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Preisstabilität und Wachstum

Titel: Preisstabilität und Wachstum

Seminararbeit , 2008 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Markus Figiel (Autor:in)

VWL - Konjunktur und Wachstum
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hauptaufgabe der Europäischen Zentralbank ist die Gewährleistung der Preisstabilität im Euroraum. Die EZB sieht in der Preisstabilität eine wichtige Vorraussetzung für nachhaltiges Wirtschaftswachstum .
Vor den siebziger Jahren ging der Konsens über die Beziehung zwischen Preisstabilität und Wachstum in eine andere Richtung. Dieser Konsens basierte auf dem, durch Phillips begründeten, Trade-off zwischen Inflation und Wachstum. Politische Entscheidungsträger sahen sich, unter Duldung einer höheren Inflation, in der Lage das Beschäftigungsniveau und Wirtschaftswachstum zu erhöhen. Eine expansive Geld- und Fiskalpolitik war die Folge dieser Überzeugung. Es folgte in den siebziger Jahren eine Zeit mit hoher Inflation und geringem Wirtschaftswachstum. Diese Zeit widersprach der Theorie von Phillips und deutete auf einen Zielkonflikt zwischen Inflation und Wirtschaftswachstum hin.
Die Beziehung zwischen Inflation und Wachstum ist Gegenstand vieler Debatten und empirischer Untersuchungen, die bis Dato noch zu abweichenden Ergebnissen führen. Diese Arbeit widmet sich der kontrovers diskutierten Beziehung zwischen Inflation und Wachstum.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

A. Inflation und Wachstum

1. Die Phillips-Kurve

2. Empirische Analysen

3. Inflationskanäle

4. Erwartungen

B. Disinflation und Wachstum

1. variable NAIRU

2. strukturelle Arbeitslosigkeit

3. Hyteresis und Wachstum

4. Sacrifice Ratio

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die kontrovers diskutierte Beziehung zwischen Inflation und Wirtschaftswachstum. Dabei wird analysiert, inwieweit Preisstabilität eine notwendige Bedingung für nachhaltiges Wachstum darstellt und welche Auswirkungen Disinflationsstrategien auf das Beschäftigungsniveau und das langfristige Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft haben.

  • Analyse des theoretischen Trade-offs zwischen Inflation und Wachstum (Phillips-Kurve)
  • Empirische Untersuchung der negativen Effekte von Inflation auf das Wirtschaftswachstum
  • Identifikation der Inflationskanäle, durch die Preisstabilität das Wachstum fördert
  • Diskussion der Kosten von Disinflationsstrategien und deren Einfluss auf die NAIRU
  • Kritische Betrachtung von Hysteresis-Effekten und struktureller Arbeitslosigkeit im Kontext der Geldpolitik

Auszug aus dem Buch

3. Inflationskanäle

Der vorangegangene Abschnitt beschreibt eine negative Beziehung zwischen Inflation und Wachstum. Die Analysen der Beziehung liefern aber keine Aussagen über die Mechanismen, die zu einem negativen Zusammenhang zwischen Inflation und Wachstum führen und gleichzeitig die positiven Effekte von Preisstabilität erklären. Dieser Abschnitt setzt sich mit dieser Fragestellung auseinander.

Wesentlich für eine effiziente Funktionsfähigkeit einer Marktwirtschaft ist das Preissystem als Informationsträger. Es zeigt durch relative Preise Knappheiten und steigende Nachfrage an. Mit steigender Inflation nehmen die Schwankungen der relativen Preise zu. Beispielsweise kann ein Unternehmen, das bei steigender Inflation einen Preisanstieg eines bestimmten Gutes beobachtet, nicht genau erkennen, ob dieser Preisanstieg die Folge größerer Nachfrage oder einer Verknappung des Angebots ist. Der Preisanstieg kann sich aber auch lediglich auf eine unterschiedliche Preisniveauentwicklung zurückführen lassen. Dieser Effekt führt zu einer ineffizienten Allokation von Ressourcen, die sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirkt.

Inflation dämpft die Investitionstätigkeit. Investitionsprojekte sind größtenteils irreversibel. Eine getätigte Investition kann sich durch plötzlich auftretende Veränderungen der Markbedingungen als unrentabel erweisen. Es besteht eine hohe Korrelation zwischen Inflationshöhe und Volatilität der Inflation. Dies bedeutet, dass sich das Investitionsrisiko erhöht. Risikoaverse Investoren werden sich zurückhalten. Das, mit der Inflation, steigende Investitionsrisiko verursacht einen geringeren Kapitalstock. Das Wachstumspotenzial einer Wirtschaft wird geschwächt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung der Preisstabilität als Ziel der EZB dar und umreißt den historischen Wandel in der Wahrnehmung des Zielkonflikts zwischen Inflation und Wachstum.

A. Inflation und Wachstum: Dieses Kapitel analysiert das theoretische Konzept der Phillips-Kurve sowie empirische Studien, die eine negative Korrelation zwischen Inflation und Wirtschaftswachstum belegen.

1. Die Phillips-Kurve: Der Abschnitt erläutert den klassischen Trade-off zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit sowie dessen theoretische Kritik durch die Lohn-Preis-Spirale.

2. Empirische Analysen: Hier werden Regressionsanalysen vorgestellt, die den negativen Zusammenhang zwischen Inflation und BIP-Wachstum über verschiedene Ländergruppen hinweg untersuchen.

3. Inflationskanäle: Dieses Kapitel identifiziert Mechanismen, wie etwa die Verzerrung des Preissystems und erhöhte Investitionsrisiken, durch die Inflation das Wachstum hemmt.

4. Erwartungen: Der Fokus liegt auf der Rolle von Inflationserwartungen und deren Bedeutung für eine stabilitätsorientierte Geldpolitik.

B. Disinflation und Wachstum: Die Diskussion konzentriert sich auf die Kosten der Inflationsbekämpfung und deren Auswirkungen auf die langfristige Beschäftigung.

1. variable NAIRU: Der Abschnitt untersucht das Konzept der natürlichen Arbeitslosenquote und wie diese durch Disinflationsprozesse beeinflusst wird.

2. strukturelle Arbeitslosigkeit: Es wird erklärt, wie Humankapitalentwertung und Arbeitslosigkeit während Disinflationsphasen zu dauerhafter Arbeitslosigkeit führen.

3. Hyteresis und Wachstum: Dieses Kapitel beschreibt die Pfadabhängigkeit der Arbeitslosigkeit und die negativen Rückwirkungen auf das Wachstumspotenzial.

4. Sacrifice Ratio: Hier werden die Kosten der Disinflation in Bezug auf den Outputverlust definiert und verschiedene Strategien zur Inflationsbekämpfung verglichen.

Schlüsselwörter

Preisstabilität, Wirtschaftswachstum, Inflation, Phillips-Kurve, Disinflation, NAIRU, Hysteresis, Sacrifice Ratio, Geldpolitik, Arbeitslosigkeit, Humankapital, Investitionstätigkeit, Ressourcenallokation, EZB, Erwartungsbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen Preisstabilität und Wirtschaftswachstum, wobei sie sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die negativen Auswirkungen von Inflation auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beleuchtet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Phillips-Kurve, die Auswirkungen von Inflation auf die Ressourcenallokation und Investitionen sowie die Kosten der Disinflation in Form von Arbeitslosigkeit und Outputverlusten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, warum Preisstabilität als Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum angesehen wird und welche Mechanismen zu diesem Zielkonflikt beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, indem sie ökonomische Theorien (wie die Phillips-Kurve) mit empirischen Regressionsstudien verschiedener Autoren (z. B. Gosh, Phillips, Ball) verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird erstens der Zusammenhang zwischen Inflation und Wachstum diskutiert und zweitens die kritische Problematik der Disinflation sowie deren Kosten für das Beschäftigungsniveau untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Preisstabilität, Inflation, Disinflation, NAIRU, Sacrifice Ratio, Hysteresis und Wirtschaftswachstum.

Warum spielt die Inflation eine Rolle für die Ressourcenallokation?

Inflation verzerrt das Preissystem, wodurch Unternehmen Schwierigkeiten haben, Preissignale korrekt zu interpretieren, was zu einer ineffizienten Allokation von Ressourcen führt.

Was besagt der Hysteresis-Effekt im Kontext der Arbeitslosigkeit?

Hysteresis beschreibt die Pfadabhängigkeit, bei der durch Disinflation ausgelöste kurzfristige Arbeitslosigkeit zu einer dauerhaften Erhöhung der strukturellen Arbeitslosigkeit führt, da Arbeitnehmer durch Entwertung ihres Humankapitals an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Wie unterscheidet sich die Situation von Entwicklungs- und Industrieländern laut der Arbeit?

Die Arbeit zeigt, dass Entwicklungsländer durch spezielle Indexierungsmechanismen höhere Inflationsraten tendenziell besser verkraften können als Industrieländer, bei denen bereits geringe Inflationsraten das Wachstum negativ beeinflussen können.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Preisstabilität und Wachstum
Hochschule
Universität Hohenheim
Note
2,3
Autor
Markus Figiel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V159664
ISBN (eBook)
9783640724819
ISBN (Buch)
9783640725090
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inflation Wachstum Disinflation NAIRU Sacrifice Ratio Phillips-Kurve
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Figiel (Autor:in), 2008, Preisstabilität und Wachstum , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159664
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