Wie es eine Lehrerin schaffen kann, ihre Kolleg*innen zu einer digitalen Neuausrichtung des Unterrichts zu motivieren. Oder doch nicht?
Während der letzten sechs Jahre in meiner Arbeit als Unterrichtsteamleiterin konnte ich vielseitige Erfahrungen sammeln. Daraus resultierte eine umfangreiche Arbeit an meinen Führungsqualitäten. Hierbei habe ich viel über die menschliche Natur und über psychologische Aspekte lernen dürfen. Auch das Phänomen Teams, also von Gruppen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen und eine Zusammenarbeit vereinbart haben, stellte einen grossen Teil meiner intensiven Arbeit dar. Somit lernte ich einiges über deren Konstellationen, Rollenbilder und Kooperationsweisen. Letzteres erscheint mir ein Paradoxon zu sein: Der Mensch ist zwar einerseits ein soziales Wesen, andererseits aber nur begrenzt in der Lage, seine Eigenarten dem Teamgeist unterzuordnen. Beide Rollen befinden sich in einer Art ständiger Zerreissprobe: Individuum versus Teamplayer. Selbst ein gemeinsamer Teamfokus schützt nicht vor den Diskrepanzen einzelner Interessen.
Dennoch: Als Unterrichtsteamleiterin musste ich meinen Fokus auf die Kooperation der Teammitglieder legen. Denn diese Zusammenarbeit war notwendig, um Veränderungen im Sinne aller positiv zu gestalten.
Ein zentrales Thema meiner Arbeit war die Motivation in Teams und im Einzelnen und die damit zusammenhängende Kooperation. Entsprechend habe ich auch meine Forschungsfrage nach dieser Problematik gerichtet: Wie kann ich als Unterrichtsteamleiterin eine zielfokussierte Motivation zur Zusammenarbeit aller Mitglieder meines Teams erreichen?
Inhaltsverzeichnis
A Einleitung
1. Ausgangslage
2. Fragestellung
3. Motive aus der Praxis
B Hauptteil: Theorie und Praxis zur Fragestellung „Wie kann ich als Unterrichtsteamleiterin eine zielfokussierte Motivation zur Zusammenarbeit aller Mitglieder meines Teams erreichen?»
1. Die Theorie zum Team
1.1 Das Individuum
1.2 Der Einzelne im Team
1.3 Teamdynamik und Teamcoaching
1.4 Das 3-Phasen-Modell nach Lewin
1.5 Das 8-Stufen-Modell von John Kotter
2. Die Theorie zur Leadership/Führungskraft
2.1 Die Führungsstile nach Lewin
2.2 Der partizipative Führungsstil
2.3 Der situative Führungsstil
2.4 Emotionale Führung nach Goleman
2.5 Serge Imboden und ihre Rolle in der digitalen Transformation
3. Die Theorie zur Motivation
3.1 Motivation und Handeln nach Heckhausen
3.2 Psychologie für die berufliche Oberstufe nach Hobmair
B Hauptteil: Das bevorstehende Entwicklungsvorhaben: «Wie kann ich als Unterrichtsteamleiterin eine zielfokussierte Motivation zur Zusammenarbeit aller Mitglieder meines Teams erreichen?»
4. 1 Beispiele erfolgreicher Team-Motivation aus der Praxis
4.1.1 Das Projekt Aristotle von Google
4.1.2 Das Modell Cornelsen Akademie
5. Die Praxis der erfolgreichen Team-Motivation
5.1 Eine gemeinsame Vision finden: Die wertschätzende, kommunikative Schulkultur
5.2 Abgestimmte Projektplanung
5.3 Regelmässige Meetings
5.4 Kompetenz-Mix
5.5 Mann und Frau, Alt und Jung zusammenbringen
5.6 Prioritäten setzen mit Teilzielen
5.7 Team im Dialog bilden
5.8 Gerechte Verteilung von Lasten und Freuden
6. Die Praxis der Teamleitung: Angewandte Führungskräfte-Kompetenzen
6.1
6.2 Häufiges Feedback
6.3 Raum für Reflexion
6.4 Anwendung des Gordon-Modells bei Konflikten
6.5 Impuls an das Team: Anwendung des 3-Phasen-Modells nach Lewin bei der Entwicklung einer gemeinsamen Vision
6.6 Impuls an das Team: Anwendung des 8-Stufen-Modells nach Kotter: Dringlichkeit, Kommunizieren einer Vision, Kompetenzvergabe an die einzelnen Teammitglieder, Teilziele erreichen, Konsolidierung der erreichten Ziele, Verankern der neuen Ergebnisse in die Schulkultur
C Ergebnis und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie eine Unterrichtsteamleiterin durch den gezielten Einsatz theoretischer Führungs- und Teamdynamikmodelle eine nachhaltige und zielfokussierte Motivation zur Zusammenarbeit in einem heterogenen Lehrerteam fördern kann, um Veränderungsprozesse (insb. Digitalisierung) erfolgreich zu implementieren.
- Psychologische Teamrollen nach C.G. Jung und Myers-Briggs
- Angewandte Teamdynamik nach Armin Poggendorf
- Situative, partizipative und emotionale Führungsstile
- Veränderungsmanagement nach Kurt Lewin und John Kotter
- Praktische Implementierung von Teamvisionen und Zielsetzungen
Auszug aus dem Buch
1.2 Der Einzelne im Team
Auf der Basis der genannten jungschen Typologie entwickelten die beiden US-Psychologinnen Katharine Myers und Isabel Myers-Briggs 16 unterschiedliche Teamtypen. Der Nutzen in der praktischen Anwendung liegt darin, ein Team so mit den Teamtypen zu besetzen, dass ein gemeinsames Ziel erreicht wird, indem die Stärken des jeweiligen Teamtypus optimal zu Einsatz kommen. (Greator, 2021) Diese Kategorien hat die Teamleiterin genutzt, um die Extrovertierten des Teams gezielt anzusprechen. Dies geschah deshalb, weil von ihnen die angestrebten Veränderungen am wahrscheinlichsten umgesetzt würden. Was auch geschah – mit Ausnahme einer Person, dargelegt im praktischen Teil dieser Arbeit.
Diese 16 Teamtypen sind folgende:
1. Der Träumer (introvertiert): Er liebt den Rückzug, ist idealistisch und freundlich. Er entscheidet nach Gefühl, ist spontan und passt sich neuen Situationen und Herausforderungen leicht an. Er kann gut zuhören und ist sehr empathisch, sehr kreativ, überrollt niemanden mit seinen Ansichten. Künstler, Musiker, Designer, Schriftsteller gehören zu diesem Typ. Er ist jedoch kein Stratege und kein Planer.
2. Der Freigeist (extrovertiert): Ist kritisch gegenüber dem Mainstream eingestellt und zeigt das auch. Er steht gerne im Mittelpunkt und kämpft für seine Ideale. Z. B. ist er Umweltaktivist und kritisiert hier öffentlich die Politiker, auch als YouTube-Influencer. Er entscheidet aus dem Bauch, also auf Basis seiner Gefühle, und ist spontan. Er passt in keine Schublade. Zu den Freigeistern gehören Erfinder von TV-Serien, Begründer sozialer Bewegungen und charismatische Redner (z. B. Martin Luther King).
Hierzu der praktische Bezug der Verfasserin: Ich denke, das bin ich. Denn ich bin die Initiatorin der angestrebten Veränderung.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Theorie zum Team: Dieses Kapitel fundiert die Arbeit auf psychologischen Persönlichkeitstypen nach Jung sowie Modellen zur Teamdynamik und Veränderung (Lewin, Kotter).
Die Theorie zur Leadership/Führungskraft: Hier werden verschiedene Führungsstile analysiert, wobei eine Kombination aus situativer, partizipativer und emotionaler Führung als ideal für das Entwicklungsvorhaben identifiziert wird.
Die Theorie zur Motivation: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen von Zielsetzungen und Handeln, die für ein effektives Gruppenziel notwendig sind.
Beispiele erfolgreicher Team-Motivation aus der Praxis: Die Autorin zieht Erfolgsfaktoren aus dem "Projekt Aristotle" von Google und dem Modell der Cornelsen Akademie heran.
Die Praxis der erfolgreichen Team-Motivation: Der Hauptteil beschreibt die konkrete Anwendung der Theorie: von der Identifikation der Teamrollen über teamdynamische Kreisübungen bis hin zur gemeinsamen Vision.
Die Praxis der Teamleitung: Angewandte Führungskräfte-Kompetenzen: Hier werden spezifische Methoden wie Feedback, Reflexion und Konfliktmanagement (nach Gordon) sowie die praktische Umsetzung der Change-Modelle detailliert dargelegt.
Schlüsselwörter
Teamleitung, Teammotivation, Unterrichtsteam, Führungskoalition, Veränderungsmanagement, Digitalisierung, Gruppendynamik, Führungsstile, Vision, Kooperation, Schulentwicklung, Persönlichkeitstypen, Konfliktmanagement, Teamcoaching, Organisationspsychologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit dokumentiert das Entwicklungsvorhaben einer Unterrichtsteamleiterin, die durch wissenschaftlich fundierte Methoden die Kooperationsbereitschaft und Motivation ihres Teams bei Veränderungsprozessen, insbesondere der digitalen Schultransformation, steigern möchte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Führung (Leadership), Teamentwicklung, psychologische Motivationsforschung sowie Change-Management in schulischen Organisationen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie kann ich als Unterrichtsteamleiterin eine zielfokussierte Motivation zur Zusammenarbeit aller Mitglieder meines Teams erreichen?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt einen Mix aus klassischer Theorie (Jungsche Typologie, Lewin, Kotter) und angewandten Instrumenten der Teamdynamik (Poggendorf) sowie Teamcoaching-Tools (Eidenschink).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Teamrollen und Führungskonzepte sowie die detaillierte, retrospektive Darstellung des praktischen Umsetzungsprozesses im Lehrerteam.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Teammotivation, Führungskoalition, Change-Management, teamdynamische Übungen, situative Führung und schulische Transformation.
Wie geht die Autorin mit Widerstand im Team um?
Die Autorin nutzt teambildende Instrumente wie den "teamdynamischen Kreis" und die systemische Inszenierung, um Widerstände sichtbar zu machen und durch emotionale Öffnung und Wertschätzung abzubauen.
Welche Rolle spielen die 16 Teamtypen in der Praxis?
Die Autorin ordnet ihre sieben Teammitglieder den Typen zu, um deren spezifische Stärken (z. B. Visionär, Gate-Keeper, Entertainer) gezielt in Arbeitsgruppen für das Digitalisierungsvorhaben einzusetzen.
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- Anonym (Autor), 2021, Teamleitung und Motivation in einer Schule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1596506