Wortschatzerweiterung durch Komposita


Seminararbeit, 2010

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Komposita
2.1 Determinativkomposita
2.1.1 Eigenschaften aller Determinativkomposita
2.1.2 Determinativkomposita im engeren Sinn
2.1.3 Rektionskomposita
2.1.4 Possessivkomposita
2.1.5 Konfixkomposita
2.1.6 Zusammenbildungen
2.1.7 Determinativkomposita verschiedener Wortarten
2.1.7.1 Substantivkomposita
2.1.7.2 Adjektivkomposita
2.1.7.3 Verbkomposita
2.1.7.4 Determinativkomposita anderer Wortarten
2.2 Kopulativkomposita
2.3 Zusammenrückungen
2.4 Andere Komposita

3. Empirische Ergebung

4. Schlussfolgerung

1. Einleitung

Der Wortschatz einer Sprache ist ständiger Veränderung unterworfen. Einerseits gehen Wörter verloren, beispielsweise, weil der Gegenstand, den sie bezeichnen ungebräuchlich geworden ist. Andererseits entstehen auch ständig neue Wörter, die den Wortschatz wieder erweitern. Neue Wortformen können im Deutschen auf vielfältigste Weise von bereits bestehenden Lexemen abgeleitet werden. Es gibt verschiedene Systeme um die Wortbildungsarten zu klassifizieren. Die wichtigsten Verfahren, durch die neue komplexe Wörter entstehen, sind jedoch Derivation und Komposition.

Diese Arbeit soll sich mit der Komposition befassen. Dabei sollen die Unterarten der Komposita genannt und erläutert werden. Außerdem soll eine empirische Erhebung durchgeführt und ausgewertet werden, die sich mit der Getrennt- bzw. Zusammenschreibung von Adjektivkomposita, die aus einem Substantiv und einem Verbteil bestehen, befassen soll.

„Komposition ist eine Wortbildungsart, bei der durch die Verbindung von mehreren, mindestens aber zwei Basismorphemen oder Stämmen ein neues Wort (Kompositum) entsteht.“[1]Die so entstehenden Wörter, die so genannten Komposita, sind in der Regel binär aufgebaut und strukturell ambig.[2]Ihre zweite Konstituente ist meist der grammatische Kopf des gesamten Wortes.[3]Es gilt das Prinzip der Rechtsköpfigkeit, da ausschließlich die letzte Konstituente flektiert wird.[4]Außerdem sind die Komposita gegenüber dem Englischen an ihrer Zusammenschreibung und ihrer Primärbetonung zu erkennen.

Die Nahtstellen zwischen den Teilen des Kompositums können durch Fugenelement gekennzeichnet sein. Das sind Buchstaben bzw. Silben, die zwischen die Konstituenten eingefügt werden. Die häufigsten sind-(e)s-, -e-, -(e)n-und–er-, wie inLiebeslied, Wartezimmer, Trachtenkleid undRinderbraten.

Komposita im Deutschen können sehr lang werden, wie zum Beispiel:Vereinsvorstandssitzungsprotokollbeauftragter, und sie können Wörter unterschiedlichster Wortarten kombinieren.

2. Komposita

2.1 Determinativkomposita

2.1.1 Eigenschaften aller Determinativkomposita

Die meisten komplexen Komposita sind Determinativkomposita. Das sind Wörter, wie zum Beispiel:Rosenkohl, vorgestern, selbstsicher, usw.. Bei ihnen besteht eine determinierende Relation zwischen den beiden Konstituenten. Deshalb sind die Konstituenten nicht ohne Bedeutungsunterschied vertauschbar. Die erste UK, also Konstituente des Kompositums, heißt Determinans oder Bestimmungswort und bestimmt die zweite UK, das Determinatum oder Grundwort, näher.[5]Das Determinatum ist also dominant gegenüber dem untergeordneten Determinans. Der Wortakzent liegt immer auf der ersten UK. Das Determinatum legt die grammatischen Merkmale des gesamten Wortes fest und wird flektiert.

2.1.2 Determinativkomposita im engeren Sinn

Bei den Determinativkomposita im engeren Sinn gibt es drei semantische Basisrelationen.[6]

Die erste ist die Prädikationsrelation oder Prädikat-Argument-Struktur. Dabei werden Strukturen mit den Verbenhabentunoderseinverkürzt, wie bei dem KompositumGrundstückseigner, das ausdrückt:Eigner ,haben’ Grundstück.[7]

Die Relatorrelation ist die Verkürzung von Strukturen mit Präpositionen oder Konjunktionen, zum Beispiel wirdVersicherungsbeitraggebildet durch die Verkürzung vonBeitrag ,für’ Versicherung.

Die dritte semantische Relation, die Kasusrelation, ist die Verkürzung von Strukturen mit Genitiven. So wird zum BeispielBesichtigung ,des’ Hauseswird verkürzt zuHausbesichtigungundVorsitzender ,der’ Parteiwird verkürzt zuParteivorsitzender.

2.1.3 Rektionskomposita

Eine weitere Unterart der Determinativkomposita sind die Rektionskomposita. Bei ihnen besteht eine Argumentstruktur zwischen den Konstituenten.[8]Die linke Einheit ist Argument der rechten.[9]Die zweite UK verlangt einen Agens, das von der ersten UK eingenommen wird, wie in den Beispielen:Erdbeben(ein Beben der Erde) undFrauenkenner(ein Kenner der Frauen).[10]

2.1.4 Possessivkomposita

Bei den Possessivkomposita befindet sich der semantische Kopf außerhalb.[11]Deshalb werden sie auch exozentrische Komposita genannt. Das heißt, dass das Kompositum etwas anderes bezeichnet als seine Konstituenten. Der grammatische Kopf hingegen befindet sich im Wort.[12]Er wird durch die rechte Einheit gebildet, die immer ein Substantiv ist. Sie überträgt ihre grammatischen Eigenschaften auf das gesamte Wort. Possessivkomposita sind zum Beispiel:Rotkehlchen,LästerzungeundLöwenzahn. Bei ihnen dient ein possessives Merkmal zur Bezeichnung des Denotats, zum Beispiel einRotkehlchenist ein Vogel mit einem roten Kehlchen.[13]

2.1.5 Konfixkomposita

Bei Konfixkomposita ist mindestens eine UK ein verkürzt entlehntes Basismorphem, also ein Konfix, zum BeispielBiotreibstoffundPolitbarometer.[14]Oft sind sogar beide Uks des Kompositums Konfixe, wie bei Polygamie.

2.1.6 Zusammenbildungen

Zusammenbildungen werden auch Phrasenkomposita genannt. Ihre erste UK ist eigentlich eine Wortgruppe oder ein Satz bzw. Satzfragment.[15]Die erste UK modifiziert die zweite Konstituente.[16]Beispiele für Zusammenbildungen sind:Herz-Jesu-Fraktionund Das-darf-doch-nicht-wahr-sein-Augenaufschlag.

[...]


[1] Römer, Chrstine, Brigitte Matzke:Lexikologie des Deutschen.Tübingen: Gunter Narr Verlag, 2003. S.71.

[2] Römer, Christine. Morphologie der deutschen Sprache. Tübingen und Basel: A.Francke Verlag, 2006. S.129.

[3] Ebd.

[4] Donalies, Elke. Basiswissen deutsche Wortbildung. Tübingen und Basel: A.Francke Verlag, 2007. S. 39.

[5] Römer, Christine. Morphologie der deutschen Sprache. Tübingen und Basel: A.Francke Verlag, 2006. S.130.

[6] Ebd. S.131.

[7] Edb.

[8] Ebd. S.132.

[9] Ebd.

[10] Ebd.

[11] Ebd.S.133.

[12] Ebd.

[13] Ebd.

[14] Ebd.

[15] Ebd.S. 134.

[16] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Wortschatzerweiterung durch Komposita
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V159866
ISBN (eBook)
9783640727216
ISBN (Buch)
9783640727940
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortschatzerweiterung, Komposita, Komposition
Arbeit zitieren
Katharina Ochsenfahrt (Autor), 2010, Wortschatzerweiterung durch Komposita, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159866

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