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Konzepte zur Ermittlung der Risikoeinstellung und Risikotragfähigkeit

Title: Konzepte zur Ermittlung der Risikoeinstellung und Risikotragfähigkeit

Seminar Paper , 2002 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Oliver Benner (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Das seit dem 1. Januar 1995 geltende Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) verpflichtet Banken
und andere zum Wertpapierhandel zugelassene Unternehmen, Kunden bei Wertpapiergeschäften
zu beraten. Bei der Beratung und dem Verkauf von Finanzdienstleistungen sind eine
Vielzahl von Merkmalen, bezogen auf den jeweiligen Kunden, zu berücksichtigen. Anlageberater
müssen sich im Rahmen der Beratung über die Kenntnisse oder Erfahrungen, die mit der
Anlage verfolgten Ziele und die finanziellen Rahmenbedingungen des Kunden informieren.
Aber nicht nur für die rechtliche Absicherung ist es wichtig sich über die Merkmale der
Kunden zu informieren. Für die Beratung und die Zusammenstellung eines kundenspezifischen,
optimalen Portfolios ist die Bereitschaft des Kunden, Risiko zu tragen, entscheidend.
Je größer seine Risikobereitschaft ist, desto stärker können Assetklassen mit höheren Risiko
(z.B. Aktien) im Vergleich zu weniger riskanten Klassen (z.B. Renten) in das Portfolio aufgenommen
werden. Die Asset Allokation bestimmt somit im Wesentlichen, welche Renditen ein
Anleger erwarten kann und mit welchen Risiken gerechnet werden muss.1
Das zuständige Bundesaufsichtsamt hat vom §35 WpHG Gebrauch gemacht und in der
Richtlinie vom 23. August 2001 festgelegt, dass die Risikobereitschaft des Kunden zu erfragen
sei.2
Was sich in der Richtlinie so leicht formulieren lässt, stellt die Finanzdienstleister jedoch
vor erhebliche Probleme. In der Praxis wird die Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit der
Kunden oftmals mittels sogenannter Risk Ruler gemessen. Das Konzept der Risk Ruler wird
im Rahmen dieser Seminararbeit vorgestellt und auf Schwächen untersucht.
Im Folgenden werden zunächst die wichtigsten Begrifflichkeiten definiert und erläutert.
Anschließend werden die Begriffe in einen theoretischen Zusammenhang gestellt und die
Konzepte der Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit vorgestellt. In Kapitel 4 wird die
praktische Umsetzung zur Ermittlung der Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit mittels
Risk Ruler behandelt und abschließend in Kapitel 5 werden diese kritisch untersucht.

1 von Nitzsch, Rouette (2002) S. 1.
2 BAWe (2001), S. 5f.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Grundlagen

2.1 Risiko

2.2 Risikoverhalten

2.3 Risikobereitschaft und Risikoeinstellung

2.4 Risikotragfähigkeit

3. Vorstellung der theoretischen Zusammenhänge

3.1 Ermittlung der Risikotragfähigkeit

3.2 Ermittlung der Risikobereitschaft

3.3 Risikoaversion

4. Praktische Umsetzung mittels Risk Ruler

4.1 Verschiedene Vorgehensweisen

4.2 Wie Risk Ruler wirken

4.3 Beispiel eines Risk Rulers aus der Praxis

5. Kritische Auseinandersetzung

6. Schlussbetrachtung und Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung von Finanzdienstleistern, die Risikoeinstellung und Risikotragfähigkeit von Anlegern im Rahmen der Anlageberatung systematisch zu ermitteln, wie es das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) fordert. Das primäre Ziel ist die kritische Analyse gängiger Methoden (sogenannte Risk Ruler) und die Gegenüberstellung mit moderneren, simulationsbasierten Ansätzen.

  • Regulatorische Anforderungen an die Anlageberatung gemäß WpHG
  • Differenzierung zwischen Risikotragfähigkeit und Risikoeinstellung
  • Methodik und praktische Anwendung von Risk Rulern in der Beratung
  • Kritische Würdigung der Schwächen von Fragekatalogen
  • Vorteile simulationsbasierter Verfahren für das Financial Planning

Auszug aus dem Buch

4.1 Verschiedene Vorgehensweisen

In Modellen der Portfolioselektion werden die objektive Risikotragfähigkeit und die subjektive Risikobereitschaft zu einer einzigen Zahl zusammengefasst. Diese Zahl ist die sogenannte Risikotoleranz, deren Kehrwert die Risikoaversion ist. Zur Ermittlung der individuellen Risikotoleranz werden in der Praxis Tests benutzt, die als Risk Ruler bezeichnet werden. Ziel ist es die jeweils adäquate Aktienquote zu bestimmen.

Um die Risikoaversion des Kunden zu ermitteln, werden ihm Fragen in einer mehr oder weniger standardisierten Form gestellt. Spremann beschreibt dabei drei grundsätzliche Vorgehensweisen. Die direkte Wahl, das Experiment und die Ökonometrie.

Der direkte Weg ist nicht mit einer Beratung verbunden. Der Anlagerberater bestimmt verschiedene Asset Allokationen und stellt sie dem Kunden vor. Die Asset Allokationen werden dem Kunden dann hinsichtlich der Renditeerwartungen und den Risiken beschrieben und er wird aufgefordert, direkt seine Wahl zu treffen. Dabei kommen Zahlen, Worte und Grafiken als Hilfsmittel in Frage.

Die zweite Möglichkeit besteht in einem Experiment, in dem der Anleger vor eine hypothetische Entscheidungssituation gestellt wird. Anhand der Antworten kann die Risikoaversion des Kunden mathematisch abgeleitet und darüber beispielsweise die nutzenmaximale Aktienquote bestimmt werden. Zu Bedenken gilt es, dass der Kunde es wahrscheinlich nicht gewohnt ist mit hypothetischen Entscheidungssituationen konfrontiert zu werden und daher keine Antworten gibt, die seine eigentliche Präferenz widerspiegeln.

Der dritte Weg ist die Ökometrie, mit der Charakteristika der Persönlichkeit des Investors erhoben werden. Er wird z.B. befragt nach seinen Erfahrungen mit Geldanlagen oder seinem vielleicht vorhandenen Fachwissen. Mit Hilfe der Statistik lässt sich dann eine Asset Allokation für den Kunden ableiten. Als Grundlage der Prognose dient dabei eine ökometrische Auswertung eines zuvor genauer untersuchten Kollektivs von Anlegern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die gesetzliche Verpflichtung zur Kundenberatung nach dem WpHG und die Notwendigkeit, das Risikoprofil des Kunden für eine optimale Portfoliozusammenstellung zu erfassen.

2. Begriffliche Grundlagen: Definiert zentrale Fachbegriffe wie Risiko, Risikoverhalten, Risikobereitschaft, Risikoeinstellung und Risikotragfähigkeit, um ein einheitliches Verständnis für die weitere Arbeit zu schaffen.

3. Vorstellung der theoretischen Zusammenhänge: Erläutert, wie sich die Risikotragfähigkeit aus objektiven finanziellen Faktoren und die Risikoeinstellung aus psychologischen Komponenten zusammensetzen, und führt den Begriff der Risikoaversion ein.

4. Praktische Umsetzung mittels Risk Ruler: Stellt dar, wie Banken die Theorie in die Praxis übertragen, insbesondere durch die direkte Wahl, Experimente oder ökonometrische Verfahren, und zeigt ein Beispiel für einen konkreten Fragenkatalog.

5. Kritische Auseinandersetzung: Hinterfragt die Aussagekraft von statischen Fragebögen und plädiert für simulationsbasierte Methoden, um Konsequenzen besser abzubilden und Verzerrungseffekte zu berücksichtigen.

6. Schlussbetrachtung und Zusammenfassung: Fasst die Erkenntnisse zusammen, dass gängige Risk Ruler nur begrenzt geeignet sind und dass bei der Risikoermittlung stärker auf individuelle Lebensumstände und psychologische Faktoren geachtet werden muss.

Schlüsselwörter

Anlageberatung, WpHG, Risikotragfähigkeit, Risikoeinstellung, Risikobereitschaft, Risikoaversion, Risk Ruler, Asset Allokation, Portfolioselektion, Finanzdienstleistung, Financial Planning, Behavioral Finance, Risiko-Chance-Profil, Monte-Carlo-Simulation, Anlegerprofil

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Konzepten zur Messung der Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit von Anlegern bei der Finanzdienstleistungsberatung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die gesetzlichen Rahmenbedingungen (WpHG), die theoretische Abgrenzung von Risikobegriffen, die praktische Anwendung von Fragebögen (Risk Rulern) sowie deren kritische Überprüfung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Finanzdienstleister die Risikoneigung von Kunden erfassen, und die Tauglichkeit dieser Methoden im Hinblick auf eine qualitativ hochwertige Anlageberatung zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Seminararbeit, die auf einer Literaturanalyse basiert, um theoretische Modelle der Entscheidungslehre und Behavioral Finance auf die Praxis der Anlageberatung anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsdefinitionen und Zusammenhänge), die Darstellung praktischer Messinstrumente (Risk Ruler) und eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Tools sowie die Vorstellung alternativer Ansätze durch Simulationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Risikotragfähigkeit, Risikoeinstellung, Risk Ruler, Asset Allokation, WpHG und Behavioral Finance.

Warum ist die Unterscheidung zwischen reserviertem und freiem Vermögen für das Risikoprofil so wichtig?

Reserviertes Vermögen dient spezifischen, terminierten Zielen und erfordert daher ein sicherheitsorientiertes Vorgehen, während freies Vermögen eine renditeorientierte Anlagestrategie erlaubt.

Inwiefern beeinflussen psychologische Verzerrungseffekte die Ergebnisse von Risk Rulern?

Menschen handeln oft nicht rein rational, sondern unterliegen Effekten wie der Verlustaversion oder abnehmender Sensitivität, was dazu führen kann, dass in Fragebögen unpräzise oder widersprüchliche Antworten zur Risikobereitschaft gegeben werden.

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Details

Title
Konzepte zur Ermittlung der Risikoeinstellung und Risikotragfähigkeit
College
RWTH Aachen University  (Lehr- und Forschungsgebiet Allgemeine BWL)
Course
Seminar - Financial Planning
Grade
2,0
Author
Oliver Benner (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V15951
ISBN (eBook)
9783638209298
Language
German
Tags
Konzepte Ermittlung Risikoeinstellung Risikotragfähigkeit Seminar Financial Planning
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Benner (Author), 2002, Konzepte zur Ermittlung der Risikoeinstellung und Risikotragfähigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15951
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