komplexität der Privatisierung, da das Unternehmen nach der Kombinatsauflösung in 12 eigenständige Firmen aufgeteilt wurde und eine enorme finanzielle Kraftanstrengung erforderte.

Wie gelang es Unternehmen wie Röstfein, sich auf dem neuen Markt zu behaupten?

Röstfein konnte sich durch technische Investitionen, Kooperationen mit Westmarken und die gezielte Nutzung einer Nostalgiewelle bei den Konsumenten als eines der wenigen ostdeutschen Kaffeeröstereien erfolgreich positionieren.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Traditionsmarken der ehemaligen DDR
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Geographie)
Note
1,3
Autor
Markus Langguth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
21
Katalognummer
V15920
ISBN (eBook)
9783638209076
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Traditionsmarken
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Langguth (Autor:in), 2002, Traditionsmarken der ehemaligen DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15920
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Leseprobe aus  21  Seiten
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