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Die aus der Reformpädagogik hervorgegangene Erlebnispädagogik als erzieherischer Leitfaden für die Hitler-Jugend

Title: Die aus der Reformpädagogik hervorgegangene Erlebnispädagogik als erzieherischer Leitfaden für die Hitler-Jugend

Master's Thesis , 2009 , 80 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Claudia Böckenstette (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Wenn man sich mit Erlebnispädagogik auseinandersetzt, wird man bei den Abhandlungen über die Ideengeschichte der Erlebnispädagogik feststellen, dass es häufig als eine Geschichte mit gewissen Lücken dargestellt wird. Erlebnispädagogik zwischen 1933 und 1945 scheint ein eher gemiedenes Thema bei Autoren zu sein, die der Erlebnispädagogik positiv gegenüberstehen und die Anwendung erlebnispädagogischer Elemente befürworten. Dies ist sicher verständlich, angesichts der negativen Assoziationen, die mit diesem Zeitraum von 12 Jahren behaftet sind. Aber es drängt sich die Frage auf, was in diesen 12 Jahren mit der Erlebnispädagogik geschah. Wurden erlebnispädagogische Elemente in der (Um-)Erziehung genutzt, unterdrückt oder durch geringe Veränderungen in der Erziehung integriert und ergänzt?
Diese Arbeit hat zum Ziel, die Stellung der Erlebnispädagogik in der Hitlerjugend aufzuarbeiten und zu zeigen, inwiefern Elemente der Erlebnispädagogik zwischen 1933 und 1945 zum Einsatz kamen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es zunächst von Bedeutung, sich mit der Geschichte der Erlebnispädagogik, der Pädagogik in der Zeit des Nationalsozialismus und der Geschichte der Hitlerjugend auseinanderzusetzen. In einem letzten Schritt werde ich versuchen herauszuarbeiten, welche der zuvor genannten Elemente der Erlebnispädagogik sich in der Erziehung in der Hitlerjugend wiederfinden lassen und inwieweit man überhaupt noch von Erlebnispädagogik in der Hitlerjugend sprechen kann. Die Zusammenstellung der zuvor erarbeiteten Ergebnisse wird in einem abschließenden Resümee erfolgen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte der Erlebnispädagogik

2.1 Jean-Jacques Rousseau

2.2 Henry David Thoreau

2.3 John Dewey

2.4 Kurt Hahn

2.4.1 Kurt Hahns Begriff der Erlebnistherapie

2.4.2 Die drei Stufen der Hahnschen Erlebnistherapie

2.4.3 Die drei Dimensionen der Erziehung zur Verantwortung

2.4.4 Umsetzung in den Kurzschulen

2.5 Zentrale Begriffe der Erlebnispädagogik

2.5 1 Das Erlebnis

2.5.2 Die Natur

2.5.3 Das Individuum

3.Die Pädagogik in der Zeit des Nationalsozialismus

3.1 Pädagogische Grundideen der NS-Pädagogenschaft

3.1.1 Der NS-Pädagoge Eduard Spranger

3.2 Das Erziehungswesen des NS-Staates

3.3 Die Erfassung der gesamten Bevölkerung

3.4 Die Erziehung des Deutschen zum Typus

3.5 Die Erziehung aus der Sicht Hitlers

3.6 Die Schule der NS-Zeit

3.7 Außerschulische Veranstaltungen

3.8 Die Mädchen

3.9 Jüdische Schüler/Innen

3.10 NAPOLA

3.11 Formationserziehung

3.12 Baldur von Schirach

3.12.1 Leben (Biographisches)

3.12.2 Politisch-pädagogische Ziele

4.Die Geschichte der Hitlerjugend

4.1 Entstehungsgeschichte

4.1.1 Hintergrund

4.2 Die HJ vor der „Machtergreifung“ Hitlers

4.3 Die HJ nach 1933

4.4 Charakteristika der Hitlerjugend

4.4.1 Funktion und Aufgaben

4.4.2 Organisationsform

4.4.3 Handlungsformen

4.4.4 Die weibliche Jugend und ihre geschlechtsspezifische Rolle

4.5 Erziehung in der HJ

4.6 Einfluss der HJ auf die Schule

4.7 Der Bildungsanspruch der Hitlerjugend

4.8 Methoden der außerschulischen Erziehung

4.9 Der Bildungsanspruch der Schule

4.10 Der Konflikt der Bildungsinstitutionen

5. Erlebnispädagogische Momente in der Hitlerjugend

5.1 Das Individuum

5.2 Gemeinschaft

5.3 Natur

5.4 Das Erlebnis

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle und Stellung der Erlebnispädagogik innerhalb der Hitlerjugend (HJ) zwischen 1933 und 1945. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit erlebnispädagogische Elemente instrumentalisiert wurden, um die Jugend im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie zu formen und als Soldaten vorzubereiten.

  • Ideengeschichte der Erlebnispädagogik und ihre Vordenker
  • Pädagogische Strukturen und Erziehung im Nationalsozialismus
  • Entwicklung und Funktionsweise der Hitlerjugend
  • Analyse erlebnispädagogischer Momente (Natur, Individuum, Gemeinschaft, Erlebnis) im Kontext der HJ

Auszug aus dem Buch

2.4 Kurt Hahn

Will man die historischen Wurzeln der heutigen Modelle, die auf erfahrungsorientiertem Lernen basieren, verstehen, so kommt man an der Person Kurt Hahn (*1886 – †1974) nur schwer vorbei. Geboren wurde Kurt (Martin) Hahn, als zweiter von vier Brüdern, am 05.Juni 1886 in Berlin. Bereits beeindruckt von Lietz Werk „Emlohstobba“ studierte er von 1904 bis 1914 klassische Philosophie in Oxford und Göttingen. Hier fällt bereits auf, dass er nicht als klassisch studierter Pädagoge eingestuft werden kann, er sich selbst aber auch nie als solcher verstand. Während dieser Zeit wurde er auch politisch aktiv, jedoch nie als Politiker mit Mandat. Zuletzt wurde er persönlicher Berater des damaligen Reichskanzlers Max von Badens. Dieser gründete mit ihm 1920 die Schule Schloss Salem am Bodensee. Während des 2. Weltkriegs wanderte er nach England aus, da er aufgrund seiner Ideen und seiner jüdischen Herkunft in Deutschland nicht mehr sicher war. Er gründete 1934 im britischen Exil die "British Salem School" in Gordonstoun (Schottland), sowie 1941 die erste Outward Bound School in Aberdovey / Wales. Mit Ende des 2. Weltkrieges kehrte Kurt Hahn 1953 nach Deutschland zurück und bewirkte die Gründung mehrerer neuer gymnasialer Internatsschulen und auch heutzutage noch bedeutende politische und medizinische Institutionen, eine kleine Auswahl: Die Heidelberger Vereinigung – eine politische Arbeitsgemeinschaft prominenter Persönlichkeiten; Das Institut für auswärtige Politik – eine wissenschaftliche Einrichtung in Hamburg; Die Outward Bound Bewegung; Der Duke of Edinburgh Award – ein Abzeichen für besondere Leistungen für Jugendliche; Das George Trevelyan Scholarship – Stipendium für Oxford und Cambridge für besonders talentierte Jugendliche; Die Medical Commission on Accident Prevention – Institution die sich der Unfallverhütung verschrieben hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die oft gemiedene Auseinandersetzung mit der Erlebnispädagogik im Nationalsozialismus und setzt sich zum Ziel, die Rolle dieser Elemente innerhalb der Hitlerjugend zu analysieren.

2. Die Geschichte der Erlebnispädagogik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historischen Wurzeln und Pioniere der Erlebnispädagogik, mit einem besonderen Fokus auf Kurt Hahn und seine Erlebnistherapie.

3.Die Pädagogik in der Zeit des Nationalsozialismus: Hier werden die ideologischen Grundlagen der NS-Pädagogik sowie das Erziehungswesen und die organisatorische Erfassung der Bevölkerung durch den NS-Staat beleuchtet.

4.Die Geschichte der Hitlerjugend: Das Kapitel zeichnet die Entstehungsgeschichte, Organisation, Charakteristika und den Einfluss der Hitlerjugend auf das Schulwesen sowie ihren Bildungsanspruch nach.

5. Erlebnispädagogische Momente in der Hitlerjugend: Diese Analyse untersucht, wie die zentralen erlebnispädagogischen Elemente Individuum, Gemeinschaft, Natur und Erlebnis in der Hitlerjugend instrumentalisiert und ideologisch verfärbt wurden.

6. Resümee: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass sich die nationalsozialistischen Pädagogen erlebnispädagogischer Methoden bedienten, um die Jugend gezielt im Sinne des Regimes für militärische Ziele zu indoktrinieren.

Schlüsselwörter

Erlebnispädagogik, Hitlerjugend, Nationalsozialismus, Kurt Hahn, Erziehung, Indoktrination, Erlebnistherapie, NS-Staat, Jugendorganisation, Menschenumformung, Volksgemeinschaft, Wehrertüchtigung, Bildungsanspruch, Gruppenerlebnis, Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie erlebnispädagogische Elemente und Methoden während der Zeit des Nationalsozialismus innerhalb der Hitlerjugend (HJ) eingesetzt wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Erlebnispädagogik, die NS-Pädagogik, die Historie der HJ sowie eine kritische Analyse der Verzahnung dieser Bereiche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu zeigen, dass die HJ erlebnispädagogische Konzepte instrumentalisiert hat, um Jugendliche für die Ideologie des Nationalsozialismus und den Krieg zu formen.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und der Aufarbeitung der Geschichte der Erlebnispädagogik und der Hitlerjugend basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Erlebnispädagogik (insb. Kurt Hahn), die Analyse der NS-Pädagogik, die Geschichte der HJ sowie die Untersuchung der erlebnispädagogischen Momente in der HJ.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erlebnispädagogik, Nationalsozialismus, Hitlerjugend, Indoktrination und Volksgemeinschaft.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Kurt Hahn im Kontext der HJ?

Kurt Hahn wird als Begründer der modernen Erlebnispädagogik dargestellt, deren Methoden jedoch von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke übernommen und "missbraucht" wurden.

Inwiefern unterschied sich die HJ von früheren Jugendbewegungen?

Obwohl die HJ Rituale und Formen früherer Jugendbewegungen imitierte, fehlte ihr das Ziel der individuellen Freiheit; sie diente ausschließlich der kollektiven Unterordnung und Vorbereitung auf den Krieg.

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Details

Title
Die aus der Reformpädagogik hervorgegangene Erlebnispädagogik als erzieherischer Leitfaden für die Hitler-Jugend
College
University of Vechta
Grade
1,3
Author
Claudia Böckenstette (Author)
Publication Year
2009
Pages
80
Catalog Number
V159422
ISBN (eBook)
9783640725540
ISBN (Book)
9783640725816
Language
German
Tags
Erlebnispädagogik Hitler-Jugend Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Böckenstette (Author), 2009, Die aus der Reformpädagogik hervorgegangene Erlebnispädagogik als erzieherischer Leitfaden für die Hitler-Jugend, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159422
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