Taufe und Sakramentenlehre. Im Wasser ist Leben und Tod


Essay, 2006

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Analyse der Lerngruppe und ihr Bezug zum Thema der Stunde
1.1 Institutionelle Verordnung des Religionsunterricht an der Schule
1.2 Beschreibung der Klassensituation bezogen auf die Stunde
1.3 Lernvoraussetzungen
1.3.1 Basisfähigkeiten
1.3.2 Inhaltsspezifische Voraussetzungen

2 Sachanalyse

3 Didaktische Analyse
3.1 Inhaltlicher Schwerpunkt der Stunde
3.2 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung der Inhalte der Stunde für die Schüler
3.3 Zugänge zum Inhalt und mögliche Hindernisse in der Begegnung

4 Methoden und Medienreflexion

5 Unterrichtsziele

6 Stundenverlauf

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang

Zu 4. Methoden und Medienreflexion

Lied: „Das Wasser der Erde“: 12

1 Analyse der Lerngruppe und ihr Bezug zum Thema der Stunde

In diesem Segment soll es um eine dem Hospitationsquantum sowie der mangelnden fachlichen Kompetenz adäquaten Darlegung bzw. Darstellung der anthropogenen sowie soziokulturellen Voraussetzungen, explizit um die individuell, subjektiv erfahrbaren Eindrücke bei der Beobachtung der Schüler und Schülerinnen der katholischen Religionsklasse der A-Schule in B-Stadt in Hinblick auf ihre kognitive, emotional-soziale sowie religiösen Fähigkeiten und Fertigkeiten, gehen.

1.1 Institutionelle Verordnung des Religionsunterricht an der Schule

Die A-Schule stellt einen Lern- und Lebensraum da, in dem die Begegnung von Menschen verschiedener Religion sowie Konfession zum Alltag gehört. Die Mehrzahl der Schüler und Schülerinnen sind evangelisch geprägt oder gehören dem Islam an. Trotz des geringen Anteils an Katholiken stellt sich die Schule bzw. die katholischen Religionslehrer der Herausforderung, fachwissenschaftlich fundierten Religiosun terricht auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes sowie der Norm des Evangeliums zu erteilen. Der Religionsunterricht wird als Bereicherung zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen verstanden, der Impulse für die Lebensgestaltung und Antworten auf die Sinnfrage sowie Sinnbedeutung gibt. Allerdings stößt der Religionsunterricht hierbei oftmals an seine Grenzen, da ihm zwar eine ideelle Verankerung im Schulleben zugesprochen wird, jedoch kaum oder lediglich geringfügig Anklang und Zustimmung bei den Schülern und Eltern findet.

1.2 Beschreibung der Klassensituation bezogen auf die Stunde

Die Religionsklasse der A-Schule besteht aus insgesamt sechs Schülern und Schülerinnen, die sich aus zwei unterschiedlichen Schulformen und Jahrgansstufen konstruiert. In dem katholischen Religionsunterricht werden nicht nur Haupt- sondern auch Realschüler aus jeweils zwei aufeinanderfolgenden Klassenstufen der Sekundarstufe I, der 7. sowie der 8. Klasse zusammengefasst, auf Grund des mangelnden katholischen Schülerklientels in einem Diaspora-Schulbezirk. Unter den Schülern befinden sich zwei Jungen und vier Mädchen, deren Altersspanne sich von 13 bis 15 Jahren erschöpft, wobei das 15-jährige Mädchen die 8. Klasse wiederholt. Bei der Gruppe, die sich in ihrer Gemeinschaft sehr zögerlich, zurückhaltend und still verhält, ist eine relativ geringfügige Gruppendynamik zu beobachten, das hängt vor allem damit zusammen, dass sich die Schüler ausschließlich im Religionsunterricht begegnen, des weiteren, bietet die geringfügige Klassenstärke kaum Platz für wirkliche Gruppenarbeiten, die der Gruppendynamik förderlich wären Das Verhältnis zur Religionslehrerin ist durchweg positiv zu beschreiben, wobei die Kinder ihre Person, ihre ruhige, liebenswürdige Persönlichkeit estimieren, die Einschätzungen sind dabei losgelöst vom zu unterrichtenden Fach Religion.

1.3 Lernvoraussetzungen

Bezüglich der religiösen Sozialisation der Schüler und Schülerinnen der Religionsklasse lässt sich festhalten, dass die Gesamtheit der Kinder zwar katholisch getauft sowie die Heiligen Erstkommunion empfangen haben, jedoch ist bei ihnen eine deutliche Distanz zur Kirche, Glaube und somit auch zum Religionsunterricht spürbar und erfahrbar. Die religiöse Erziehung in den Familien scheint peripher zu sein. Niemand besucht regelmäßig den Gottesdienst, ist in der Kirchengemeinde verwachsen oder engagiert sich gar in kirchlichen Gruppen, dies äußert sich in der fehlenden Kenntnis von kirchlichen Traditionen, Strukturen sowie religiösen Fachwissen. Sie zeigen zwar durchweg Interesse an den Themen des Religionsunterrichts und verfolgen diese mit Aufmerksamkeit, können diese allerdings nicht in ihre persönliche Lebenswelt integrieren, somit folgt nicht selten eine Abwehrhaltung, soweit man versucht religiöse, kirchliche Thematiken auf subjektive Erfahrungshorizonte auszudehnen. Für die Schüler und Schülerinnen scheinen die zu vermittelnden Lerninhalte fiktiv anzumuten, die sie in keinen Bezug, in keine Relation zu ihrem konkreten realen Dasein transferieren können, deshalb ist nur eine geringe mündliche Unterrichtsbeteiligung zu vermerken, vorwiegend Antworten in Zweiwortsätzen.

1.3.1 Basisfähigkeiten

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über alters- sowie leistungsadäquate Lernfähigkeiten in Bezug auf die im Unterricht geforderte Aufmerksamkeit sowie der kognitiven sowie verstandesmäßigen Auffassungsgabe, allerdings können einige erhebliche Defizite vor allem beim Lesen von fremden Texten und der anschließenden sinnentnehmenden Zusammenfassung, der schriftlichen sowie mündlichen Ausdrucksfähigkeit und der Orthographie erkannt werden. Eine leichte Lern- bzw. Leistungsdiskrepanz besteht zwischen der Klassenwiederholerin und den übrigen Schülern.

1.3.2 Inhaltsspezifische Voraussetzungen

Die Schüler befinden sich vor dem Abschluss der Pubertät und stehen somit vor der Entscheidung, das Sakrament der Firmung in Empfang zu nehmen, deshalb eignet es sich im speziellen Maße auf Grund der anthropogenen Voraussetzungen der Klasse mit ihnen über die Sakramentenlehre, zunächst explizit über die Taufe zu sprechen. Eine vorausgegangene Stunde über die Einführung und Einleitung der einzelnen Sakramente, in der die Begrifflichkeit sowie die Bedeutung des Terminus geklärt wurde, hat stattgefunden, des weiteren ist eine gewisse Kenntnisnahme der Thematik aus dem Erstkommunionsunterricht und aus eigenen Erfahrungen der Jugendlichen bekannt.

2 Sachanalyse

Es werden nun die Inhalte der eigenständig gehaltenen Religionsstunde in einem fachlichen Zusammenhang eingeordnet sowie die inhaltliche Struktur des Themas vergegenwärtigt.

Der Begriff der Taufe bezeichnet eine religiöse Zeichenhandlung, den Aufnahmeritus eines Menschen in die christliche Gemeinschaft durch Untertauchen oder Begießen des Kopfes mit Wasser, durch den die Reinigung von den Sünden, die Eingliederung in den gestorbenen und auferstandenen Christus sowie die Neugeburt zur Gotteskindschaft bezeichnet und bewirkt wird. Die Taufe gilt somit als Konstitutionsgrund christlicher Existenz, sie wird als Sakrament verstanden, in dem das sündenvergebende und rechtfertigende Handeln Gottes sichtbaren Ausdruck findet (siehe hierzu genauer: M. Laube in: Lexikon Theologie. Hundert Grundbegriffe, 2004, S.304-307).

In der katholischen Kirche erfolgt das Sakrament der Taufe, in dem der Täufling nach seinem Taufbegehren und Glaubensbekenntnis gefragt wird. Da in der Regel Säuglinge getauft werde, antworten Eltern und Taufpaten stellvertretend für das Kind auf die gestellten Fragen. Folgende Riten schließen sich an: Die Übergabe der an der Osterkerze entzündeten Taufkerze mit den Worten „Empfange das Licht Christi“. Es folgt die Salbung mit Chrisam, die auf die Salbung der Könige, Priester und Propheten im Alten Testament sowie auf den Christus-Namen verweist. Beim Chrisam handelt es sich um ein wohlriechendes Salböl, das aus Olivenöl besteht, dem Balsam zugemischt wird. Der geistliche Sinn der Beimischung besteht darin, dass die mit Chrisam Gesalbten, die „Christen“, das Evangelium verbreiten sollen. Es kann gegebenenfalls ein weißes Kleid, das sogenannte Taufkleid überreicht werden, als Symbol der Reinheit und Unschuld in Christus. Zum Schluss wird mit dem Effata-Ritus für die Öffnung der Sinne des Täuflings für Gottes Gebote und seinen Mund für das Lob Gottes gebetet. Die Tauffeier hat in der Regel seinen Platz im Gemeindegottesdienst.

Im theologischen Sinn zeigt sich durch den Vollzug der Taufe die zeichenhafte, symbolträchtige Versöhnungstat Jesu Christi: In der Taufe wird der Glaube an Jesus Christus sichtbar zum Ausdruck gebracht. Die Gemeinde bezieht das Sakrament der Taufe auf den Tod Jesu und nimmt den Getauften in die Geschichte Gottes mit dem Gekreuzigten und Auferweckten hinein. Durch die Taufe wird das alte Leben „reingewaschen“ (1Kor 6,11)[1], und es beginnt ein neues Leben in Christus, ein neuer gnadenhafter, von Gott geschenkter Neubeginn, eine Wende im Leben eines jeden einzelnen Menschen (2Kor 5,17)[2]. Das „Taufen auf den Tod“ und Untertauchen will deutlich machen, dass der Täufling mit dem gekreuzigten Jesus gestorben ist und nun mit dem auferstanden Christus in einem neuen Leben wandeln darf (Röm 6,3f.)[3] (vergleiche hierzu: T. Schmelzer in: Der Glaube der Christen. Ein ökumenisches Wörterbuch, 1999, S. 467). Wer die Botschaft von Jesus Christus in der Taufe kennerlernt und sie annimmt, wird durch das Begießen mit dem Element Wasser aus seinem vorherigen Leben herausgerissen. Es beginnt etwas vollkommenen Neues, das Alte gilt nicht mehr, das Neue kommt von Christus selbst und lässt uns Anteilhaben an seiner göttlichen Gemeinschaft. Diese Aufnahme in Christus und seiner Kirche feiern wir gläubigen Christen in der Taufe (siehe: K. Breuing; W. Trutwin. Zeit der Freude. Unterrichtswerk für den katholischen Religionsunterricht der Jahrgangsstufen 5/6, 1980, S. 158).

3 Didaktische Analyse

Die didaktische Analyse ist nach Wolfgang Klafki [4] der Mittelpunkt der Unterrichtsvorbereitung. Durch sie soll der Lehrer klären, ob ein ausgesuchtes Thema bzw. ein ausgesuchter Inhalt für seine Klasse „kategorial“ geeignet ist. Es gilt zu untersuchen welcher Bildungsinhalt in den vorgesehenen Inhalten bzw. Themen stecken könnte.

3.1 Inhaltlicher Schwerpunkt der Stunde

Der inhaltliche Schwerpunkt der Religionsstunde zur Thematik der Taufe bildet die Aufarbeitung der Ambivalenz von Wasser in ihrem theologischen Kontext des Christusereignisses.

In einem allgemeinen Zugang versteht man unter Wasser die chemische Verbindung der Elemente aus Sauerstoff und Wasserstoff. Bei der Bedeutung von Wasser lassen sich zwei entgegengesetzte Aspekte festhalten: zum einen ist Wasser vermutlich der Entstehungsort des Lebens und eine Bedingung für dieses. Ohne Wasser wäre menschliches Leben überhaupt nicht denkbar. Es gibt uns Trinkwasser, dient uns zum Waschen, zur täglichen Körperpflege, ist notwendig für die wirtschaftliche Bedeutung unter anderem in den Bereichen der Land-, Forst- und Energiewirtschaft und gibt uns somit Nahrung. Andererseits kann vom Element Wasser auch eine Bedrohung, eine Gefahr, gar der Tod ausgehen. Die Rolle des Wassers in Bezug auf Wetter und Klima, als Landschaftsgestalter im Zuge der Erosion ist nicht ausschließlich positiv besetzt, denken wir nur an Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Hurrikans, Dürre und Sunamis. Wasser kann Schiffe sinken lassen oder ist gar verantwortlich für ansteckende Krankheiten wie Seuchen. Somit besteht im Wasser sowohl Leben als auch Tod.

Die christliche Taufe wurde bis ins späte Mittelalter durch Untertauchen oder Übergießen mit Wasser als Ganzkörpertaufe vollzogen, im Westen heute meist nur noch durch Besprengen mit Wasser. Die Taufe bedeutet Hinwendung zu Christus und Aufnahme in die Kirche. Sie steht auch symbolisch für Sterben (Untertauchen) und Auferstehen (ankommen am Ufer des neuen Lebens). Hierbei werden wir an das leidvolle Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus sowie an seine glorreiche Auferstehung von den Toden erinnert. Vor allem die reinigende Kraft des Wassers gibt immer wieder Anlass, über die Bedeutung des Wassers für das Leben und auch für ein Leben nach dem Tod nachzudenken.

3.2 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung der Inhalte der Stunde für die Schüler

Die Schüler und Schülerinnen sollen mit dem Unterrichtsthema der Taufe die elementare Grunderfahrung machen, dass die Taufe etwas Grundlegendes im Leben eines jeden Menschen darstellt, die nur ein einziges Mal vollzogen und somit unwiederholbar ist. Sie ist ein von Gott gegebenes Zeichen, das er den Menschen in seiner Güte und grenzenlosen Liebe gespendet hat. Die Jugendlichen sollen an ihre eigene Taufe erinnert werden und ihre immer währende Bedeutung vergegenwärtigen sowie bewusst wahrnehmen. Die Lebensqualität sowie der Glaubensvollzug der Schüler und Schülerinnen soll dadurch verändert bzw. verschoben werden, dass sie erkennen und sich ins Bewusstsein rufen, dass durch das Symbol des Wassers, das in mannigfaltiger Form das menschliche Dasein beeinflusst und bestimmt, die bildhafte Verbindung zu der zweiten göttlichen Person, konkreter zu der Erlösungstat Jesu Christi am Kreuz für die Erlösung der gesamten Menschheit und seine anschließende Auferstehung von den Toten, hergestellt wird, die uns in eine enge erfahrbare Realität zu Jesus Christus stellt. Im Blick auf die Zukunftsbedeutung der Unterrichtsstunde für das weitere religiöse Verständnis uns Auffassung, lässt sich festhalten, dass das eher praktische sowie das lebensbezogene Umgehen mit der Materie im Hinblick auf den Erfahrungshorizont der einzelnen Schülen und Schülerinnen, ihnen verdeutlichen soll, das Themen des religiösen Leben und der kirchlichen Tradition nicht fiktiv gedacht und abstrakt verstanden werden können, sondern vielmehr spezifisch in den konkreten Glaubensvollzug einen jeden Menschen eingreifen und somit ihre Legitimation finden.

3.3 Zugänge zum Inhalt und mögliche Hindernisse in der Begegnung

Für jeden, der die Bedeutung des christlichen Glaubens für sein Leben erfahren und erkannt hat, ist die Taufe das Sakrament, mit dem die Aufnahme in die Gottesgemeinschaft sichtbaren Ausdruck findet sowie mit dem die Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft beginnt. Die Teilnahme an dem neuen Leben durch die Gemeinschaft mit Christi Tod und der Auferstehung wird in dem Sakrament der Firmung vollendet.

Auf Grund der Lebens- und Entwicklungsgeschichte der Schüler und Schülerinnen, die sich im Alter der bewussten Entscheidung des Empfangs des Firmsakraments befinden, bietet es sich gerade an, mit einer solchen Klassenstufe die Sakramentelehre, explizit das Taufsakrament zu besprechen, um sie auf ihren Weg der Entscheidung zu begleiten und ihnen den theologischen Hintergrund aufzuzeigen, um einen möglichst evidenten Verstehenszugang zu erreichen. Die Unterrichtseinheit der Taufe dient somit der späteren Hinführung zum Sakrament der Firmung, das aufeinander aufbaut und ohne diese Vorarbeit nicht in seinem komplexen Kausalzusammenhang zu erfassen ist.

Als Barrieren bzw. Hindernisse kann die distanzierende gar ablehnenden Attitüden der Schüler und Schülerinnen der Religionsklasse in Bezug auf religiös motivierte Themen und das kirchliche Brauchtum genannt werden. Die Jugendlichen lassen sich zwar darauf ein, die thematischen Inhalte kennen zu lernen und entsprechendes theologisches Fachwissen vermittelt zu bekommen, jedoch gestaltet es sich mehr als schwer diese Elemente in das beherzigte Bewusstsein der Schüler zu rufen und die gelernten Inhalte auf ihr Leben, ihren Glauben zu übertragen. Diese Barrieren bedürfen bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt zu werden, in dem die Schüler und Schülerinnen aufgefordert werden, Inhalte in ihre Lebenswelt einzubeziehen und möglicht spezifisch, weniger abstrakt zu arbeiten.

4 Methoden und Medienreflexion

Bei der Planung einer Unterrichtsstunde ist neben den Überlegungen über die Methoden und Medien die Auswahl der Sozialform des Lernen essentiell sowie elementar. Die Sozialformen im Unterricht bestimmen, wie die unterrichtlichte Arbeit organisiert wird, wie der Lehrende und das Thema miteinander verbunden sind (vergleiche hierzu genauer: H.-J. Frisch: Fachdidaktik Religion, 1992, S.163-169). Als Sozialformen habe ich mich für eine Kombination aus Frontalunterricht, Unterrichtsgespräch und der Einzelarbeit entschieden. Der Frontalunterricht wird zur Vermittlung von theoretischen und theologisch fundierten Wissen, Informationen und Inhalten verwendet. Diese Sozialform eignet sich besonders gut bei dieser Klasse, da die Rolle der Schüler hierbei eher rezeptiv ist und dies der Natur der Gesamtklasse entspricht. Vor allem wenn theoretisches Wissen transportiert werden soll, speziell im Blick auf den theologischen Hintergrund der Materie erleichtert diese Methode das in der Stunde vorgesehene Lernziel zu erreichen. Das Unterrichtsgespräch ist gekennzeichnet durch das wechselseitigen Einbringen von Beiträgen von Lehrenden und Schüler. Diese Form hat sich hervorragend geeignet um sich über Erfahrungshorizonte des Sakraments der Taufe auszutauschen. Als unverzichtbarer Bestandteil des Religionsunterrichts ist die Einzelarbeit zu nennen, die eingesetzt wird, um das selbstständige Aneignen, Vertiefen des Themas, die Individualität und die Kreativität der Schüler zu fördern sowie zu vertiefen.

Für meine Unterrichtsstunde habe ich folgende Methoden und Medien zur Hinführung, Unterstützung sowie Vertiefung der Lerneinheit verwendet:

Zur Eröffnung der Stunde habe ich mich didaktisch für einen Meditationstext (siehe Anhang) zur Thematik der Taufe aus dem Buch „Wenn Steine sprechen. Gemeindegottesdienste mit Symbolen“ von Ulrich Haag nach Jesus Sirach 15,11-20 entschieden, um primär die Schüler zu sammeln, sie zur Ruhe kommen zu lassen und darüber hinaus einen Einstieg in das bevorstehende Thema zu geben. Des weiteren habe ich das in der Schule verwendete Religionsbuch „Zeit der Freude“ (vergleiche hierzu genauer: Anhang) zur visuellen Unterstützung bei der Beantwortung formulierter Fragen benutzt. Die farbigen Abbildung betreffend des Sakraments der Taufe dienten den Schülern und Schülerinnen als Stütze, als Anhaltepunkt sowie als Impuls. Der nächste Medieneinsatz erstreckte sich auf das Anfertigen von einem Bild seitens der Schüler unter der Aufgabenstellung: „Wasser: Tod und Leben“( siehe Anhang). Dabei ging es um die Aufforderung ein Bild zu zeichnen bezüglich den verschiedenen Erscheinungsformen von Wasser. Die Schüler und Schülerinnen sollten selbstständig herausarbeiten, dass im Wasser sowohl Leben als auch Tod beinhaltet sein kann. Die Bilder wurden anschließend an die Wand aufgehangen und die jeweiligen Künstler haben ihren Klassenkammeraden und mir ihr Werk mit den dazugehörigen Gedanken vorgestellt. Ich habe mir bewusst diese Form der Präsentation ausgesucht, da sich die Jungendlichen innerhalb der Klassensituation distanziert und eher schüchtern verhalten sowie sich immer noch einige Schwierigkeiten bei der Formulierung von eigenen Gedanken sowie der sprachlichen Artikulationen ergeben. Abschließendes Medium stellt ein Lied „Das Wasser der Erde“ dar, welches vorgespielt wurde, in dem die bereits erarbeiteten Erkenntnisse noch einmal in literarischer Form beschrieben werden (siehe Anhang).

Als durchlaufendes Medium der Unterrichtsstunde habe ich mich selbst, meine Person, mein theologisches Wissen sowie meine fachliche Kompetenz zur Verfügung gestellt. Bei dem Vermitteln von Lernprozessen sind die Medien Kommunikation sowie Interaktion wesentlich und bestimmend. Dabei ist es jedoch wichtig, dass man als Person authentisch und überzeugend erscheint.

[...]


[1] Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.

[2] Darum: ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

[3] Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.

[4] Wolfgang Klafki geboren am 1. September 1927 in Angerburg in Ostpreußen. Er ist einer der bekanntesten deutschen Erziehungswissenschaftler und Pädagogen der Gegenwart (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Klafki).

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Taufe und Sakramentenlehre. Im Wasser ist Leben und Tod
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V159489
ISBN (eBook)
9783668306332
ISBN (Buch)
9783668306349
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
taufe, sakramentenlehre, wasser, leben
Arbeit zitieren
Ulrike M. S. Röhl (Autor), 2006, Taufe und Sakramentenlehre. Im Wasser ist Leben und Tod, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159489

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