Prüfung der Zahlungsunfähigkeit im Rahmen der Abschlussprüfung


Seminararbeit, 2010
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Zahlungsunfahigkeit als Insolvenzgrund
2.1. Abgrenzung der Zahlungsunfahigkeit von der Zahlungssto- 3 ckung
2.2. Zahlungseinstellung
2.3. Drohende Zahlungsunfahigkeit

3. Beurteilung der Zahlungsunfahigkeit
3.1. Finanzstatus
3.2. Finanzplan
3.2.1. Aufgabe des Finanzplans
3.2.2. Aufgabe der Fortfuhrungsprognose

4. Problematik bei der Ermittlung der Zahlungsunfahigkeit

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Anzahl der Insolvenzen in Deutschland

Tab. 2: Ermittlung der Zahlungsunfahigkeit

1. Einleitung

Seit der Wirtschaftskrise ist die Anzahl der Insolvenzen bei Unternehmen deutlich ge- stiegen (s. Tab. 1). In den Jahren 2005 bis 2009 wuchs die Zahl der Insolvenzen um 26.353. Hinter dieser Zahl verbergen sich sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen und selbststandig Tatige. Laut dem statistischen Bundesamt Deutschland betrug die Anzahl der eroffneten Insolvenzverfahren im Jahr 2009 147.974.1

Tab. 1: Anzahl der Insolvenzen in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: statistisches Bundesamt Deutschland.

In dieser Seminararbeit wird einer der Grunde erlautert, die zur Insolvenz fuhren, na m- lich die Zahlungsunfahigkeit. Die Zahlungsunfahigkeit ist ein Grund fur die Eroffnung eines Insolvenzverfahrens. Um einen Insolvenzantrag zu stellen, muss aber zuerst von dem Glaubiger, bzw. dem Schuldner bestimmt werden, ob die Zahlungsunfahigkeit b e- reits vorliegt. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Voraussetzungen des Eintritts der Zah­lungsunfahigkeit und die Problematik bei der Prufung dieser Voraussetzungen darzule- gen.

Die vorliegende Arbeit ist in funf Kapitel gegliedert. Im zweiten Kapitel geht es um die gesetzlichen Definitionen der Zahlungsunfahigkeit und ihre Abgrenzung zur Zahlungs- stockung. Diese Unterscheidung ist von groBer Bedeutung, denn sie begrundet eine Verpflichtung, bzw. ein Recht des Schuldners zur Stellung des Insolvenzantrags.

Das dritte Kapitel befasst sich mit der Frage der Beurteilung der eingetretenen Zah- lungsunfahigkeit und den gesetzlich definierten Einschrankungen. Zudem werden die Aufgaben des Finanzstatus und Finanzplans erlautert und die Notwendigkeit einer Fort- fuhrungsprognose durch den Abschlussprufer dargestellt.

Im vierten Kapitel wird die Problematik bei der Ermittlung der Zahlungsunfahigkeit erlautert, und es wird auf Schwierigkeiten, die dabei auftreten konnen, eingegangen.

AbschlieBend werden die im Laufe der Seminararbeit gewonnenen Ergebnisse zusa m- mengefasst und daraus werden Schlussfolgerungen gebildet.

2. Zahlungsunfahigkeit als Insolvenzgrund

2.1. Abgrenzung der Zahlungsunfahigkeit von der Zahlungsstockung

Mit Zahlungsunfahigkeit ist Geldilliquiditat gemeint. Insolvenzrechtlich versteht man unter diesem Begriff die Liquidierbarkeit von Gegenstanden, die zur betrieblichen Ta- tigkeit gehoren.2 Nach § 17 Abs. 1 InsO ist die Zahlungsunfahigkeit ein Eroffnungs- grund fur ein Insolvenzverfahren. Sowohl der Glaubiger als auch der Schuldner selbst darf den Antrag stellen. Vor der Antragsstellung muss allerdings gepruft werden, ob eine Zahlungsunfahigkeit uberhaupt vorliegt, oder ob es sich um eine Zahlungsstockung handelt. Die Zahlungsunfahigkeit liegt gem. § 17 Abs. 2 InsO dann vor, wenn ein Schuldner nicht in der Lage ist, seine falligen Zahlungsverpflichtungen zu erfullen, bzw. wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat. Der Gesetzgeber gibt dem Schuld­ner die Moglichkeit innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen die notwendige Liqu i- ditat zu beschaffen und seine Verpflichtungen zu begleichen. Wenn dies dem Schuldner gelingt, dann liegt nur eine Zahlungsstockung und keine Zahlungsunfahigkeit vor.3 Die Zahlungsstockung kann auch als kurzfristige vorubergehende Geldilliquiditat bezeic h- net werden.

Zur Feststellung der Zahlungsfahigkeit des Schuldners muss zuerst ein Finanz- bzw. Liquiditatsstatus erstellt werden. Nach dem BGH ist der MaBstab fur die Beurteilung der Zahlungsunfahigkeit die sog. 10%-Grenze. Wenn man am Liquiditatsstatus eines Schuldners erkennen kann, dass die vorhandene Liquiditat die Zahlungsverpflichtungen nicht deckt, mit anderen Worten, dass die Liquiditatslucke die 10%-Grenze ubersteigt, dann wird eine Zahlungsunfahigkeit des Schuldners vermutet und es muss im zweiten Schritt eine Prognoserechnung, bzw. ein Finanzplan angefertigt werden. Ansonsten wird nur von einer Zahlungsstockung gesprochen.4 Bei der Beurteilung der Zahlungsun­fahigkeit spielen personliche Grunde des Eintritts, wie z. B. Krankheit oder Todesfall, keine Rolle und werden vom Insolvenzgericht nicht beachtet.5 Allerdings werden be- sondere Umstande in einigen Branchen, wie saisonale Flauten, z. B. in der Bauwirt- schaft oder in Unternehmen, die typische Saisonartikel herstellen, vom Insolvenzgericht berucksichtigt.6

2.2. Zahlungseinstellung

Ein Unternehmen gilt als zahlungsunfahig, wenn es seine Zahlungen eingestellt hat, auch dann, wenn nur ein Teil der falligen Verpflichtungen nicht beglichen wird. Als Zahlungseinstellung wird nach h.M. im Strafrecht auch die Zahlungsunwilligkeit des Schuldners bezeichnet, dies trifft beispielsweise zu, wenn der Schuldner die Zahlungs­unfahigkeit irrtumlich meldet, oder wenn er sich weigert die falligen Verpflichtungen zu zahlen, obwohl er uber freies Vermogen verfugt.7 8

2.3. Drohende Zahlungsunfahigkeit

Die drohende Zahlungsunfahigkeit ist ebenfalls ein Grund fur die Eroffnung eines In- solvenzverfahrens gem. § 18 InsO. Eine drohende Zahlungsunfahigkeit liegt dann vor, wenn sich aus der Finanzplanung ergibt, dass die Zahlungsmittel fur die Begleichung der fallig werdenden Verpflichtungen nicht ausreichen. Bei Feststellung einer drohen- den Zahlungsunfahigkeit wird der Schuldner nicht zur Stellung des Insolvenzantrags verpflichtet, sondern ihm wird vielmehr die Moglichkeit gegeben, einen Insolvenza n- trag zu stellen, um seine finanzielle Lage durch Sanierung des Unternehmens rechtzeitig zu verbessern. Im Unterschied zur „echten“ Zahlungsunfahigkeit ist nur der Schuldner antragsberechtigt. Die Praxis hat aber gezeigt, dass nur wenige Antrage wegen drohe n- der Zahlungsunfahigkeit gestellt worden sind. Die Grunde dafur sind einerseits das komplizierte und aufwendige BeweismaB im Rahmen einer Glaubhaftmachung der Fortbestehungsprognose, andererseits besteht das Risiko von Publizitatswirkungen einer Verfahrenseroffnung auf das Unternehmen und sein Wert.9

[...]


1 Vgl. statistisches Bundesamt Deutschland.

2 Vgl. Schmidt, K./Uhlenbruck, W., (2009), S. 413.

3 Vgl. IDW EPS 800 n.F.

4 Vgl. FAS IDW, S. 202.

5 Schmidt, K./Uhlenbruck, W., (2009), S. 411.

6 Vgl. Schmidt, K./Uhlenbruck, W., (2009), S. 419.

7 Vgl. RGSt 3, S. 294; RGSt 14, S. 221f.; RGSt 41, S. 309, 312.

8 Vgl. Entwurf einer Neuerfassung des IDW Prufungsstandarts, (2008), S. 5.

9 Vgl. Schmidt, K./Uhlenbruck, W., (2009), S. 431 ff.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Prüfung der Zahlungsunfähigkeit im Rahmen der Abschlussprüfung
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V159282
ISBN (eBook)
9783640726172
ISBN (Buch)
9783640726424
Dateigröße
1007 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prüfung, Zahlungsunfähigkeit, Rahmen, Abschlussprüfung
Arbeit zitieren
Angelika Klippert (Autor), 2010, Prüfung der Zahlungsunfähigkeit im Rahmen der Abschlussprüfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159282

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Prüfung der Zahlungsunfähigkeit im Rahmen der Abschlussprüfung


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden