Der Weg zur Wirtschafts- und Währungsunion

The Way To The European Economic And Monetary Union


Seminararbeit, 2006

29 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Einleitung

Abkürzungsverzeichnis

1 Auslöser einer europäischen Währungspolitik
1.1 Das System von Bretton Woods
1.2 Vertrauenskrise in das System von Bretton Woods
1.3 Der Werner-Plan

2 Europäisches Währungssystem (EWS)
2.1 Aufbau des EWS
2.2 Entwicklungen des EWS

3 Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Währung
3.1 Der Delors-Bericht
3.2 Meilensteine zum Unionsvertrag

4 Der Vertrag von Maastricht über die Europäische Union
4.1 Wirtschafts- und währungspolitische Bestimmungen
4.2 Übertritt in die zweite und dritte Stufe
4.3 Maastricht ± Vertrauenskrise
4.4 Folgen der Vertrauenskrise
4.5 Ausgestaltung und Umsetzung der WWU
4.6 Der Stabilitäts- und Wachstumspakt

5 Festlegung des Teilnehmerkreises

6 Die dritte und letzte Stufe der WWU

Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1-1: Die drei Stufen der Wirtschafts- und Währungsunion

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1-1: Zusammensetzung der EC

Tabelle 1-2: Gegenüberstellung der deutschen und französischen Position«10 Tabelle 1-3:Umrechnungskurse der nationalen Währungen zum Euro«.. «22

Einleitung

Der Tag wird kommen, an dem Du, Frankreich, Du Russland, Italien, England, Deutschland, Ihr alle, die Nationen des Kontinents, ohne Eure unterschiedlichen Eigenschaften und Eure ruhmreiche Individualist zu verlieren, Euch zu einer hoheren Einheit vereinigen und die europaische Bruderlichkeit erreichen werdet."'1

Wo stehen wir heute im Jahre 2007, fast 150 Jahre nach dieser Vision von Victor Hugo? Wie nah stehen wir vor der Vollendung dieser Vision einer höheren Ein- heit, seitdem wir in vielen Ländern Europas mit einer gemeinsamen Währung zahlen? Mit diesen Fragen habe ich das Ziel dieser Arbeit verbunden, nachzuvoll- ziehen welche Gründe zur Schaffung einer Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion geführt haben. Dabei soll der lange und oftmals steinige Weg bis hin zum 01.01.2002, der Tag an dem der Euro Wirklichkeit wurde, dargestellt werden.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Auslöser einer europäischen Währungspolitik

Seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts, ist der US-Dollar die weltweite Leitwährung.2 Wie viele andere Währungen auch basierte der Dollar zunächst auf der sogenannten Goldparität.

Diese Goldparität sicherte die Wechselkurse im Handel der USA mit verschiedenen Nationen und ihren unterschiedlichen Währungen.

1.1 Das System von Bretton Woods

Im Juli 1944 einigten sich im US- amerikanischen Kurort Bretton Woods Vertreter von 44 Staaten (erst später auch mit deutscher Beteiligung) auf eine neue Währungsordnung. Sie verpflichteten sich, ihre zahlreichen unterschiedlichen nationalen Währung in einem bestimmten Preisverhältnis zum Dollar zu halten. Dieser wiederum stand in einem festen Verhältnis zum Goldpreis. So entsprach eine Unze Gold, 35 US-Dollar. Hierdurch wurde faktisch ein Dollar / Goldstandard geschaffen. Der Marktkurs aller Währungen sollte innerhalb der Schwankung von plus/minus 1 Prozent gehalten werden.

Ein wichtiges Kriterium war, dass die Wahrungen der Mitgliedslander unter- einander konvertibel sein mussten. Die Zentralbanken mussten somit im Falle eines Preisverfalles des Dollars automatisch ihre heimische Wahrung verkaufen und somit den fallenden Dollar stutzen. Das Ziel von Bretton Woods war die „Wiederherstellung der uneingeschrankten Konvertibilitat der Wahrungen zu- gunsten eines ungehinderten Waren- und Kapitalverkehrs3

1.2 Vertrauenskrise in das System von Bretton Woods

Die USA verfolgten gegen Ende der 1960er Jahre, bedingt durch den Vietnam- Krieg, eine inflationäre Politik und waren nur sehr eingeschränkt zur Goldkon- vertibilität des US Dollar bereit. Umgekehrt waren die übrigen Länder nicht mehr bereit, die durch die Politik der US-Regierung in den USA entstandene Inflations- rate zu akzeptieren, wozu sie aber die Vereinbarung von Bretton Woods zwang.4

Dies führte unweigerlich zu einer Vertrauenskrise und erhöhte den Bedarf an einer währungspolitischen Zusammenarbeit der Europäer. Das Ergebnis dieser ersten währungspolitischen Zusammenarbeit der europäischen Kernstaaten war, dass von diesem Zeitpunkt an der Wechselkurs der EG-Staaten gegenüber dem Dollar schwanken konnte.

Jedoch wurde schnell klar, dass die anfängliche Hoffnung auf ein besseres weltwirtschaftliches Gleichgewicht sich nicht erfüllen würde. Zum Teil fluchtartige Kapitalbewegungen und utopische Wechselkurse führten zu einer Anheizung der Inflation. Für die europäischen Länder, welche zu diesem Zeitpunkt bereits rund 50% ihres Außenhandels untereinander betrieben, wurde eine erneute und dauerhafte währungspolitische Zusammenarbeit zum Zugzwang.

Auf der Haager Konferenz der sechs Staats- und Regierungschefs der EG be- stand 1969 darüber ein breiter Konsens. Die Regierungschefs beschlossen nach einer Phase der politischen Stagnation eine engere politische Zusammenarbeit sowie den Aufbau einer europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Die Haager Konferenz löste eine unumkehrbare Dynamik aus und gilt bis heute als Grundlage aller künftigen wirtschaftspolitischen Entscheidung der EG und der EU.5

1.3 Der Werner-Plan

Die Umsetzung einer Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) stellte sich als sehr schwierig da. So zeichneten sich diese Schwierigkeiten in zwei völlig gegensätz- liche Strategien ab. Die unter der Führung von Frankreich entwickelte Strategie zielte auf die Fixierung fester Währungsparitäten ab. Sie vertrauten auf die Sog- wirkung einer möglichst rasch eingeführten gemeinsamen Währung im Hinblick auf die Weiterentwicklung einer gemeinsamen Wirtschafts- und Konjunkturpolitik. Einer der Hauptkritikpunkte war die Verpflichtung der Staaten mit einer stabilitäts- orientierten Ausrichtung zum Ankauf von Währungen schwächerer Staaten, um damit deren Defizit auszugleichen. Die Kritiker sahen hierin die Gefahr eines Inflationsimportes.

Die Staaten, die sich um die deutsche Position gruppierten, favorisierten die Strategie einer Politik der möglichst hohen Geldwertstabilität. Die hieraus zu erwartende Verringerung des Wirtschaftswachstums war für sie hinnehmbar. Nach ihrer Auffassung erforderte der Weg zu einer WWU zunächst eine weitgehende Abstimmung der Konjunktur-, Haushalts- und Wachstumspolitik. Erst wenn alle Staaten annähernd gleich niedrige Inflationsraten vorweisen könnten, wäre eine sichere Grundlage für eine gemeinsame Währung geschaffen.6

Um zwischen den völlig verschiedenen Ansätzen beider Strategien zu vermitteln, wurde 1970 die nach ihrem Vorsitzenden benannte Werner-Kommission ein- gesetzt.

Diese legte im Oktober 1970 einen Dreistufenplan vor. Angesichts der Gefahren, die sich für Europa aus unkontrollierten Wechselkursen ergaben, sah er in diesen drei Stufen die verbindliche Koordinierung der Volkswirtschaften vor. In der für 1980 geplanten dritten Stufe waren eine gemeinsame Wirtschaftspolitik mit einem gemeinsamen Zentralbankensystem sowie die Fixierung der innergemeinschaftlichen Wechselkurse vorgesehen.

Infolgedessen kam es 1970 und 71 zu Beschlüssen über die unwiderrufliche Verwirklichung der WWU. Doch diese Beschlüsse waren nicht mehr als ein Kompromiss auf unterster Ebene. Während die erste Stufe mit einer vorläufigen Eingrenzung der Bandbreite zwischen den EG-Währungen gelang, konnte sich der Rat nicht auf die Umsetzung der beiden weiteren Stufen einigen.

Dies lag nicht nur an den unterschiedlichen Positionen im Rat, sondern auch an den währungspolitischen Entwicklungen. So traten bereits im Mai 1971 wieder Spannungen im Weltwährungssystem auf. Infolgedessen die Bundesrepublik Deutschland und die Niederlande die erste Stufe des Werner-Plans aufbrachen und ihre Wechselkurse wieder freigaben. Nur drei Monate später, im August 1971, hoben die USA die Goldparität des Dollars auf. Der Eintritt in die zweite Stufe des Werner-Plans wurde nicht vollzogen und auch das Ziel zunächst nicht weiter verfolgt.

Das Scheitern des Werner-Plans zeigt die grundsätzlichen Probleme der Europäischen Währungsintegration. Die Staaten der EG waren Anfang der siebziger Jahre noch nicht zur Abgabe umfangreicher Souveränitätsrechte bereit.7

[...]


1 Hugo, Victor: „DerTag wird kommen", Ansprache am 22.August 1849 nach seiner Wahl zum Prasidenten des Weltfriedenskongresses in Paris Präsidenten des Weltfriedenskongresses in Paris

2 http://www.eduvinet.de/eduvinet/pictures/de009, abgerufen am: 20.12.2006

3 Cramer, 1999, S.755

4 Vgl. Cramer, 1999, S.755

5 Vgl. Hillenbrand,1998, S.3

6 Vgl. Wetter, 1993,S.22

7 Vgl. Wetter, 1993,S.22

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Der Weg zur Wirtschafts- und Währungsunion
Untertitel
The Way To The European Economic And Monetary Union
Hochschule
Fachhochschule Gießen-Friedberg; Standort Gießen
Note
2,5
Autor
Jahr
2006
Seiten
29
Katalognummer
V159521
ISBN (eBook)
9783640729784
ISBN (Buch)
9783640730223
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Euro, EWS, Europäische Union, ECU, Werner-Plan, Delors-Berich, Vertrag von Maastricht, Stabilitäts- und Wachstumspakt, WWU, Bretton Woods
Arbeit zitieren
U. Manfred Leicht (Autor), 2006, Der Weg zur Wirtschafts- und Währungsunion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159521

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