Tabak - Der Konsum im Wandel der Zeit und gesellschaftlichen Veränderungen (Schwerpunkt Europa)

Der sich verändernde Umgang mit dem Tabakkonsum


Hausarbeit, 2010

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Tabak
1.1. Tabak - Konsum, Missbrauch, Abhangigkeit

2. Tabakkonsum im Wandel der Zeit und der gesellschaftlichen Veranderungen
2.1. 16. - 18. Jahrhundert
2.2. 19. - 21. Jahrhundert

3. Der sich verandernde Umgang mit dem Tabakkonsum
3.1. 17. - 19. Jahrhundert
3.2. 20. - 21. Jahrhundert

4. Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Der Tabak und sein Konsum begleitet und beschaftigt die Menschen schon seit Jahrhunderten. Dabei entstanden gerade in den letzten zwei Jahrhunderten immer wieder Diskussionen und Umbewertungen. Der Tabak wurde vom Ge- nussmittel zu einer der bekanntesten konsumierten legalen Droge. Wie konnte sich dieser Wandel vollziehen?

Im ersten Teil der Arbeit wird dabei der geschichtliche Hintergrund dargestellt und der Frage nachgegangen, was der Tabakkonsum fur die Gesellschaft be- deutete. Um den Umfang einzugrenzen, ist diese Arbeit dabei auf Europa be- schrankt.

Im zweiten Teil verandert sich die Perspektive. Es wird vielmehr der Frage nachgegangen: Wie hat sich der Umgang mit dem Tabakkonsum in der Gesell- schaft verandert?

Die popularste Methode des Tabakkonsums war und ist das Rauchen. So wird in dieser Arbeit schwerpunktmaRig der Tabakkonsum in Form von Rauchen behandelt.

1. Tabak

Die Tabakpflanze zahlt zu den Nachtschattengewachsen. Von den ca. 60 Arten der Solanacee-Gattung Nicotiana, werden nur drei Arten groRflachig angebaut und zu Tabakwaren verarbeitet. Dieses sind die Nicotiana tabacum, N. latissima und N. rustica.1

Der Tabak war zunachst als Heilpflanze von medizinischer Bedeutung und fand als Mittel zur Wundbehandlung, als Brech- und Abfuhrmittel oder gegen Kopf- schmerzen seinen Einsatz.

Tabak ist eines der bekanntesten Genussmittel oder auch die bekannteste lega­le Droge. Er kann geschnupft, gekaut oder auch geraucht werden. Das Rau- chen ist dabei die popularste Methode.

1.1. Tabak - Konsum, Missbrauch, Abhangigkeit

Konsum: Der Gebrauch von Tabak in Maften. Der Tabak wird nicht benotigt, der Gebrauch aber als angenehm empfunden. Der Konsum kann mit Genuss gleichgesetzt werden und es wird kein Druck verspurt, den Tabak gebrauchen zu mussen.

Missbrauch: Der Gebrauch von Tabak uber den „gewohnlichen“ Genuss hin- aus. Die Verwendung des Tabaks wirkt sich schadlich aus, dennoch besteht hier noch keine Abhangigkeit.

Abhangigkeit / Sucht: Die Tabakabhangigkeit als Krankheit liegt gemaft der ICD 10 - Klassifikation dann vor, wenn mindestens drei der sechs folgenden Kriterien erfullt sind:

- Ein anhaltend starker Wunsch oder eine Art Zwang zu rauchen.
- Eine verminderte Kontrollfahigkeit bezuglich des Beginns, der Beendi- gung und der Mensche des Tabakkonsums.
- Das Auftreten von korperlichen Entzugssymptomen bei Tabakabstinenz oder Reduktion der taglich gerauchten Zigaretten oder fortgesetztes Rauchen, um das Auftreten von Entzugssymptomen zu vermeiden.
- Eine Toleranz gegenuber den physiologischen Auswirkungen des Rau- chens - im Laufe der Raucherkarriere hat eine Erhohung der Zahl der taglich gerauchten Zigaretten stattgefunden.
- Eine fortschreitende Vernachlassigung anderer Tatigkeiten zugunsten des Rauchens.
- Fortgesetztes Rauchen trotz des Nachweises eindeutig gesundheits- schadlicher Folgen.2

2. Tabakkonsum im Wandel der Zeit und der gesellschaftlichen Verande- rungen

In Europa wurde die Tabakpflanze zunachst als Heil- und Medizinalpflanze vor allem in hofischen Kreisen und unter Botanikern und Medizinern weitergereicht. Erst nach und nach wurde sie auch auBerhalb dieser Kreise heimisch, bzw. zum Tabakkonsum genutzt und somit in den Genuss - Kontext gesetzt.3

2.1. 16. - 18. Jahrhundert

Aus amerikanischen Kolonien eingefuhrt4, entstand eine vollig neuartige Form des Konsums und der Genusskultur: das Rauchen.5 Analog zum Trinken von Alkohol, Kaffee, Tee und Schokolade, wurde der Konsum, bzw. die Wirkung des Tabaks zunachst als „trockene Trunkenheit“6 bezeichnet.

Basierend auf dem antiken medizinischen Schema der Korpersafte, galt die Wirkung des Tabaks als etwas, was die (z.T. unerwunschten) Korpersafte zu trocknen vermochte. Weiterhin ausgehend davon, dass die Neuorganisation des menschlichen Organismus das Gehirn ins Zentrum des Interesses der bur- gerlichen Kultur ruckte und der Rest des Korpers als Anhang des Kopfes zu betrachten war, galt der Tabakkonsum als besonders geeignet fur geistig tatige Menschen.

„Einer der studiert, muss notwendig viel Tabak rauchen, damit die Geister nicht verloren gehen, oder da sie anfangen zu langsam umzulaufen, weshalb der Verstand, sonderlich schwere Sachen wohl nicht faBt, wieder mogen erweckt werden, worauf alles klar und deutlich dem Geiste uberliefert wird, und er wohl uberlegen und beurteilen kann.‘7

[...]


1 Vgl. Schmidbauer, Wolfgang; vom Scheidt, Jurgen: Handbuch der Rauschdrogen; Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag GmbH, 2004, S. 160

2 Vgl. BzgA; Kroger, Christoph: Raucherentwohnung in Deutschland - Grundlagen und kom- mentierte Ubersicht / Gesundheitsforderung konkret: Bd. 2; Koln: BzgA, 2001, S. 13

3 Vgl. Hengartner, Thomas; Merki, Christoph Maria: Genussmittel - Eine Kulturgeschichte; Frankfurt am Main und Leipzig, Insel Verlag, 2001, S. 197

4 Naheres hierzu: Schmidbauer, W.: Handbuch der Rauschdrogen, a.a.O.

5 Der Begriff „Rauchen“ ist erst im 17. Jh. in den Sprachgebrauch ubergegangen. Zuvor gab es das Wort nicht, vielmehr wurde das Rauchen analog zum Trinken gesehen, so dass es „Rauch- trinken“ oder „Tabaktrinken“ hieB; vgl. Schivelbusch, Wolfgang: Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft - Eine Geschichte der Genussmittel; Frankfurt am Main, Fischer Taschenbuch - Verlag GmbH, 8-9- Tausend, 1995, S. 108

6 Schivelbusch, Wolfgang: Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft - Eine Geschichte der Genussmittel; Frankfurt am Main, Fischer Taschenbuch - Verlag GmbH, 8.-9. Tausend, 1995, S. 108

7 Schrift des hollandischen Arztes Beintema von Palma (17./18. Jh.), zit. n. Schivelbusch, Wolf­gang: Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft, a.a.O., S. 119

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Tabak - Der Konsum im Wandel der Zeit und gesellschaftlichen Veränderungen (Schwerpunkt Europa)
Untertitel
Der sich verändernde Umgang mit dem Tabakkonsum
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Modul - Sucht und Drogen in der Gesellschaft
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V159941
ISBN (eBook)
9783640735310
ISBN (Buch)
9783640735464
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tabak, Konsum, Drogen, Gesellschaft, Konsum im Wandel, veränderter Umgang Tabakkonsum, Rauchen, Genussmittel
Arbeit zitieren
Cornelia Tillmann-Rogowski (Autor), 2010, Tabak - Der Konsum im Wandel der Zeit und gesellschaftlichen Veränderungen (Schwerpunkt Europa) , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159941

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