Gesprächsanalytische Untersuchung von Nähe und Distanz in fingierter Mündlichkeit

Anhand von Beispielanalysen


Diplomarbeit, 2010
115 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

0. Einleitung

Sich durch sprachliche und außersprachliche Mittel zu verständigen ist ein natürliches Bedürfnis des Menschen. Denn ohne Kommunikation, sei sie lautsprachlich, schriftsprachlich oder auf Gestiken basierend, können Menschen ihre Gedanken und Gefühle nicht austauschen. Sich zu anderen Wesen seiner Art zu gesellen und sich mit diesen auszutauschen, ist aber ein natürliches Grundbedürfnis des Menschen; ohne soziale Kontakte, welche mittels Kommunikation aufrechterhalten werden, würde der Mensch vereinsamen.

Das Gespräch ist eine wichtige soziale Größe, da es die Grundeinheit der Kommunikation[1] zwischen den Menschen bildet. Im sozialen Alltag spielen Gespräche eine essentielle Rolle, denn Sprache ist das Medium, durch welches eine Interaktion zwischenmenschlicher Art realisiert wird. Auch beim Erlernen von Sprache übernimmt das Gespräch eine elementare Funktion, denn es ist „zweifellos die prototypische Form des Sprachgebrauchs, über die wir alle unsere ersten Erfahrungen mit Sprache machen – die Matrix für den Spracherwerb.“[2] Der Dialog, also das Gespräch zwischen zwei Menschen, soll Gegenstand der folgenden Untersuchung sein, da dieser wiederum die am häufigsten gebrauchte Form des Gespräches ist.

Mit Gesprächen unterschiedlicher Art beschäftigen sich Forscher aus verschiedenen Disziplinen. Zu den Forschungsrichtungen, die die unterschiedlichen Facetten der verbalen Interaktion untersuchen und die Gesprächsanalyse als Forschungsinstrument nutzen, gehören u.a. die Soziologie, die Psychologie, die Psychiatrie, die Pädagogik, die Politikwissenschaften, die Philosophie, die Anthropologie, die Kommunikationswissenschaft, die Literaturwissenschaft sowie verschiedene Subdisziplinen und Abzweigungen, wie zum Beispiel die Dialogforschung als spezieller Untersuchungsbereich der Linguistik, die sich mit der Beschreibung von Strukturen, Typen, Inhalten und Funktionen von Dialogen beschäftigt. In dieser Untersuchung wird, weil sie eine sprachwissenschaftliche ist, konsequenterweise die Linguistik die maßgebliche Disziplin sein, aus deren Perspektive die Thematik dieser beleuchtet wird.

Das weit verbreitete Interesse an der verbalen Interaktion zeigt, wie grundlegend diese für wissenschaftliche Erkenntnisfragen, aber eben auch für das alltägliche Dasein des Menschen und für die gesamte Gesellschaft ist. Auch Literaten, deren Werke ebenfalls eine wichtige Rolle innerhalb der Gesellschaft einnehmen, indem sie zum einen der Konservierung von Texten – und mithin von Wissensbeständen – sowie zum anderen der Unterhaltung dienen, haben sich die elementare Rolle von verbaler Interaktion zu Nutze gemacht und integrieren fiktionale Formen von Gesprächen in ihre Schriftstücke. Dies betrifft nicht nur das Drama, für welches die dialogische Form konstitutiv ist, sondern auch epische Texte. So werden häufig Selbstgespräche, Dialoge oder Gespräche zwischen mehreren Personen in Prosatexte eingebunden. Die Fragen, wie und warum ein Schriftsteller das Stilmittel der fingierten Mündlichkeit in seinem Prosatext einsetzt, welche Wirkungen damit beim Leser erzielt werden sollen und inwieweit die fingierten Gespräche mit natürlichen Alltagsgesprächen zu vergleichen sind, werden in dieser Arbeit beantwortet werden.

Die Analyse von Dialogen innerhalb der Romanform erscheint besonders interessant für einen Vergleich mit alltagssprachlichen Dialogen, da der Autor mit dem fiktiven Zitieren die den Roman dominierende reine epische Erzählweise unterbricht. Anscheinend soll dem Leser durch die Aufführung eines fingierten Dialoges eine Szene bildlich vorstellbar und scheinbar hörbar gemacht werden. Inwieweit diese Vermutung zutrifft, wird anhand der Analyse ausgewählter Beispiele untersucht. In diesem Rahmen wird es nicht möglich sein, solch zahlreiche Dialogbeispiele zu untersuchen, dass man zu einer repräsentativen Antwort auf die Frage kommen könnte, wie Dialoge in Romanen insgesamt gestaltet sind und welche Antworten auf die speziellen Fragestellungen dieser Arbeit bezüglich der Gesamtheit der Romane zutreffend sind. So können in dieser Untersuchung nur aus zwei Romanen jeweils einige Dialogbeispiele analysiert werden. Diese Romane werden zum einen „Der Zauberberg“ von Thomas Mann sowie zum anderen „Mondscheintarif“ von Ildikó von Kürthy sein. Diese Beispielwerke enthalten jeweils mehrere Passagen, in denen Mündlichkeit auf unterschiedliche Weisen fingiert wird, sodass sie sich für die Analyse der Realisierungsformen dieses Stilmittels eignen.

Das Nähe-Distanz Modell von Peter Koch und Wulf Oesterreicher ist in diesem Zusammenhang besonders gut geeignet für die Klassifizierung von gesprochener und geschriebener Sprache, weil es die Unterscheidung zwischen der konzeptionellen und der medialen Seite von sprachlichen Äußerungen vornimmt, aber auch, weil sich darin Texte und Gespräche jeder Art anhand ihrer einzelnen Merkmale charakterisieren und einordnen lassen. Aufgrund dieser relativen Einordnung von sprachlichen Äußerungen wird die Untersuchung von Gesprächen innerhalb von Romanen – welche zweifelsohne eine Sonderstellung einnehmen – nicht auf ihre mediale Form der Schriftlichkeit beschränkt, sondern sie können dezidiert im Hinblick auf ihre einzelnen Merkmale analysiert werden. Daher wird in dieser Arbeit die fingierte Mündlichkeit innerhalb der Beispielromane mit Hilfe des Nähe-Distanz-Modells sprachlich eingeordnet werden sowie die Wirkungsweisen der Dialogbeispiele auf den Leser bezüglich Nähe und Distanz analysiert.

Insbesondere soll im Verlauf dieser Untersuchung eine Antwort auf die Frage erarbeitet werden, wie authentisch die schriftsprachlichen, künstlichen Dialoge innerhalb der Beispielromane wirken, mit welchen sprachlichen Mitteln dies gegebenenfalls erreicht wird und inwiefern es den Autoren dieser Romane durch die fingierten Dialoge gelingt, dass der Leser ein Nähe-Gefühl empfindet und er mittels dieses besonderen sprachlichen Stilmittels dazu affiziert wird, in die Illusion der Romanwelt imaginativ einzutauchen.

1. Hauptteil

1.1 Gesprochene Sprache als Gegenstand der Linguistik

Um dialogische Gespräche innerhalb literarischer Texte im Unterschied zu Gesprächen in der realen Lebenswelt zu untersuchen, müssen die für dieses Thema wichtigen Begriffe eingeführt sowie die Untersuchungsmethoden der Linguisten, die die gesprochene Sprache als ihren Untersuchungsgegenstand haben, erläutert werden. So sollen die folgenden Kapitel einen Einblick in den Gegenstandbereich der Mündlichkeit geben, damit im späteren Teil dieser Arbeit auf die spezielle Form der fingierten Mündlichkeit eingegangen werden und auf bereits erläuterte Termini und Feststellungen zurückgegriffen werden kann.

Im Folgenden wird zunächst ein in den Gegenstandsbereich einführender kurzer Rückblick dargestellt, in dem zum einen das Primat der gesprochenen Sprache thematisiert sowie zum anderen eine Antwort auf die Frage gegeben wird, warum die gesprochene Sprache – verglichen mit der geschriebenen Sprache – dennoch erst seit kurzer Zeit Gegenstand der Linguistik ist.

1.1.1 Rückblick

Der Mensch beherrscht und praktiziert die mündliche Sprache erheblich länger als die geschriebene; geschichtlich betrachtet begann die lautsprachliche Verständigung bereits vor etwa 200.000 bis 40.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung. Im Unterschied dazu wird nach heutigem Kenntnisstand vermutet, dass schriftsprachliche Systeme erst vor etwa 5.000 bis 6.000 Jahren entstanden sind.[3] Zudem gilt für den einzelnen Menschen, dass der Spracherwerb mit den mündlichen Fähigkeiten (ontogenetisch) beginnt und erst später, in der Regel im Schulalter ab etwa sechs Jahren, Lese- und Schreibfähigkeiten hinzukommen. Die gesprochene Sprache ist also im Vergleich zur geschriebenen Sprache sowohl bezüglich der Sprachgeschichte als auch des individuellen Spracherwerbs, die primäre Kommunikationsform.

Trotz dieses Primats der gesprochenen Sprache konzentrierten sich die systematischen Untersuchungen der Sprache sehr lange Zeit zunächst ausschließlich auf die geschriebene Sprache: „Von Anfang an dachten Philosophen und Sprachwissenschaftler eher an Geschriebenes als an Gesprochenes, wenn sie über Sprache schrieben, angefangen von Aristoteles, der in seiner Zeichendefinition in De interpretatione [...] vom Geschriebenen (ta grammatica) ausgeht“[4]. Ist in der Linguistik von ‚der Sprache’ die Rede, ist damit ebenfalls häufiger die geschriebene als die gesprochene Sprache gemeint. So denkt auch Ferdinand de Saussure, einer der einflussreichsten Zeichentheoretiker, „an ein Buch, wenn er die gemeinsame Sprache (langue) der vielen Individuen mit einem Wörterbuch vergleicht, das bei jedem Sprachteilhaber in einem druckidentischen Exemplar vorhanden sei.“[5] Tendenziell wurde der geschriebenen Sprache also stets mehr Aufmerksamkeit gewidmet, als der gesprochenen; lediglich einige Philosophen gehören zu den Ausnahmen, wie beispielsweise Plato, Rousseau, Herder und Nietzsche.[6]

Erst im Jahre 1899 wurde von dem Sprachwissenschaftler Otto Behaghel[7] auch die gesprochene Sprache als ein ernstzunehmender Gegenstand der Linguistik thematisiert. In seinem Aufsatz wurden zum ersten Mal die Unterschiede zwischen gesprochenem und geschriebenem Deutsch festgehalten.[8] Doch erst seit den 1960er Jahren werden intensive, systematische Untersuchungen der gesprochenen Sprache durchgeführt. Warum hat es mehr als 60 Jahre gedauert, bis Behaghels Beobachtungen „zu einem richtigen Forschungszweig der Sprachwissenschaft wurden? Ein Grund [...] war das Fehlen von geeigneten Tonaufzeichnungsmaschinen, mit denen man gleiche Sequenzen von gesprochenen Äußerungen mehrmals nacheinander wiedergeben konnte.“[9] Diese Funktion von Tonbandgeräten ist unabdingbar für die Untersuchung gesprochener Sprache, da nur auf diese Weise möglich ist, sich auf unterschiedliche Merkmale des Gesagten zu konzentrieren und es so untersuchen zu können. Dies ist der Hauptgrund von mehreren Gründen (die hier nicht im Einzelnen erläutert werden können[10] ) dafür, dass der Gegenstandsbereich der Grammatiken sich bis vor ein paar Jahrzehnten auf die Schriftsprache beschränkte.

Nachdem die technischen Mittel zur Aufzeichnung gegeben waren, rückte endlich auch die gesprochene Sprache in den Fokus der germanistischen Linguistik und das Gesprochene galt bald als gleichwertig gegenüber dem Geschriebenen. So wurde in den 1970er Jahren die Gesprächsanalyse zu einer eigenständigen Disziplin innerhalb der Linguistik.[11] Seither beschäftigen sich zahlreiche Gesprächsforscher mit der Analyse der gesprochenen Sprache und ihren Eigenschaften, Regularitäten und Veränderungen. Auch der Inhalt der herkömmlichen Grammatiken wurde um die gesprochene Sprache erweitert, sodass fundierte Grammatiken der gesprochenen Sprache mittlerweile zum festen Bestandteil der Linguistik gehören.[12]

1.1.2 Das Gespräch – Definition, allgemeine Merkmale, Grundbegriffe

In diesem Kapitel wird der für diese Untersuchung zentrale Begriff ‚Gespräch’ erläutert sowie die grundlegenden Begrifflichkeiten, die mit diesem in Zusammenhang stehen. In Kapitel 1.3 werden die Spezifika der gesprochenen Sprache, die im Folgenden zum Teil bereits erwähnt werden, anhand eines Beispiels dezidiert dargestellt.

Allgemein gilt: „Unter »Gespräch« […] verstehen wir eine jede sprechsprachliche, dialogische und thematisch zentrierte Interaktion.“[13] An dieser Interaktion sind mehrere Gesprächsteilnehmer beteiligt, die „in koordinierter Weise sprachliche Handlungen vollziehen.“[14] Brinker und Sager sprechen sich für eine Abschwächung der Formulierung ‚thematisch zentriert’ aus, da nach dieser Definition handlungsbegleitendes Sprechen (wie zum Beispiel der Ausruf Vorsicht!) keine Gesprächsqualität hat und somit aus dem Gegenstandsbereich der Gesprächsanalyse ausgeschlossen wäre. Deshalb schlagen sie als Definition vor: Ein Gespräch „ist eine begrenzte Folge von sprachlichen Äußerungen, die dialogisch ausgerichtet ist und eine thematische Orientierung aufweist.“[15] Laut dieser Formulierung ist also ein Kriterium dafür, ob eine Äußerungsfolge tatsächlich ein ‚Gespräch’ ist, die ‚thematische Orientierung’ (anstelle von ‚thematischer Zentrierung’). Brinker und Sager stellen also an ein Gespräch, wenn es als solches gelten soll, eine „minimale Kohärenzforderung, die allgemein besagt, daß zwischen den Äußerungen ein thematischer Zusammenhang bestehen muß“[16]. Die Formulierung der ‚dialogischen Ausrichtung’, die beide oben aufgeführten Definitionen enthalten, impliziert, dass mehrere Sprecher an einem Gespräch beteiligt sein müssen, damit es als solches gelten kann. Außerdem muss mindestens ein Sprecherwechsel zwischen den Beteiligten vollzogen werden.[17] Weiter ist ein Gespräch dadurch gekennzeichnet, dass ein in zeitlicher Hinsicht unmittelbarer Kontakt zwischen den Kommunizierenden besteht; so sind die wichtigsten Kommunikationsformen das Face-to-face-Gespräch und das Telefongespräch.[18]

Weiter wird in dieser Arbeit davon ausgegangen, dass ein Gespräch eine „gebräuchliche Art der Unterhaltung [ist], bei der sich zwei oder mehr Teilnehmer frei beim Sprechen abwechseln und die im Allgemeinen außerhalb von besonderen institutionalisierten Kontexten wie Gottesdiensten, Gerichtsverhandlungen, Unterricht und ähnlichem stattfindet.“[19] Diese Definition soll für die folgenden Kapitel zugrunde gelegt werden, weil in ihr hervorgehoben wird, dass ein Gespräch außerhalb von institutionalisierten Kontexten stattfindet und damit natürlich und spontan geschieht. Solche freien, ungezwungenen Gespräche sollen im Folgenden ‚Alltagsgespräche’ genannt werden, weil die meisten der in einer Gesellschaft lebenden Menschen diese alltäglich führen.[20] Die Abgrenzung zu institutionalisierten Gesprächen wird an dieser Stelle betont, weil diese nicht Gegenstand der folgenden Analyse sein werden. Wenn es in den folgenden Kapiteln um den Vergleich von Dialogen in der realen Welt – Dialogen in der fiktiven Welt geht, so bezieht sich ersteres auf die eben erläuterten, natürlich und spontan geführten Alltagsgespräche.

Die Grundeinheit eines Gespräches ist die Äußerung. Häufig ist der Kontext, in dem eine Äußerung gemacht wird, wichtig für ihre Bedeutungskonstituierung, da mit einer Äußerung grundsätzlich unterschiedliche Funktionen erfüllt und unterschiedliche Ziele verfolgt werden können. Allgemein ist festzuhalten, dass in der mündlichen Kommunikation bestimmte sprachliche Mittel verwendet werden, die die Bedeutung einer Äußerung, das heißt das vom Sprecher Gemeinte, eindeutig machen sollen (Disambiguierung). Diese Mittel können eingesetzt werden, um dem Hörer das Gesagte verständlich zu machen, einer Äußerung eine bestimmte Betonung zu verleihen oder um einen Aspekt besonders zu akzentuieren. Vor allem die Prosodie, die zu den paraverbalen Mitteln, die innerhalb der mündlichen Kommunikation gegeben sind, zählt, spielt hierbei eine wichtige Rolle, wie die Analyse des Beispielgespräches in Kapitel 1.3.9 zeigen wird.

Die Grundeinheit eines Gespräches ist der Redezug (auch: Gesprächsschritt oder -beitrag), der in der Linguistik häufig mit dem englischen Begriff Turn bezeichnet wird. Wie aus dem Wort ‚Redezug’ bereits abzulesen ist, meint dieser das Agieren einer am Gespräch beteiligten Person, während diese am Zug, also an der Reihe ist. Diejenige Person, die einen Gesprächsbeitrag leistet, hat für einen bestimmten Zeitraum das Rederecht. Dieses wird von den anderen Gesprächsteilnehmern in der Regel anerkannt und nicht infrage gestellt. Das Gelingen des Gesprächablaufs hängt von den Teilnehmern ab, welche die zentrale Aufgabe haben, „den Übergang des Rederechts von einem Sprecher zum nächsten zu organisieren“[21], also den Rederechts - oder Beitragswechsel zu regeln. Zu beachten ist, dass nicht jeder Sprecherwechsel auch ein Rederechtswechsel ist, denn alle Arten von kurzen Hörersignalen, wie Einwürfe, Rezeptionspartikel oder körperliche Zeichen sind zwar Äußerungen, aber sie beanspruchen nicht das Rederecht und gelten somit nicht als Gesprächsbeiträge. Mit Äußerungen dieser Art „signalisiert der Hörer dem Sprecher in erster Linie Aufmerksamkeit, eventuell noch Zustimmung oder Ablehnung.“[22] Zu den Hörersignalen gehören im verbalen Bereich beispielsweise Partikeln und Kurzäußerungen wie ja, mhm, stimmt, genau, ich weiß, na ja usw. sowie im nonverbalen Bereich gestisch-mimische Zeichen wie Kopfnicken- oder schütteln und Blickkontakt. Auf diese nonverbalen Signale, die neben den paraverbalen Signalen eine wichtige Rolle innerhalb der mündlichen Kommunikation einnehmen können, wird in Kapitel 1.3.1 eingegangen werden. Häufig ist ein Hörersignal eine Reaktion auf Vergewisserungssignale des Sprechers wie ne?, nicht?, ja?, verstehst du?, mit denen der Hörer auf diese antwortet. Deshalb werden ebendiese Hörersignale in der Linguistik als Kontakt- oder Rückmeldesignale bezeichnet und unter dem Terminus Rückmeldeverhalten zusammengefasst.[23]

Von den Rückmeldesignalen sind Höreräußerungen zu unterscheiden, die einen Kommentar, eine Einstellungsbekundung ausdrücken und häufig einfach zwischengerufen werden, wie zum Beispiel das glaube ich nicht, das ist ja interessant usw.. Mit diesen wird zwar kein Sprecherwechsel beabsichtigt, aber ihnen kommt eine wichtige gesprächssteuernde Funktion zu, etwa wenn der Sprecher durch den Zwischenruf zu einer bestimmten Äußerung veranlasst wird, auf die der Hörer eingehen will, nachdem er das Rederecht übernommen hat.[24]

Eine weitere Art des Hörersignals ist das gesprächsschrittbeanspruchende Signal, mit welchem der Hörer versucht, die Sprecherrolle zu übernehmen, sich aber nicht durchsetzen kann.[25] Häufig ist nicht auf Anhieb erkennbar, ob eine Höreräußerung nur unter die Kategorie ‚Rückmeldung’ fällt, oder ob sie (zusätzlich) eine andere Funktion hat. Dies „kann häufig nur durch eine kontextuelle Analyse ermittelt werden, die auch parasprachliche und nichtsprachliche Kommunikationsmittel [...] berücksichtigt.“[26] Die Beachtung des Kontextes ist insbesondere für die Analyse von transkribierten Gesprächen von Bedeutung, da häufig erst durch den Zusammenhang, in dem eine Äußerung gemacht wird, ihre Bedeutung konstituiert wird. Zu diesem Zusammenhang gehören in der mündlichen Kommunikation, wie erwähnt, die para- und nonverbalen Signale, die eine Äußerung begleiten und häufig eine entscheidende Rolle im Verständigungsprozess spielen.

Nachdem ein Sprecher seinen Turn beendet hat, übernimmt eine andere Person, die zuvor Hörer war, das Rederecht. Die Redeübernahme wird ebenfalls häufig mit einem englischen Begriff, nämlich als Turn-taking, bezeichnet und kann auf verschiedene Weisen geschehen. Unterscheiden lassen sich die Sprecherwechsel zum einen nach der Art ihres Entstehens sowie zum anderen nach der Art ihres Verlaufs.[27] Entweder kommt ein Sprecherwechsel durch Aufforderung (Fremdzuweisung) zustande, oder durch Selbstwahl (Selbstzuweisung). Bei ersterem wird durch den Sprecher der Turn an den Hörer übergeben. Dies geschieht, indem dieser bestimmte verbale und/oder nonverbale Signale äußert. Die Selbstwahl dagegen kann auf zwei verschiedene Weisen vollzogen werden, nämlich entweder mit oder ohne Unterbrechung des Sprechers. Im Falle der Unterbrechung des Sprechers „kommt es in der Regel zunächst zu einer Simultansequenz, d.h. zu gleichzeitigem Sprechen von Sprecher und Hörer, ehe sich der Hörer als neuer Sprecher durchsetzt.“[28] Dieser als nicht glatt oder reibungslos zu bezeichnende Wechsel mit Überschneidungssequenz kommt in Gesprächen sehr häufig vor, wie anhand des Beispieltranskriptes in Kapitel 1.3.9 deutlich wird.

Nach Art ihres Verlaufs ergeben sich für den Sprecherwechsel folgende Möglichkeiten: Der glatte Wechsel, bei dem der Sprecherwechsel ohne Simultansequenz erfolgt. Dabei übernimmt der Hörer entweder durch Fremd- oder Selbstzuweisung das Rederecht. Der Sprecherwechsel nach Pause geschieht, indem der Sprecher seinen Turn beendet und der Hörer die Sprecherrolle erst nach einer deutlichen Pause übernimmt. Der Sprecherwechsel nach Unterbrechung erfolgt, nachdem der Hörer vergeblich versucht hat, das Rederecht zu übernehmen und der Sprecher seine Rede fortsetzt. Der Versuch der Unterbrechung seitens des Hörers wird hierbei nicht unmittelbar akzeptiert, sodass eine mehr oder weniger lange Simultansequenz entsteht. Nur dann, wenn sich der Hörer tatsächlich durchsetzt, liegt ein Sprecherwechsel vor. Behauptet der Sprecher jedoch seine Sprecherrolle, „so handelt es sich auf der Seite des Hörers um eine Gesprächsschrittbeanspruchung, die zu den […] Höreraktivitäten gerechnet wird“[29] und keinen eigenen Gesprächsschritt darstellt. Nicht jede Unterbrechung durch den Hörer stellt eine Gesprächsschrittbeanspruchung dar; wie oben erläutert, kann es sich auch um ein Hörersignal handeln, mit dem kein Sprecherwechsel beabsichtigt wird.

Ein Gespräch besteht in der Regel aus drei Phasen: der Eröffnungs- (auch: Einleitungs-), der Kern - und der Beendigungsphase. Die Kernphase wird auch als Gesprächsmitte bezeichnet.[30] Die Eröffnungs- und die Beendigungsphase bestehen in der Regel jeweils aus ritualisierten Sequenzen, etwa dem Begrüßen und dem Verabschieden. „Die Eröffnungsphase dient dazu, die Vorstellungen hinsichtlich der Gesprächssituation zu koordinieren [...] und wechselseitig Gesprächsbereitschaft herzustellen. In der Kernphase werden Kommunikationsgegenstände [...] abgehandelt und Gesprächsziele verfolgt. Die Funktion der Beendigungsphase besteht dann in der gemeinsamen Auflösung der Gesprächsbereitschaft.“[31]

1.1.2.1 Gesprächsformen

Gespräche können in unterschiedlichen Gesprächsformen (auch: Gesprächs-/Diskurstypen oder kommunikative Gattungen) stattfinden, da sie stets in rahmengebende kommunikative Praktiken eingebunden sind. Kommunikative Praktiken sind Grundformen sowohl mündlicher als auch schriftlicher Verständigung, die zweckbezogen und vorgeformt sind und für die es alltägliche Bezeichnungen gibt.[32] So kann es sich bei einem Gespräch um eine dialogische Plauderei, ein Interview, eine Diskussion, einen Streit, oder um ein Gespräch zwischen Arzt und Patient handeln, um nur einige Beispiele zu nennen. Mit den unterschiedlichen Gesprächsformen werden unterschiedliche Zwecke verfolgt, wie zum Beispiel: Wissensvermittlung, Problemlösung, Unterhaltung usw. Anhand dieser Beispiele wird bereits deutlich, dass die Art des Gespräches maßgeblich durch die Situation und den Kontext, in dem es geführt wird, bestimmt ist. Auf den wichtigen Aspekt der Situationsgebundenheit wird in dem Kapitel über das Nähe-Distanz-Modell von Koch und Oesterreicher näher eingegangen werden.

1.1.2.2 Die Gesprächsanalyse

Die linguistische Gesprächsanalyse (auch: Dialog-, Konversations- oder Diskursanalyse) hat sich im Wesentlichen aus drei verschiedenen Forschungsrichtungen heraus entwickelt. Erstens, wie bereits oben erwähnt, aus der in den 1960er Jahren einsetzenden Erforschung der gesprochenen deutschen Sprache (‚GS-Forschung’); zweitens aus der in den 1960er Jahren im Rahmen der ethnomethodologischen Soziologie in den USA entstandenen ‚Conversational Analysis’ und drittens aus der angelsächsischen ‚Sprechakttheorie’, die Anfang der 1970er Jahre verstärkt rezipiert wurde und heute als einer der wichtigsten Bestandteile der Linguistischen Pragmatik anzusehen ist.[33]

Seit Beginn der 1970er Jahre gilt die Gesprächsanalyse als eigenständige Disziplin der Linguistik. Sie hat zur Aufgabe, „dialogisches sprachliches Handeln in sozialen Situationen systematisch zu beschreiben und zu erklären“[34]. In der Gesprächsanalyse werden natürliche Gespräche aufgezeichnet, verschriftlicht und analysiert; hierbei werden die Aktivitäten der Beteiligten sowie die Merkmale von Gesprächsstrukturen auf verschiedenen sprachtheoretischen Ebenen beschrieben.[35] Im Folgenden werden die einzelnen Arbeitsschritte der Methodik der Gesprächsanalyse vorgestellt.

1.1.2.2.1 Methodik

Während Texte, also schriftlich gegebene Realisierungen von Sprache, anschaubar und dauerhaft sind, ist die gesprochene Sprache hörbar und flüchtig/vergänglich. Texte sind deshalb objektmäßig/dauerhaft fassbar gegeben und konnten so seit jeher besser untersucht werden als mündliche Realisierungen von Sprache. Welche Mittel dazu benötigt werden, die gesprochene Sprache von ihrer Flüchtigkeit zu entbinden, um sie überhaupt zu einem Gegenstand linguistischer Untersuchungen machen zu können, wird im Folgenden erläutert.

Schritt 1: Aufzeichnung

Um gesprochene Sprache zu analysieren, bedarf es zunächst der Aufzeichnung des Gesagten. Die Idee, dass das menschliche Gedächtnis hierzu dienen könnte, wird sich in der Umsetzung als erfolglos erweisen, denn die Erinnerung ist „ein bekanntermaßen unzuverlässiges Mittel.“[36] Hinzu kommt der bemerkenswerte Aspekt, dass die „Verarbeitung und Speicherung von Gesprochenem [...] im normalen Kommunikationsprozess inhaltlich-thematisch ausgerichtet [ist]. Bestimmte Phänomene werden [...] gar nicht wahrgenommen oder treten nicht in den Fokus der Aufmerksamkeit.“[37] Die Bestätigung dieser These kann jeder alltäglich kommunizierende Mensch überprüfen und wird sicherlich schnell zu ebendiesem Ergebnis kommen. Denn wenn man versucht, ein vor kurzer Zeit geführtes Gespräch vollständig zu reproduzieren, wird die Wiedergabe des genauen Wortlautes nicht mehr möglich sein – eine zusammengefasste Wiedergabe des Inhaltes des Gespräches wird jedoch in der Regel durchaus abrufbar sein. Aus diesem Grund konnte die gesprochene Sprache erst analysiert werden, als sie mit Hilfe von technischen Geräten konserviert werden konnte. Dies wurde durch die Erfindung des Tonbandgerätes Mitte der 1930er Jahre möglich. Durch Gebrauch der Rückschalttaste konnte das Aufgezeichnete beliebig oft abgespult werden, sodass man sich auf unterschiedliche Eigenschaften des Gesagten konzentrieren konnte. Dies ist, wie oben erwähnt, eine wichtige Bedingung dafür, die gesprochene Sprache untersuchen und dezidiert beschreiben zu können.

Für die Analyse natürlicher Gespräche gilt als weitere Voraussetzung, dass die aufgezeichneten Gespräche möglichst authentisch sind, das heißt „weitgehend unbeeinflusst durch die Tatsache, dass sie aufgezeichnet werden.“[38] So ergibt sich aus dem Vorhaben, ein Gespräch, das aufgezeichnet wird, so einzufangen, als ob es ohne Aufzeichnung stattfinden würde, ein so genanntes Beobachterparadox. Dieses wird aufgelöst, indem die Gesprächsteilnehmer in der Regel etwa 15 Minuten nach Beginn der Aufnahmezeit „das Faktum der Aufnahme nicht mehr registrieren und ein weitgehend unbeeinflusstes Gesprächsverhalten zeigen.“[39]

Schritt 2: Verschriftlichung

Der erste Schritt für die Untersuchung gesprochener Sprache ist also das Aufzeichnen der jeweiligen kommunikativen Interaktion, beispielsweise eines Gespräches, einer Vorlesung, eines Interviews, einer Verhandlung oder einer einzelnen Äußerung usw. Im Folgenden wird das Hauptaugenmerk auf die Interaktionsform des Gespräches gelegt, weil ebendieses ein Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist.

Der zweite Schritt für die Untersuchung gesprochener Sprache besteht darin, das aufgezeichnete Gespräch zu verschriftlichen. Dieses Verfahren des Transkribierens ermöglicht „eine Vergegenwärtigung und »Betrachtung« der Äußerungen und Gespräche, wie sie allein durch das Abhören der Aufzeichnung nicht zu erreichen sind.“[40] Mittels des Transkribierens wird das Gesprochene von seinem zeitlichen Nacheinander in ein räumliches Nebeneinander überführt. Auf diese Weise werden die einzelnen Einheiten des aufgezeichneten Gespräches vergegenständlicht und sind als verschriftlichtes Produkt nicht mehr als zeitlicher Prozess, sondern gleichzeitig nebeneinander und dauerhaft gegeben. Da für das Notieren gesprochener Sprache das Standard-Schrift-system nicht ausreicht, wie man innerhalb der modernen Gesprächsanalyse erkannt hatte, wurden im Zuge der Entwicklung und Verbreitung von Tonaufzeichnungsgeräten spezielle Transkriptionssysteme entwickelt, welche jeweils aus einer Reihe von Zeichenkonventionen bestehen. Diese Systeme fungieren als Basis für die Verschriftlichung von aufgezeichneten Gesprächen und ermöglichen so die Beschreibung, Analyse und die Interpretation dieser.

1.1.2.1.2 Transkriptionssysteme

Es sind unterschiedliche Transkriptionssysteme entwickelt worden, die sich aufgrund ihrer Fokussierungen und Forschungsinteressen hinsichtlich einzelner Zeichenkonventionen unterscheiden; auf diese Unterschiede kann hier jedoch nicht näher eingegangen werden.[41] Dennoch wird, um einen Einblick in die Werkzeuge der Gesprächsanalyse zu geben, im Folgenden kurz auf Transkriptionssysteme im Allgemeinen eingegangen, um in Kapitel 1.3.9 ein nach einem der Transkriptionssysteme verschriftlichtes konkretes Beispiel zu analysieren.

Den verschiedenen Transkriptionssystemen ist gemein, dass sie „aus einer Menge von Transkriptionskonventionen [bestehen], die festlegen, wie bestimmte Merkmale des Mündlichen verschriftlicht werden sollen.“[42] Außerdem basieren die unterschiedlichen Systeme auf folgendem Anspruch: „Die Notationskonventionen für Transkripte müssen schnell erlernbar und leicht entschlüsselbar sein, gleichzeitig aber auch der Komplexität sprachlicher Realität gerecht werden. Sie sollten in gängigen Textverarbeitungsprogrammen realisierbar sein und computertechnisch weitreichend verarbeitet werden können.“[43] Die bekanntesten und am meisten genutzten Transkriptionssysteme werden im Folgenden kurz beschrieben.

- CA (Conversation Analysis; Konversationsanalytische Notationskonvention):
Dieses System kann als Grundlage für die anderen angesehen werden, da es auf die Anfänge der Konversationsanalyse in Amerika zurückzuführen ist. Der Begründer dieses Systems, Gail Jefferson, etablierte neben Harvey Sacks und Emanuel Schegloff die Gesprächsanalyse und stellte mit ihnen 1974 das CA vor.
- HIAT (Halbinterpretative Arbeitstranskription):
Die HIAT wurde 1976 von den deutschen Sprachwissenschaftlern Konrad Ehlich und Jochen Rehbein entwickelt. HIAT ist ein verfeinerbares, möglichst interpretationsfreies System, welches durch das für Ergänzungen dienende HIAT 2 bereits erweitert wurde.
- GAT (Gesprächanalytische Transkription):
GAT wurde 1998 von mehreren Sprachwissenschaftlern, u.a. Margret Selting und Peter Auer, entwickelt, deren Ziel es war, ein möglichst einheitliches, einfach handhabbares Transkriptionssystem für die Ver-schriftlichung und die Lesbarkeit der gesprochenen Sprache zur Verfügung zu stellen. Es übernimmt zu einem großen Teil Konventionen, die in der CA festgelegt wurden.
- DIDA (Diskurs-Daten-Bank):

Dieses System wurde Anfang der 1990er Jahre am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim entwickelt und sollte dazu dienen, die vielen Gespräche unterschiedlicher kommunikativer Gattungen, die hier archiviert waren, in einer Datenbank mit einem einheitlichen Transkriptionssystem zu speichern.[44]

Da in Deutschland, wie auch in der Schweiz und in Österreich, Gespräche in der Regel nach GAT (und HIAT) transkribiert werden, wird in Kapitel 1.3.9 ein nach den Zeichenkonventionen des GATs verschriftlichter Gesprächsausschnitt als Beispiel angeführt und analysiert.

Schritt 3: Analyse

Nachdem ein Gespräch im ersten Schritt aufgezeichnet und im zweiten Schritt verschriftlicht wurde, folgt die Auswertung des Transkriptes, die Analyse. Diese erfolgt „in einem Wechselspiel zwischen Arbeit an den Transkripten und wiederholter Vergegenwärtigung der Aufzeichnungen.“[45] Ziel der Analyse von Gesprächstranskripten ist, die Besonderheiten der gesprochenen Sprache auf den verschiedenen sprachlich-kommunikativen Ebenen herauszuarbeiten. Hierzu gehört die Berücksichtigung der verbalen, aber auch der para- und nonverbalen Komponenten eines Gespräches, wie die Notationen des in Kapitel 1.3.9 analysierten Beispieltranskriptes zeigen wird.

1.2 Merkmale der geschriebenen und der gesprochenen Sprache im Vergleich

Um Gespräche zu analysieren, ist es unabdingbar, auch die geschriebene Sprache zu betrachten, denn wir können die „gesprochene Sprache als einen Forschungsgegenstand nicht anders als durch seinen einzigen Gegenpart, das Geschriebene [...], in den Blick bekommen.“[46] Indem gesprochene Laute hörbar, aber nicht fixiert sind, sind sie flüchtig, während schriftliche Zeichen sichtbar und materiell/dauerhaft gegeben sind.[47] Aus diesem Grund ist, wie oben dargelegt, das Transkribieren eine unabdingbare Vorgehensweise, um gesprochene Sprache materiell zu fixieren und so anschaubar zu machen. Deshalb gilt, dass Gespräche erst untersucht werden können, wenn sie verschriftlicht und somit dem Medienwechsel von ‚phonisch’ zu ‚grafisch’[48] unterzogen wurden.

Weil die gesprochene Sprache also „ein Oppositionsbegriff“[49] ist und „als Kontrast das Konzept der geschriebenen Sprache“[50] voraussetzt, soll im Folgenden ein kurzer, allgemeiner Vergleich gegeben werden, der die Unterschiede zwischen den beiden Ausprägungsformen der Sprache ‚gesprochen’ und ‚geschrieben’ verdeutlichen soll. Dieser Vergleich ist zum einen unumgänglich, weil viele Merkmale der gesprochenen Sprache „sich nur in ihrer Differenz zu den Verhältnissen im Bereich der geschriebenen Sprache erfassen“[51] lassen, aber zudem auch wichtig für diese Arbeit, weil gerade Gespräche innerhalb von Geschriebenem Gegenstand dieser Untersuchung sind, weshalb beide medialen Formen der Sprache relevant sind.

Daher werden im Folgenden die – teilweise sehr offensichtlichen, aber dennoch zur Erreichung einer bestmöglichen Vollständigkeit zu erwähnenden – wesentlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Tätigkeiten zur Hervorbringung von sprachlichen Äußerungen, dem Schreiben und dem Sprechen, sowie die Unterschiede zwischen den realisierten Formen dieser Tätigkeiten, der geschriebenen und der gesprochenen Sprache, zusammenfassend dargestellt.[52]

- Die Tätigkeit des Sprechens wird früher erlernt als die des Schreibens. Um Schreiben zu lernen, ist eine umfassende Anleitung vonnöten; Sprechen wird ohne präzise Anleitung erlernt.
- Der Mensch kann deutlich schneller sprechen als schreiben.[53]
- Die Handlung des Schreibens erfolgt mit der Hand, während die des Sprechens mit dem Mund erfolgt.
- Schreiben bedarf hoher Aufmerksamkeit, während Sprechen ein Prozess ist (mehr dazu unter dem nächsten Punkt), der automatisiert abläuft.
- Im Unterschied zur schriftlichen gilt für die mündliche Verständigung, dass sie „ein kooperativer Prozess [ist], der in der Zeit abläuft und für den diese Prozessualität und Zeitlichkeit konstitutiv ist. Gesprochene Sprache und Gespräche sind Resultat einer gemeinsamen Hervorbringung, die sich nach und nach in der Zeit entwickelt.“[54]
- Der Prozess des Sprechens, in dem Wörter und Sätze hervorgebracht werden, ist unumkehrbar, da Gesagtes nicht wieder ausradiert oder durchgestrichen werden kann, während dies bei Geschriebenem möglich ist. So sind Korrekturen eines Sprechers stets hörbar, während Korrekturen eines Schreibers verborgen werden können.
- Das Arbeitsgedächtnis des Menschen ist für die Aufnahme und die Speicherung von gehörten Äußerungen zeitlich begrenzt.[55] Wie oben bereits erwähnt, wird in der Regel ein genauer Wortlaut nicht gespeichert, während inhaltlich Relevantes im Gedächtnis bleibt. So wird die genaue Lautkette einer gehörten Äußerung nur sehr kurz gespeichert und danach vergessen (es sei denn, sie wird absichtlich in Gedanken wiederholt und so auswendig gelernt), während semantischer Inhalt gespeichert wird. Geschriebenes dagegen kann beliebig oft erneut gelesen und damit leichter eingeprägt werden.
- Weil das Arbeitsgedächtnis zeitlich begrenzt ist, „kommt es beim Sprechen immer darauf an, den Hörer unmittelbar in die Gegenwart der Mitteilungsabsicht zu nehmen.“[56] Denn Sprechen geschieht in der Regel spontan und ungeplant, während Geschriebenes planbar ist. Beim Schreiben ist im Gegensatz zum Sprechen, das unmittelbar geschieht, keine Spontaneität vonnöten, da ein Text zumeist ohne Zeitdruck, in Abarbeitung verschiedener Phasen, entsteht und etliche Korrekturen gemacht werden können, von denen der Leser später nichts erfahren muss. Diese Planbarkeit lässt zu, dass mehrere Gedankeneinheiten in komplexe syntaktische Formen zusammengefasst werden können.[57] Dies ist der Grund dafür, dass die schriftliche Fassung eines Textes bei gleichem Inhalt in der Regel kürzer ist als die mündlich vorgetragene.[58]
- Während ein geschriebener Text durch Sätze gegliedert ist, sind es im mündlichen Sprachgebrauch Gesprächsbeiträge, die ein Gespräch gliedern. Diese Beiträge bestehen aus funktionalen Einheiten, welche wiederum Wörter und Laute (Phone) beinhalten. In der geschriebenen Sprache dagegen sind es Wörter und Buchstaben (Grapheme), aus denen ein Satz besteht. Diese Analogisierung der Einheiten der geschriebenen Sprache zu denen der gesprochenen Sprache erscheint zwar stimmig, enthält aber eine problematische Komponente. „An dieser Stelle entzieht sich die gesprochene Sprache aufgrund ihres Eigencharakters einer einfachen Analogisierung.“[59] So können wegen dieser grundlegenden Unterschiede bezüglich der Einheiten nicht alle Kennzeichen der gesprochenen Sprache in Analogie zu denen der geschriebenen Sprache beschrieben und untersucht werden, vielmehr müssen sie unter Berücksichtigung ihrer Spezifität betrachtet werden und erfordern so zum Teil eigene Kategorien, wie in Kapitel 1.3 belegt werden wird.
- Geschriebenes ist wegen seiner materiellen Realisierung als dauerhaftes Produkt gegeben, während Gesprochenes aufgrund seiner Flüchtigkeit kurzlebig und weder anfass- oder anschaubar ist.
- Sowohl die geschriebene als auch die gesprochene Sprache verfügen jeweils über zusätzliche symbolische Teilsysteme; für den Bereich der geschriebenen Sprache ist vor allem die Interpunktion zu nennen, während innerhalb der gesprochenen Sprache die Prosodie (auf die in Kapitel 1.3.5 eingegangen wird) ein eigenes Teilsystem darstellt.

1.3 Spezifika der gesprochenen Sprache

Nachdem zusammenfassend die Merkmale der geschriebenen denen der gesprochenen Sprache gegenübergestellt wurden, sollen im Folgenden die noch nicht erläuterten, für diese Untersuchung relevanten Kennzeichen der gesprochenen Sprache vorgestellt werden.[60] Da bereits die Grundbedingungen der mündlichen Kommunikation andere sind als die der schriftlichen Kommunikation, ergeben sich für die gesprochene Sprache einige Besonderheiten bezüglich der Möglichkeiten, die Gesprächsteilnehmer gegenüber Verfassern von Texten haben. Welche Besonderheiten es sind, die sich aus einer mündlichen Kommunikationssituation ergeben, wird im übernächsten Abschnitt erläutert.

Eine weitere wesentliche Besonderheit innerhalb der gesprochenen Sprache ist, wie oben erwähnt, dass in einer mündlichen Äußerung viele sie begleitende para- und nonverbale Komponenten enthalten sind, die ihr einen individuellen Ausdruck verleihen. Dieser Phänomenbereich sowie die Besonderheiten bezüglich phonetischer und syntaktischer Merkmale der gesprochenen Sprache werden anhand der Analyse eines Gesprächstranskriptes dargestellt. Dieses Beispieltranskript wird in Kapitel 1.4.3 in das Nähe-Distanz-Modell von Koch und Oesterreicher eingeordnet werden, um es hinsichtlich seiner Nähe- beziehungsweise Distanzsprachlichkeit zu untersuchen.

Die folgenden Abschnitte sollen den Grundstein für das zu analysierende Gesprächstranskript, aber insbesondere auch für die zu analysierenden fingierten Dialoge legen, indem in ihnen dargelegt wird, welche Merkmale für die gesprochene Sprache kennzeichnend sind. Im Hinblick auf diese können der tatsächlich geführte, authentische und später die künstlichen Dialoge analysiert werden und es kann insbesondere bei den fingierten Dialogen auf diese Weise erörtert werden, inwieweit sie gesprochensprachliche Merkmale enthalten und sie so gegebenenfalls authentisch wirken.

1.3.1 Aspekte und Folgen der Kopräsenz der Gesprächsteilnehmer: Deixis, wechselseitige Wahrnehmung, Multimodalität

Typischerweise sind sich die Teilnehmer eines Gespräches räumlich nahe und nicht voneinander distanziert, wie bei einer schriftlichen Kommunikation typischerweise der Fall ist. Bei Face-to-face-Interaktionen, also solchen, bei denen die Teilnehmer kopräsent sind, können die Sprecher auf Personen, Gegenstände und Sachverhalte, die im Raum sind, durch deiktische Ausdrücke wie ich, du, hier, jetzt, und da verweisen. Diese Ausdrücke sind situationsgebunden, da sie für das Verständnis die Ich-jetzt-hier-Origo von Personen voraussetzen.[61] Diese Voraussetzung ist innerhalb der schriftlichen Kommunikation nicht gegeben, aber auch nicht oder nur eingeschränkt, wenn in einem mündlichen Gespräch kein Sichtkontakt besteht, wie zum Beispiel bei einem Telefonat.

Wenn bei der mündlichen Verständigung die Kopräsenz der Gesprächsteilnehmer gegeben ist, so unterliegt diese besonderen Bedingungen[62], nämlich denen der wechselseitigen Wahrnehmung. Diese „umfasst nicht nur die gleichzeitige sinnliche Wahrnehmung des jeweils anderen, sondern auch die jeweiligen Wahrnehmungen der gemeinsamen Situation.“[63] Die Kopräsenz der Gesprächsteilnehmer und die Wechselseitigkeit der Wahrnehmung haben zur Folge, dass sich die Verständigung gleichzeitig und parallel auf verschiedenen Ebenen vollzieht und so multimodal ist: „Im Verständigungsprozess wirken körperliche Entäußerungen, das Gesprochene und auf visuellen Wahrnehmungen und Schlüssen basierende Informationen in spezifischer Weise zusammen.“[64] Zum einen erfolgt die wahrnehmungs- und inferenzgestützte Kommunikation visuell, während auf der anderen Seite die verbale Kommunikation akustisch erfolgt. Damit gilt die mündliche Verständigung als ein Prozess, an dem verschiedene Sinne beteiligt sind. Dagegen erfolgt textbasierte Verständigung ausschließlich visuell.[65]

Mit den oben erwähnten körperlichen Entäußerungen sind die nonverbalen Mittel der mündlichen Kommunikation gemeint, die neben den rein verbalen und den paraverbalen Mitteln zu den Komponenten der gesprochenen Sprache gehören. Der geläufige Begriff der Körpersprache bezeichnet ebendiese nonverbalen Mittel. Hierzu zählen folgende Ausdrucksformen: Mimik, Gestik, Körperhaltung sowie Zeigen (etwa durch Kopf oder Finger). An der Körpersprache sind vor allem folgende Regionen beteiligt: „das Gesicht, die Augen, der Kopf, die Arme, die Hände und die Beine.“[66] Auch können die Körperhaltung einer Person sowie die Konstellation verschiedener Körper im Raum (Proxemik) kommunikativ relevant sein. Zwischen der verbalsprachlichen und der körperlichen Komponente der mündlichen Verständigung bestehen, wie erwähnt, komplexe Wechselwirkungen; aber „zugleich verläuft zwischen ihnen [...] – entlang der Unterscheidung Stimmgebundenheit (akustische Wahrnehmung) vs. Leibgebundenheit (optische Wahrnehmung) – eine deutliche Trennungslinie.“[67]

Die nonverbalen Komponenten der mündlichen Kommunikation spielen eine wichtige Rolle bei Face-to-face-Gesprächen, denn insbesondere die Mimik, Gestik und Körperhaltung begleiten die meisten der alltäglich geführten Gespräche. Selbst wenn ein Sprecher sich bemüht, keine mimischen und gestischen Signale auszusenden, wird dies nicht gelingen. Und selbst wenn es gelingt, den Gesichtsausdruck möglichst starr zu halten, hartnäckig zu schweigen und die Arme und den Körper nicht zu bewegen, so wird auch diese Starrheit des Körpers eine Botschaft an den Hörer vermitteln. Jede Form der nonverbalen Kommunikation hat eine mehr oder weniger starke Wirkung auf den Hörer bzw. Adressaten, sodass diese eine wichtige Rolle innerhalb der mündlichen Kommunikation einnimmt.

1.3.2 Besonderheiten bei der Bedeutungsherstellung durch Sprecher und Hörer im verbalsprachlichen Prozess

Innerhalb der gesprochenen Sprache kommt es häufig zu Abbrüchen. Diese Abbrüche sind eher als vorteilhaft denn als störend zu betrachten, da der Sprecher damit zumeist etwas bezweckt, wie zum Beispiel, doch zunächst auf einen anderen Gesprächsbeitrag einzugehen und anschließend seinen abgebrochenen Beitrag wiederaufzunehmen, um noch etwas nachzutragen. Der Sprecher kann außerdem eine Revision vornehmen oder einen Satz doch noch anders vollenden, als ursprünglich geplant oder vom Hörer erwartet wurde. Außerdem gibt es beim Sprechen die Möglichkeit der Reparatur. So kann etwa ein Wort, nachdem es ausgesprochen wurde, im Anschluss erneut in veränderter, korrigierter Form formuliert, konkretisiert oder näher ausgeführt werden. Auf diese Weise können auch Missverständnisse zwischen Sprecher und Hörer sofort ausgeräumt werden. Außerdem kann ein Sprecher durch Wiederholungen einzelner oder mehrerer Worte bestimmte Zwecke erreichen, wie zum Beispiel seine Mitteilung betonen oder ihr Nachdruck verleihen. Durch all diese ausprobierenden und sich weiterentwickelnden Formulierungen eines Sprechers baut sich die Bedeutung dessen, was dieser meint und mitteilen möchte, langsam auf. Dabei kann der Adressat, eben weil er während der Produktion der Mitteilung anwesend ist (was bei schriftlichen Texten zumeist nicht der Fall ist), die allmähliche Bedeutungsherstellung mitverfolgen.[68] Diese kann der Hörer aber nicht nur mitverfolgen, sondern er kann sie beeinflussen, indem er beispielsweise dem Gesagten widersprechen, das Gesagte korrigieren, präzisieren oder zusammenfassen kann. Daher gilt die Bedeutungsherstellung innerhalb von Gesprächen als ein interaktives Geschehen.[69]

[...]


[1] Vgl. Henne/Rehbock (2001), S. 6.

[2] Levinson (2000), S. 309.

[3] Vgl. hierzu die ausführlichen Darstellungen bei Ong (1987), S. 9f.

[4] Schwitalla (2006), S. 14.

[5] Ebd..

[6] Vgl. ebd..

[7] in seinem Vortrag: Geschriebenes Deutsch und gesprochenes Deutsch.

[8] In Kapitel 1.2 dieser Untersuchung wird im Detail auf ebendiese, von Behaghel be- reits beobachteten, Unterschiede eingegangen.

[9] Schwitalla (2006), S. 18.

[10] Vgl. Duden: Die Grammatik, S. 1176.

[11] Vgl. den ausführlichen forschungsgeschichtlichen Überblick u.a. mit Erläuterungen zur ‚Pragmatischen Wende’, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann, bei: Brinker/Sager (2006), S. 14f.

[12] Auch der Duden hat die gesprochene Sprache im Jahre 2005 in sein Inventar auf- genommen und ihr einen eigenen Teil in seinem Grammatik-Band gewidmet, in welchem gesprochensprachliche Phänomene auf knapp 100 Seiten dezidiert be- schrieben und analysiert werden.

[13] Henne/Rehbock (2001), S. 255.

[14] Duden: Die Grammatik, S. 1228.

[15] Brinker/Sager (2006), S. 11.

[16] Ebd., S. 12.

[17] Vgl. ebd., S. 11.

[18] Ebd..

[19] Levinson (2000), S. 309.

[20] Das natürliche Gespräch, der ‚Alltagsdialog’, stellt den Gegenpol zum ‚literarischen Dialog’ dar. Vgl. Cherubim/Henne/Rehbock (1984), S. 3.

[21] Duden: Die Grammatik, S. 1232.

[22] Brinker/Sager (2006), S. 62.

[23] Ebd..

[24] Vgl. ebd., S. 62f.

[25] Vgl. ebd., S. 63.

[26] Ebd..

[27] Vgl. ebd., S. 65.

[28] Ebd..

[29] Ebd., S. 66.

[30] Vgl. Henne/Rehbock (2001), S. 14f.

[31] Brinker/Sager (2006), S. 99. Siehe hier auch ausführliche Erläuterungen zu den einzelnen Phasen mit zahlreichen Beispielen, auf die in diesem Rahmen nicht nä- her eingegangen werden kann. Vgl. dazu auch Henne/Rehbock (2001), S. 14f.

[32] Vgl. für eine ausführliche Erläuterung: Duden: Die Grammatik, S. 1180f.

[33] Vgl. Brinker/Sager (2006), S. 14.

[34] Ebd., S. 7.

[35] Vgl. ebd., S. 19.

[36] Duden: Die Grammatik, S. 1178.

[37] Ebd..

[38] Ebd., S. 1198.

[39] Ebd..

[40] Ebd..

[41] Vgl. für die ausführliche Beschreibung der einzelnen Transkriptionssysteme:

http://prowiki.ids-mannheim.de/bin/view/GAIS/TranskriptionKonventionen.

[42] Duden: Die Grammatik, S. 1199.

[43] http://prowiki.ids-mannheim.de/bin/view/GAIS/TranskriptionKonventionen.

[44] Vgl. ebd..

[45] Vgl. Duden: Die Grammatik, S. 1200.

[46] Schwitalla (2006), S. 19.

[47] Sprache kann auch noch in einer anderen Weise materiell realisiert werden, näm- lich mittels der Handbewegungen der Gebärdensprache. Neben der phonischen und grafischen ist diese gestische die dritte Realisierungsform von Sprache. Auf diese Art der Vergegenständlichung von Sprache kann hier nicht weiter eingegangen werden. Siehe für eine Einführung in die nonverbale Kommunikation: Ebd., S. 200f.

[48] Vgl. zu diesen Begrifflichkeiten Kapitel 1.4.1.

[49] Duden: Die Grammatik, S. 1180.

[50] Ebd..

[51] Ebd..

[52] Dabei können die häufig umfangreichen Erläuterungen und Beweise für die einzel- nen Feststellungen nicht im Detail aufgeführt werden; stattdessen wird auf die ent- sprechenden Stellen in der Literatur verwiesen.

[53] Vgl. Schwitalla (2006), S. 27.

[54] Duden: Die Grammatik, S. 1180.

[55] Schwitalla (2006), S. 29.

[56] Ebd..

[57] Vgl. ebd..

[58] Vgl. Müllerová (1989), S. 22; Tophinke (2000), S. 16.

[59] Fiehler/Barden/Elstermann/Kraft (2004), S. 174. Siehe hier auch eine ausführliche Diskussion zum Problem der Einheiten in der gesprochenen Sprache, auf das hier nicht weiter eingegangen werden kann. Vgl. hierzu auch den Lösungsvorschlag bei: Schwitalla (2006), S. 83f.

[60] Auf die Spezifika der geschriebenen Sprache (wie beispielsweise ihre Dauerhaftig- keit) wird in dieser Arbeit wegen der Themenfixierung nicht ausführlich eingegan- gen.

[61] Vgl. Duden: Die Grammatik, S. 1226; Levinson (2000) S. 59f.; Schwitalla (2006), S. 152f.

[62] Vgl. hierzu die ausführliche Darstellung der Grundbedingungen mündlicher Ver- ständigung: Duden: Die Grammatik, S. 1188f.

[63] Ebd., S. 1193.

[64] Ebd., S. 1201.

[65] Vgl. ebd.. Siehe hierzu die ausführliche Darstellung der Grundbedingungen mündli- cher Verständigung: Ebd., S. 1188f.

[66] Ebd., S. 1201.

[67] Ebd., S. 1194.

[68] Vgl. Schwitalla (2006) , S. 35f.

[69] Vgl. ebd., S. 37.

Ende der Leseprobe aus 115 Seiten

Details

Titel
Gesprächsanalytische Untersuchung von Nähe und Distanz in fingierter Mündlichkeit
Untertitel
Anhand von Beispielanalysen
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
115
Katalognummer
V159740
ISBN (eBook)
9783640729517
ISBN (Buch)
9783640729913
Dateigröße
1508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesprächsanalytische, Untersuchung, Nähe, Distanz, Mündlichkeit, Anhand, Beispielanalysen, fingierte Mündlichkeit, Gesprächsanalyse, Koch, Oesterreicher, Nähe-Distanz-Modell, Ildiko von Kürthy, von Kürthy, Thomas Mann, Mann, Dialoge, Dialoganalyse, Zauberberg, Mondscheintarif, Funktion Dialoge, Funktion fingierte Mündlichkeit
Arbeit zitieren
Janina Stührmann (Autor), 2010, Gesprächsanalytische Untersuchung von Nähe und Distanz in fingierter Mündlichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159740

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