Bedeutungswandel: Voraussetzungen, Ursachen und Verlauf


Hausarbeit, 2010

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Voraussetzung für den Bedeutungswandel

3. Ursachen des Bedeutungswandels

4. Bedeutungswandelarten

5. Der Bedeutungswandel der Begriffe Arbeit und billig
5.1. Der Bedeutungswandel des Begriffs Arbeit
5.2. Der Bedeutungswandel des Begriffs billig

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Seminar wurde ein Referat zum semantischen Teilgebiet Historische Semantik vorgetragen, was großes Interesse am Bedeutungswandel von Wörtern in mir geweckt hat. Da keine Zeit für die intensive Einführung in diese Thematik blieb, sie mich aber neugierig gemacht hat, habe ich mich im Rahmen des Leistungsnachweises für die Beschäftigung mit dem Bedeutungswandel entschieden.

Nach der folgenden Einführung in den Bedeutungswandel werde ich die Voraussetzungen für diese Wandel aufzeigen und anschließend einen Einblick in die Ursachen dessen geben.

Abschließend möchte ich den Verlauf von Bedeutungswandel anhand der Begriffe Arbeit und billig aufzeigen.

Gegenstände, Gefühle, Vorgänge – alles Erdenkliche kann mit sprachlichen Mitteln beschrieben und bezeichnet werden. Man versieht die zu bezeichnenden Dinge mit Namen bzw. Worten. Steht man vor einem neuen Gegenstand, beispielsweise einer neuen technischen Errungenschaft, muss auch dieser mit einem sprachlichen Ausdruck benannt werden können Da Worte jedoch nicht direkt-kausal miteinander verbunden sind, also sprachliches Zeichen und Gegenstand in der außersprachlichen Wirklichkeit nicht zwingend zusammengehören, können sie mehrere Bedeutungen tragen (z.B. Bank als Geldinstitut und als Sitzgelegenheit), aber auch neue Verwendungsweisen übernehmen[1] (z.B. bedeutete geil bis vor ca. 30 Jahren ausschließlich „sexuell erregt“, während es heute etwa als Synonym zu „super“ etabliert ist). Dass keine direkte Verbindung besteht, ist leicht zu erkennen an den unterschiedlichen Bezeichnungen in verschiedenen Sprachen. Apfel im Deutschen und apple im Englischen gehen zwar auf einen gemeinsamen Ursprung zurück, zu pommes im Französischen hingegen kann auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeit erkannt werden und doch bezeichnet jedes dieser Wörter dieselbe Frucht.

Wird nun etwas Neues entdeckt oder erfunden, muss dieses wie oben bereits erwähnt mit einem Wort versehen werden. Aber wozu nächtelanges Kopfzerbrechen bei der Suche nach einer willkürlichen Wortneuschöpfung? Einfacher ist es, eine Parallele zu bereits Existierendem zu ziehen. Das Wort mouse bzw. im Deutschen neben der englischen Bezeichnung auch Maus, hat sich im modernen Sprachgebrauch als Computerhardware

zur Steuerung am Bildschirm etabliert. Aufgrund der äußerlichen Eigenschaften, welche Ähnlichkeit zu dem kleinen Nagetier aufweisen, wählte man die metaphorische Ebene, um dem Computerzubehör einen Namen zu geben. Wie aber vollzieht sich ein Wandel der Bedeutung eines Wortes?

2. Voraussetzung für den Bedeutungswandel

In jedem Fall beruht der Bedeutungswandel auf der Voraussetzung, dass Sprache wandelbar ist, dass sie lebt. Und was lebt, verändert sich. Die Veränderung ist also eine Eigenschaft des Lebenden oder wie Cherubim es ausdrückt: Der Wandel von Sprache ist „konstitutiver Bestandteil ihrer Existenzweise“[2]. Eine Dauer von Bedeutungen ist also nicht vorhanden, da die Sprache einem ständigen Wandel ausgesetzt ist und wie bereits erwähnt kein direkt-kausales Verhältnis zwischen Wort und Gegenstand besteht. Die Gegenwärtige Bedeutung ist laut Keller[3] eine Funktion vergangener kommunikativer Handlungen, da es keine festen Regeln zur Verwendung von Wörtern gebe, sondern diskursive Ereignisse für die Sprachgemeinschaft im Ganzen wie auch für den einzelnen Sprecher innerhalb dieser Gemeinschaft[4]. All jene Ereignisse und Erfahrungen lassen Sprachwandelprozesse entstehen und treiben sie voran. Laut El Bitawy sind diese Prozesse ein „ständiges Sein und Werden, ein Nebeneinander von Gebrauchstradition einerseits und Innovation andererseits“. Die Voraussetzung seien genaue Sprachbeobachtung, ein sensibles Sprachbewusstsein und reflexives Sprach- und Weltwissen.[5]

[...]


[1] Vgl. El Bitawy 2004: 51

[2] Vgl. Cherubim 1979: 325

[3] Vgl. Keller 1992: 348

[4] Vgl. El Bitawy 2004: 53

[5] Vgl. El Bitawy 2004: 51

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Bedeutungswandel: Voraussetzungen, Ursachen und Verlauf
Hochschule
Universität Kassel
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V159834
ISBN (eBook)
9783640726974
ISBN (Buch)
9783640727674
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutungswandel, Voraussetzungen, Ursachen, Verlauf
Arbeit zitieren
Annika Berressem (Autor), 2010, Bedeutungswandel: Voraussetzungen, Ursachen und Verlauf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159834

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