Die Altersgruppe 40 - 55 als potentielle Zielgruppe für Studien- und Gruppenreiseveranstalter am Beispiel der via cultus Internationale Gruppen- und Studienreisen GmbH


Bachelorarbeit, 2010
60 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Erkenntnisinteresse

2. Methode

3. Begriffsdefinitionen
3.1 Definition „Generation“
3.2 Definition „Kohorte“
3.3 Geschichte / Entstehung der Studienreisen
3.4 Zielgruppen von Studienreisen
3.5 Die Zukunft der Studienreise
3.6 Definition Gruppenreisen

4. Die Altersgruppe „40 - 55 Jahre“ – Ein Porträt
4.1 Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis
4.2 Familiensituation der Altersgruppe 40 –
4.3 Die Reisegewohnheiten der Altersgruppe 40 –
4.4 Soziale Netzwerke der 40 – 55-jährigen

5. Auswertung des Fragebogens

6. Handlungsempfehlungen für die via cultus GmbH
6.1 Allgemeine Handlungsempfehlungen
6.2 Perspektiven im Marketing und die Nutzungsmöglichkeiten für via cultus

7. Die aktuelle Lage auf dem Reisemarkt und Reisetrends
7.1 Reisetrends / Tourismusanalyse 2010 der Stiftung für Zukunftsfragen
7.1.1 Reiseziele Inland und Ausland
7.1.2 Reisedauer und Urlaubsbudget
7.1.3 Anreiseform und Buchungsverhalten
7.1.4 Trend Internet
7.1.5 Urlaubsaktivitäten
7.1.6 Zukunftstrends laut Tourismusanalyse

8. Megatrends und die Auswirkungen auf die Tourismusindustrie
8.1 Individualisierung
8.2 „Neo-Tribalisierung“
8.3 „Ökonomisierung“

9. Porträt der via cultus Internationale Gruppen- und Studienreise GmbH

10. Fazit

Literaturverzeichnis

Verzeichnis von Internet-Quellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bevölkerungsvorausberechnung BRD

Abbildung 2: Bevölkerungspyramide BRD

Abbildung 3: Bevölkerungspyramide BRD

Abbildung 4: Geschätzte Bevölkerungsentwicklung 1950 –

Abbildung 5: Anteil der Online-Bucher nach Altersklassen

Abbildung 6: Interessensgebiete

Abbildung 7: Ausgaben Freizeit

Abbildung 8: Regelmäßige Lektüre

Abbildung 9: Bevorzugte Urlaubsform

Abbildung 10: Bevorzugte Anreiseform

Abbildung 11: Bevorzugte Urlaubsaktivitäten

Abbildung 12: Informationsbeschaffung

Abbildung 13: Ort der Reisebuchung

Abbildung 14: Reiseveranstalter

Abbildung 15: Studienreise ja oder nein?

Abbildung 16: Studienreise wann?

Abbildung 17: Mögliche Studienreiseziele

Abbildung 18: Kriterien der Reiseentscheidung

Abbildung 19: Internetnutzungsverhalten

Abbildung 20: Häufigkeit Internetnutzung

Abbildung 21: Internetaktivitäten

Abbildung 22: Soziale Netzwerke im Internet

Abbildung 23: Soziale Netzwerke Internet

Abbildung 24: Bevorzugte Werbemittel

Abbildung 25: Reisebudget

Abbildung 26: Alter der befragten Personen

Abbildung 27: Schulbildung

Abbildung 28: Anteil der Urlaubsaktivitäten der Generation 50+

Abbildung 29: Internet als wichtigste Informationsquelle

1. Erkenntnisinteresse

Viele Studien, wie unter anderem die F.U.R. Reiseanalyse, zeigten schon in der Vergangenheit, dass das Durchschnittsalter der Kunden von Studienreisen bei 50+ liegt. Tatsächlich liegt das Durchschnittsalter vieler Studienreisenden oft höher, nämlich eher bei 60+. Mit dem Ende der Berufstätigkeit und der daraus resultierenden neu gewonnen Freizeit verfügen viele Menschen wieder über mehr Zeit, um Reisen zu unternehmen, die nicht (nur) der Erholung, sondern eher der Bildung oder den persönlichen Interessensgebieten entsprechen. Wie müssen also die Veranstalter von Studienreisen reagieren und agieren, um eine jüngere Zielgruppe zu erreichen und die geburtenstarken Jahrgänge, die heute zwischen 40 und 55 Jahren alt sind, für ihre Produkte und Reisen zu begeistern?

Die Hauptaufgabe dieser Arbeit ist es, herauszufinden wie die Altersgruppe der 40 – 55-jährigen als potentielle Zielgruppe für Studienreiseveranstalter allgemein zu erreichen ist. Welche Bedürfnisse möchten befriedigt werden, welche Themen interessieren und welche Art des Marketings bevorzugt diese Kundengruppe? Die verwendete Methode, auf die diese Arbeit aufbaut, ist die schriftliche Befragung.

Die Teilnehmer von Studienreisen sind sehr anspruchsvolle Kunden, die bereit sind, für gute Qualität und ein stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis mehr Geld auszugeben als Pauschalreisende oder Individualreisende. Besonders interessant war es daher herauszufinden, wonach die sogenannten „Babyboomer“ suchen und ob sich ein moderner Studienreiseveranstalter mit klassischen Themenreisen auf dem richtigen Weg befindet, um die zahlungskräftige und reisewillige Zielgruppe der 40 – 55-jährigen zu erreichen. Die letzten Generationen der sogenannten „Babyboomer“ (bis Jahrgang 1965), die in den kommenden Jahren als Studienreisezielgruppe interessant werden könnten, suchen unter Umständen nach anderen neuen Reiseformen, -zielen und –themen als die heutigen älteren Teilnehmer von Studienreisen. In der vorliegenden Arbeit gilt es herauszufinden, wie sich Veranstalter von Studienreisen mit den richtigen Vertriebs- und Marketingkanälen optimal aufstellen können. Die praktische Relevanz ist insofern gegeben, als nicht nur die Theorie erforscht werden soll, sondern konkrete Vorschläge für Veranstalter von Studienreisen erarbeitet werden. Die erarbeiteten Handlungsempfehlungen können allgemein für Veranstalter von Studienreisen als Grundlage für mögliche Veränderungen herangezogen werden. Außerdem sollen diese Vorschläge und Empfehlungen konkret auf die via cultus GmbH angewendet werden, da die Thematik dieser Bachelorthesis in Zusammenarbeit mit den Inhabern und zugleich Geschäftsführern des Unternehmens erarbeitet wurde.

2. Methode

Die empirische Sozialforschung in Form einer Befragung einer ausgewählten Zielgruppe stellt die Grundlage dieser Arbeit dar. „Die Befragung gilt nach wie vor als das Standardinstrument empirischer Sozialforschung bei der Ermittlung von Fakten, Wissen, Meinungen, Einstellungen oder Bewertungen… .“[1] Befragt wurden 137 Personen zwischen 40 und 55 Jahren. Bildung, Beruf, Einkommen, soziale Schicht, Herkunft, Religion oder Lebensform spielten bei der Auswahl der Personen keine Rolle. Folgende Themen bilden die Schwerpunkte des Fragebogens: „Allgemeine Interessensgebiete“, „Reisegewohnheiten“, „Buchungsverhalten“ und „Internetnutzungsverhalten“. Vor der Verteilung des Fragebogens an die 137 Personen durchlief er einen Pretest, bei dem Stimmigkeit der Inhalte, roter Faden, Befragungsdauer, Verständnis der Fragen, die Rechtschreibung und die Logik überprüft wurden.[2] Es wurden ausschließlich geschlossene Fragen verwendet. Die häufigste Frageform war die sogenannte Verhaltensfrage. Hierbei sollen die Befragten darlegen, was sie „in der Vergangenheit getan haben, in der Gegenwart tun bzw. für die Zukunft zu tun beabsichtigen.“[3] Die Auswahl der befragten Personen (quantitative Befragung) erfolgte aufgrund von bestehenden Kontakten in diversen Bereichen. Fragebögen wurden im Bekanntenkreis, sowie über Freunde an deren Kollegen, über Eltern und Verwandte an deren Bekannte, Kollegen, Familien und Freunde verteilt. Die Schlüsse, die aus der Beantwortung der Fragen gezogen werden können, sollen dazu dienen, bestehende Marketing- und Vertriebsaktivitäten des Gruppen- und Studienreiseveranstalters via cultus GmbH als Beispiel für einen Veranstalter von Studienreisen auf den Prüfstand zu stellen. Die gewonnen Erkenntnisse werden dabei nicht nur für diesen, sondern ggf. auch für andere Veranstalter von Bedeutung sein. Nach der Auswertung der Fragen müssen gegebenenfalls neue Konzepte und Reisethemen entwickelt und bestehende Aktivitäten in den Bereichen Marketing und Vertrieb überprüft werden.

3. Begriffsdefinitionen

Zunächst sollen die wichtigsten Begrifflichkeiten geklärt werden, die in der vorliegenden Arbeit die Hauptrolle spielen. Die Begriffe „Generation“, „Kohorte“, „Studienreise“ und „Gruppenreise“ sollen zunächst definiert werden:

3.1 Definition „Generation“

Der Begriff „Generation“ stammt aus dem Lateinischen und verfügt über unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen bezeichnet man mit diesem Begriff „die Gesamtheit aller annähernd gleichaltrigen Individuen einer Art“[4]. Zum anderen wird so auch „die Gesamtheit der Altersgruppen, die ähnliche kulturelle und soziale Orientierungen, Einstellungen und Verhaltensmuster aufweisen und sich dadurch von anderen Altersgruppen unterscheiden“[5], bezeichnet.

3.2 Definition „Kohorte“

„Geburtskohorten sind einzelne Geburtsjahrgänge bzw. Gruppen von Geburtsjahrgängen. Die Mitglieder einer Kohorte wachsen aufgrund ihres gemeinsamen Geburtszeitraums unter den gleichen historischen Bedingungen auf und erleben bestimmte gesellschaftliche Ereignisse und Perioden im gleichen Altersabschnitt ihres Lebens.“[6]

3.3 Geschichte / Entstehung der Studienreisen

Die Studienreise soll bei dieser Arbeit im Vordergrund stehen, daher wird als nächstes etwas genauer auf die Entstehung und die Definition eingegangen. Es folgt eine kurze Abgrenzung zur Gruppenreise, um den Unterschied zwischen diesen beiden Reiseformen darzustellen.

Studienreisen gab es schon zu Zeiten der alten Ägypter, „in der Neuzeit darf man wohl Thomas Cook als den ersten Studienreiseveranstalter bezeichnen, denn seine Unternehmungen führten nahezu ausschließlich zu den damals bekannten Kunstwerken der Antike […]. In Deutschland gebührt die Ehre, der Erste gewesen zu sein, Dr. Hubert Tigges, dem Gründer der Dr. Tigges Reisen. 1928 führte eine organisierte Wanderung von Elberfeld in die Eifel und bald danach kamen Reisen nach Frankreich, in die Schweiz und nach Italien dazu.“[7] Die meisten der heute noch operierenden Studienreiseveranstalter (Studiosus, Marco Polo u.a.) wurden in den 1950er und 1960er Jahren gegründet. Eine genaue Definition der Studienreise gab es zu dieser Zeit in der Fachliteratur noch nicht, dies ist der Grund für folgenden Entschluss: „Mitte der 1970er Jahre hat deshalb die `Arbeitsgemeinschaft Studienreisen`, der damals namhafte Studienreiseveranstalter angehörten, versucht, eine eindeutige und praktikable Definition der Studienreise zu finden, die im folgenden zitiert und erläutert wird:

Definition: Eine Studienreise ist eine Reise mit begrenzter Teilnehmerzahl (in der Regel 10-30 Teilnehmer), festgelegtem Reisethema und Reiseverlauf und deutschsprachiger, fachlich qualifizierter Reiseleitung. Das Reisethema kann schwerpunktmäßig historisch, kunstgeschichtlich, archäologisch, religions-geschichtlich […] sein. Der Reiseverlauf orientiert sich am Reisethema.“[8]

3.4 Zielgruppen von Studienreisen

„Die Zielgruppen richtig zu erkennen, ist wesentlich für die Produktkonzeption und für die Werbung und Verkaufsförderung eines Reiseveranstalters. Dabei wäre es falsch anzunehmen, dass die Kunden von Studienreisen ausschließlich im akademischen Berufsbereich zu finden wären, aber es liegt natürlich in der Natur der Sache, dass die akademischen Berufe bei den Teilnehmern überwiegen…Das Interesse an fernen Ländern und Kulturen und das Interesse an der Studienreise hat damit nicht nachgelassen, sondern andere Bevölkerungsgruppen erreicht. Vom Altphilologen zum Informatiker: Auf diese kurze Formel könnte man den strukturellen Wandel des Publikums für Studienreisen bringen.“[9]

Die Kunden kommen also aus unterschiedlichsten Berufsgruppen, aber wer stellt nun aber den größten Anteil dar? „Auch heute noch wird vielfach der Lehrer als der typische Studienreisende angesehen […]. Zwar gehört die Lehrerschaft in den Ferienzeiten zu einer sehr begehrten Kundengruppe der Studienreise-Veranstalter, weil sie nicht nur interessiert und aufgeschlossen sind, sondern auch über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen. Andere Berufsgruppen wie Ärzte und Apotheker, alle medizinisch-technischen Berufe und das gesamte untere und mittlere Management mit ganz unterschiedlichen Ausbildungshintergründen haben den Lehrern hier aber längst den Rang abgelaufen.“[10] Neben der Tatsache, dass es sich bei Studienreisen um ein hochpreisiges Produkt handelt, ist besonders der hohe Altersdurchschnitt nicht wegzudiskutieren. Diverse Veranstalter versuchen sich durch „junge Programme“ an eine jüngere Zielgruppe zu wenden. „Das klassische Alter für den Einstieg in die Veranstalterstudienreise beträgt rund fünfzig Jahre, wenn die Kinder aus dem Haus und versorgt sind und die wirtschaftliche Lage solche Reisen erlaubt.“[11] Um konkurrenzfähig zu bleiben und sich vom gängigen Studienreiseprogramm abzuheben ist es entscheidend, kontinuierlich zu überprüfen, ob die angebotenen Reisen, Programme und Themen nach wie vor den hohen Ansprüchen der Kunden gerecht werden. Zusätzlich muss überprüft werden, ob neue Themen recherchiert und dazu passende Studienreisen entwickelt werden müssen und ob sich auf der Studienreise-Weltkarte neue Regionen und Länder als Destination anbieten. All dies erfordert von Mitarbeitern und Geschäftsführern von Studienreiseveranstaltern eine kontinuierliche Weiterbildung, um Trends zu erkennen und sich an veränderte Bedürfnisse schnell anpassen zu können. Die häufigsten Vertriebswege für Studienreisen sind der Reisebürovertrieb, der Direktvertrieb und der Internetvertrieb. Auch Kooperationen mit anderen Reiseveranstaltern, Gruppen, Vereinen, Institutionen oder Bildungseinrichtungen sind gängige Methoden, um Reisen und Produkte an die Kunden heranzutragen. Betrachtet man Werbe- und Marketingmaßnahmen, so lässt sich festzustellen, dass Kataloge, Flyer und Newsletter sowie die Mund-zu-Mund-Propaganda die gängigsten und effektivsten Wege darstellen.

3.5 Die Zukunft der Studienreise

„Es gibt keinen Grund, der Studienreise eine schlechte Zukunft vorauszusagen. Für diesen Optimismus gibt es eindeutige Gründe:

- Die Zahl der Menschen, welche die geistige Anregung suchen und sich gleichzeitig ebenso kritisch wie positiv mit unseren Nachbarn und fernen Zielen auseinandersetzen wollen, nimmt ständig zu.
- Die Studienreise, die sich ganz wesentlich auf die über Fünfzigjährigen konzentriert, wird durch die steigende Lebenserwartung auf ein immer größeres Kundenpotenzial zurückgreifen können.
- Die privaten Einkommensverhältnisse werden sich infolge der absehbaren wirtschaftlichen Krisen nicht wesentlich verschlechtern, sondern werden eher stagnieren.“[12]

3.6 Definition Gruppenreisen

„Gruppenreisen können durch Reisebüros oder Reiseveranstalter, aber auch individuell organisiert sein: Studienreisen, Reisen zu kulturellen oder sportlichen Events, Vereinsausflüge und – im Segment Geschäftsreiseverkehr – Firmenausflüge.“[13] Liegt die Teilnehmerzahl bei Studienreisen eher bei maximal 30 Personen, so liegt die Teilnehmerzahl bei Gruppenreisen, die von Busreiseveranstalter, Vereinen, Kirchen, Volkshochschulen oder anderen Institutionen veranstaltet werden, oft weit darüber.

Nachdem nun die wichtigsten Begriffe definiert wurden, folgt im nächsten Kapitel eine ausführliche Porträtierung der Altersgruppe der 40 – 55-jährigen, der möglichen neuen Zielgruppe für Studienreisen.

4. Die Altersgruppe „40 - 55 Jahre“ – Ein Porträt

Nachdem der Begriff „Generation“ nun definiert wurde ist es nun möglich, über Eigenschaften der Generation der 40 – 55-jährigen, die umgangssprachlich, aber auch in Publikationen und Studien, gerne als „Babyboomer-Generation“ bezeichnet wird, zu referieren. Zunächst muss geklärt werden, wie es dazu kam, dass die Geburtenjahrgänge von 1945 bis 1965 so stark waren. Sicherlich waren die zurückgekehrte Stabilität, das Leben in Frieden und Sicherheit und die Gewissheit, dass der Krieg vorüber war, die entscheidenden Faktoren für Paare sich für ein Kind und somit die Gründung einer Familie zu entscheiden. Das vorherrschende positive Klima und Lebensgefühl, ausgelöst durch die wirtschaftliche Stabilität und das Wirtschaftswunder der 1950er Jahre, steigendes Konsumverhalten, mehr Freizeit und geregelte Arbeitszeiten taten ihr Übriges und beeinflussten ebenfalls die Entscheidung für Kind und Familie. Der Babyboom in der Bundesrepublik Deutschland wurde durch die steigende Anzahl der Geburten im Westen Deutschlands geprägt. Heute zwischen 40 und 50 Jahren alt, werden die Mitglieder der starken Jahrgänge in den nächsten 15 – 25 Jahren das Rentenalter erreichen. Der demographische Wandel und die damit einhergehenden Veränderungen im Renten- und Gesundheitswesen sind unumgänglich. Auch die Verschiebung der Alterspyramide, die schon jetzt deutliche Unterschiede zu der Pyramide von vor 20 Jahren aufweist, lässt erkennen, dass die Gesellschaft in Deutschland immer älter wird. „Elf Prozent der Gesamtbevölkerung sind heute zwischen 60 und 70 Jahren (Zahlen von 2008). Im Jahr 2028 werden die Baby-Boomer in diesem Alter bereits 16 Prozent der Bevölkerung ausmachen.“[14]

4.1 Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis 2060

Um die oben genannten Entwicklungen zu belegen, werden einige Analysen zur Bevölkerungsentwicklung der nächsten Jahrzehnte in Deutschland dargestellt. Betrachtet man zunächst einmal die aktuelle Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes, lässt sich feststellen, dass die Einwohnerzahl in der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2060 um ca. 16 Millionen sinken könnte. Der Anteil der alten Menschen wird sich im Gegensatz zu heute merklich erhöhen. Hierzu entsprechende Schaubilder:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bevölkerungsvorausberechnung BRD

Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Darstellung[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bevölkerungspyramide BRD 2010

Quelle: Statistisches Bundesamt[16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Bevölkerungspyramide BRD 2060

Quelle: Statistisches Bundesamt[17]

Nimmt man an, dass die Frauen heute und in der Zukunft weiterhin im Schnitt 1,4 Kinder gebären und die Lebenserwartung für Jungen 85 Jahre und für Mädchen sogar bei 89,2 Jahren liegen wird, so würde die Bevölkerungspyramide im Jahr 2050 ganz anders aussehen als heute[18]. „Heute leben in Deutschland etwa 82 Millionen Menschen, 2060 werden es voraussichtlich nur noch 65 bis 70 Millionen sein. Daneben kommt es zu erheblichen Veränderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung. Heute sind 20% der Bevölkerung 65 Jahre oder älter. Bereits in den kommenden beiden Jahrzehnten wird der Anteil älterer Menschen deutlich steigen.“[19] Die klassische Pyramidenform, die lange Zeit in Deutschland vorherrschte, wird im Jahr 2060 durch eine Form ersetzt werden, die zeigt, dass der Anteil der jungen Bevölkerung (bis 20 Jahre) nur noch bei 16 %, der Anteil der über 65-jährigen gut ein Drittel der Bevölkerung ausmachen wird. Eine andere grafische Darstellung zeigt den Anteil der jeweiligen Altersklassen der Bevölkerung in ihrer Entwicklung von 1950 bis 2060.

[...]


[1] Schnell / Hill / Esser: Empirische Sozialforschung, S. 321.

[2] Vgl. Schnell / Hill / Esser: Empirische Sozialforschung, S. 347.

[3] Schnell / Hill / Esser: Empirische Sozialforschung, S. 328.

[4] F.A. Brockhaus GmbH (Hrsg.): Brockhaus von A-Z, S. 540.

[5] F.A. Brockhaus GmbH (Hrsg.): Brockhaus von A-Z, S. 540.

[6] Menning / Hoffmann: Altersdaten, S. 4.

[7] Mundt: Reiseveranstaltung, S. 317.

[8] Mundt: Reiseveranstaltung, S. 320.

[9] Mundt: Reiseveranstaltung, S. 325.

[10] Mundt: Reiseveranstaltung, S. 326f.

[11] Mundt: Reiseveranstaltung, S. 327.

[12] Mundt: Reiseveranstaltung, S. 348.

[13] Hänssler: Management, S. 30.

[14] Menning / Hoffmann: Altersdaten, S. 17.

[15] URL: http://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/. Stand: 15.04.2010.

[16] URL: http://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/. Stand: 16.04.2010.

[17] URL: http://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/. Stand: 16.04.2010.

[18] URL: http://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/. Stand: 16.04.2010.

[19] Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr.435 vom 18.11.2009. Abrufbar im Internet. URL http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/11/ PD09__435__12411,templateId=renderPrint.psml. Stand: 16.04.2010..

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Details

Titel
Die Altersgruppe 40 - 55 als potentielle Zielgruppe für Studien- und Gruppenreiseveranstalter am Beispiel der via cultus Internationale Gruppen- und Studienreisen GmbH
Hochschule
Karlshochschule International University
Note
3,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
60
Katalognummer
V159651
ISBN (eBook)
9783640722563
ISBN (Buch)
9783640722952
Dateigröße
693 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Altersgruppe, Zielgruppe, Studien-, Gruppenreiseveranstalter, Beispiel, Internationale, Gruppen-, Studienreisen, GmbH
Arbeit zitieren
Caroline Folger (Autor), 2010, Die Altersgruppe 40 - 55 als potentielle Zielgruppe für Studien- und Gruppenreiseveranstalter am Beispiel der via cultus Internationale Gruppen- und Studienreisen GmbH , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159651

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