Die Hausarbeit untersucht das Phänomen des deutsch-türkischen Code-Switching in den neuen Medien anhand einer Analyse von Facebookbeiträgen. Dabei werden lexikalische, morphologische und syntaktische Sprachwechsel betrachtet und unter sprachökonomischen sowie soziolinguistischen Gesichtspunkten interpretiert. Die Ergebnisse bieten einen exemplarischen Einblick in die digitale Mehrsprachigkeit bei Menschen mit Migrationshintergrund.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Deutsch-türkisches Code-Switching im mündlichen Sprachgebrauch
2.1 Forschungsstand
2.2 Theoretischer Hintergrund
2.2.1 Die Abgrenzung von anderen Sprachkontaktphänomenen
2.2.2 Formale Untersuchungskategorien
3. Deutsch-türkisches Code-Switching in den neuen Medien
3.1 Primäre Überlegungen
3.2 Die Untersuchung der Facebookbeiträge
3.2.1 Code-Switching im Bereich der Lexikologie
3.2.2 Code-Switching im Bereich der Morphologie
3.2.3 Code-Switching im Bereich der Syntax
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Code-Switchings zwischen der deutschen und türkischen Sprache innerhalb der neuen Medien, speziell am Beispiel einer Facebookgruppe, um linguistische Auffälligkeiten in den Bereichen Lexikologie, Morphologie und Syntax zu identifizieren und zu analysieren.
- Analyse von Code-Switching-Prozessen in sozialen Netzwerken
- Untersuchung von Sprachkontaktphänomenen im medialen Kontext
- Kategorisierung linguistischer Wechsel auf lexikalischer, morphologischer und syntaktischer Ebene
- Evaluation des Einflusses von Sprachökonomie auf das Kommunikationsverhalten
- Auseinandersetzung mit theoretischen Grundlagen und aktuellem Forschungsstand
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Code-Switching im Bereich der Lexikologie
Im Korpus tauchen 90 Sprachwechsel hinsichtlich der Lexeme in beiden Sprachen auf. Hierbei überwiegen lexikalische Einheiten, die aus einem Wort bestehen.
TM1: „Krass bi sesi var“ „Er / sie hat eine krasse Stimme.“
Das erste Beispiel ist syntaktisch an der türkischen Sprache orientiert. Das Personalpronomen und somit das Subjekt können weggelassen werden, ohne dass der Satz ungrammatisch wird. Der Numerus ist an der Substantivendung {i} erkennbar. Außerdem liegt eine Verbfinalstellung vor. Es ist dennoch nicht überraschend, dass das deutsche Wort bevorzugt wurde, da diese Formulierung häufig unter türkischstämmigen Jugendlichen in Deutschland verwendet wird. Ein weiterer Grund könnte die Tatsache sein, dass die positive Konnotation von krass im Türkischen nicht existiert. Die türkische Übersetzung würde lediglich ausdrücken, dass etwas extrem oder schlimm ist. Im Korpus gibt es mehrere solcher Beispiele. Die Gründe sind, dass Übersetzungen nicht immer äquivalent sein können oder keine Wörter mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung in der anderen Sprache vorhanden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Code-Switchings in einer multikulturellen Gesellschaft ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung von Sprachwechseln in neuen Medien.
2. Deutsch-türkisches Code-Switching im mündlichen Sprachgebrauch: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand und theoretische Konzepte zur Abgrenzung von Sprachkontaktphänomenen sowie zur formalen Kategorisierung.
3. Deutsch-türkisches Code-Switching in den neuen Medien: Hier wird die eigene Korpusuntersuchung auf Facebook vorgestellt, wobei primäre Überlegungen zur Methodik sowie die Ergebnisse in den Bereichen Lexikologie, Morphologie und Syntax dargelegt werden.
Schlüsselwörter
Code-Switching, Deutsch-türkisch, neue Medien, Facebook, Sprachkontakt, Lexikologie, Morphologie, Syntax, Sprachökonomie, Linguistik, Mehrsprachigkeit, Migrationshintergrund, Sprachvarietät, Kommunikationsanalyse, Datenauswertung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen des Code-Switchings, also dem Sprachwechsel zwischen Deutsch und Türkisch, in digitalen Kommunikationsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die linguistische Analyse von Facebookbeiträgen, die theoretische Einordnung von Sprachkontaktphänomenen und die Auswirkungen des Sprachwechsels auf Wortschatz, Grammatik und Satzbau.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, exemplarisch aufzuzeigen, wie und in welcher Weise deutsch-türkisches Code-Switching in den neuen Medien stattfindet und welche Faktoren dieses Verhalten beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine korpusbasierte Analyse von deutsch-türkischen Beiträgen in einer geschlossenen Facebookgruppe durchgeführt, die sowohl quantitativ als auch qualitativ ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem theoretischen Rahmen des Sprachkontakts, der Vorstellung des untersuchten Korpus sowie der detaillierten Analyse der Sprachwechsel in den Bereichen Lexikologie, Morphologie und Syntax.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Code-Switching, neue Medien, Sprachkontakt, Morphologie, Lexikologie, Syntax und Sprachökonomie.
Warum wurde ausgerechnet eine Facebookgruppe für die Analyse gewählt?
Facebookgruppen bieten eine Plattform für unzählige Kommentare und Beiträge, die den Sprachgebrauch von Nutzerinnen und Nutzern in einem informellen, medialen Kontext widerspiegeln.
Welche Rolle spielt die Sprachökonomie in der Argumentation des Autors?
Der Autor argumentiert, dass Sprachwechsel oft durch das Bedürfnis nach Kürze und Effizienz bei der Eingabe von Texten auf digitalen Geräten motiviert sind.
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- Anonym (Author), 2015, Code-Switching in den neuen Medien. Eine exemplarische Analyse von deutsch-türkischen Facebookbeiträgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1594551