Die Auflösung des Bistums Merseburg im Jahre 981


Hausarbeit, 2010

31 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Die Rolle Hildewards von Halberstadt bei der Bistumsauflösung
2.2. Auflösungsgründe, Kirchenrecht und religiöse Kompensation
2.3. Die Translation Giselhers als Voraussetzung der Auflösung

3. Zusammenfassung

4. Quellen- und Literaturverzeichnis
4.1. Quellen
4.2. Literatur

1. Einleitung

Mit guten Voraussetzungen gestartet[5]- und dennoch schnell der Auflosung anheim gefallen. So konnte man in einem Satz die fruheste Geschichte des Bistums Merseburg seit der Grundung 968 bis zur zeitweiligen Auflosung von 981 beschreiben. In letztgenanntem Jahr wurde das Bistum Merseburg auf einer kleinen Synode in Rom, von Thietmar von Merseburg ironischerweise als „concilium generale‘[2] charakterisiert, eliminiert. Teilnehmer war neben dem Papst nur die Geistlichkeit aus Rom und Umgebung. Schon bei der grundlegenden Entscheidung zur Grundung der Kirchenprovinz Magdeburg 967 in Ravenna[3] waren mit Landward von Minden und Otger von Speyer nur zwei Geistliche nordalpiner Provenienz anwesend- und nun entschied eine romische „Provinzialsynode" uber das Schicksal eines der erstgenannten Bistumer in Ottos sachsischer Kirchenkonzeption[4]. Nach dem Tod Erzbischof Adalberts von Magdeburg am 20. Juni 981 vergingen keine drei Monate, bis es zur Suppression Merseburgs kam, scheinbar nahezu reibungslos und kirchenrechtlich minutios legitimiert- zweifelsohne starke Indikatoren fur einen schon lange gehegten Auflosungsplan[5]. Auch der geringe Teilnehmerkreis dieser Synode[6] signalisiert zum einen, wie dringend die Angelegenheit war[7], zum anderen, dass einer Diskussion in dieser kirchenrechtlich nicht unproblematischen Angelegenheit aus dem Weg gegangen wurde. Widerstand sollte nicht aufkeimen, vielmehr forderte man absolute Zustimmung[8]. Diese Versammlung agierte jedenfalls im Selbstverstandnis einer Synode und zweifelte nicht an ihrer Kompetenz[9]- man schickte dem deutschen Episkopat die getroffenen Entscheidungen zur Unterfertigung[10]

Die fruhe Auflosung verwundert umso mehr, wenn man bedenkt, dass schon die Grundung der Magdeburger Kirchenprovinz mit seinen Suffraganen kaum durchzusetzen war. Nachdem uns solche Plane Ottos des GroGen seit seinem Sieg auf dem Lechfeld uber die Ungarn 955 bekannt sind, dauerte es noch bis 968, ehe die neue Metropole ins Leben gerufen werden konnte.[11] Der neuen Kirchenprovinz wurden gleich funf Suffragane unterstellt, wohl um seine Autonomie von den anderen Metropolen sicherzustellen[12] Gleichwohl ahnte Otto vielleicht schon die substanziellen Probleme[13], die einmal uber die Kirchenprovinz hereinbrechen konnten: in einem Schreiben an seine Getreuen in Sachsen mahnt er dazu, die Bischofe materiell zu unterstutzen, „ne [...] episcopi [...] pauperes et villanis similes aestimentur[14]. Dass Bistumer im ausgehenden 10. Jahrhundert nicht sakrosankt und bei schlechtem Gedeihen auflosbar waren, zeigte jungst Ernst-Dieter Hehl[15]

Eine enorme Protestwelle muss schon die Grundung der neuen Kirchenprovinz begleitet haben, das Schweigen der zeitgenossischen Historiographie ist trugerisch[16]. Vor allem die von den kirchenorganisatorischen wie auch territorialen Veranderungen tangierten Bischofe lieGen die Grundung zum Problem werden. So kann die fruheste Geschichte des Erzbistums Magdeburg exemplarisch dafur stehen, dass Veranderungen in der Organisation der sachsischen Kirche haufig nur durch Sedisvakanzen zu erreichen waren[17] und der Widerstand von Diozesanbischofen, die Schaden zuungunsten ihrer Diozese abwenden wollten, haufig nicht zu brechen war[18]. Den bischoflichen Protest reprasentierten in den Jahren bis 968 vor allem der Mainzer Erzbischof Wilhelm und der Halberstadter Bischof Bernhard. Erst nach ihrem Ableben konnte von ihren jeweiligen Nachfolgern Hatto II. und Hildeward ihre Zustimmung, sicher als Bedingung ihrer Investitur,[19] eingeholt werden.

Wie einleitend erwahnt, war dem Bistum Merseburg zunachst nur eine kurze Existenz beschieden. Die Forschung orientiert sich bei der Frage nach den Grunden fur die Bistumsauflosung am Aufsatz Holtzmanns, der den hochsten Quellenwert fur diese Fragestellung, entgegen der Thietmar- orientierten alteren Forschung[21], den beiden papstlichen Dokumenten von 981 beimisst, die uns von der Lateransynode im September 981 berichten[22]. In Folge soll die Quellenlage noch etwas intensiver beleuchtet werden.

Bei den diplomatischen Quellen handelt es sich insbesondere um die angesprochenen papstlichen Dokumente von 981, mehr oder weniger Benutzung fanden zudem die Papsturkunden bzw. Synodalprotokolle von 962, 967, 968 und die sogenannte Narratio de erectione ecclesiae Magdeburgensis, sowie auf kaiserlicher Seite Diplome der Kaiser Otto I. und II. Bei den erzahlenden Quellen sollen, wie auch groGtenteils in der aktuellen wissenschaftlichen Literatur, nur die Chronik Thietmars (wie Anm. 2) sowie die Gesta Episcoporum Halberstadensium [23]Berucksichtigung finden. Spatere Quellen, in denen die Bistumsauflosung Inhalt ist, sind mit teils betrachtlichem Abstand zum Geschehen und unter Verwendung zumindest einer der oben genannten Quellen verfasst worden. Jaschke fand zum Abfassungszeitpunkt der Gesta Episcoporum heraus, dass der alteste Teil bereits im Zuge der dortigen Domweihe 992 oder kurz danach abgefasst wurde[24] - sie ist fur das zu untersuchende Thema damit die zeitnahste erzahlende Quelle. Thietmar benutzte demnach bei der Abfassung seiner Chronik wohl bereits die Gesta[25], freilich mit seinem ganz eigenen Geschichtsbild. Er war schlieGlich Bischof des wiedergegrundeten Bistums Merseburg und seine Darstellung ist daher mit besonderer Vorsicht zu genieGen[26] Der „cum ira et studio"[27] schreibende Chronist wollte die Vergangenheit, dabei insbesondere die Auflosung des Bistums 981, in einem bestimmten Licht dargestellt wissen. Aber auch fur die Zukunft wollte er praventiv tatig sein, hat doch die Vergangenheit gezeigt, dass Bistumer prinzipiell auflosbar waren. Das Bistum Merseburg wurde nach seiner Grundung 968 und der zeitweiligen Auflosung erst 1004 wiedergegrundet, von einer langen Tradition wird man also kaum sprechen durfen[28] Keinesfalls soll das jedoch heiGen, dass die Halberstadter Quelle unbefangener einzuschatzen ware- sie berichtet uns, ebenso tendenzios, aus deren Blickwinkel und liefert uns eine wertvolle „zeitgenossische Gegenposition" zu Thietmar[29]. Wir haben also die Standpunkte zweier rivalisierender Parteien und konnen deren Sicht der Dinge miteinander vergleichen, aber gleichsam ergibt sich aus diesem Punkt ein Problem mit unseren erzahlenden Quellen: sie sind in hochstem MaGe interessengeleitet. Aus der Situation der Grundung des Erzbistums Magdeburg und den daraus entstandenen Konflikten entwickelte sich also Historiographie mit einer bestimmten Funktion. Althoff formuliert pointiert: der Zweck dieser Geschichtsschreibung war es, „den Streit im Sinne der eigenen Institution zu kommentieren und so zu beeinflussen[30]

Lst es also angezeigt, sich so gut wie moglich an den Inhalten der diplomatischen Quellen zu orientieren und die erzahlenden Quellen hieran abzugleichen? Man wird namlich auch den Urkunden keine vollige Unbefangenheit unterstellen durfen. Insbesondere in den beiden Dokumenten von 981 wird uberhaupt kein Zweifel an der Wichtigkeit der Merseburger Bistumssuppression gelassen, wie in Folge noch zu zeigen sein wird. Hier liegt wiederum eine Chance im Abgleich mit unseren tendenziosen Berichten der Bistumsgeschichtsschreibung. Die kritische Prufung von Paralleluberlieferung und die Suche nach Analogien bestimmter Vorgange in anderen Quellen mussen demnach vorgenommen werden, um historisch brauchbare Erkenntnis zu gewinnen. Problematisch bleibt, dass der ausfuhrlichste Bericht uber die Ereignisse von 981 von Thietmar stammt und wir gerade das Geschehen zwischen Adalberts Tod und der Septembersynode in Rom nicht mit unabhangiger Paralleluberlieferung abgleichen konnen.

Gegenstand der Untersuchung der vorliegenden Arbeit soll vor allem die Rolle des Bistums Halberstadt bzw. seines Bischofs Hildeward bei der Auflosung sein. Die initiatorische Beteiligung Hildewards, von der neueren Forschung haufig vertreten[31], kann nur aus zwei Quellen interpretiert und gewonnen werden: der Chronik Thietmars in Buch 111,14 (S. 114) und dem im Synodalprotokoll von 981 zu findenden Brief Hildewards (s. unten Anm. 35). Als weiteres Indiz fuhrt man den Gebetsverbruderungs-Passus[32] der Metzer mit der Halberstadter Kirche an, datiert ins Jahr 980- und schlieGt aus diesem und dem Auftauchen des einflussreichen Dietrich von Metz bei Thietmar NI,16 (S. 116) die Mitwirkung Hildewards. Ein weiterer Abschnitt der Arbeit soll kurz die Auflosung aus kirchenrechtlicher Sicht sowie die Grunde der Auflosung beleuchten, wie sie in der aktuellen Forschung vertreten werden. Einen weiteren kleinen Schwerpunkt soll die Personalie Giselhers darstellen und ergrunden, warum nur durch seine Translation eine schnelle Auflosung des Bistums Merseburg moglich wurde. Am Rande sollen weitere Fragestellungen wie die religiose Kompensation der Suppression kurz thematisiert werden.

2. Hauptteil

2.1. Die Rolle Hildewards von Halberstadt bei der Bistumsauflosung

Der erste Teil der vorliegenden Arbeit soll sich mit der Rolle Hildewards von Halberstadt befassen. Die neuere Forschung sieht in ihm einen Hauptakteur bei der Auflosung Merseburgs (s. Anm. 31), was vermeintlich durch den Bericht der Gesta Episcoporum gestutzt werde[33]. Vergleicht man aber Hildewards Darstellung mit der seines Vorgangers Bischof Bernhard, dessen lebenslanger Widerstand so triumphierend geschildert wird, muss er eindeutig abfallen[34]- und zwar in doppelter Hinsicht.

Zum Ersten muss es verwundern, dass in den Gesta Episcoporum Hildewards doch eigentlich frommen Bestrebungen zur Auflosung des konkurrierenden Bistums Merseburg und zur Wiederherstellung der alten Diozesangrenzen kein Platz zugedacht wurde. Auch unser einziges echtes Zeugnis fur eine Aktivitat Hildewards im Zuge der Auflosung des Bistums Merseburg, namlich der im Synodaldekret von 981 zitierte Brief[35], findet keine Erwahnung. Dass die Darstellung Hildewards, unter dessen Episkopat die Entstehung der Gesta vermutet wird[36], einem Panegyrikus gleicht[37]', lasst die eigenartige Wortkargheit der Halberstadter Quelle zur Bistumsauflosung in Merseburg noch mehr verwundern- zumindest wenn man voraussetzt, Hildeward habe hier entscheidende Impulse gesetzt. Einzig eine kurze Notiz, obendrein offensichtlich falsch datiert, erwahnt die Wiederherstellung des Bistums durch Hildeward, weiG jedoch nichts von jeglicher Aktivitat des Bischofs bei der Auflosung Merseburgs[38] Nur Thietmar legt Papst Benedikt VII. eine angebliche Beschwerde von Hildeward in den Mund,[39] wobei die Formulierung aber das Synodaldekret als Vorlage vermuten lasst.[40]

Doch mit der Auslassung des eigentlich so frommen Werkes noch nicht genug! Von Widerstand Hildewards gegen die Grundung des Erzbistums Magdeburg und des Bistums Merseburg sowie den daraus folgenden Gebietsabtretungen, wie er bei Bernhard noch festzustellen war, horen wir nichts. Vielmehr ist es in unserer Halberstadter Quelle, die doch nach Althoff die Halberstadter Sicht der Dinge genauso widerspiegelt wie Thietmar die Merseburger[41], der „vir sapiens et discretus“ Hildeward, der vor seiner Investitur 968 Gebietsabtretungen an Magdeburg und, die Chronik erwahnt es explizit, an das in diesem Teil des Sprengels zu grundende Bistum Merseburg zustimmte[42]. Dennoch ist die groGe Verbitterung und das Bestreben, gerade diese MaGnahmen als unrecht zu diskreditieren, nicht zu verkennen[43].

Mehr als wahrscheinlich darf also gelten, obendrein gestutzt auf den Bericht der Gesta Episcoporum, dass Hildewards Investitur, nicht anders als die Hattos in Mainz, an seine Zustimmung zu den Neugrundungen und zu Gebietsabtretungen verbunden war- und zwar an Magdeburg und Merseburg[44]. Somit hatte Hildeward eigentlich keine Handhabe gegen die Abtretungen[45], wenn er ihnen doch zustimmen musste.

Der von Bohmer-Zimmermann vorgebrachte Erklarungsversuch, Hildeward stimmte zwar Abtretungen an Merseburg zu (d.h. wohl an das Kloster des hl. Laurentius), erkannte aber ein Merseburger Bistum nicht an[46], erscheint sehr verworren. Auch stutzt gerade der Halberstadter Quellenbefund eine solche Sicht der Dinge nicht, verweist man hier doch explizit auf die erfolgte Bistumsgrundung[47]. Hatte denn ein teilweise auf vermeintlichem Halberstadter Diozesangebiet errichtetes Kloster Hildeward keinen Grund zum Aufbegehren geliefert, ging es ihm also nur um das widerrechtlich errichtete Bistum auf seinem Sprengel? Nur die These von Odilo Engels, Hildeward habe 968 unter hohem Druck gestanden und den Abtretungen zustimmen mussen[48], liefert einen ersichtlichen Grund fur eine grundsatzliche rechtliche Beschwerde uber das Bestehen des Bistums Merseburg beim Papst. Hier ist es eben die Frage, ob eine unter Androhung der Verweigerung der Investitur erwirkte Unterschrift keine gultige subscriptio canonica darstellt. Wenn man jedoch die politischen Spielregeln der Zeit betrachtet ist anzunehmen, dass es fur eine unter solchen Bedingungen gegebenen Unterschrift keinen ernst zu nehmenden Grund zur Beschwerde gab. Sedisvakanzen schafften dem Herrscher ein wichtiges Zeitfenster zur Durchsetzung eigener Ansinnen gegenuber den zu ordinierenden Bischofen[49], das dieser zu nutzen verstand. Es fallt schwer zu glauben, dass sich Hildeward mit Vorwand eines „Verfahrensfehlers" von 968, wie man ihn ja unterstellen musste[50], plotzlich von sich aus an den Papst wandte, um die verlorenen Gebiete zuruckzubekommen. Gerade weil man den Magdeburg-Plan Kaiser Ottos in Ravenna 967 noch an die Zustimmung des Mainzer Metropoliten und des Halberstadter Bischofs band[51], musste es verwundern, dass man es zum Ersten bei einer nicht kanonisch gultigen Zustimmung Hildewards belief (s. Anm. 45) und zum Zweiten, dass man in Rom um 981 nichts mehr von den Resolutionen der Ravennater Synode von 967 wusste.

1st es also angezeigt, aufgrund der merkwurdigerweise ausbleibenden Paralleluberlieferung aus Halberstadt und Merseburg[52], eine Mitwirkung Hildewards an der Merseburger Bistumssuppression zu negieren? Wurde das nicht auch seine merkwurdig blasse Rolle bei Thietmar erklaren? Zumindest halte ich trotz der genannten Einwande einen Brief Hildewards an den Papst fur nicht unwahrscheinlich. Wichtig hierbei ist die Frage nach der Datierung. Mit einiger Wahrscheinlichkeit kann man davon ausgehen, dass dieser Brief zumindest zeitlich nicht in direktem Zusammenhang mit der Romer Lateransynode von 981 gestanden haben kann[53]. Welcher Inhalt lasst sich fur diesen Brief sichern? An und fur sich hatte Hildeward ja ob des grundsatzlichen Bestehens eines Bistums in Merseburg keine Beschwerde vorzubringen, die ernst zu nehmen war. Er musste die Abtretung von Gebieten und die Bistumsgrundungen dereinst akzeptieren, und wie bereits dargelegt wurde, wohl auch in kirchenrechtlich verbindlicher Form. Im Original-Brief Hildewards scheint die grundsatzliche Existenz eines Bistums in Merseburg auch nicht zur Debatte gestanden zu haben. Als Inhalt eines von Hildeward an den Papst ubersandten Briefes konnen wir nur sichern, dass es Grenzstreitigkeiten zwischen seiner Diozese und dem Erzbistum Magdeburg gab, die zu „lites immensas“ und beinahe sogar zu „homicidia plurima“ gefuhrt hatten[54]. Hildeward bittet deshalb um die klare Trennung der verworrenen Grenzen durch papstlichen Entscheid, von widerrechtlicher Grundung eines Bistums in Merseburg vernehmen wir jedenfalls nichts. Anzunehmen ist des Weiteren, dass Hildeward in diesem Zusammenhang Gebiete von der Magdeburger Kirche zuruck erbat, zumindest weist die Formulierung des folgenden Satzes im Synodaldekret darauf hin[55] Es ist kaum davon auszugehen, dass die fur die Auflosung angefuhrten kirchenrechtlichen Einwande zuvor ebenfalls in diesem Brief zu finden waren[56] . Hier wird namlich grundsatzlich festgelegt, dass die Grundung des Bistums Merseburg und die dortige Ordination von Bischofen ohne Zustimmung und kanonisch gultige Unterschrift Hildewards auf dessen Sprengel erfolgte[57] und ist demnach schwer mit „wirren Grenzverhaltnissen" zu vereinbaren. Auch scheint die Einleitung des Briefes („Recitata est etiam [...]“) ein ganz neues Thema anzuschneiden: ging es vorher nur um die kirchenrechtliche Begrundung und Legitimierung der Auflosung des Bistums Merseburg und der Translation Giselhers, so kommen jetzt die verworrenen Grenzverhaltnisse mit dem Erzbistum Magdeburg ins Spiel. Im nachsten Satz wird verfugt, dass Giselher und seine Nachfolger den Teil des Halberstadter Sprengels behalten sollen, der ihnen einst zugeschrieben wurde (s. Anm. 55). Wie bereits vermutet, erbat Hildeward in diesem Brief also durchaus Gebiete der Magdeburger Kirchenprovinz zuruck[58], was jedoch keine Ruckschlusse auf eine grundsatzliche Beschwerde gegen das Bestehen des Bistums Merseburg zulasst[59]. Als Begrundung fur die Gebietsforderungen lieferte er vielleicht die weiter vorn im Dekret zu findende „einstige religiose Kraft", die durch die doppelte Abtretung am Merseburg und Magdeburg nicht erhalten werden konnte, aber das kann nur vermutet werden. Fur mein Thema relevant ist jedoch zu konstatieren, dass es in dem im Synodaldekret zitierten Hildeward-Brief, der wohl nicht direkt im Zusammenhang mit der Merseburger Bistumssuppression verfasst worden ist, allein um territoriale Streitigkeiten zwischen Halberstadt und der Kirchenprovinz Magdeburg mit wahrscheinlichem Erbeten von Grenzkorrekturen ging. Dagegen ist der grundlegende kirchenrechtliche Einwand gegen die Existenz des Bistums Merseburg, d.h. eine Beschwerde uber die vermeintlich fehlende Unterschrift Hildewards, nicht fur diesen Brief zu sichern[60]. Dieser Punkt wird, zusammen mit den anderen fur die Auflosung sprechenden Argumenten, von Geistlichen mit kirchenrechtlicher Erfahrung im Vorfeld der Synode zusammengetragen worden sein[61]. Jedenfalls wird im Zuge der Nennung der fehlenden Unterschrift und der anderen Einwande gegen das Bestehen des Bistums Merseburg nicht darauf verwiesen, dass Hildeward diese Einwande selbst vorbrachte[62] oder dass sie im spater zitierten Brief zu finden seien.

In diesem Brief und seinem sicher zu erschlieGenden Inhalt sehe ich noch kein Zusammenwirken, wie es die Forschung postuliert, insbesondere zwischen Hildeward, Giselher und Dietrich. Wie gesagt scheint der Brief nicht nach vorherigen Absprachen fur die Septembersynode 981 „inszeniert" worden zu sein, dagegen spricht neben den zeitlichen Einwanden vor allem die Erwahnung von Streitigkeiten zwischen Halberstadt und Magdeburg, wobei es doch eindeutig um die Auflosung des Bistums Merseburg ging. Dabei war es doch ein grundsatzliches Anliegen dieser Synode, die Kirchenprovinz Magdeburg zu starken[63], auf Grenzstreitigkeiten mit dem Erzbistum ware man in einem fingierten Brief wohl kaum zuruckgekommen. Hildeward wird ihn also aus eigenem Antrieb verfasst haben, vielleicht weil er beim Kaiser nicht das erhoffte Gehor fand und die Mainzer Kirche als Metropole ja dereinst der Grundung von Magdeburg und Merseburg ebenfalls zustimmen musste- und das Anliegen damit auch nicht wirklich unterstutzen konnte[64].

2.2. Auflosungsgrunde, Kirchenrecht und religiose Kompensation

Es kann und soll jedoch keineswegs ausgeschlossen werden, dass Hildeward seinen Unmut uber die Folgen der gemina discissio auch beim Kaiser vorbrachte[65], der in den spaten 970er und fruhen 980er Jahre haufiger im heutigen mitteldeutschen Raum zu finden ist[66]. Es ist jedoch festzustellen, dass bei Otto II. zunachst kein Bruch mit der vaterlichen Politik zu erkennen ist. Im Gegenteil ist die reiche Privilegierung fur das Erzbistum Magdeburg uber seine Regierungszeit nicht zu verkennen, und auch das Bistum Merseburg erfreute sich der Gunst des Kaisers[67]. Das AbreiGen der Privilegierung fur Merseburg wird bei Holtzmann als Zeitpunkt festgemacht, an dem die Bistumssuppression bei Hofe beschlossene Sache war[68]. Er nennt als terminus post quem das Treffen Ottos mit Markgraf Thietmar, den Grafen Wigger und Gunzelin sowie dem gerade von seiner italienischen Gesandtschaftsreise zuruckgekehrten Giselher am 19. Marz 979 in Treben[69]. Bei diesem bekam der Merseburger Bischof (die Nennung eines „Bistums Merseburg" wird jedoch offensichtlich schon hier vermieden, s. auch unten Anm. 107) den kaiserlichen Besitz Bessingen geschenkt[70]. Warum anderte Otto II. seine Politik?

Es ist zu vermuten, dass auch die weltlichen GroGen des Raumes Einfluss auf die Bistumssuppression nahmen. Die Quellen geben uns jedoch hier nur indirekt Kunde. In einem Diplom Ottos II. vom August 979 vernehmen wir, dass Markgraf Thietmar sich widerrechtlich an einem Gut namens Eythra, gelegen auf Merseburger Diozesangebiet, vergriff[71]. Die Erklarung scheint simpel: in der neuen Kirchenprovinz mussten nun ein Erzbischof, seine Suffragane, die Markgrafen und bereits vorhandene Institutionen, also vor allem Kloster, ihr Auskommen finden[72] Von ahnlichen Ubergriffen vernehmen wir ansonsten nichts, wir konnen es aber als sehr wahrscheinlich erachten, dass ein entscheidender Impuls fur die Auflosung Merseburgs auch von den Grafen und Markgrafen ausging. Neben Hildewards Forderung nach Veranderungen in der neuen Kirchenprovinz, sei es aus Prestigeverlust oder weil die Halberstadter Kirche wirklich ihre „einstige religiose Kraft" verlor (gleichbedeutend wohl mit dem Verlust ihrer vormaligen materiellen Grundlage), kann man die weltlichen GroGen des Raumes vielleicht als bedeutende Befurworter der Auflosung annehmen. In erster Linie musste Giselher als Merseburger Bischof fur dieses Unternehmen gewonnen werden- man wird ihn durch die Aussicht auf die Magdeburger Cathedra versohnt haben. Dass wohl auch Adalbert mit dem Unternehmen einverstanden war, wird spater ausgefuhrt. Auch Huschner sieht die weltlichen GroGen bei der Initiation der Auflosung beteiligt[73]

Nachdem nun bei Hofe der Entschluss gereift war, das Bistum in Merseburg aufzulosen, musste man sich insbesondere Gedanken uber die Legitimierung einer solchen Aktion machen, denn die Zustimmung des Papstes zu erlangen war unabdingbare Voraussetzung fur die Durchfuhrung der Auflosung[74]. Hier konnen wir nun in der Tat ein Zusammenwirken von Geistlichen nord- und sudalpiner Provenienz vermuten, dass zu erstgenannten auch Giselher, Dietrich und Erzbischof Adalbert gehorten, darf als sehr wahrscheinlich gelten. Ob Hildeward sich hier auch aktiv beteiligte, ist wie gesagt nicht sicher zu belegen, dass er die Plane billigte und von ihnen wusste, durfte auGer Frage stehen. Fur September 980 ist ein Zusammentreffen Hildewards mit dem Kaiser gesichert, in dem der Halberstadter als Petent fur ein Nonnenkloster auftrat[75] Dieses Treffen konnte schon unter dem konkreten Aspekt der Abwicklung der Bistumsauflosung zu Merseburg gestanden haben (bemerkenswert auch die Intervention von Markgraf Dietrich und Graf Wigger im selben Diplom), das muss aber Vermutung bleiben. Glauben wir Thietmar III,11 (S. 110), dass Hildeward die Bestattung von Erzbischof Adalbert vornahm, scheint eines festzustehen: die „limites confusos“ und „lites immensas“ gab es wohl schon lange vor Juni 981 nicht mehr.

Mit der kirchenrechtlichen Legitimierung beschaftigte sich vor allem Ernst-Dieter Hehl, der als Prazedenzfall die Bistumssuppression von Alba 969[76] sowie als grundlegende kanonische Orientierung den 4. Canon des XII. Konzils von Toledo vorschlagt[77]. Papstliche und kaiserliche Rechtsgelehrte waren 981 wohl fur die Legitimierung zustandig[78] Nicht nur die bereits genannten geistlichen und weltlichen GroGen des sachsischen Raumes und Otto II. sind bei der Suppression Merseburgs Interessen zu unterstellen, auch Papst Benedikt VII. und die romische Synode verfugten nicht ohne Grund die Auflosung des Bistums. Man wollte die Verantwortlichkeit uber die neue Metropole und die Heidenmission gegenuber dem Kaiser wahren[79]. Doch zuruck zur Romer Synode 969, bei der man interessanterweise auch Giselher und Dietrich als Teilnehmer vermuten darf[80], was es nicht abwegig erscheinen lasst, dass diese Beiden ihre Erfahrungen in die Auflosungsaktivitaten von 981 einbrachten.

An der illegalen Grundung des Bistums Merseburg und an der unbedingten Notwendigkeit sowie dem Nutzen der Auflosung lieG die Septembersynode von 981 keinerlei Zweifel[81]. So wird darauf verwiesen, dass die Halberstadter Abtretung an Merseburg sowie die Ordination eines Bischofs auf diesem Territorium „sine consensu atque subscriptione canonica [Hildeuuardi]“ erfolgt sei. Daruber hinaus konne man in Halberstadt durch die bereits genannte „gemina discissione“ an Merseburg und Magdeburg die einstige religiose Kraft nicht wahren- ein Punkt der so oder ahnlich vielleicht auch im Brief Hildewards gestanden haben konnte. Die Synode folgert: auf diesem Gebiet sei „contraque ius et fas“ ein Bischof eingesetzt worden und verfugt seine Auflosung, „ne quandoque inter pastores ecclesiarum predictarum Halberstatensis et Merseburgensis homicidia plurima litigiis enutrita concrescant“. Damit der Legitimierung noch nicht genug, bekraftigte man noch wie nutzlich es sei, ein Bistum aufzulosen und so mit Halberstadt sowie Zeitz und MeiGen, die den restlichen Merseburger Sprengel teilten, gleich drei anderen Bistumern zu helfen.

Der kirchenrechtliche Hauptgrund, also die fehlende Zustimmung und kirchenrechtliche Unterschrift Hildewards, wirkt vorgeschoben und war es wohl auch[82]. Bei den eigentlichen Auflosungsgrunden folgt auch die moderne Forschung gemeinhin Robert Holtzmann Merseburg sei demnach ein kleines und armliches Bistum[84] ohne Ausdehnungsmoglichkeit[85] gewesen. Die bereits erwahnte Beschwerde Giselhers scheint die Vermutung von materiellen Problemen in der Region zu stutzen (s. Anm. 71), jedenfalls scheint man sich „968 bei der Grundung von Magdeburg, Merseburg, Zeitz und MeiGen etwas ubernommen" zu haben (S. 51). Eventuell bot auch die Lage der Bistumer Zeitz und MeiGen an der Slawengrenze Anlass zur Reaktion, denn ihre Starkung wird nicht ohne Grund verfugt worden sein. Er vermutet daruber hinaus, dass Otto im Zuge der Umstrukturierung der Marken selbst ein Interesse daran hatte, auch die kirchlichen Territorien anzupassen[86] Gravierend konnte auch gewesen sein, dass das Bistum Merseburg durch die Erfolge von MeiGen und Zeitz seiner Missionsaufgabe verlustig ging[87] und die westliche Lage des Ortes Merseburg innerhalb einer Diozese, die weitgehend christianisiertes Altsiedelland umfasste, einer missionarischen Strahlkraft ebenfalls weniger zutraglich war.

Nicht zuletzt musste sich bei den Rechtsgelehrten auch die Frage der religiosen Kompensation stellen. Auch wenn zahlreiche Argumente fur die Auflosung des wohl kleinsten Bistums nordlich der Alpen sprachen, so war es doch aus einer Klostergrundung von Otto dem GroGen hervorgegangen und symboltrachtig mit einem Gelubde im Zuge des Ungarnsieges auf dem Lechfeld verbunden und dem Siegesheiligen Laurentius gewidmet[88] Im Synodaldekret jedenfalls knupfte man ganz bewusst daran an, dass das Bistum Merseburg aus einer Abtei hervorging- und fuhrte es symbolisch auch in eine solche zuruck[89]. Von einem Bistumsgelubde Ottos des GroGen jedenfalls scheint man hier nichts gewusst zu haben[90]. Man lieG uberhaupt keinen Zweifel daran, dass die Grundung zu Unrecht erfolgte und dass die Auflosung schnellstmoglich betrieben werden musste. Der religiose Ausgleich wurde durch die Wiedereinrichtung des Laurentiusklosters erreicht. Um dem Heiligen auch weiter in einer Bischofskirche zu huldigen, weihte man ihm im Neubau des Halberstadter Doms 992 einen Altar[91]. Keine Hinweise hingegen scheint es dafur zu geben, dass das Kloster Memleben, mit seiner ungewohnlich reichen Ausstattung[92], einer solchen Kompensation diente,[93] auch wenn ein Zusammenhang zwischen Klostergrundung und Bistumsauflosung kaum von der Hand zu weisen ist[94]. Dieses Kloster stand unter anderem Patronat[95] (namlich der Trinitat und Maria) und es scheint vielmehr so, dass Otto II. freiwerdenden Spielraum, der durch die bereits beschlossene Auflosung des Bistums Merseburg geschaffen war, zu einer eigenen Dotierung, im Sinne der Sicherung der familiaren Memoria, nutzte[96]. Auch die interessante Beobachtung von Hauck, dass man das Wendenland erstaunlicherweise eben nicht mit Klostern, sondern mit Bistumern missionierte[97], lasst eine Kompensationsgrundung mehr als unwahrscheinlich werden. Die Aufgabe von Memleben war eben nicht Mission[98], sondern wie bereits geschildert, die Sorge um die Memoria des Herrscherpaares und Ottos des GroGen. Um aktiv Mission zu betreiben, hatte man wohl auch kaum ein kontemplativ ausgerichtetes Benediktinerkonvent gegrundet, besagt doch die Regula Benedicti, dass die Monche in strenger Klausur zu leben haben[99]. Wie man bei Einhaltung der Regel so die dem Christentum wenig aufgeschlossenen Slawen missionieren sollte, muss ratselhaft bleiben.

2.3. Die Translation Giselhers als Voraussetzung der Auflosung

Mit Beispielen aus der Kirchengeschichte und der Nennung grower Kirchenvater sollte auch bei der Legitimierung der Translation Giselhers nicht gespart werden. Nachdem man festlegte, dass schon die Grundung Merseburgs nicht rechtens war, stellte sich im Hinblick auf Giselher, dessen bischoflicher Weihegrad respektiert und er mit einem neuen Bistum versorgt werden musste[100], die wohl schon vor der Synode beantwortete Frage des weiteren Verfahrens. Es scheint sicher, dass die Bistumsauflosung von Merseburg schon vor 981 an den Tod Adalberts, und der dadurch moglichen Promotion Giselhers auf den erzbischoflichen Stuhl von Magdeburg, gebunden war[101]. Die zeitliche Koinzidenz zwischen dem Ableben des ersten Magdeburger Metropoliten und der Auflosung des Suffragans Merseburg ist nicht zu ubersehen. Schon Thietmar hat dies in seiner Erzahlung berucksichtigt, indem er der Bistumssuppression den Tod Adalberts unmittelbar voranstellt. Der „Schlussel" zur Losung der bereits genannten Probleme mit dem Bistum Merseburg lag nach Adalberts Tod in der Personalie Giselher[102]. Scholz bemerkt, dass dessen Translation einzig und allein durch die Auflosung seines Bistums zu erreichen war- denn nur auf diese Weise konnte das eheahnlich gedachte Band[103] zwischen dem kirchlichen Hirten und seiner Herde getrennt werden. Ein regular geweihter Bischof ohne Sprengel musse schlieGlich entschadigt werden[104]. Allerdings gilt im Umkehrschluss, und vielleicht, da Giselher hier weniger als agens erscheint, sogar noch mehr, dass die Auflosung des Merseburger Bistums 981 nur durch die Promotion Giselhers zu erreichen war[105]. Dass Giselher mit schandlichem ambitus nach dieser Promotion strebte, wie Thietmar es gesehen haben will, ist zumindest zweifelhaft. Nur in starker Anlehnung an die Charakterisierung bei Thietmar kann man in Giselher den herausragenden Akteur hinter den Auflosungsplanen sehen, der mit aller Macht die erzbischofliche Wurde zu erlangen suchte[106]. Man sollte Giselher vielmehr in die Auflosungsplane eingebunden sehen, seine angebliche Intrige bei Hofe ist unglaubwurdig, da das Vorgehen nach Adalberts Tod von langer Hand vorbereitet und geplant war[107]'. Es mutet auch sehr eigenartig an, dass man angesichts des hohen Alters Adalberts am Kaiserhof noch nicht uber einen Nachfolger sinnierte[108] - zumal man in Adalbert selbst 968 wohl schon nicht den kaiserlichen Favoriten durchsetzen konnte[109]. Durchaus moglich ist es, dass hier auch Dietrich seinen Einfluss beim Kaiser im Sinne Giselhers geltend machte.

So musste der Merseburger Bischof vielleicht gar nicht nach dem Magdeburger Stuhl streben[110] , genauso konnte er, dem Wesen des Personenverbandsstaats und der Beobachtung entsprechend, dass vakante Stuhle haufig mit den Favoriten des Kaisers besetzt wurden[111], als Wunschkandidat Ottos gelten[112]. In der Person Giselhers kann man sich ohne weiteres die Merkmale vereint denken, die man vom neuen Metropoliten erwartete: eine enge Verbindung zum kaiserlichen Hof sowie reichs- und kirchenpolitische Erfahrung, die er durch seine Tatigkeit als custos capellae bei Hofe[113] und als Merseburger Bischof sammeln konnte. Noch gravierender fur seine Ernennung ist jedoch das Faktum, dass durch seine Translation eine (schnelle) Bistumsauflosung in Merseburg moglich war[114]

Der Einfluss Ottos II. auf die Promotion Giselhers ist nicht zu ubersehen. Diesen machte er personlich durch die von der Magdeburger Gesandtschaft geforderte Nachwahl geltend[115]. Doch nicht nur in Italien, sondern auch in Magdeburg wurde sein Plan vertreten. Hier war es Erzbischof Adalbert, wegen dessen Meinungsverschiedenheiten mit Ohtrich letzterer erst in die Hofkapelle kam, der die Nutzung des (erst 979 verbrieften) Wahlprivilegs[116] verhindern sollte[117]. Unser Chronist Thietmar erwahnt, dass der Metropolit zum Osterfest den Seinigen unter Tranen kundtat, dass Ohtrich und ein gewisser Ico niemals seinen Platz einnehmen durften[118]. Dass man in Magdeburg Ohtrich trotz demonstrativer Abneigung Adalberts wahlte, ist nur sehr schwierig zu erklaren[119]. Auch wenn hier wieder berechtigte Zweifel an der Authentizitat des Berichts angebracht sind, so gibt es doch kaum Grunde an der Essenz, namlich an der Unterstutzung Adalberts zur Auflosung Merseburgs und zur Wahl Giselhers, zu zweifeln[120]. Uber die Grunde lasst sich nur mutmaBen, aber es ist durchaus plausibel, dass auch er die Notwendigkeit einer Veranderung der jungen Kirchenprovinz sah und die Auflosung Merseburgs deshalb unterstutzte.

Wie erwahnt zeugt die Nachwahl in jeder Hinsicht von der starken Position des Kaisers und wir konnen annehmen, dass Otto II. selbst Initiator der Nachwahl war. Einen Einfluss Giselhers auf das Zustandekommen der Nachwahl anzunehmen verbietet die Quellenlage, denn nur Thietmar liefert uns eine derartige Darstellung. Der grundlegende Vorgang, namlich dass der Kaiser die Wahl des Domkapitels nicht anerkannte, war nicht ungewohnlich- ein Wahlprivileg bedeutete mit Sicherheit keineswegs, dass der gewahlte Kandidat auch seine Wurde erlangte . Gerade in die Regierungszeit Ottos II. fallen vier Sedisvakanzen auf Erzbischofsstuhlen des nordalpinen Reichs, bei denen durch das „besondere Engagement" des Herrschers dreimal ein Kandidat aus der Hofkapelle das Amt erlangte[122]. Otto II. wird gewiss die Lehren aus den Querelen seines Vaters mit dem Episkopat, insbesondere in der Magdeburger Frage, gezogen haben. Der Einfluss des Kaisers bei der Ordination steigerte, durch personliche Verbundenheit der Kandidaten zu ihm, auch seine Einflussmoglichkeiten auf den neuen Kirchenfursten. Dass die Machtstellung der Bischofe in Angelegenheiten ihrer Parochie auch im ausgehenden 10. und fruhen 11. Jahrhundert noch enorm und nicht von Kaiser und Papst zu brechen war, zeigt die versuchte, aber nicht umzusetzende Rucktransferierung Giselhers auf die Merseburger Cathedra[123]- umso verstandlicher ist es, dass der Kaiser die Besetzung dieser Positionen nicht Domkapiteln uberlassen wollte.

Zeitgenossisch war es nicht unublich, dass die Domkapitel durch schnelle Wahl einen eigenen Kandidaten erheben wollten, ihr Anliegen war es, den Herrscher vor „vollendete Tatsachen" zu stellen[124] Auch Ohtrich ware durch seine vorhergehende Karriere an der Hofkapelle wohl ein geeigneter Kandidat fur ein Bischofsamt gewesen- nur konnte es aufgrund der langerfristigen Planung nicht das Magdeburger werden. Wie bereits erwahnt lag das hauptsachlich an der bereits feststehenden Personalie Giselher und den daran geknupften Auflosungsplanen fur das Bistum Merseburg[125]. Bei Ohtrich scheint sogar gewissermaGen eine Analogie mit der Magdeburger Erzbischofswahl von 1004 unter Kaiser Heinrich II. vorzuliegen. Der Kaiser brachte im Gesprach unter Versprechungen den Elekten dazu, vom Amtsantritt abzusehen um damit den Weg fur seinen Favoriten zu ebnen[126] Unsere Quellen liefern uns hieruber leider keine Erkenntnis, auch ist diese Praxis, wie erwahnt, besonders erst unter Heinrich II. zu beobachten. Dennoch halte ich es fur nicht unwahrscheinlich, dass Ohtrich als Kompensation fur den Verzicht auf Magdeburg fur die folgenden Jahre ein anderes Bistum in Aussicht gestellt wurde[127], denn auch er kann durchaus als Gunstling des Kaisers gelten und seine Qualifikation stand auGer Frage. Obendrein genoss er als Gelehrter wohl einen ausgezeichneten Ruf[128] Dafur spricht auch, dass er nach der gescheiterten Wahl nicht etwa nach Magdeburg zuruckging, sondern mit der Hofkapelle weiterzog und bereits am 7. Oktober 981 in Benevent starb[129].

3. Zusammenfassung

Die Untersuchung legt nahe, dass die Auflosung des Bistums Merseburg eine konsensuale Entscheidung war[130], mit der Interessen aller Parteien berucksichtigt wurden. Leider ist es nicht moglich, basierend auf den Diplomen Ottos II. oder den anderen Quellen, ein gropes Treffen aller an der Auflosung interessierten oder beteiligten Parteien sicher auszumachen. Dass es zwischen 979 und 981 vereinzelte Treffen zwischen dem Kaiser und den Bischofen Hildeward und Giselher, Erzbischof Adalbert und auch den weltlichen GroGen des Raumes gab, in denen Absprachen getatigt werden konnten, lasst sich aus den kaiserlichen Diplomen sicher erschlieGen[131].

Hildeward, der in der Arbeit den Schwerpunkt bildete, bekam zumindest den Teil seines Sprengels zuruck, den er einst an Merseburg abtreten musste. Ich komme zu dem Schluss, dass wir in ihm einen fruhen Gegner des Erzbistums Magdeburg und des Bistums Merseburg zu sehen haben, was an und fur sich nichts Uberraschendes ist. Gleichfalls gilt jedoch, dass sich, basierend auf unserer Quellenlage, keine aktive Mitwirkung bei den Auflosungsvorgangen sicher erschlieGen lasst. Hierfur spricht vor allem das Schweigen unserer Quellen aus Halberstadt und Merseburg. Insbesondere der Bericht der Gesta Episcoporum- wird Hildewards „Schonung" bei Thietmar zuweilen durch Hildewards Eigenschaft als sein Taufer und Konfirmator erklart[132]- gibt groGe Zweifel auf. Es wird nur erwahnt, dass Hildeward die Halberstadter Kirche durch die Bistumsauflosung zu Merseburg wiederherstellen konnte. Der Nebensatz, der die Suppression erwahnt, ist jedoch ein Ablativus absolutus[133]: vollig egal ob man ihn kausal oder temporal auflost, die Bedeutung ist bekanntlich passivisch- von einer Mitwirkung Hildewards an den Planungen und an der Durchfuhrung der Auflosung weiG man in Halberstadt also nichts. Daruber hinaus wird die Gebetsverbruderung der Halberstadter mit der Metzer Kirche, weder bei den Gesta Episcoporum, noch bei Thietmar, mit der Auflosung Merseburgs in Verbindung gebracht. Dennoch kann man aus dem zitierten Brief der Papsturkunde, der Gegenstand der Untersuchung war, wohl einen fruhen Widerstand Hildewards (d.h. vor der beschlossenen Auflosung des Bistums Merseburg) folgern. Dieser Brief lasst aber sicher nicht den Schluss zu, dass Hildeward selbst grundlegende Einwande gegen das Bestehen des Bistums Merseburg vorbrachte. Ein solcher grundlegender Einspruch aus Hildewards Initiative ware meines Erachtens nach nur denkbar, wenn Hildeward der Einrichtung eines Bistums in Merseburg vollig entsagt hatte (wogegen nicht zuletzt der Inhalt der Gesta Episcoporum spricht, s.u. Anm. 134). Als Zirkelschluss hieraus kann man die bereits von Hauck vermutete These einer vorhandenen kirchenrechtlich verbindlichen Unterschrift Hildewards zu Grundung und Bestand des Bistums Merseburg stutzen, aber nicht sichern. Ein rechtlicher Einwand gegen den Bestand des Bistums von Hildewards Seite konnte sich schlichtweg erubrigt haben. Naturlich untermauert die eben nicht vorhandene Uberlieferung eines solchen Schriftstucks die Annahme, Hildeward habe diese Unterschrift nie gegeben. Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass Hildeward in Bezug auf Merseburg kein ahnlich geartetes Dokument wie die Narratio de erectione unterschrieben hat, scheinen die zahlreichen Kritiker der These ubersehen zu haben, dass im Synodaldekret nicht nur von einer angeblich fehlenden Unterschrift, sondern sogar von einer ganzlich fehlenden (formal- mundlichen) Zustimmung („sine consensu“) die Rede ist. Mit „sine consensu“ kann gar nichts anderes als eine mundliche Zusage gemeint sein, sonst hatte man kaum „atque subscriptione canonica“ angeschlossen. Damit ware ihr Vorschlag, nach dem Hildeward sich durch seine mundliche Zusage nicht gebunden sah, ebenfalls in Zweifel zu ziehen. Die romische Synode vom September 981 bestreitet also jegliche Einwilligung Hildewards zu Grundung und Ausstattung des Bistums Merseburg. Damit scheinen mir diese Quellen, deren Tendenz wie bereits mehrfach angesprochen, naturlich die unbedingt durchzufuhrende Aufhebung Merseburgs ist, fur die Frage nach Hildewards Zustimmung oder Nicht- Zustimmung zur Grundung des Bistums Merseburg schwerlich zu Rate gezogen werden zu durfen. Mehr als unwahrscheinlich ist es zudem, dass man Hildeward trotz des vermeintlichen Fehlens jeglicher Zustimmung investiert hatte, gerade wenn man die zeitgenossische Praxis der Einsetzung kaiserlicher Kapellane betrachtet. Selbst die Gesta Episcoporum wissen von Hildewards Zustimmung und schildern diese im Zusammenhang mit seiner Investitur durch Otto in Italien[134] Jedenfalls scheint festzustehen, dass Hildeward den grundlegenden rechtlichen Einwand gegen den Bestand des Bistums Merseburg nicht selbst vorbrachte und dieser auch nicht bei ihm gereift ist. Er war eventuell wirklich um die materielle Lage seiner Diozese besorgt und erbat daher Gebiete zuruck. Moglich ist auch, dass er nach den erzwungenen Abtretungen von 968 in der eigenen Diozese standig unter Zugzwang stand, insbesondere wenn man sein Episkopat mit dem Bernhards verglich. Man kann Hildeward naturlich trotzdem als wohlwollenden Beobachter annehmen, der dem Auflosungsvorhaben kaum Steine in den Weg legte- und eventuell auch in die Vorgange involviert war.

Um noch einmal einen kurzen Ruckgriff auf die Gebetsverbruderung zu tatigen, musste man bei deren historischer Einordnung besser uber das personliche Verhaltnis von Dietrich und Hildeward informiert sein. Dass der einflussreiche Dietrich bei der Auflosung eine entscheidende Rolle gespielt hat, ist nicht von der Hand zu weisen- anders ist der unzweideutige Auftritt bei Thietmar nicht zu erklaren. Man kann hierbei in Anlehnung an Jaschke[135] aber auch sehen, dass Dietrich viel eher als Handlanger Giselhers gelten muss denn als Unterstutzer Hildewards. Vielleicht hat er, als man uber das Vorgehen einer Merseburger Bistumssuppression beriet, die Translation seines ehemaligen Kollegen im Kapellanat Giselher ins Gesprach gebracht. Die Halberstadter Jugendjahre und seine Funktion als Dompropst in Halberstadt belegen, wie Jaschke betont, nicht automatisch eine engere Verbindung zu Hildeward, die gemeinsamen Jahre an der Hofkapelle sogar eher zu Giselher. Auch eine Art Mittlerfunktion Dietrichs im Vorfeld der Auflosung, durch seine Verbindung sowohl zu Hildeward als auch zu Giselher[136], ware denkbar. In jedem Fall darf man Dietrich und Giselher als in die Auflosungsvorgange involviert betrachten.

Bei der Auflosung selbst mussten die beteiligten Geistlichen uberlegen, wie man diese Auflosung kirchenrechtlich legitimieren und praktisch umsetzen konnte- Helmut Beumann spricht von „schwerwiegenden kanonischen Hindernisse[n]“, die zu uberwinden waren[137]. Dass man dabei nicht analog zu Alba vorging, wo man Giselher und Dietrich als Teilnehmer an den Verhandlungen vermuten darf, durfte einen einfachen Grund haben: Alba war 969 nach einem Sarazeneneinfall zerstort und lag „vollig danieder"[138]. 981 traf man in den Synodaldokumenten uberraschenderweise aber eben nicht diese Feststellung, die uns ja schon Holtzmann nahelegte- namlich dass es um Merseburg ahnlich bestellt sein musste.

Zwar nicht durch Krieg zerstort, war es wohl dennoch ein nicht uberlebensfahiges, kleines und armliches Bistum, welches durch sein Bestehen auch noch die Existenz von nicht weniger als drei anderen Bistumern gefahrdete[139] Vielleicht hatte eine solche Formulierung die einstige Einrichtung von so vielen Suffraganen als ganzes in Frage gestellt, von denen man bei der Grundung der Metropole doch erwartete, dass sie wenigstens auf dem Weg zu so etwas wie der sudalpinen civitas waren[140] ! Zumindest konnte Derartiges kaum in einem Schreiben an den Episkopat der Germania stehen, wo ohnehin die Grundung der neuen Kirchenprovinz mehr als kritisch betrachtet wurde. In erster Linie schob man also einen kirchenrechtlichen Verfahrensfehler bei der Grundung Merseburgs vor- in Verbindung mit den Schwierigkeiten Halberstadts mit der doppelten Abtretung an Magdeburg und Merseburg und der notwendigen Starkung der Bistumer Zeitz und MeiGen. Mag also vordergrundig die zeitgenossische Rechtsauffassung, an Orten, die dem bischoflichen Namen und der bischoflichen Ehre nicht (mehr) entsprachen, keine Bistumer einrichten bzw. erhalten zu durfen ausschlaggebend gewesen sein[141], so ist in den offiziellen Dokumenten im Gegensatz zu Alba/ Asti 969 keineswegs die Rede davon- prononciert betont man die unrechtliche Grundung. Dennoch ist die von Hehl betonte Ahnlichkeit der Resolutionen der Lateransynode 981 und dem 4. Kanon des XII. Konzils von Toledo 681 wie auch der Synode von Rom 969 nicht zu ubersehen: ein nicht uberlebensfahiges Bistum wird aufgelost und in ein Kloster zuruckgefuhrt, die Wurde des amtierenden Bischofs jedoch respektiert und dieser auf den nachsten vakanten Stuhl transferiert. Ebenso sollte man mit Merseburg und Giselher verfahren: man richtete ein Laurentiuskloster ein und Giselher wurde Erzbischof von Magdeburg. Die Auflosung des Bistums Merseburg war also schon vor dem Tod Adalberts an Giselhers Promotion gebunden, anders lasst sich auch die Ablehnung des mindestens gleichwertig qualifizierten Ohtrich durch den Kaiser kaum erklaren. Ein grower Vorteil dieses Vorgehens war, dass hierdurch die schnellstmogliche Auflosung des Bistums Merseburg erreicht werden konnte. Obendrein gunstig und erwunscht war wohl, dass so mit dem vormaligen Kapellan Giselher, wie zeitgenossisch ublich, ein enger Vertrauter des Kaisers den erzbischoflichen Stuhl von Magdeburg erklimmen konnte.

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

4.1. Quellen

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4.2. Literatur

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[...]


[1] Walter Schlesinger: Kirchengeschichte Sachsens im Mittelalter, Band 1, Von den Anfangen kirchlicher Verkundigung bis zum Ende des Investiturstreits (Mitteldeutsche Forschungen 27/1), Koln/ Graz 1962, S. 33 f. und 50 f. betont die eigentlich guten Voraussetzungen eines Bistums in Merseburg. Durch das Vorhandensein eines Burgwards, einer Stadtmauer, zweier Pfalzen, Kirchen und Adelssitzen konnen wir ein gewisses infrastrukturelles Niveau annehmen, zumal im Vergleich zu den anderen Magdeburger Suffraganen dieser Zeit.

[2] Thietmar von Merseburg: Chronicon, ed. von Robert Holtzmann (MGH SS RG N.S. 9), Berlin 1935 III, 14 (S. 114).

[3] Die Konzilien Deutschlands und Reichsitaliens 916-1001 (Concilia aevi Saxonici et Salici DCCCCXVI-MI), Teil 2 (962-1001), ed. von E.-D. Hehl unter Mitarbeit von C. Servatius (MGH Concilia 6/2), Hannover 2007, Nr. 29 A, S. 268-271.

[4] Die erste Erwahnung findet ein Bistum Merseburg in der Urkunde Johannes XII. von 962, wo auch die Errichtung des Erzbistums Magdeburg verfugt wird (MGH Conc. 6/2, Nr. 22, S. 217-220); demnach geht die Idee zur Grundung auf den Ungarnsieg Ottos auf dem Lechfeld von 955 zuruck, hieran knupft auch Thietmar (II, 10) an, s. auch Regesten zur Geschichte der Slawen an Elbe und Oder (vom Jahr 900 an), bearbeitet von C. Lubke, Teil 2 (900-983) (GieRener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europaischen Ostens Bd. 133), Berlin 1985, Nr. 97 u. 121, Helmut Beumann, Laurentius und Mauritius. Zu den missionspolitischen Folgen des Ungarnsieges Ottos des GroRen, in: FS Walter Schlesinger 2, hg. von H. Beumann (Mitteldeutsche Forschungen 74/2), Koln/ Wien 1974, S. 247.

[5] Vgl. MGH Conc. 6/2, Nr. 41, Regest S. 362, Lubke, Regesten 2, Nr. 211., Wolfgang Huschner: Transalpine Kommunikation im Mittelalter. Diplomatische, kulturelle und politische Wechselwirkungen zwischen Italien und dem nordalpinen Reich (9. - 11. Jahrhundert), Bd. 2 (MGH Schriften 52/2), Hannover 2003, S. 969 f.

[6] Heinz Wolter: Die Synoden im Reichsgebiet und in Reichsitalien von 916 bis 1056 (Konziliengeschichte Reihe A), Paderborn/ Munchen/ Wien/ Zurich 1988, S. 127 mit Anm. 145 spricht von „vollgultiger Papstsynode".

[7] Dietrich Claude: Die Geschichte des Erzbistums Magdeburg bis in das 12. Jahrhundert, Teil I, Die Geschichte der Erzbischofe bis auf Routger (1124) (Mitteldeutsche Forschungen 67/1), Koln/ Wien 1972, S. 139.

[8] Ernst-Dieter Hehl: Herrscher, Kirche und Kirchenrecht im spatottonischen Reich, in: Otto IN.-Heinrich II. Eine Wende?, hg. von B. Schneidmuller/ S. Weinfurter, Sigmaringen 1997, S. 184.

[9] Wolter, Synoden, S. 127 f.

[10] MGH Conc. 6/2, Nr. 41, Regest S. 362.

[11] Diese Entwicklung ging aufgrund des heftigen Widerstands sehr kleinschrittig voran; einen kurzen, gelungenen Uberblick zu den wesentlichen Etappen bei der Grundung des Erzbistums Magdeburg und des Bistums Merseburg liefern Ernst-Dieter Hehl: Merseburg- eine Bistumsgrundung unter Vorbehalt, in: FMSt 31 (1997), S. 96-119, Ders.: Der widerspenstige Bischof. Bischofliche Zustimmung und bischoflicher Protest in der ottonischen Reichskirche, in: Herrschaftsreprasentation im ottonischen Sachsen, hg. von G. Althoff/ E. Schubert, Sigmaringen 1998, S. 295-344, Gerd Althoff: Magdeburg - Halberstadt - Merseburg. Bischofliche Reprasentation und Interessenvertretung im ottonischen Sachsen, in: Vortrage und Forschungen 46 (Herrschaftsreprasentation im ottonischen Sachsen), hg. von G. Althoff/ E. Schubert, Sigmaringen 1998, S. 267­289 und Ders.: Die Grundung des Erzbistums Magdeburg, in: Otto der Grofte-Magdeburg und Europa, hg. von M. Puhle, Mainz 2001, S. 344-352.

[12] Hehl, Bischof, S. 305.

[13] Vgl. Albert Hauck: Kirchengeschichte Deutschlands. Dritter Teil, Berlin 91958, S. 131.

[14] Die Urkunden Otto I. (MGH Diplomata regum et imperatorum Germaniae 1,3), ed. von T. Sickel, Hannover 1884, Nr. 366, S. 502 f.

[15] Hehl, Merseburg, S. 111.

[16] Althoff, Grundung, S. 344 ff.

[17] Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 734.

[18] Zur Dynamik der politischen Aktivitat nach Sedisvakanzen u.a. Althoff, Magdeburg, S. 274, Hehl, Bischof, S. 296-300, Wolfgang Huschner: Die ottonisch-salische Reichskirche, in: Heiliges Romisches Reich Deutscher Nation 962-1806. Von Otto dem GroRen bis zum Ausgang des Mittelalters, Bd. 2 (Essays), hg. von M. Puhle/ C.- P. Hasse, Dresden 2006, S. 107.

[19] Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 29, Lubke, Regesten 2, Nr. 148, Althoff, Grundung, S. 349 f.

[20] Robert Holtzmann: Die Aufhebung und Wiederherstellung des Bistums Merseburg. Ein Beitrag zur Kritik Thietmars, in: SA 2 (1926), S. 35-75.

[21] Ein Uberblick der alteren Forschung findet sich bei Holtzmann, Aufhebung, S. 36-40.

[22] MGH Conc. 6/2, Nr. 41 A u. B, S. 362-376.

[23] Gesta Episcoporum Halberstadensium, ed. von L. Weiland (MGH SS 23), Hannover 1874, S. 73-123.

[24] Kurt-Ulrich Jaschke: Die alteste Halberstadter Bischofschronik, S. 179-188; zustimmend auch Althoff, Magdeburg, S. 270 f. und Dirk Schlochtermeyer: Bistumschroniken des Hochmittelalters. Politische Instrumentalisierung der Geschichtsschreibung, Paderborn/ Munchen/ Wien/ Zurich 1998, S. 82 f., 90 f.

[25] Zu diesem Schluss kommt ebenfalls Jaschke, Bischofschronik, S. 159 ff., Stemma S. 210; unterstutzend Althoff, Grundung, S. 348 und Ders., Magdeburg, S. 271.

[26] Die Rezeption Thietmars geht seit dem Aufsatz Holtzmanns (wie Anm. 20) meist mit intensiver Kritik einher; gerade fur unser Thema muss Thietmar auRerst kritisch behandelt werden (vgl. Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 730), nach Motiven fur eine Verzerrung der Geschehnisse braucht man nicht lange zu suchen. Die Grunde, die zur Auflosung fuhrten, lassen sich bei ihm weniger aus rationalen und sachlichen Erwagungen heraus erklaren, sondern durch menschliche Schlechtigkeit einzelner, womit vor allem Giselher gemeint ist, bzw. der Schlechtigkeit aller Menschen (Holtzmann, Aufhebung, S. 36). Durch die von ihm dargestellten unmittelbaren Folgen der Auflosung soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass der hl. Laurentius in Zukunft nicht mehr geschandet und dem Bistum so etwas nicht mehr widerfahren durfe.

[27] Thomas Vogtherr: Grablege und Konigskloster- Memleben und sein Kloster in ottonischer Zeit, in: Memleben- Konigspfalz, Reichskloster, Propstei, hg. von H. Wittmann, Petersberg 2001, S. 88.

[28] Ich will hier nur zwei Beispiele anfuhren, mit denen Thietmar Tradition des Bistums und seine Sicherung fur die Zukunft betreiben will. Die Grundung des Bistums Merseburg verbindet Thietmar II, 10 (S. 48 f.) emotional mit Ottos Sieg auf dem Lechfeld 955, wobei der Kaiser ein Merseburger Bistum gelobt haben soll. Die Papsturkunde von 962 (MGH Conc. 6/2, Nr. 22, S. 217-220) weiR dagegen nur von einem „Merseburgense monasterium", welches Otto im Zuge des Ungarnsieges gelobte. Selbst Beumann, Laurentius, S. 239-243, der insgesamt ein Bistumsgelubde fur wahrscheinlich halt, sieht hier erhebliche Einwande gegen die Glaubwurdigkeit unseres Chronisten. Man wird Thietmar das Motiv nicht absprechen konnen, dass er das Gelubde, vielleicht unter Kenntnis des Inhalts der 962er Urkunde, noch etwas ausgeschmuckt hat- zumal das Gelubde eine klare Funktion in Thietmars Handlung hat: es lasst die folgenden Unglucke umso schwerer wiegen. So muss die Auflosung des Bistums als Frevel am ottonischen Siegesheiligen Laurentius erscheinen, noch dazu trat man das „Bistums"- Gelubde Ottos des GroRen ja geradezu mit FuRen. Kein Wunder also- und hier das zweite Beispiel der Legitimierung und Sicherung fur die Zukunft- dass bei Thietmar III, 17 (S. 118 f.) der Auflosung in einer Kausalkette klare gottliche Zeichen folgen sollten, darunter die katastrophale Niederlage bei Cotrone 982, der Slawenaufstand 983 und der fruhe Tod Ottos II. im selben Jahr.

[29] Althoff, Magdeburg, S. 270, Ders., Grundung, S. 347 f.

[30] Althoff, Magdeburg, S. 267.

[31] So v.a. Wolter, Synoden, S. 124, Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 734, Althoff, Magdeburg, S. 280 f., Johannes Fried: Die Frauen und die politische Macht im 10. Jh., in: SA 20 (1997), Exkurs S. 47 f.

[32] Gesta Episcoporum Halberstadensium, S. 86.

[33] Althoff, Magdeburg, S. 280 f., Fried, Exkurs S. 47 f. Diese Ansicht wird aus der auf 980 datierten unio fraternitas et karitas zwischen Dietrich von Metz und Hildeward gewonnen (Gesta Episcoporum Halberstadensium, S. 86). Althoff folgerte daraus und wohl aus Dietrichs expliziter Erwahnung bei Thietmar III,16 (S. 116) „aktive Teilnahme Hildiwards und seiner Vertrauten an den Oberlegungen und an den Aktionen, die zur Aufhebung Merseburgs fuhrten" (Magdeburg, S. 281). Zum Ersten ergibt sich fur die Gebetsverbruderung das von Jaschke begrundet hervorgebrachte Datierungsproblem (Bischofschronik, S. 151). Der Vorschlag von Fried, Frauen, Exkurs S. 48, dass die „Gefahr", auf die die Gebetsverbruderung rekurriert, die „blutige Auseinandersetzung" Halberstadts mit Merseburg darstellt, erklart sich eventuell dadurch, dass Fried wohl ubersehen hat, dass es im Synodalprotokoll nur „pene usque ad homicidia" kam. Zum Zweiten wird in den Gesta keine konkrete Handlung bei den Merseburger Aufhebungs- bzw. Halberstadter Restaurierungsvorgangen, weder durch Hildeward, noch durch Dietrich, genannt. Mehr als gewagt erscheint es mir deshalb, Hildeward (und seine Vertrauten) nur durch den erwahnten Gebetsverbruderungs-Passus der Gesta Episcoporum derartig im Mittelpunkt der Auflosungsvorgange zu sehen. Auch lasst sich durch das sehr schlechte Licht auf Dietrich in Thietmars Chronik, dessen unzweideutige Nennung naturlich kein Zufall sein wird, keineswegs eine Mitwirkung Hildewards erharten. Bei Thietmar ist doch Dietrich ganz eindeutig Giselhers Handlanger (dazu auch Jaschke, Bischofschronik, S. 149 ff.). Seine Beteiligung erfullt eine Darstellungsabsicht: durch die unerhorte Bestechung wird Giselhers Schlechtigkeit hervorgehoben, Dietrich wird durch das Eingehen darauf als weiteres enfant terrible in Thietmars Plot herausgestellt. Giselher und Dietrich verbindet in der Chronik, dass sie beide durchaus einflussreiche Kapellane waren, die in hoher Gunst beim Herrscher standen. Eine Verbindung von Dietrich mit der rivalisierenden Halberstadter Kirche erwahnt Thietmar, dem ja wie eingangs festgestellt der Bericht der Gesta Episcoporum nachweislich vorgelegen hat, merkwurdigerweise uberhaupt nicht.

[34] Zum Widerstand Bernhards s. Gesta Episcoporum Halberstadensium, S. 83; Althoff, Magdeburg, S. 275 spricht sogar von eventueller „Erklarungsnot" Hildewards wegen den Abtretungen.

[35] MGH Conc. 6,2 Nr. 41A, S. 371: „Recitata est etiam epistola ab Hildewardo episcopo Halberstatensis ecclesie delata, humiliter expetens, limites sue diocesis et Magdaburgensis confuses, ne discordiis locus pateat, nostra diffinitione discerni, unde inter confratrem et coepiscopum nostrum Adalbertum archipresulem et Hildewardum lites immensas exortas pene usque ad homicidia didicimus profecisse."

[36] Jaschke, Bischofschronik, S. 184 ff.; zustimmend auch Schlochtermeyer, Bistumschroniken, S. 83.

[37] Zu erwahnen ist, dass die Halberstadter Chronik von mehreren Schreibern uber mehrere Jahrhunderte verfasst wurde und somit Veranderungen und Auslassungen der altesten Version nicht ausgeschlossen werden konnen (vgl. Schlochtermeyer, Bistumschroniken, S. 84). Hat man einen eventuellen Widerstand Hildewards gegen Merseburg ausgelassen? Dagegen scheint mir zu sprechen, dass die Hildeward-Rezeption, wie bereits erwahnt, insgesamt auRerst positiv ausfallt. Viele dem Bistum sicher gedeihliche Dinge (z.B. die Wiedererrichtung einer Kapelle fur den hl. Stephan und Maria oder die Oberfuhrung der Stephansreliquien nach Halberstadt) werden eindeutig dem Episkopat Hildewards zugeschrieben, dazu nicht zuletzt auch der ausfuhrliche Domweihbericht zu 992.

[38] Gesta Episcoporum Halberstadensium, S. 86: „Hic etiam Hildewardus 15. ordinationis sue anno Merseburgensem ecclesiam, pastore suo eiecto et episcopali sede destructa, Halberstadensi ecclesie, sicut iure debuit subesse, reformavit."

[39] Thietmar III, 14 (S. 114): „Nam cum iudices ab apostolico interrogarentur, si liceret Gisillerum promoveri ad archiepiscopatum, quia certam non haberet tunc sedem, sed ab episcopo iniuste, ut semper sit questus, ablatam Hildiwardo caruisset hactenus, quam possiderat [...]."

[40] Die rechtlichen Auflosungsgrunde erinnern an den Beginn des Synodaldekrets (MGH Conc. 6/2 Nr. 41A, S. 370). Des Weiteren ist es bei all dem, was wir uber die Tendenz von Thietmars Chronik wissen, problemlos vorstellbar, dass Thietmar die Stelle „ut semper sit questus" aus dem im Dekret zitierten Brief Hildewards erdacht und in indirekter Rede in seine Handlung eingebaut hat. Wie in Folge zu zeigen sein wird, ist gerade der rechtliche Einwand als Inhalt des Hildeward-Briefs nicht zu sichern. Dass sich Hildewards vermeintliche Beschwerde aus dem Munde des Papstes an die rechtlichen Auflosungsgrunde anschlieRt, ist ein weiteres Indiz dafur, dass die Quelle des circa 30 Jahre retrospektiv schreibenden Thietmar hier das Synodaldekret war, welches dem Chronisten aus seiner Magdeburger Schulzeit bzw. seinem Magdeburger Kanonikat durchaus gelaufig gewesen sein durfte. Daher scheint es mir nicht moglich, aus dieser allein stehenden Thietmar- Information einen Widerstand Hildewards abzuleiten.

[41] Althoff, Magdeburg, S. 270, 274.

[42] Gesta Episcoporum Halberstadensium, S. 85: „Ipse autem, ut erat vir sapiens et discretus, pie ipsius petitioni annuere dignum duxit: parrochie igitur sue partem, que sita est inter Oram et Albiam et Bodam fluvios, et insuper viam que Friderici dicitur, Deo eiusque militi sancto Mauritio et imperatori concessit. Insuper etiam karitative inductus ab eodem imperatore, dedit Deo et sanctoque Laurencio parrochiam sitam inter fluvios Wilerbike et Salsum mare et Salam ac Unstrot et Helmena et foveam iuxta Walehusen, Merseburgensem episcopatum in ipsa condendum."

[43] Ibid.: „Unde presumitur manifeste, quod dilecti sui Stephani, Halberstatensis ecclesie patroni, Dominus iniuriam ulciscendo, occupatores sue dyocesis tam inopinata vindicta subtraxerit ab hac luce." Der erste in der Reihe der Personen, auf die sich dieser Satz unmittelbar beziehen muss (die Entsprechung von „inopinata vindicta" ist in jenem Satz, in dem Ottos Tod erwahnt wird, wohl „morte [...] repentina"), ist Kaiser Otto. Zur Datierung des Todesjahrs ist interessanterweise auch angegeben „anno vero 3. postquam Adelbertus primus Magdeburgensis ordinatus est episcopus" und als Grablege wird nicht unkritisch „seine" Stadt Magdeburg erwahnt („sepultus in civitate sua Magdeburg"); bezeichnenderweise werden als weitere Opfer der „unerwarteten Rache" Boso als erster Merseburger Bischof und, etwas zeitferner und einmal mehr durch „morte subitanea", Erzbischof Adalbert von Magdeburg genannt.

[44] Wenn uns Thietmar und die Gesta Episcoporum (vgl. Anm. 42) einmal in Eintracht berichten, dann hier. Thietmar II,20 (S. 61 f.) erwahnt einen gewissen Hildeward, einen Satz spater wird erwahnt, dass dieser sapiens erat. Der Wortlaut ist erstaunlich ahnlich, denn auch „piae [...] peticioni"taucht in anderer Schreibweise wieder auf, des Weiteren ist die Reihenfolge der geographischen Angaben in beiden Berichten, sowohl bei Magdeburg als auch bei Merseburg, trotz anderer Schreibweisen exakt die gleiche. Man wird, wenn man Jaschke dahingehend folgt, dass Thietmar die erste Fassung der Gesta schon benutzte, also sogar eher davon ausgehen konnen, dass er von der Halberstadter Quelle uber die Zustimmung zu Gebietsabtretungen und deren jeweilige Umfange wusste. Das ist umso erstaunlicher, als dass man ja eher Thietmar der Konstruktion solcher Abtretungen bezichtigen wurde und betont besonders den Quellenwert der Gesta Episcoporum Halberstadensium fur diese Frage, denn in Halberstadt konnte man ja kaum ein Interesse daran haben, Abtretungen an andere Bistumer zu erfinden.

[45] Ich gehe analog zu Hauck, Kirchengeschichte 3, S. 126 mit Anm. 1 davon aus, dass eine ahnliche Bestatigungsurkunde wie die Narratio de erectione auch fur Merseburg ausgestellt wurde. Hauck ist in seiner Argumentation zuzustimmen, insbesondere muss es mehr als unwahrscheinlich erscheinen, dass man nach der Ravennater Synode 967, die eine Zustimmung zu den neuen Vorhaben durch Hildeward und Hatto als Voraussetzung fur die praktische Umsetzung der Organisationsplane explizit zum Ausdruck brachte (wir wissen davon aus der Narratio de erectione ecclesiae Magdeburgensis, MGH Conc. 6/2, Nr. 31 A, S. 299-304, s. auch unten Anm. 51), einen Formfehler beging (wie Hehl, Bischof, S. 305 annimmt) oder sich gar mit einer mundlichen Zusage ohne kirchenrechtlich verbindliche Unterschrift zur Abtretung an Merseburg zufrieden gab. Gerade die neueren Forschungen, die im ottonischen Reichskirchensystem eben nicht Bischofe sehen, die wie „Marionetten" im Sinne des Kaisers agierten (Hehl, Bischof, S. 297), sondern die die starke rechtliche Position der Bischofe in Angelegenheiten ihrer Diozesen betonen, legen nahe, dass man sich kaum mit einem formlosen Verzicht begnugen konnte. Otto der GroRe selbst wird in der Narratio de erectione als Petent der Ausstellung genannt („[...] dominus cesar [...] hanc commutationem conligari voluit [...]"), um die Zustimmung von Hildeward und Hatto zur Grundung Magdeburgs und den Gebietsabtretungen an Magdeburg dokumentieren zu lassen und damit rechtlich abzusichern. Mit keinem Wort ist hierin die Rede von Merseburg- vorstellbar, dass man hier gesondert ein Schriftstuck anfertigen lieR. Diese Urkunde wurde eventuell, wie Hauck vermutet, von Giselher im Zuge der Vorbereitung zur Auflosung Merseburgs vernichtet. Setzt man diesen Fall voraus, ist es auch nicht verwunderlich, dass spatere Kopialbucher eine solche Urkunde nicht fuhren (denn auch die Narratio de erectione fur Magdeburg ist nur in Abschrift uberliefert), das kann jedoch nur vermutet werden. Die neuere Forschung lehnt diese Ansicht groRtenteils ab (vgl. u.a. MGH Conc. 6/2, Nr. 31, Regest S. 295, Claude, Geschichte I, S. 139, Anm. 27, Hehl, Bischof, S. 300, Wolter, Synoden, S. 98, Helmut Beumann: Entschadigungen von Halberstadt und Mainz bei der Grundung des Erzbistums Magdeburg, in: Ex ipsis rerum documentis, FS Harald Zimmermann, Sigmaringen 1991, S. 386, 388 f., Fried, Frauen, Exkurs S. 47 f.). Man geht zwar meist davon aus, dass Hildeward auch Merseburger Abtretungen zustimmen musste, jedoch eben nur formal, mit dem Hintergrund, er hatte so spater wieder gegen die Abtretungen eintreten konnen. Zum ersten scheint mir dies zu sehr aus der allein stehenden Information in unseren, eindeutig im Sinne der Auflosung Merseburgs motivierten, Dokumenten von 981 entlehnt, die es naturlich nahelegen an eine fehlende Unterschrift Hildewards zu glauben. Zum zweiten musste es doch gerade das Interesse Ottos sein, Hildewards Verzicht festschreiben zu lassen, um endlich etwas Ruhe in die neu gegrundete Kirchenprovinz zu bringen. Durch die Sedisvakanzen der Mainzer und Halberstadter Stuhle hatte man endlich die Moglichkeit, rechtsgultig die an die Investitur gebundenen Unterschriften zu „erwirken"- und wird diese wohl auch bei Hildeward nicht fahren lassen haben. Auch Beumann, Entschadigungen, S. 383 betont, dass die Weihe Hildewards „vor der Investitur nicht aktuell" gewesen sei. Sehr widerspruchlich erscheint mir daher auch die Argumentation von Hehl: wenn er schreibt, dass niemand „rechtlich in der Lage" gewesen sei, Hildeward zur Abtretung an Merseburg zu zwingen (Bischof, S. 306), scheint das mit seiner im gleichen Aufsatz zu findenden Feststellung, dass Hildeward die Investitur bei Nichtzustimmung zu Ottos Planen verweigert werden konnte (Bischof, S. 300), nicht recht zusammenzupassen.

[46] Johann-Friedrich Bohmer: Regesta Imperii II/5. Papstregesten 911-1024, bearbeitet von H. Zimmermann, Wien/ Koln/ Weimar 21998, Nr. 598.

[47] Gesta Episcoporum Halberstadensium, S. 85: „[...] dedit Deo sanctoque Laurencio parrochiam [...] Mersburgensem episcopatum in ipsa condendum."

[48] Odilo Engels, Die Grundung des Erzbistums Magdeburg auf der Ravennater „Synode" von 968, in: AHC 7 (1975), S. 147, zustimmend auch Wolter, Synoden, S. 124.

[49] Vgl. abermals Althoff, Grundung, S. 349 f.

[50] Einen solchen scheint Hehl anzunehmen (MGH Conc. 6/2, Nr. 31, Regest S. 295)

[51] In den Synodaldokumenten von Ravenna 967 ist die Grundung des Erzbistums unter Auflage nicht verzeichnet, wir wissen davon aber aus der Narratio de erectione (MGH Conc. 6/2, Nr. 31 A, S. 300 f.): „Igitur quia civitas, ubi Magadaburgensis archiepiscopatus sedes sita est, infra parrochiam Alberstatensis episcopii reiactet, sine consensu episcopi sedis illius et archiepiscopi Mogantiacensis, cui subiectionem exhibet, commutationem parrochie fieri non posse sancta synodus decrevit." Ein Widerspruch Hildewards zur Grundung des Bistums Merseburg wurde nicht nur die Frage aufwerfen, wie er dann uberhaupt seine Weihe erlangte, auch musste man dem Papst ein sehr ungewohnliches Handeln unterstellen. Zwar ist in der Narratio de erectione nirgends die Rede von einem Merseburger Bistum, als sicher muss jedoch gelten, dass der Halberstadter Bischof Teile seines Sprengels an Merseburg abtrat (was ja, wie bereits angemerkt, selbst die Gesta Episcoporum zu berichten wissen) und der Papst sich auch in diesem Anliegen der Zustimmung Hildewards versichern wollte, bevor ein Bistum Merseburg gegrundet werden konnte, vgl. auch Beumann, Laurentius, S. 257.

[52] Das Schweigen Thietmars lieRe sich nach Althoff, Magdeburg, S. 281 dadurch erklaren, dass Hildeward ihn taufte und firmte.

[53] Einen Brief erst nach dem Ableben Adalberts vermutet Wolter, Synoden, S. 124. Odilo Engels, Grundung, S. 147 f. schlagt Herbst 979 vor; der Inhalt impliziert jedenfalls, dass Erzbischof Adalbert (gestorben im Juni 981) noch sehr lebendig mit Hildeward stritt. Der von Engels vermutete Abfassungszeitpunkt ist durchaus plausibel. Ein weiteres Argument scheint mir entscheidend fur diese Vordatierung zu sprechen: bei Thietmar ist es namlich Hildeward, der die Beisetzung Erzbischof Adalberts vornimmt- von einem schlechten Verhaltnis der beiden Kirchenfursten wird man also Mitte 981 nicht mehr auszugehen haben (Althoff, Magdeburg, S. 276); zu diesem Zeitpunkt war Hildeward mit der Auflosung des Bistums Merseburg betreffend seiner Gebietsforderungen wohl ausgesohnt, auch der Inhalt des Briefes spricht fur die Vordatierung, wie noch zu zeigen sein wird.

[54] S. Anm. 35. Wenn auch die Formulierungen, im Speziellen die fast erfolgten „homicidia plurima", etwas ubertreiben und eventuell der Darstellungsabsicht angepasst zu sein scheinen (s. Claude, Geschichte I, S. 140), so kann man „verworrene Grenzverhaltnisse", die zu Streitigkeiten fuhrten, dennoch nicht fur unwahrscheinlich erachten. Ich verstehe hierbei, wie ich noch ausfuhren werde, Ruckforderungen von Gebieten durch Hildeward. Problematisch ist hier leider das Schweigen unserer Quellen aus Merseburg und Halberstadt uber solche Aktivitaten.

[55] MGH Conc. 6/2, Nr. 41A, S. 371: „Sed nos [...] apostolica censura sancimus, ut Giselharius suique successores tantum de parrochia Haluerstatensi teneant, quantum decessor noster papa lohannes Ottone inperatore, nostri spiritualis filii patre, dictante diligens inquisitor asscripserit."

[56] Einen grundlegenden kanonischen Einwand Hildewards nicht nur zum Bestand, sondern auch zur Grundung des Bistums Merseburg, nimmt Beumann, Entschadigungen, S. 389 an. Nach seiner Version lieR Hildeward 968 einen kanonischen Einspruch gegen monetare Entschadigung zunachst ruhen, jedoch in „Erwartung weiterer Verhandlungen", zu denen es nicht mehr kommen sollte. Auf bereits in Anm. 39 dieser Arbeit zitierte Thietmar- Stelle (111,14) verweisend, sieht er seine Version des Widerstandskampfers Thietmar, der in der Merseburger Angelegenheit „keine Ruhe gegeben hat", gestutzt (Zum Quellenwert dieser Stelle fur dieses Thema s. oben Anm. 40).

[57] MGH Conc. 6/2, Nr. 41A, S. 368 f.

[58] Nicht mehr gesichert werden kann leider, ob im Brief auch Gebietsforderungen an das Bistum Merseburg und Streitigkeiten mit Giselher erwahnt wurden, oder ob man eine solche Passage aus Rucksicht zum designierten Magdeburger Metropoliten auslieR. Immerhin war dieses Thema ja soweit abgehandelt, dass man Halberstadt den ursprunglich an Merseburg abgetretenen Teil zuruckerstattete. Vermutlich erubrigte sich daher auch eine Erwahnung Merseburgs und Giselhers in diesem Kontext.

[59] Eine grundsatzliche Beschwerde, nicht nur uber die Einrichtung des Bistums Merseburg, sondern auch des Erzbistums Magdeburg, vermutet dagegen Engels, Grundung, S. 147.

[60] So auch Sebastian Scholz: Transmigration und Translation. Studien zum Bistumswechsel der Bischofe von der Spatantike bis zum hohen Mittelalter (Kolner Historische Abhandlungen 37), Koln/ Weimar/ Wien 1992, S. 180.

[61] Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 743-746 vermutet, dass die rechtlichen Grunde vor allem von Geistlichen sudalpiner Provenienz bzw. der Kurie in Rom entstammen. Jedoch waren, u.a. in Dietrich von Metz, Adalbert von Magdeburg und Giselher von Merseburg, auch nordalpine Geistliche in die Auflosung eingespannt. Ihre fruheren Italienaufenthalte und ihre dort gesammelten kanonischen Erfahrungen erleichterten das Zusammenwirken der genannten Parteien im Vorfeld der Synode.

[62] Das nimmt Hehl, Bischof, S. 306 an.

[63] Vgl. Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 747 f.

[64] Zur Zustimmung Hattos II.: MGH Conc. 6/2, Nr. 31 B, S. 304 f. Die Tatsache, dass er explizit auch der Grundung des Bistums Merseburg zustimmte, gilt mir als starkes Indiz, dass diese Zustimmung auch von Hildeward verlangt wurde. Beide teilten ein Schicksal- sie wollten die Investitur durch den Kaiser erlangen. Dass die Investitur bei Hatto augenscheinlich nur unter der Bedingung erfolgen sollte, der Grundung des Erzbistums Magdeburg und auch des Bistums Merseburg auf dem Sprengel seines Halberstadter Suffragans zuzustimmen, lieRe es einmal mehr verwundern, weshalb man Hildeward nicht auf Selbiges verpflichtete.

[65] Huschner, Reichskirche, S. 102 bemerkt, dass die erste „Appelationsinstanz" fur die Bischofe der Konig war.

[66] Zum Itinerar des Herrschers s. Dirk Alvermann, Konigsherrschaft und Reichsintegration. Eine Untersuchung zur politischen Struktur von regna und imperium zur Zeit Ottos II. (973-982) (Berliner Historische Studien 28). Berlin 1998, Itinerartabelle S. 416 ff.

[67] Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 50 f.

[68] Holtzmann, Aufhebung, S. 46 f.

[69] Die Urkunden Ottos des II. (MGH Diplomata regum et imperatorum Germaniae 2,1), ed. von T. Sickel, Nr. 186, S. 211 f. und Johann-Friedrich Bohmer: Regesta Imperii II/2. Die Regesten des Kaiserreichs unter Otto II., neu bearbeitet von H. L. Mikoletzky, Graz 1950, Nr. 777.

[70] Vogtherr, Grablege, S. 93 sieht darin „keinen besonderen Gunsterweis gegenuber dem Bistum Merseburg" und vermutet, dass in diesem Zusammenhang die Suppression des Bistums schon Thema gewesen sein konnte. In ahnlichem Zusammenhang sieht auch Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 736 das Treffen.

[71] DO. II. 200, S. 226 f. und Bohmer-Mikoletzky (RI II,2) Nr. 791.

[72] Althoff, Magdeburg, S. 267, 269.

[73] Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 746.

[74] Ibid.

[75] DO. II. 225, S. 253 f. und Bohmer-Mikoletzky (RI II,2) Nr. 820.

[76] Dazu MGH Conc. 6/2 Nr. 32 f., S. 306-323, Johann-Friedrich Bohmer: Regesta Imperii II/1. Die Regesten des Kaiserreichs unter Heinrich I. und Otto I., neu bearbeitet von E. von Ottenthal, Innsbruck 1893 (Neudruck mit Erganzungen von H.H. Kaminsky, Hildesheim 1967), Nr. 496, Bohmer-Zimmermann (RI II,5) Nr. 458, 460 und Hehl, Bischof, S. 301-304 sowie Ders., Merseburg, S. 106 f.

[77] Hehl, Merseburg, S. 103 f., MGH Conc. 6/2, Nr. 41, Regest S. 363.

[78] S. Anm. 61.

[79] Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 746.

[80] Ibid., S. 745 mit Anm. 558.

[81] Die in Folge zitierten Stellen aus dem Synodaldekret finden sich samtlichst in MGH Conc. 6/2 Nr. 41 A, S. 368-

[82] Bohmer-Mikoletzky (RI II,2) Nr. 856 a.

[83] Holtzmann, Aufhebung, S. 50-53.

[84] Von „keineswegs zu leugnende[r] Bedurftigkeit" spricht auch Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 59.

[85] Ibid., S. 60., Joachim Ehlers, Otto II. und Kloster Memleben, in: SA 18 (1994), S. 54.

[86] Holtzmann, Aufhebung, S. 51, Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 61, Ehlers, Otto II., S. 77 ff.

[87] Vogtherr, Grablege, S. 90.

[88] Begrundete Zweifel daran, dass Otto in Merseburg schon 955 ein Bistum gelobte, finden sich bei Hehl, Merseburg, S. 109-112.

[89] Beumann, Laurentius, S. 242.

[90] Hehl, Merseburg, S. 118 bemerkt, ein unbedingtes Bistumsgelubde habe es erst in der Zeit Heinrichs II. gegeben, s. auch Ehlers, Otto II., S. 54 mit Anm. 22, der aber das eindeutige monasterium- Gelubde von 962 (s. Anm. 28) unter dem Eindruck von Thietmar II,10 zum Bistumsgelubde macht.

[91] Hehl, Merseburg, S. 100.

[92] Vogtherr, Grablege, S. 97.

[93] Ehlers, Otto II., S. 62 f. nimmt dagegen eine „ausgleichende Gedachtnisstiftung" an.

[94] Vgl. u.a. Vogtherr, Grablege, S. 90 f.

[95] Hehl, Merseburg, S. 114.

[96] Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 737.

[97] Hauck, Kirchengeschichte 3, S. 141.

[98] Denn hiervon wissen auch die DDO. II. 191, 194-196 nichts zu berichten.

[99] Dagegen Johannes Fried: Theophanu und die Slawen. Bemerkungen zur Ostpolitik der Kaiserin, in: Kaiserin Theophanu 2, hg. von A. von Euw/ P. Schreiner, Koln 1991, S. 363-367, der vor allem die ungewohnliche Dotierung fur Memleben im Zusammenhang der Slawenmission sieht, wodurch sogar Konkurrenz zu den Erzbistumern Mainz und Magdeburg erwachsen sei. In der Einsetzung Ungers von Posen als zweiten Abt vermutet er sogar eine Einbindung des Klosters in die Polenmission.

[100] Hehl, Merseburg, S. 108.

[101] So auch Lubke, Regesten 2, Nr. 210.

[102] Vogtherr, Grablege, S. 90.

[103] Vgl. Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 61, Hehl, Bischof, S. 312.

[104] Scholz, Transmigration, S. 181 f.

[105] Lubke, Regesten 2, Nr. 211.

[106] Von unseren Quellen sieht es nur Thietmar so, der fur eine unparteiische Charakterisierung Giselhers kaum zu Rate gezogen werden kann (Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 60), zu folgen scheinen aber Hauck, Kirchengeschichte 3, S. 143 ff., Claude, Geschichte I, S. 138 f. und trotz des o.g. Einwands auch Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 62 f.; freigesprochen von derartigen Ambitionen freilich wird er in den papstlichen Dokumenten, die logischerweise die Amtserlangung Giselhers durch „cupiditate nefanda" (MGH Conc. 6/2, Nr. 41 A, S. 370) ausschlieRen mussten.

[107] Dafur sprechen mehrere Indizien: alien voran die von Holtzmann, Aufhebung, S. 46 f. gesehene abreiRende Privilegierung und sogar Schadigung durch Gebietsabtretungen an Memleben in DO. II. 191, S. 217 ff. (s. dazu auch Ehlers, Otto II., S. 60), die enorm kurze Zeit zwischen dem Tod Adalberts und dem Zustandekommen der Romer Synode (Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 970) sowie auch die abnehmende Betonung des Bistums-Status in den kaiserlichen Diplomen (Hehl, Merseburg, S. 113); grundsatzliche Zweifel hegt Kerstin Schulmeyer-Ahl: Der Anfang vom Ende der Ottonen. Konstitutionsbedingungen historiographischer Nachrichten in der Chronik Thietmars von Merseburg, Berlin 2009, S. 268-280, die zumindest eine langerfristige kirchenrechtliche Vorbereitung nicht als zwingend erforderlich ansieht. Sie sieht wie Fried, Frauen, S. 42 f. in der Beguterung fur Memleben zuungunsten Merseburgs weniger eine deutliche Schwachung (dagegen s. v.a. Ehlers, Otto II., S. 55-58, Vogtherr, Grablege, S. 90 ff.) als vielmehr einen Deeskalationsversuch zwischen Halberstadt und der Kirchenprovinz Magdeburg. Nicht zu erklaren vermag sie die prinzipiell abreiRende Privilegierung Merseburgs bis auf den Hof Lengefeld (DO. II. 213, S. 241) und die Abnahme der Betonung der bischoflichen Wurde in den Diplomen.

[108] Wolfgang Georgi: Die Bischofe der Kirchenprovinz Magdeburg zwischen Konigtum und Adel im 10. und 11. Jh, in: Fruh- und hochmittelalterliche Bischofserhebung im europaischen Vergleich, hg. von F.-R. Erkens, Koln/ Weimar/ Wien 1998, S. 97 verweist auf die Praxis, dass bei hohem Alter oder Krankheiten der Bischofe im Vorfeld Beratungen uber die Nachfolge gefuhrt wurden.

[109] Thietmar II,22 (S. 64) stellt Abt Richer als ursprunglichen Kandidaten Ottos vor, der sich wohl jedoch aufgrund einflussreicher Opposition, bei Thietmar dargestellt durch ein an den Kaiser ubersandtes Schreiben, dessen Absender nicht genannt wird, nicht durchsetzen lieR; auch Georgi, Bischofe, S. 98 erwahnt, dass Adalbert „nicht der erste und einzige Kandidat" Ottos fur die Besetzung des Magdeburger Stuhls war, ahnlich Althoff, Grundung, S. 350.

[110] Ahnlich auch Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 61.

[111] Huschner, Reichskirche, S. 103.

[112] Hehl, Merseburg, S. 102; Giselher ist haufig in der Hofkapelle des Kaisers belegt und kann als enger Vertrauter gewertet werden (Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 61). Auch Giselhers Italienreise 979 (DDO. II. 186, 200) konnte bereits im Zeichen einer Neuordnung der Magdeburger Erzdiozese und der damit verbundenen Auflosung Merseburgs gestanden haben (Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 746 f.).

[113] Josef Fleckenstein, Die Hofkapelle der deutschen Konige 2. Die Hofkapelle im Rahmen der ottonisch- salischen Reichskirche (MGH Schriften 16/2), Stuttgart 1966, S. 48.

[114] Man ist hier nicht vollig der Suppression von Alba 969 gefolgt: hier wurde die Auflosung mit dem Tod des damals amtierenden Bischof Fulchard verbunden, der sich jedoch noch eines langeren Lebens erfreute. Durch Giselhers Translation war die Auflosung 981 umgehend durchfuhrbar, sein Tod als Voraussetzung fur eine Auflosung musste nicht abgewartet werden. Den kaiserlichen Favoriten bei der Wahl des Domkapitels als Kandidaten aufzustellen, wie das durchaus ublich war, ist wohl in Giselhers Falle als schon amtierender Bischof kaum moglich gewesen (das Kirchenrecht verbot Bischofstranslationen, auRer wenn ein Bistum aufgehoben wurde, s. Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 61 und Claude, Geschichte I, S. 139), auch wenn man auf der Romer Synode wohl auf eine publica electio des neuen Erzbischofs wert zu legen schien (MGH Conc. 6/2, Nr. 41 A, S. 370, dazu auch Georgi, Bischofe, S. 93). Die Wahl eines Nachfolgers in Magdeburg sollte deshalb so gut wie moglich verhindert werden (Althoff, Magdeburg, S. 280, Hehl, Merseburg, S. 102, 106).

[115] Holtzmann, Aufhebung, S. 48 f.

[116] DO. II. 207, S. 235 f. und Bohmer-Mikoletzky (RI II,2) Nr. 799. Man kann annehmen, dass zu diesem Zeitpunkt (19. November 979) die Besetzung der Magdeburger Cathedra noch nicht mit Giselher verbunden war, ansonsten hatte man den Magdeburgern wohl kaum das Wahlprivileg verbrieft.

[117] Althoff, Magdeburg, S. 281.

[118] Thietmar III,12 (S. 111 f.).

[119] Bei der Deutung der Vorgange in Thietmars Handlung kommt es entscheidend darauf an, ob man davon ausgeht, dass die Magdeburger Wahlerschaft von der geplanten Versetzung Giselhers und Auflosung Merseburgs wusste. Wenn dem so sei, so folgert Wolter, Synoden, S. 125 richtig, mache es kaum Sinn sich bei Hofe um Giselhers Intervention zu bemuhen. Besonders die altere Forschung geht vom Wissen um die Plane aus und vermutet eine Protestwahl (Holtzmann, Aufhebung, S. 48, Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 62 f.). Althoff, Magdeburg, S. 279 ff. geht im Hinblick auf die zeitgenossischen Spielregeln der politischen Kommunikation davon aus, dass Thietmars Version durchaus plausibel ist. Die Faden der Bistumssuppression seien geheim gesponnen worden. Da die Gesandtschaft nichts von den Planen gewusst habe, habe sie sich an Giselher, der ja laut Thietmar viel beim Kaiser vermochte, mit Bitte um getreue Vermittlung gewandt. In der Tat scheint Thietmars Plot nur einen Sinn zu ergeben, wenn man Althoffs Version voraussetzt - oder warum hatte man mit der Aufforderung zu Giselher schreiten sollen, von seiner Promotion abzusehen, wenn er doch so einflussreich bei Hofe war? Das vermag wiederum nicht die Frage zu beantworten, warum man trotz Adalberts offener Abneigung Ohtrich wahlte. Jedenfalls kann man davon ausgehen, dass man in Magdeburg durchaus um den auRerordentlichen Ruf seines vormaligen Domscholasters wusste, durch dessen Fittiche auch einige der Wahler gegangen sein werden.

[120] Das tut jedoch abermals Schulmeyer-Ahl, Anfang vom Ende, S. 281-288. Sie sieht in Thietmars Darstellung einen Zusammenhang zwischen dem offenen Bruch des Wahlprivilegs durch Adalbert, indem er Ohtrich und Ico demonstrate als Nachfolger ablehnte, und dessen fruhzeitigen Tod. Insgesamt sieht sie Adalbert bei Thietmar als eher kritisch dargestellt, passend zur Zeit Ottos II. Hier ergibt sich das eingangs erwahnte Problem der fur diese Vorgange fehlenden zeitgenossischen Paralleluberlieferung. Insgesamt sehe ich jedoch keinen Grund, Adalberts Mitwirkung in Frage zu stellen. Schulmeyer-Ahl zweifelt daran, dass Adalbert Ottos II. Willen durch sein Auftreten durchsetzte, d.h. die Wahl bestmoglich verzogerte. Sie sieht personliche Abneigung als Grund Ohtrich als Nachfolger zu diskreditieren. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass die Auflosung langfristig vorbereitet war- und hierfur sprechen trotz ihres Einwandes (s. Anm. 107) die Indizien nun mal, und das Itinerar des Kaisers 979/980 betrachtet, das auch einige Zusammentreffen mit Adalbert sichert, so ist es mehr als zweifelhaft, Adalbert eine Mitwirkung abzusprechen. Hier wird naturlich die Auflosung des Bistums Merseburg und die Umsetzung dieses Vorhabens Thema gewesen sein.

[121] Schlesinger, Kirchengeschichte 1, S. 63, Schlochtermeyer, Bistumschroniken, Bernd Schutte: Bischofserhebungen im Spiegel von Gesten und Bischofsviten, S. 179. Die Kaiser verzichteten letztendlich kaum auf ihr Veto, wenn der Kandidat nicht ihren Wunschen entsprach. Georgi, Bischofe, S. 113 vermutet daher auch nicht unbegrundet in der Bitte um Unterstutzung der Magdeburger Gesandtschaft an Giselher eine „groRe Unsicherheit uber die verliehenen Rechte [d.h. das Wahlprivileg von 979]" bei den Magdeburgern.

[122] Huschner, Reichskirche, S. 104.

[123] Vgl. auch Althoff, Grundung, S. 351.

[124] Althoff, Magdeburg, S. 287 f.

[125] Georgi, Bischofe, S. 98, Anm. 127 vermutet daruber hinaus nicht standesgemaRe Abstammung Ohtrichs.

[126] Ibid., S. 113 f.

[127] Das vermutet auch Claude, Geschichte I, S. 139.

[128] Bestes Beispiel hierfur ist wohl die Disputation mit Gerbert von Aurillac, dazu Helmut Beumann, Die Ottonen, Stuttgart/ Berlin/ Koln 52000, S. 117 f.

[129] Fleckenstein, Hofkapelle, S. 73; auch wenn es bei Thietmar III, 15 (S. 114 f.) fast scheint, als zoge Ohtrich allein nach Benevent, ist das jedoch nicht zutreffend, wie Fleckenstein (ibid.) richtig bemerkt (allerdings mit falschem Todesjahr „982"!); dass es wohl 981 war, bescheinigt uns neben Thietmar das Itinerar Ottos II., das ab 10. Oktober 981 Benevent als Aufenthaltsort des Hofes angibt (Alvermann, Konigsherrschaft, Itinerartabelle S. 421). Ohtrichs Todestag ist zwar der 7. Oktober, es ist jedoch anzunehmen, dass der Hof auch zu diesem Zeitpunkt bereits in Benevent weilte.

[130] Althoff, Magdeburg, S. 281, Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 737, 970.

[131] Auch Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 737, 747 sieht Beratungen im Vorfeld als Selbstverstandlichkeit an.

[132] Althoff, Magdeburg, S. 281.

[133] Gesta Episcoporum Halberstadensium (wie Anm. 38): „pastore (suo) eiecto" und „(episcopali) sede destructa"

[134] Gesta Episcoporum Halberstadensium, S. 85.

[135]Jaschke, Bischofschronik, S. 149 ff.

[136]Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 734.

[137]Beumann, Ottonen, S. 119.

[138] Hehl, Bischof, S. 301.

[139] Ders., Merseburg, S. 102.

[140] Wolfgang Huschner: Civitas und sedes archiepiscopalis von Magdeburg, in: SA 24 (2003), S. 132 f., Ders., Transalpine Kommunikation 2, S. 744.

[141] Hehl, Bischof, S. 307, Ders., Merseburg, S. 104 f., Huschner, Transalpine Kommunikation 2, S. 742 f.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Die Auflösung des Bistums Merseburg im Jahre 981
Hochschule
Universität Leipzig  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Die Geschichte des Erzbistums Magdeburg im hohen Mittelalter (10.-12. Jh.)
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
31
Katalognummer
V159824
ISBN (eBook)
9783640728305
ISBN (Buch)
9783640728374
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erzbistum Magdeburg, Bistum Merseburg, Giselher, Gisiler, Hildeward, Bistum Halberstadt, Erzbistum Mainz, Otto der Große, Otto II., Thietmar von Merseburg, Gesta Episcoporum Halberstadensium, Auflösung, Bistumssuppression, 981, Kirchengeschichte Sachsens, Benedikt VII., Ottonisch- salische Reichskirche, Reichskirchensystem, Bistumschroniken, Ravenna 967, Dietrich von Metz, Kirchenrecht, Synoden, Alba, Asti, Adalbert von Magdeburg, Laurentius, Kloster Memleben, Kirchenorganisation, Sedisvakanz, Translation, Bischofstranslation, Toledo 681
Arbeit zitieren
Nico Lehmann (Autor), 2010, Die Auflösung des Bistums Merseburg im Jahre 981, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159824

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