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Wahrheit und Propaganda. Selbstdarstellung und autobiographisches Schreiben in der Res Gestae Divi Augusti des Kaisers Augustus

Título: Wahrheit und Propaganda. Selbstdarstellung und autobiographisches Schreiben in der Res Gestae Divi Augusti des Kaisers Augustus

Trabajo Escrito , 2024 , 23 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Jamal Hasan (Autor)

Latín
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Die Taten und Ereignisse im Lebens des Gaius Octavianus, besser bekannt unter dem Namen Augustus, scheinen uns allen zumindest im Groben bekannt zu sein. Doch woher? Ist es nicht so, dass Augustus selbst uns die einzigen zeitgenössischen Darstellungen über sein Leben und seine politischen Aktivitäten überliefert hat? Hieraus resultiert schließlich die Frage nach der Selbstdarstellung des Kaisers in seiner Res Gestae Divi Augusti; seinem Tatenbericht, den er uns in Inschriften hinterlassen hat. Welche autobiographischen Züge lassen sich hier herauslesen? Was wurde möglicherweise beschönigt, was u. U. sogar ausgelassen? Was wurde wahrheitsgemäß be- und aufgeschrieben? Ist es überhaupt möglich, Aussagen zu den hier gestellten Fragen zu treffen, oder müssen wir uns gegebenenfalls damit abfinden, dass wir in Folge einer Ermangelung an zeitgenössischen alternativen literarischen Quellen gar nicht in der Lage sind, ein differenziertes Bild von Augustus und seinem Leben zu zeichnen? Welches ist zudem die Gattungszugehörigkeit des Tatenberichts? Könnte man die Res Gestae möglicherweise sogar als Propaganda bezeichnen?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Res Gestae Divi Augusti

2.1. Der lateinische Text

2.2. Die deutsche Übersetzung

3. Diskussion ausgewählter philologischer Probleme

3.1. Textkritik

3.1.1. Die Überlieferung des Textes

3.1.2. Ein textkritisches Problem in Kapitel Zwei

3.2. Etymologie

3.3. Lexik und Semantik

3.4. Morphologie und Syntax

3.5. Stilistik

4. Die Res Gestae im Zeichen der Autobiographie und Selbstdarstellung

4.1. Die Res Gestae als Inschrift

4.2. Die Adressaten

4.3. Der Zweck

5. Die Selbstdarstellung des Augustus in der Res Gestae

5.1. Die Art und Weise des Schreibens

5.2. Autobiographisches im Schreiben?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Res Gestae Divi Augusti im Hinblick auf die darin enthaltene Selbstdarstellung des Kaisers Augustus. Ziel ist es, unter Anwendung philologischer Methoden und einer Analyse der historischen sowie formalen Einordnung des Tatenberichts zu klären, wie Augustus sein Selbstbild konstruierte, welche rhetorischen Strategien er dabei einsetzte und inwieweit das Werk als autobiographisch einzustufen ist.

  • Textkritische Untersuchung ausgewählter Kapitel (1, 2, 34 und 35)
  • Analyse der sprachlichen Gestaltung sowie der rhetorischen Mittel
  • Untersuchung der Gattungszugehörigkeit und Tradition der Inschrift
  • Evaluation der intendierten Adressaten und des Zwecks der Darstellung
  • Bewertung des autobiographischen Gehalts im antiken Kontext

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Ein textkritisches Problem in Kapitel Zwei

Die von mir verwendete Textausgabe von Hans Volkmann aus dem Jahre 1957 und auch diejenige Ausgabe von John Scheid aus dem Jahre 2007 konjizieren beide im Kapitel zwei der Res Gestae aus einem lediglich durch das Monumentum Ancyranum überlieferten -un- das lateinische Wort trucidaverunt. Dass diese Lesart aber nicht unstrittig ist, zeigen schon die jeweiligen textkritischen Apparate; so beschreibt Volkmann, dass zwar Ramsay und Premerstein (1927) auch trucidaverunt konjiziert haben, Mommsen (1883) aber auf der anderen Seite die Lesart interfecerunt vertritt. Bei Scheid finden sich neben dieser Angabe - obwohl bei ihm trucidaverunt zudem noch von Engelhardt (1902), Kornemann (1921) und Weber (1936) vertreten wird - noch die Varianten necaverunt, welche sich bei Gottanka (1929) findet, und die Lesart occiderunt, was Mommsen (1865) und Bergk (1873) geschrieben hatten.

Wenn man nun einen Blick auf den griechischen Text wirft, stellt man fest, dass hier zwar das Wort s zu finden ist. Bei genauerem Hinsehen muss man allerdings erkennen, dass von diesem nur die Sigmas und das Tau überliefert sind. Es zeigt sich also, dass es für ein Verb des Tötens (was hier inhaltlicherweise wohl stehen muss), vier verschiedene lateinische Wörter und ein griechisches Wort in Frage kommen. Wie also lässt sich dieses Problem befriedigend lösen? Auch in der Forschung wurde diese Frage immer wieder diskutiert. Meiner Ansicht nach spricht allerdings das Faktum, dass das Gesetz, das Augustus die Berechtigung zur Verfolgung der Caesarmörder gab, lex pedia de interfectoribus caesaris hieß und es sogar noch selbst von Oktavian als Konsul veranlasst worden war, dafür, dass an dieser Stelle nicht trucidaverunt sondern interfecerunt stehen muss. Warum sollte Augustus nun, da er sich im zweiten Kapitel selbst auf dieses Gesetz bezog, ein anderes Verb verwenden als interficere?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Selbstdarstellung des Augustus in seiner Res Gestae vor und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit, welche philologische Analysen mit einer Interpretation des Gesamtwerks verbindet.

2. Die Res Gestae Divi Augusti: Dieses Kapitel präsentiert den lateinischen Originaltext ausgewählter Passagen (1, 2, 34, 35) nebst deutscher Übersetzung als Grundlage für die nachfolgenden Analysen.

3. Diskussion ausgewählter philologischer Probleme: Hier werden philologische Aspekte wie Textkritik, Etymologie, Lexik, Semantik, Morphologie und Stilistik analysiert, wobei insbesondere textkritische Probleme und der spezifische Wortgebrauch untersucht werden.

4. Die Res Gestae im Zeichen der Autobiographie und Selbstdarstellung: Dieses Kapitel verortet das Werk in der Tradition des Elogiums, identifiziert den Senat als Hauptadressat und beleuchtet die propagandistischen sowie apolgetischen Intentionen des Tatenberichts.

5. Die Selbstdarstellung des Augustus in der Res Gestae: Hier wird untersucht, wie Augustus sich als Friedensbringer, tatkräftiger Feldherr und Vater der Nation inszeniert und inwieweit das Werk autobiographische Züge im antiken Verständnis aufweist.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen: Das Werk dient der propagandistischen Selbstinszenierung eines ehemaligen Politikers und ist eher als politischer Rechenschaftsbericht denn als moderne Autobiographie zu verstehen.

Schlüsselwörter

Augustus, Res Gestae Divi Augusti, Selbstdarstellung, Inschrift, Tatenbericht, Propaganda, Autobiographie, Philologie, Textkritik, Rhetorik, Kaiserzeit, Römische Geschichte, Elogium, Senat, Princeps

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Tatenbericht des Augustus, der Res Gestae Divi Augusti, und untersucht die Art und Weise, wie der Kaiser sich darin selbst darstellt und welche Motive hinter dieser Selbstdarstellung stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die philologische Analyse spezifischer Textstellen, die Gattungsfrage als Inschrift und Elogium, die Identifikation der Zielgruppe und der apologetische sowie propagandistische Charakter des Werks.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu klären, wie Augustus sein Selbstbild in dem Werk konstruiert, ob und wie er dabei historische Ereignisse beschönigt oder auslässt und inwieweit man bei diesem antiken Text von einer Autobiographie sprechen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit kombiniert textkritische philologische Methoden (Analyse von Wortwahl und Syntax) mit einer historisch-kontextuellen Untersuchung der Überlieferung, der literarischen Gattung und der vergleichenden Interpretation mit zeitgenössischen Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte philologische Untersuchung einzelner Kapitel, eine Analyse der Tradition und Adressaten des Werks sowie eine Untersuchung der Stilisierung des Augustus als Friedensbringer und Vater der Nation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Augustus, Res Gestae, Selbstdarstellung, Propaganda, Autobiographie, Inschrift und Philologie charakterisiert.

Welche Bedeutung hat die Analyse des Wortes "factio" im ersten Kapitel?

Die Analyse zeigt, dass der Begriff "factio" von Augustus genutzt wird, um eine politische Gegnerkonstellation als illegitim zu diskreditieren, und dass Augustus sich damit als Retter des Staates positioniert.

Warum wird im Kapitel 3.1.2 ein textkritisches Problem in Kapitel 2 diskutiert?

Es geht um die Entscheidung zwischen den Begriffen "trucidaverunt" und "interfecerunt". Der Autor argumentiert, dass aufgrund des historischen Kontextes (Lex Pedia) die Lesart "interfecerunt" philologisch plausibler ist als die in den Ausgaben dominierende, stärker emotionalisierende Lesart.

Welche Rolle spielt die Rhetorik in der Selbstdarstellung des Augustus?

Obwohl rhetorische Figuren eher selten sind, nutzt Augustus gezielt die Wortstellung, die erste Person Singular und die Auslassung von Namen, um die Einzigartigkeit seiner Person und seine Unverzichtbarkeit für den Staat zu betonen.

Wie lautet das Fazit zur autobiographischen Qualität der Res Gestae?

Die Res Gestae ist nach heutigem Verständnis keine Autobiographie, da sie nicht das Leben als Ganzes, sondern nur die politische Amtszeit behandelt. Sie ist eher als ein politischer Rechenschaftsbericht und als Mittel zur Stilisierung für die Nachwelt zu verstehen.

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Detalles

Título
Wahrheit und Propaganda. Selbstdarstellung und autobiographisches Schreiben in der Res Gestae Divi Augusti des Kaisers Augustus
Universidad
University of Osnabrück  (Altphilologie Latein)
Curso
Biographisches Schreiben in der Antike
Calificación
1,3
Autor
Jamal Hasan (Autor)
Año de publicación
2024
Páginas
23
No. de catálogo
V1599632
ISBN (Ebook)
9783389147139
ISBN (Libro)
9783389147146
Idioma
Alemán
Etiqueta
Latein Kaiserreich Augustus Antike Biographie Res Gestae Tatenbericht Propaganda Lexik Semantik Res Publica Tiberius Princeps Germania Varus Varusschlacht Rom Römisches Reich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jamal Hasan (Autor), 2024, Wahrheit und Propaganda. Selbstdarstellung und autobiographisches Schreiben in der Res Gestae Divi Augusti des Kaisers Augustus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1599632
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