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Von Anfang an oder Schritt für Schritt? Simultaner und sukzessiver Bilingualismus in der frühen Kindheit

Title: Von Anfang an oder Schritt für Schritt? Simultaner und sukzessiver Bilingualismus in der frühen Kindheit

Bachelor Thesis , 2025 , 51 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit den Unterschieden in der Sprachentwicklung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache in Abhängigkeit vom simultanen und sukzessiven Bilingua-lismus. Ziel war es, auf Grundlage einer traditionellen sowie einer systematischen Literaturrecher-che herauszuarbeiten, in welchen sprachlichen Entwicklungsbereichen sich differenzierte Erwerbs-verläufe zeigen, welche Einflussfaktoren auf diese Unterschiede einwirken und in welchen Berei-chen ein besonderer Förderbedarf besteht. Die Ergebnisse zeigen, dass simultan bilingual aufwach-sende Kinder in nahezu allen sprachlichen Teilbereichen, insbesondere im semantisch-lexikalischen und morphologisch-syntaktischen Bereich, tendenziell stärkere Leistungen aufweisen als sukzessiv bilinguale Kinder. Im kommunikativ-pragmatischen Bereich hingegen lassen sich kaum signifikante Unterschiede feststellen, was auf eine bereichsübergreifende Übertragbarkeit dieser Kompetenzen hindeutet. Als relevante Einflussfaktoren gelten unter anderem das Alter beim Erstkontakt mit der Umgebungssprache, die Dauer und Qualität des Sprachkontakts sowie strukturelle Rahmenbedin-gungen im familiären und institutionellen Umfeld. Ein besonderer sprachlicher Unterstützungsbedarf zeigt sich vor allem bei sukzessiv bilingualen Kindern in den Bereichen Wortschatzentwicklung, morphologische Markierungen und Satzbau.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Relevanz

1.2 Zielsetzung der Arbeit

1.3 Aufbau der Arbeit

2. Theoretischer Hintergrund

2.1 Begriffsklärung Bilingualismus

2.2 Simultaner Bilingualismus

2.3 Sukzessiver Bilingualismus

2.4 Sprachmischungen

2.5 Einflussfaktoren auf den Spracherwerb

3. Sprachliche Entwicklungsbereiche

3.1 Phonetisch – Phonologische Entwicklung

3.2 Semantisch – Lexikalische Entwicklung

3.3 Morphologisch – Syntaktische Entwicklung

3.4 Kommunikativ – Pragmatische Entwicklung

4. Methodisches Vorgehen

5. Sprachliche Entwicklung im Bilingualismus: Ergebnisse und Differenzierung

5.1 Übersicht der Ergebnisse der systematischen Literaturrecherche

5.2 Phonetisch – Phonologische Entwicklung: Simultan und Sukzessiv

5.3 Semantisch – Lexikalische Entwicklung: Simultan und Sukzessiv

5.4 Morphologisch – Syntaktische Entwicklung: Simultan und Sukzessiv

5.5 Kommunikativ – Pragmatische Entwicklung: Simultan und Sukzessiv

6. Diskussion

7. Handlungsempfehlungen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Bachelorarbeit untersucht systematisch die Unterschiede in der Sprachentwicklung bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache, abhängig davon, ob sie simultan oder sukzessiv bilingual aufwachsen. Ziel ist es, basierend auf einer Literaturanalyse zu identifizieren, in welchen sprachlichen Teilbereichen sich differenzierte Erwerbsverläufe zeigen, welche Einflussfaktoren dabei eine Rolle spielen und wo ein besonderer Förderbedarf besteht.

  • Vergleich zwischen simultanem und sukzessivem bilingualem Spracherwerb.
  • Analyse der sprachlichen Teilbereiche: phonetisch-phonologisch, semantisch-lexikalisch, morphologisch-syntaktisch und kommunikativ-pragmatisch.
  • Identifikation relevanter Einflussfaktoren wie Alter bei Erstkontakt, Sprachinput und Umfeld.
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen für die pädagogische Praxis.

Auszug aus dem Buch

2.4 Sprachmischungen

Sprachen unterscheiden sich nach Scharff Rethfeldt und Heinzelmann (2023, S. 59) grundlegend in ihrer jeweiligen Struktur. So lassen sich etwa der Aufbau des Deutschen nicht mit dem des Englischen und die deutsche Grammatik nicht mit der französischen Grammatik gleichsetzen. Dies führt, trotz der Grundlage, dass Kinder als aktive Gestalter ihres Spracherwerbs gelten, zu der Annahme, dass sie für die Entwicklung stabiler sprachlicher Kompetenzen hochwertiges sprachliches Material benötigen, das ihnen durch dialogische Interaktionen und vielfältigen Input zur Verfügung gestellt wird. Manche Kinder erweisen sich dabei als besonders einfallsreich, schreiben Scharff Rethfeldt und Heinzelmann (2023, S. 59) weiter. So kann beobachtet werden, dass sie kreative Neologismen bilden, indem sie bekannte Wörter kombinieren oder neu zusammensetzen, beispielsweise „Süßlichkeit“ für Süßigkeit. Mehrsprachige Kinder verfügen darüber hinaus über ein erweitertes sprachliches Repertoire und nutzen bei solchen Wortbildungen oft Elemente aus mehreren Sprachen. Alt und Prochnow (2024, S. 49) und Scharff Rethfeldt und Heinzelmann (2023, S. 59) bezeichnen dieses Phänomen als Sprachmischungen (Code-Switching), welches von Vollmer (2021, S. 125) kurz als ein „Umschalten von einer in die andere Sprache“ definiert wird und als gängiges Merkmal im kindlichen Zweitspracherwerb gilt.

Darüber hinaus weisen Alt und Prochnow (2024, S. 49) sowie Rothweiler und Ruberg (2011, S. 16) darauf hin, dass das Auftreten von Code-Switching bei mehrsprachigen Kindern früher häufig als ein Hinweis für eine mangelnde Sprachkompetenz oder eine unzureichende Trennung der beiden Sprachsysteme interpretiert wurde. Diese Sichtweise widerlegen sowohl Vollmer (2021, S. 125), als auch Alt und Prochnow (2024, S. 49) und Rothweiler und Ruberg (2011, S. 16). Alle Autoren machen sichtbar, dass Sprachmischungen heute nicht mehr als ein Zeichen mangelnder Sprachkompetenz gelten, sondern als ein Ausdruck bilingualer Kommunikationsfähigkeit angesehen werden, da sie eine funktionale Rolle im Gespräch erfüllen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die Relevanz einer soliden Sprachentwicklung für Bildungserfolg und Teilhabe und führt in die Problemstellung ein, dass der Anteil mehrsprachiger Kinder steigt, während die Sprachdiagnostik oft noch monolingual geprägt ist.

2. Theoretischer Hintergrund: Definiert zentrale Begriffe wie Bilingualismus, unterscheidet zwischen simultanem und sukzessivem Spracherwerb und erläutert Phänomene wie Sprachmischungen sowie Einflussfaktoren auf den Spracherwerb.

3. Sprachliche Entwicklungsbereiche: Stellt die vier zentralen Bereiche der Sprachentwicklung (phonetisch-phonologisch, semantisch-lexikalisch, morphologisch-syntaktisch und kommunikativ-pragmatisch) dar und beschreibt typische Erwerbsverläufe.

4. Methodisches Vorgehen: Beschreibt die Kombination aus narrativer Literaturübersicht und systematischer Literaturrecherche, inklusive Suchkriterien und Ein- sowie Ausschlusskriterien für die Studienauswahl.

5. Sprachliche Entwicklung im Bilingualismus: Ergebnisse und Differenzierung: Präsentiert und analysiert die Ergebnisse der 17 identifizierten Studien, unterteilt nach den vier sprachlichen Entwicklungsbereichen und Erwerbsformen.

6. Diskussion: Setzt die Ergebnisse in den Kontext der bestehenden Forschung und reflektiert Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten im Spracherwerb.

7. Handlungsempfehlungen: Gibt praxisnahe Empfehlungen für eine inklusive, sprachförderliche pädagogische Arbeit und betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Eltern.

8. Fazit: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen des Erwerbszeitpunkts auf die Sprachentwicklung.

Schlüsselwörter

Bilingualismus, simultaner Spracherwerb, sukzessiver Spracherwerb, Sprachentwicklung, Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Sprachförderung, Mehrsprachigkeit, morphologisch-syntaktische Entwicklung, phonologisch-phonetische Entwicklung, semantisch-lexikalische Entwicklung, kommunikativ-pragmatische Entwicklung, Code-Switching, Sprachmischungen, Sprachdiagnostik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Art des Bilingualismus – also ob eine Sprache von Geburt an oder erst später gelernt wird – auf die Sprachentwicklung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache auswirkt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen von Bilingualismus und Spracherwerb, die vier linguistischen Entwicklungsbereiche (phonetisch, semantisch, morphologisch, pragmatisch) sowie praktische Ansätze der Sprachförderung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Unterschiede in den Sprachverläufen zwischen simultan und sukzessiv bilingualen Kindern systematisch herauszuarbeiten und zu identifizieren, in welchen Bereichen ein besonders hoher Förderbedarf besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?

Die Autorin nutzt eine Kombination aus narrativer Literaturarbeit zur theoretischen Einbettung und einer systematischen Literaturrecherche, um empirische Studien zu den Sprachverläufen bilingualer Kinder auszuwerten.

Welche Themen behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung der vier Sprachentwicklungsbereiche bei Kindern sowie eine umfassende Analyse und Diskussion empirischer Studienergebnisse, die diese Bereiche mit Blick auf die Erwerbsform (simultan/sukzessiv) differenzieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bilingualismus, Sprachentwicklung, Deutsch als Zweitsprache (DaZ), Code-Switching, sowie verschiedene grammatikalische und lexikalische Kompetenzbereiche.

Gibt es signifikante Unterschiede in der morphologisch-syntaktischen Entwicklung?

Ja, die Studien zeigen, dass simultan bilinguale Kinder in diesem Bereich tendenziell stabilere und frühere Erwerbsmuster aufweisen, während sukzessiv bilinguale Kinder häufiger Verzögerungen zeigen, insbesondere bei komplexen Strukturen wie Kasusmarkierungen.

Spielen Sprachmischungen (Code-Switching) eine negative Rolle?

Nein, das Dokument betont, dass Sprachmischungen heute nicht mehr als Defizit gewertet werden, sondern als Zeichen hoher sprachlicher Flexibilität und funktionaler Strategie zur Überbrückung von Wissenslücken im kindlichen Sprachhandeln.

Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Förderbedarfs?

Insbesondere bei sukzessiv bilingualen Kindern zeigt sich ein erhöhter Unterstützungsbedarf in den Bereichen Wortschatzentwicklung, morphologische Markierungen und komplexe Satzstrukturen, wobei die individuelle Förderplanung am jeweiligen Entwicklungsstand ansetzen sollte.

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Details

Title
Von Anfang an oder Schritt für Schritt? Simultaner und sukzessiver Bilingualismus in der frühen Kindheit
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2025
Pages
51
Catalog Number
V1599641
ISBN (PDF)
9783389147191
ISBN (Book)
9783389147207
Language
German
Tags
Bilingualismus simultan sukzessiv Sprachentwicklung Deutsch als Zweitsprache DaZ Spracherwerbsvergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2025, Von Anfang an oder Schritt für Schritt? Simultaner und sukzessiver Bilingualismus in der frühen Kindheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1599641
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