Der Mehrwert von Corporate Social Responsibility für Unternehmen


Seminararbeit, 2010

19 Seiten, Note: 2,0

Martin Philipp Wiesert (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Corporate Social Responsibility: Allgemeines
2.1 Umfang
2.2 Ursprung und Entwicklung
2.3 CSR-Forderungen und -Vereinbarungen

3. Warum Unternehmen Corporate Social Responsibility befolgen
3.1 Imagegewinn und Profit durch CSR
3.2 Negativbeispiel: Shell und der Brent Spar
3.3 Positivbeispiel: Die Philosophie des Wolfgang Grupps

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

Öffentlichkeit und Politik fordern Wirtschaftsunternehmen oft zu einem Handeln auf, das ihre gesellschaftliche Verantwortung, zumeist mit dem englischen Begriff Corporate Social Responsibility ausgedrückt (kurz: CSR), als wichtige Maxime berücksichtigt. Teilweise wird CSR auch von Seiten der Wirtschaft selbst als aufzuerlegender Faktor bei der Entscheidungsfindung verlangt. Viele Firmen und Konzerne nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung mittlerweile wahr. Jedoch gab und gibt es immer wieder auch Negativbeispiele.

CSR umfasst diverse Aspekte, im Wesentlichen unterteilen sich diese in ökologische und soziale Belange. Im Zuge der Globalisierung und einer schnellen technologischen Entwicklung gewinnt der Diskurs über CSR eine immer größere Aufmerksamkeit. Speziell durch wachsende soziale Missstände und Divergenzen sowie häufiger auftretenden Umweltproblemen in den letzten Jahrzehnten, hat die Diskussion und damit die Bedeutung von CSR zugenommen. Besonders bei ihren Aktivitäten in Schwellen- und Entwicklungsländern stoßen multinationale Unternehmen auf soziale und ökologische Herausforderungen, bei denen eine Arbeitsweise und -ideologie im Sinne von CSR gefordert ist.

Was genau ein Handeln von Unternehmen im Sinne ihrer gesellschaftlichen Verantwortung ausmacht ist dabei nicht eindeutig festgelegt. Nationale, wie auch einige internationale, Gesetzgebungen können bereits Elemente von CSR beinhalten. Die eigentlich wünschenswerten Aktivitäten der Unternehmen gehen allerdings meist auf freiwilliger Basis über die Gesetze hinaus. Hierbei steht vor allem die Art der Maßnahmen und ihre Quantität wie Qualität im Fokus. Manchen Meinungen zufolge, sei aber auch schon die Einhaltung der Gesetze durch die Unternehmen ein Teil von CSR und nicht selbstverständlich.

Diese Umstände werfen die Frage auf, warum Unternehmen überhaupt im Sinne von CSR handeln sollten? Hat CSR nur Symbolcharakter oder einen tatsächlichen Mehrwert für ihr Image und letztendlich auch den kommerziellen Erfolg? Oder ist es sogar ökonomisch effizienter CSR außer Acht zu lasen, sich nicht an Gesetze, die damit verbunden sind, zu halten und eventuelle Sanktionen in Kauf zu nehmen? Ich vertrete dazu die These, dass Corporate Social Responsibility definitiv ein Erfolgskonzept für Unternehmen darstellt. Ein Unternehmen das heutzutage seine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft nicht berücksichtigt, wird früher oder später negative Auswirkungen verspüren.

Zur Verifizierung dieser These, werde ich mich an folgenden Arbeitsfragen orientieren:

- Was genau sind Inhalte der CSR?
- Wo liegen die Ursprünge von CSR und wie verlief dessen Entwicklung?
- Welchen Regelungen zur CSR existieren und wie verbindlich sind diese?
- Warum und wie wirkt sich eine gesellschaftlich verantwortungsvolle Firmenphilosophie positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen aus?

Das auf diese Einleitung folgende zweite Kapitel widmet sich, zur allgemeinen Einführung in das Thema, den ersten drei Fragen. Anschließend thematisiert das dritte Kapitel die letzte Frage als eigentlichen Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit und bietet zwei Fallbeispiele zur Verdeutlichung. Abschließend erfolgt ein Fazit.

2. Corporate Social Responsibility: Allgemeines

2.1 Umfang

Corporate Social Responsibility genau zu definieren ist ein schwieriges Unterfangen. Konsens in der Soziologie ist, dass eine konkrete Eingrenzung von CSR eigentlich nicht möglich ist.

„Eine Vielzahl von Akteuren beeinflusst, prägt und gestaltet dieses weite Themenfeld, weswegen mit dem Schlagwort CSR auch unterschiedliche Vorstellungen assoziiert werden.“1

Wie eingangs bereits erwähnt, steht allerdings fest, dass Unternehmen eine soziale und ökologische Verantwortung gegenüber den Gesellschaften haben, in denen sie operieren. Die Verantwortung betrifft in erster Linie das Handeln in der Wertschöpfungskette der Unternehmen, sprich den Produktionsprozess wie beispielsweise Arbeitsbedingungen oder den Umgang mit Ressourcen bis hin zum Absetzen der Produkte. In zweiter Linie aber auch jegliches Handeln außerhalb dieses Kausalzusammenhangs. In Zeiten der Globalisierung ist CSR verstärkt von Interesse und gilt insbesondere für große, private, multinationale Unternehmen und wiederum speziell für deren Handeln in Entwicklungsländern. Selbstverständlich sind dadurch ein verantwortungsvolles Handeln in Industrieländern sowie kleinere und auch staatliche Unternehmen nicht von der Debatte ausgeschlossen.2

Institutionell beschreibe CSR auch den Findungsprozess von nationalen und internationalen Normen, Regeln, Abkommen, Gesetzen etc., die vorgeben, in welchen Bereichen und wie genau sich Unternehmen gesellschaftlich nachhaltig verhalten sollen oder müssen. Intendiert sei darin jedoch immer ein Handeln von Unternehmen, das auf freiwilliger Basis über Verpflichtungen hinausgeht.3

Der Unterschied zwischen freiwilligem und unfreiwilligem Handeln ist also im CSR-Diskurs von besonderer Relevanz. Dies zeigt sich, wenn man die verschiedenen Debatten um CSR betrachtet. Während in der US- amerikanischen Debatte der Fokus auf einer ökonomischen Verantwortung gegenüber den Eigentümern bzw. Aktionären eines Unternehmens liegt (Shareholder-Value-Ansatz) und die Einhaltung von Recht und Gesetz bereits Element von CSR ist, definiert man in Europa CSR eher als freiwillige Grundlage zu einem sozial und ökologisch verantwortungsvollen Handeln der Unternehmen gegenüber Mitarbeitern, Kunden/Konsumenten, Gesellschaft oder Umwelt (Stakeholder-Value-Ansatz).4

Beispiele typischer CSR-Maßnahmen sind demnach Engagement für Wissenschaft, Bildung und Soziales (z.B. durch Stiftungen), für die Umwelt (z.B. Energieeinsparung, CO2-Reduktion oder Müllrecycling) oder für Mitarbeiter (z.B. Weiterbildung oder Arbeitssicherheit).5

Das freiwillige verantwortungsvolle Handeln von Unternehmen ist dementsprechend bedeutungsvoller und wird mehr gewürdigt. Dies resultiert auch daraus, dass, wie Ulrich sagt, staatliche Gesetzgebung oft dem technischen und wirtschaftlichen Progress nicht gerecht werde, generell unvollständig sei und Kontrollen mangelhaft seien.6

2.2 Ursprung und Entwicklung

Ebenso unklar wie die Definition von CSR ist, lässt sich dessen geschichtlicher Verlauf nachzeichnen.

Laut Hiß, sei die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen unmittelbar mit der industriellen Revolution und dem Aufstieg der Organisationsform Unternehmen in den letzten 150 Jahren verbunden. Die in dieser Periode wachsende Anzahl multinationaler Unternehmen sei für die Aufrufe nach CSR mitverantwortlich. Eine Intensivierung des Themas erkennt Hiß aber erst seit den 1990er Jahren.7

Eine gelungene grobe Beschreibung der Entwicklung von CSR bietet Katharina Bluhm. Den Ausgangspunkt der Debatte um die Verantwortung von Unternehmen gegenüber der Gesellschaft verortet sie dabei im Buch Social Responsibilities of the Businessmen des US-amerikanischen Ökonomen Howard R. Bowen von 1953. Anschließend beschreibt Bluhm vier historische Verlaufsphasen der CSR.8

Die erste Phase reiche bis in die 1970er Jahre hinein. Geprägt sei diese Periode von staatlichen Projekten zur Normensetzung von CSR. Verschiedene staatliche Organisationen wie die International Labour Organization (ILO) oder die Organization for Economic Cooperation and Development (OECD) erließen Richtlinien, welche sich jedoch nicht an die Unternehmen direkt richteten, sondern an die Nationalstaaten. Die Staaten ratifizierten und sollten ihrerseits die Einhaltung der Vorgaben überwachen.9

[...]


1 Hiß, 2006, S. 21

2 Vgl. Bluhm, 2008, S. 145

3 Ebd., S. 144

4 Ebd.

5 Vgl. Lin-Hi / Suchanek, 2006, S. 9ff

6 2008, S. 52

7 2006, S. 21

8 2008, S. 146; auch Hiß sieht den Beginn von CSR in den USA der 1950er Jahre, vgl. 2006, S. 29; eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Autorinnen ist die Meinung, dass CSR erst seit den 1990er Jahren organisatorisch intensiv betrieben werde

9 Bluhm, 2008, S. 146; die IL]O-Kernarbeitsnormen beinhalten die Einhaltung der grundlegendsten Menschrechte im Bereich Arbeit, zum Beispiel das Verbot von Zwangs- und der schlimmsten Formen von Kinderarbeit.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Mehrwert von Corporate Social Responsibility für Unternehmen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationssoziologie
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V159718
ISBN (eBook)
9783640730834
ISBN (Buch)
9783640731114
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaft, Unternehmen, gesellschaftliche Verantwortung, CSR
Arbeit zitieren
Martin Philipp Wiesert (Autor), 2010, Der Mehrwert von Corporate Social Responsibility für Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159718

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