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Investitionslenkung im Dritten Reich

Title: Investitionslenkung im Dritten Reich

Seminar Paper , 2009 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Markus Figiel (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Das Dritte Reich war ein totalitäres System, geprägt von Zwang, Gewalt und Terror. Spätestens mit der Verkündung des Vierjahresplans wurde die Kriegsabsicht des NS-Regimes deutlich. Dieser Plan besagte, dass die deutsche Armee in vier Jahren einsatzfähig und die deutsche Wirtschaft in vier Jahren kriegsfähig sein muss. Das NS-Regime war sich bewusst, dass ein totaler Krieg nur erfolgreich geführt werden kann, wenn die deutsche Wirtschaft auf eine beschleunigte Aufrüstung und Autarkie ausgerichtet wird. Aus diesem Grund mussten enorme privatwirtschaftliche Investitionen in die Autarkie- und Rüstungsbranchen gelenkt werden. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Diktatur vor Nichts zurückschreckte um ihre Rüstungs- und Autarkieziele zu verwirklichen. Wenn die Privatwirtschaft nicht freiwillig bereit war die Forderungen des Reiches zu erfüllen, dann würde man auch zu Gewalt und Zwangsmaßnahmen greifen. In der Literatur jedoch wird dieser Sachverhalt seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert. Diese Arbeit widmet sich dem Verhältnis zwischen Staat und Industrie, in Bezug auf die Investitionslenkung in die Rüstungs- und Autarkiebranchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. INVESTITIONSLENKUNG DURCH ZWANG

2.1 Regelungen, Kontrolle und Terror

2.2 staatliche Lenkung und Preisregulierung

2.3 Junkers und die BRABAG

3. INVESTITIONSLENKUNG DURCH ANREIZE

3.1 ökonomische Anreize und Wettbewerbsdruck

3.2 Varianten der Investitionsförderung

3.2.1 Der Risikoteilungsvertrag

3.2.2 Der Wirtschaftlichkeitsgarantievertrag

3.2.3 Der Pachtvertrag

3.3 Beispielhafte Investitionsentscheidungen

3.3.1 synthetischer Treibstoff

3.3.2 Chemiefasern

3.4 ökonomische Rationalität bei der Wahl der Investitionsverträge

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen staatlicher Investitionslenkung und unternehmerischer Autonomie im Dritten Reich. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob der Kapazitätsausbau in der Rüstungs- und Autarkieindustrie primär durch direkten staatlichen Zwang oder durch ökonomische Anreizsysteme motiviert war.

  • Verhältnis zwischen staatlichem Zwang und privatem Unternehmertum
  • Analyse verschiedener Investitionsverträge (Risikoteilung, Wirtschaftlichkeitsgarantie, Pacht)
  • Die Rolle der ökonomischen Rationalität bei unternehmerischen Investitionsentscheidungen
  • Fallbeispiele zur Investitionslenkung (u.a. synthetische Treibstoffe und Chemiefasern)
  • Kritische Würdigung der These vom "vorauseilenden Gehorsam"

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Der Risikoteilungsvertrag

Der Risikoteilungsvertrag war die „liberalste“ Form der Investitionsförderung. Der Staat bewegte wichtige Rüstungs- und Autarkiebranchen zum Kapazitätsausbau durch staatliche Kredite und Bürgschaften. Der Risikoteilungsvertrag hatte grundsätzlich zwei Funktionen. Zum Einen stellten die staatlichen Kredite oder Bürgschaften eine Finanzierungsfunktion dar und zum Anderen auch eine Risikominderungsfunktion. Die Risikominderungsfunktion konnte dadurch erreicht werden, dass das Rückgriffsrecht des staatlichen Gläubigers oder Bürgen beschränkt wurde. Bei einem Liquidationsfall wurde beispielsweise das Rückgriffsrecht des Gläubigers oder Bürgen nicht auf das gesamte Vermögen des Unternehmens, sondern nur auf den Teil, der durch den Kredit finanzierten Anlagen, bezogen. In anderen Fällen wurde den Unternehmen in den Verträgen eine Risikoklausel zugestanden. Diese Klausel machte die Kredittilgung von einer gewissen Umsatzhöhe des Unternehmens abhängig. Die Kredittilgung war also von dem Unternehmenserfolg abhängig, was das unternehmerische Risiko stark sengte und den erwarteten Gewinn des Unternehmens erhöhte. Diese Risikominderungsfunktion mit ihrem beschränkten Rückgriffrecht hatte einen entscheidenden Vorteil. Sie förderte das Einbringen von Eigenkapital in das Investitionsprojekt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Investitionslenkung im Dritten Reich und die kontroverse Debatte zwischen Zwang und ökonomischen Anreizen.

2. INVESTITIONSLENKUNG DURCH ZWANG: Darstellung der totalitären Rahmenbedingungen, die durch Terror und Kontrolle direkten Druck auf die Wirtschaft ausübten.

3. INVESTITIONSLENKUNG DURCH ANREIZE: Analyse der alternativen Steuerungsinstrumente wie Investitionsverträge, die auf Freiwilligkeit und ökonomischem Kalkül basierten.

FAZIT: Synthese der Ergebnisse, die den hohen Stellenwert ökonomischer Anreize unterstreicht, ohne den strukturellen staatlichen Zwang durch die Begrenzung von Alternativen vollständig zu negieren.

Schlüsselwörter

Investitionslenkung, Drittes Reich, Autarkie, Rüstungsindustrie, NS-Wirtschaftspolitik, Risikoteilungsvertrag, Wirtschaftlichkeitsgarantievertrag, Pachtvertrag, Vertragsfreiheit, ökonomische Rationalität, Kapazitätsausbau, Wettbewerbsdruck, Industriepolitik, staatliche Förderung, Unternehmensautonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, auf welche Weise das NS-Regime die deutsche Privatwirtschaft dazu bewegte, Investitionen in die für den Krieg wichtigen Rüstungs- und Autarkiebranchen zu tätigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themen umfassen die Rolle von staatlichem Terror, die Ausgestaltung spezifischer Investitionsverträge und die Bedeutung unternehmerischer Gewinnmaximierung unter NS-Rahmenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob die Investitionslenkung primär durch Zwang und Verstaatlichungsdruck oder durch gezielte ökonomische Anreize erfolgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die unter Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse die Logik der Industriepolitik im Nationalsozialismus untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Zwangsinstrumente sowie eine detaillierte Vorstellung der verschiedenen vertraglichen Anreizsysteme und ihrer Anwendung in der Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Investitionslenkung, Risikoteilung, Autarkie, Rüstungsindustrie und unternehmerische Entscheidungsfreiheit.

Wie wurde die Rolle von Junkers und der BRABAG bewertet?

Die Arbeit klassifiziert diese Fälle als seltene Ausnahmen von staatlichem Zwang, die nicht als repräsentativ für das allgemeine Verhältnis zwischen Staat und Industrie angesehen werden sollten.

Warum lehnte die IG Farben bestimmte Investitionsvorschläge ab?

Die Ablehnung beruhte auf dem Bestreben, bessere vertragliche Konditionen wie Preis- und Absatzgarantien zu erreichen, was zeigt, dass Unternehmen ihre Verhandlungsposition aktiv nutzten.

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Details

Title
Investitionslenkung im Dritten Reich
College
University of Hohenheim
Grade
1,7
Author
Markus Figiel (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V159662
ISBN (eBook)
9783640724703
ISBN (Book)
9783640725144
Language
German
Tags
Drittes Reich Autarkie Rüstung Investitionslenkung Investitionsverträge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Figiel (Author), 2009, Investitionslenkung im Dritten Reich , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159662
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