Die Prinzipien der Biomechanik als Teil der Sportwissenschaft


Hausarbeit, 2007

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Prinzipien der Biomechanik
2.1. Das Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges
2.2. Das Prinzip der maximalen Anfangskraft
2.3. Das Prinzip der optimalen Tendenz im Beschleunigungsverlauf
2.4. Das Prinzip der zeitlichen Koordination von Teilimpulsen
2.5. Das Prinzip der Gegenwirkung
2.6. Das Prinzip der Impulserhaltung

3. Schlussbetrachtung

4. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Seit jeher trachten die Menschen danach, sich in Wettkämpfen zu messen, um den Schnellsten, Stärksten oder Geschicktesten zu ermitteln.

Schon früh erkannte man, dass zielgerichtetes Trainieren zu einem besseren Ergebnis im Wettkampf führt.

Nicht nur im Hochleistungs-, sondern auch im Breitensport stellt sich immer die gleiche Frage: Wie kann ich sportliche Bewegungen beeinflussen, um so ein optimales Leistungsniveau zu erreichen?

Geeignete Lösungsansätze bietet die Sportwissenschaft in den Teildisziplinen Sportpsychologie[1], Sportmedizin[2]und Bewegungslehre[3].

Ein Teilgebiet der Bewegungslehre ist die Biomechanik, die sich mit der Beschreibung und Erklärung von Bewegungen biologischer Systeme befasst und nicht nur das Erscheinungsbild sondern auch deren Ursachen untersucht (vgl. Eberspächer 1992, 71).

Grundlegende Erkenntnisse auf diesem Gebiet erarbeitete der sowjetische Wissenschaftler Donskoi, der bereits 1961 formulierte: „Durch die genaue Kenntnis der Gesetzmäßigkeiten der Bewegung ist es möglich, ihre Resultate unter verschiedenen Bedingungen vorauszusehen, die Fehlerquellen im Bewegungsablauf aufzudecken, die Wirksamkeit der Bewegung richtig einzuschätzen, Wege zu ihrer Vervollkommnung zu finden und im Ergebnis den Bewegungsablauf so zu koordinieren, dass er am besten den durch die Bewegungen beabsichtigten Zielen entspricht.“ (Donskoi 1961).

In den späteren Jahren leistete Hochmuth einen wichtigen Beitrag zu den Forschungsbemühungen, indem er eine viel beachtete Zusammenfassung bisheriger Erkenntnisse hinsichtlich der Biomechanischen Prinzipien vorlegte.

2 Die Prinzipien der Biomechanik

„Unter Biomechanischen Prinzipien im Sport versteht man die allgemeinen Erkenntnisse über das rationale Ausnutzen mechanischer Gesetze bei sportlichen Bewegungen. Sie stellen gewissermaßen die auf die Bewegung des Menschen angewandten Gesetze unter einer bestimmten Zielsetzung dar.“ (Baumann 1984, 39). Mit Hilfe der Erkenntnisse aus der Beobachtung sportlicher Bewegungen ist es möglich, diese zu analysieren und festzustellen, unter welchen Bedingungen eine Leistungssteigerung erreichbar ist (vgl. Baumann 1984, 39).

Allgemein werden sechs biomechanische Prinzipien unterschieden (vgl. Hochmuth 1981, 154ff):

- Das Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges
- Das Prinzip der maximalen Anfangskraft
- Das Prinzip der optimalen Tendenz im Beschleunigungsverlauf
- Das Prinzip der zeitlichen Koordination von Teilimpulsen
- Das Prinzip der Gegenwirkung
- Das Prinzip der Impulserhaltung

2.1 Das Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges: Dieses Prinzip befasst sich mit Bewegungen, bei denen eine möglichst hohe Endgeschwindigkeit erreicht werden soll. Sinnvoll anwendbar ist dieses Prinzip jedoch nur bei sportlichen Bewegungen, die weder zeitlich noch räumlich begrenzt sind, wie zum Beispiel sämtliche Wurfbewegungen im Bereich der Leichtathletik zu (vgl. Eberspächer 1992, 77).

Der optimale Beschleunigungsweg einer Bewegung ist generell so zu gestalten, dass der zum Abbremsen der Ausholbewegung nötige Bremskraftstoß zweckmäßig ist. Bei übertriebenen Ausholbewegungen liegen ungünstige Hebelverhältnisse vor. Der Kraftstoß müsste ungünstig groß sein, sodass im Endeffekt weniger Kraft für die eigentliche Beschleunigung des Körpers zur Verfügung stehen würde (vgl. Loosch 1999, 86).

Ein weiteres Kriterium ist die körperliche Verfassung des Sportlers. Beim optimalen Beschleunigungsweg findet die Abwurfbewegung in dem Moment statt, in dem der Athlet die für ihn höchstmögliche Endgeschwindigkeit erreicht hat. „[...] der Abschluss des Beschleunigungsvorgangs <wird> durch das Erreichen der maximalen Beschleunigungsleistung herbeigeführt.“ (Hochmuth 1981, 163). Wird der Beschleunigungsweg über diesen Punkt hinaus verlängert, nimmt die Beschleunigungsleistung drastisch ab (vgl. Hochmuth 1981, 163).

Um die Zweckmäßigkeit des Krafteinsatzes einer Bewegung zu gewährleisten ist deren geometrischer Verlauf wichtig. „Er soll geradlinig (Abb.1) oder stetig gekrümmt (Abb.2) und nicht wellenförmig sein. Durch rotatorische Beschleunigung (mehrfache Drehungen) kann der Beschleunigungsweg wesentlich vergrößert werden.“ (Hochmuth 1981, 163).

[...]


[1] Die Sportpsychologieversucht menschliches Verhalten, Handeln und Erleben von Personen im Praxisfeld Sport zu erfassen sowie den künftigen Verlauf vorherzusagen und in ethisch

vertretbarer Weise zu beeinflussen.“ (http://sportpsychologie.adlexikon.de/Sportpsychologie.shtml, 22.12.2004)

[2] Die Sportmedizin „ist ein theoretisches und praktisches Fach der Medizin , das den Einfluss von Bewegung, Training und Sport, einschließlich der typischen Sportverletzungen sowie des Bewegungsmangels, auf den gesunden und kranken Menschen untersucht.“

(http://sportpsychologie.adlexikon.de/Sportpsychologie.shtml, 22.12.2004)

[3] Die Bewegungslehre „ist der Versuch ein möglichst einheitliches und in der Sportpraxis anwendbares Theoriegebäude zu erstellen, in dem die diversen Modellvorstellungen, Phänomene, und Gesetzmäßigkeiten, die sich auf sportliche Bewegungen beziehen, integriert werden sollen.“ (Bäumler & Schneider 1981, 8).

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Prinzipien der Biomechanik als Teil der Sportwissenschaft
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Sportwissenschaften)
Veranstaltung
Sport und Bewegung
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V159812
ISBN (eBook)
9783640729616
ISBN (Buch)
9783640730063
Dateigröße
1518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prinzipien, Biomechanik, Teil, Sportwissenschaft
Arbeit zitieren
Daniel Scheibelhut (Autor:in), 2007, Die Prinzipien der Biomechanik als Teil der Sportwissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159812

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