Der Wortschatz einer Sprache ist ständiger Veränderung unterworfen. Einerseits gehen Wörter verloren, beispielsweise, weil der Gegenstand, den sie bezeichnen ungebräuchlich geworden ist. Andererseits entstehen auch ständig neue Wörter, die den Wortschatz wieder erweitern. Neue Wortformen können im Deutschen auf vielfältigste Weise von bereits bestehenden Lexemen abgeleitet werden. Es gibt verschiedende Systeme um die Wortbildungsarten zu klassifizieren. Die wichtigsten Verfahren, durch die neue komplexe Wörter entstehen, sind jedoch Derivation und Komposition.
Diese Arbeit soll sich mit der Komposition befassen. Dabei sollen die Unterarten der Komposita genannt und erläutert werden. Außerdem soll eine empirische Erhebung durchgeführt und ausgewertet werden, die sich mit der Getrennt- bzw. Zusammenschreibung von Adjektivkomposita, die aus einem Substantiv und einem Verbteil bestehen, befassen soll.
„Komposition ist eine Wortbildungsart, bei der durch die Verbindung von mehreren, mindestens aber zwei Basismorphemen oder Stämmen ein neues Wort (Kompositum) entsteht.“ Die so entstehenden Wörter, die sogenannten Komposita, sind in der Regel binär aufgebaut und strukturell ambig. Ihre zweite Konstituente ist meist der grammatische Kopf des gesamten Wortes. Es gilt das Prinzip der Rechtsköpfigkeit, da ausschließlich die letzte Konstituente flektiert wird. Außerdem sind die Komposita gegenüber dem Englischen an ihrer Zusammenschreibung und ihrer Primärbetonung zu erkennen.
Die Nahtstellen zwischen den Teilen des Kompositums können durch Fugenelement gekennzeichnet sein. Das sind Buchstaben bzw. Silben, die zwischen die Konstituenten eingefügt werden. Die häufigsten sind -(e)s-, -e-, -(e)n- und –er-, wie in Liebeslied, Wartezimmer, Trachtenkleid und Rinderbraten.
Komposita im Deutschen können sehr lang werden, wie zum Beispiel: Vereinsvorstandssitzungsprotokollbeauftragter, und sie können Wörter unterschiedlichster Wortarten kombinieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Komposita
2.1 Determinativkomposita
2.1.1 Eigenschaften aller Determinativkomposita
2.1.2 Determinativkomposita im engeren Sinn
2.1.3 Rektionskomposita
2.1.4 Possessivkomposita
2.1.5 Konfixkomposita
2.1.6 Zusammenbildungen
2.1.7 Determinativkomposita verschiedener Wortarten
2.1.7.1 Substantivkomposita
2.1.7.2 Adjektivkomposita
2.1.7.3 Verbkomposita
2.1.7.4 Determinativkomposita anderer Wortarten
2.2 Kopulativkomposita
2.3 Zusammenrückungen
2.4 Andere Komposita
3. Empirische Ergebung
4. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die verschiedenen Wortbildungsarten im Deutschen mit einem besonderen Fokus auf die Komposition. Ziel ist es, die systematischen Unterarten der Komposita zu definieren und empirisch zu analysieren, wie Sprecher mit der komplexen Getrennt- bzw. Zusammenschreibung von Adjektivkomposita umgehen.
- Grundlagen und Klassifizierung der Komposition
- Differenzierung von Determinativ-, Kopulativkomposita und Zusammenrückungen
- Die Sonderstellung der Verbkomposita in der Forschung
- Empirische Untersuchung zur orthographischen Praxis bei Adjektivkomposita
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Rektionskomposita
Eine weitere Unterart der Determinativkomposita sind die Rektionskomposita. Bei ihnen besteht eine Argumentstruktur zwischen den Konstituenten. Die linke Einheit ist Argument der rechten. Die zweite UK verlangt einen Agens, das von der ersten UK eingenommen wird, wie in den Beispielen: Erdbeben (ein Beben der Erde) und Frauenkenner (ein Kenner der Frauen).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Dynamik des Wortschatzwandels ein und definiert die Arbeit als Untersuchung zur Komposition sowie zur empirischen Überprüfung der Getrennt- bzw. Zusammenschreibung bei bestimmten Adjektivkomposita.
2. Komposita: Dieses Kapitel erläutert systematisch die verschiedenen Typen von Komposita, angefangen bei Determinativkomposita über Kopulativkomposita bis hin zu speziellen Formen wie Zusammenrückungen.
3. Empirische Ergebung: Das Kapitel präsentiert eine Studie an 45 Personen, die untersuchen soll, inwieweit die Rechtschreibregeln bei Adjektivkomposita intuitiv beherrscht und korrekt angewendet werden.
4. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung fasst die Ergebnisse zusammen und stellt die Schwierigkeiten bei der orthographischen Umsetzung der komplexen Rechtschreibregeln heraus, wobei der Autor eine generelle Klein- und Zusammenschreibung als pragmatische Lösung vorschlägt.
Schlüsselwörter
Komposition, Wortbildung, Determinativkomposita, Kopulativkomposita, Zusammenrückung, Adjektivkomposita, Verbkomposita, Rechtschreibung, Wortschatz, Morphologie, empirische Untersuchung, Sprachwissenschaft, Konfixkomposita, Rektionskomposita, Possessivkomposita.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Wortbildungsart der Komposition im Deutschen, klassifiziert deren Unterarten und setzt sich kritisch mit der orthographischen Regelung von Adjektivkomposita auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die morphologische Struktur von Komposita, die Kategorisierung nach semantischen Relationen sowie die empirische Sprachgebrauchsanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die theoretische Erläuterung der Kompositionsarten sowie die empirische Überprüfung, wie sicher Sprecher die komplexen Regeln zur Getrennt- bzw. Zusammenschreibung von Adjektivkomposita anwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Neben einer theoretischen Aufarbeitung der fachsprachlichen Literatur wurde eine quantitative empirische Erhebung mittels eines Umfragebogens unter 45 Personen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Systematik der Kompositionstypen (Determinativ, Kopulativ, Zusammenrückung, etc.) und eine empirische Auswertung zur Schreibung von Adjektivkomposita.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Komposition, Wortbildung, morphologische Klassifikation und Rechtschreibnormen definieren.
Wie unterscheidet sich ein Rektionskompositum von einem Possessivkompositum?
Bei Rektionskomposita besteht eine Argumentstruktur (die eine Einheit regiert die andere), während bei Possessivkomposita der semantische Kopf außerhalb des Wortes liegt, weshalb sie auch exozentrisch genannt werden.
Warum hält der Autor die aktuelle Rechtschreibregelung für Adjektivkomposita für problematisch?
Der Autor argumentiert, dass die Regeln zu komplex für den Sprachgebrauch sind und schlägt stattdessen eine einheitliche Klein- und Zusammenschreibung vor, um das Lernen und Verstehen zu erleichtern.
Welche Rolle spielt die "Rechtsköpfigkeit" bei deutschen Komposita?
Das Prinzip der Rechtsköpfigkeit besagt, dass die zweite Konstituente das grammatische Geschlecht und die Flexionsform des gesamten Kompositums bestimmt.
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- Katharina Ochsenfahrt (Author), 2010, Wortschatzerweiterung durch Komposita, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159866