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Das mexikanische Spanisch als Varietät der spanischen Sprache

Title: Das mexikanische Spanisch als Varietät der spanischen Sprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Daniel Scheibelhut (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Spanisch ist in vielen Ländern die offizielle Amtssprache. Führt man sich die weltweite Präsenz der Sprache vor Augen, drängt sich schnell die Frage auf: Sprechen die Einwohner all dieser Länder denn genau gleich? Angesichts der geographischen Dimensionen liegt die Antwort nahe: Wohl kaum. Zwar sprechen die jeweiligen Bevölkerungen die gleiche Sprache, doch Spanisch ist nicht gleich Spanisch. Es unterscheidet sich, selbst innerhalb eines Landes, in viele regionale Varietäten, die jeweils ihre spezifischen Charakteristika aufweisen. Die Ausprägung dieser Vielschichtigkeit wurde und wird durch historische, kulturelle und soziale Entwicklungen beeinflusst.
Das zu Lateinamerika gehörende Mexiko ist heute mit einer Fläche von rund 2 Millionen km2 und ca. 100 Millionen Einwohnern das größte spanischsprachige Land der Welt. Neben einer kurzen sprachlichen Einordnung und einem geschichtlichen Abriss sollen im Folgenden die Eigenheiten in Phonetik, Morphosyntax und Lexik des mexikanischen Spanisch im Vergleich zur Norm des Kastillischen herausgearbeitet werden. Gerade das Mexikanische stellt im lateinamerikanischen Sprachraum eine Varietät dar, die über sehr stark ausgeprägte Merkmale verfügt, die auch vom Laien erkannt werden können.
Im Anschluss soll auf die Bedeutung, den Einfluss und den heutigen Stand der indigenen Sprachen des Landes näher eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Sprachensituation in Mexiko

3 Sprachliche Einordnung des mexikanischen Spanisch

3.1 Sprachgeschichte

3.2 Sprachliche Einflüsse

4 Linguistische Eigenheiten des mexikanischen Spanisch und charakteristische Unterschiede zum Kastillischen

4.1 Phonetik und Phonologie

4.1.1 Vokalismus

4.1.2 Konsonantismus

4.1.3 Seseo

4.1.4 Yeísmo

4.1.5 Žeísmo

4.2 Morphosyntax

4.2.1 Voseo und Tuteo

4.2.2 Loísmo

4.2.3 Änderung der Temporastrukturen

4.3 Lexik

4.3.1 Archaismen

4.3.2 Neologismen

4.3.3 Anglizismen

4.3.4 Indigenismen

5 Die Erforschung indigener Sprachen in Mexiko

6 Reziproke Beeinflussung der Sprachen

6.1 Einfluss der indigenen Sprachen auf das mexikanische Spanisch

6.2 Einfluss des mexikanischen Spanisch auf die indigenen Sprachen

7 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das mexikanische Spanisch als eigenständige Varietät innerhalb des spanischen Sprachraums und analysiert dessen sprachliche Besonderheiten in Phonetik, Morphosyntax und Lexik unter Berücksichtigung historischer und soziokultureller Einflussfaktoren.

  • Historische und soziokulturelle Entwicklung des mexikanischen Spanisch
  • Phonetische und phonologische Abgrenzung zum kastillischen Standard
  • Morphosyntaktische Spezifika wie Voseo, Tuteo und Loísmo
  • Lexikalische Variation durch Archaismen, Neologismen, Anglizismen und Indigenismen
  • Interdependenz und reziproke Beeinflussung zwischen dem Spanischen und indigenen Sprachen (insb. Náhuatl)

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Vokalismus

Nach ZAMORA VICENTE ist das wohl auffälligste Merkmal des mexikanischen Spanisch der Ausfall unbetonter und der teilweise Ausfall haupttoniger Vokale. Die Ausprägung ist regional abhängig und kommt fast ausschließlich im zentralen Hochland Mexikos vor. So wird dort beispielsweise Cómo está Usted als cómo stá sté oder demostrar als demstrar realisiert. Mexikaner lassen sich häufig schon an diesem Merkmal erkennen. Auch Diphthonge werden oft weggelassen, sodass teilweise schwer verständliche Lautrealisierungen, wie pues als [ps] oder creo que sí als [croksí] entstehen.

Die Schwächung der Vokale wird von MALMBERG als Relikt der Substratsprache Náhuatl verstanden, da ihr Vorkommen mit dem früheren Sprachgebiet übereinstimme und an den Küsten nicht anzutreffen sei; LOPE BLANCH hingegen bestreiten diese Theorie, „da das klassische Náhuatl des 16. Jahrhunderts eine phonologisch wirksame Vokalqualität gehabt habe.“

Ein weiteres Kennzeichen, das Mexiko vom übrigen Hispanoamerika unterscheidet, ist die Beibehaltung des /-s/. Fällt in anderen lateinamerikanischen Ländern das auslautende /-s/ meist weg, wird es im mexikanischen Spanisch beibehalten, ja durch die gleichzeitige Vokalschwächung sogar noch verstärkt. So sprechen argentinische Sprecher diez pesos als [’djeh ’pesoh] aus; Mexikaner hingegen sagen [’djess ’pess]. Die hierdurch entstehende direkte Aufeinanderfolge von Konsonanten, die es im Kastillischen nicht gibt, erwirkt den Eindruck hastenden Sprechens.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der regionalen Varietäten des Spanischen und Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes Mexiko.

2 Allgemeine Sprachensituation in Mexiko: Überblick über die demografische Verteilung und den Status der indigenen Sprachen im heutigen Mexiko.

3 Sprachliche Einordnung des mexikanischen Spanisch: Untersuchung der historischen Ursprünge und der maßgeblichen sprachlichen Einflüsse auf die Entwicklung der Varietät.

4 Linguistische Eigenheiten des mexikanischen Spanisch und charakteristische Unterschiede zum Kastillischen: Detaillierte Analyse der phonetischen, morphosyntaktischen und lexikalischen Besonderheiten im direkten Vergleich zum Standardspanischen.

5 Die Erforschung indigener Sprachen in Mexiko: Historischer Abriss der linguistischen Dokumentation und Erforschung indianischer Sprachen seit der Kolonialzeit.

6 Reziproke Beeinflussung der Sprachen: Analyse der wechselseitigen Auswirkungen des Spanischen und der indigenen Sprachen aufeinander.

7 Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Sonderstellung des mexikanischen Spanisch und Ausblick auf die Zukunft der indigenen Sprachen.

Schlüsselwörter

Mexikanisches Spanisch, Varietätenlinguistik, Phonetik, Morphosyntax, Lexik, Náhuatl, Indigenismen, Archaismen, Sprachkontakt, Sprachgeschichte, Kastillisch, Vokalismus, Konsonantismus, Lateinamerika, Hispania.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das mexikanische Spanisch als distinkte Varietät innerhalb des globalen spanischen Sprachraums und beleuchtet die Faktoren, die zu seiner einzigartigen sprachlichen Ausprägung geführt haben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den sprachlichen Ebenen der Phonetik, Phonologie, Morphosyntax und Lexik sowie der historischen und sozialen Interaktion mit indigenen Sprachen, insbesondere dem Náhuatl.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Merkmale des mexikanischen Spanisch wertungsfrei aufzuzeigen und sie von der kastillischen Sprachnorm abzugrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse sprachwissenschaftlicher Literatur sowie der Auswertung historischer und soziolinguistischer Daten zum Sprachkontakt in Mexiko.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine detaillierte linguistische Analyse der Sprachstruktur und eine Untersuchung der wechselseitigen sprachlichen Einflüsse zwischen dem Spanischen und den indigenen Sprachen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den zentralen Begriffen gehören Varietät, Phonemreduktion, Sprachgeschichte, Indigenismen, Archaismen und die Dialektologie des amerikanischen Spanisch.

Warum spielt das Náhuatl eine so wichtige Rolle für das mexikanische Spanisch?

Als dominante Sprache der Azteken zur Zeit der Conquista prägte das Náhuatl durch Substrateinflüsse die Aussprache und den Wortschatz, wobei die Verbreitung durch missionarische Bildungsarbeit nachhaltig gefördert wurde.

Wie unterscheidet sich die Aussprache im mexikanischen Hochland von anderen Regionen?

Besonders charakteristisch für das zentrale Hochland ist die Schwächung oder der Ausfall unbetonter Vokale sowie eine hohe Stabilität im Konsonantensystem, was das mexikanische Spanisch deutlich vom kastillischen oder karibischen Spanisch unterscheidet.

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Details

Title
Das mexikanische Spanisch als Varietät der spanischen Sprache
College
University of Göttingen  (Seminar für romanische Philologie)
Course
Sprachwissenschaftliches Hauptseminar: Varietätenlinguistik
Grade
1,5
Author
Daniel Scheibelhut (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V159474
ISBN (eBook)
9783640721474
ISBN (Book)
9783640722402
Language
German
Tags
Spanisch Varietät Sprache Merkmale Mexiko
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Scheibelhut (Author), 2008, Das mexikanische Spanisch als Varietät der spanischen Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159474
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