Das Ziel der Untersuchungen ist die Verbesserung der Prognosen der zukünftigen Nachfrage verschiedener Limonadensorten (Zitrone, Holunder und Litschi) eines kleinen, mittelständisch geprägten, regionalen Getränkeherstellers. Die Optimierung soll eine zielgenaue Produktionsplanung und -steuerung sowie eine bessere Logistiksteuerung in engem Zusammenhang mit der Beschaffung und Distribution ermöglichen. Hierzu werden unterschiedliche Verfahren zur besseren Absatzprognose verwendet. Darüber hinaus soll mit Hilfe der Center-of-Gravity-Methode (CoG) der optimale Lagerstandort des Getränkeproduzenten bestimmt werden und die Gestaltung der Auftragsabwicklung unter Einbeziehung unterschiedlicher Prioritätsregeln erfolgen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die operativen Abläufe des Herstellers zu optimieren und die Belieferung der Supermärkte effizienter zu gestalten.
Inhaltsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Hinführung zum Thema
- 1.2 Aufbau
- 2. Prognoseverfahren – Drei Ansätze in der näheren Analyse
- 2.1 Vorstellung und Diskussion ausgewählter Prognoseverfahren
- 2.2 Berechnung des Gleitenden Durchschnittes (Zitrone)
- 2.3 Berechnung der exponentiellen Glättung 1. Ordnung (Holunder)
- 2.4 Berechnung der exponentiellen Glättung 2. Ordnung (Litschi)
- 2.5 Interpretation der Ergebnisse
- 3. Standortwahl
- 3.1 Center-of-Gravity-Methode
- 3.2 Berechnung des optimalen Standortes mittels Schwerpunktmethode
- 3.3 Interpretation des Ergebnisses
- 4. Prioritätsregeln
- 4.1 Vorstellung und Diskussion ausgewählter Prioritätsregeln
- 4.2 Berechnung der Reihenfolge
- 4.3 Interpretation der Ergebnisse
- 5. Fazit
- Literaturverzeichnis
- Anhang und Materialien
Zielsetzung & Themen
Diese Fallstudie verfolgt das primäre Ziel, die operativen Abläufe eines kleinen, mittelständischen und regionalen Getränkeherstellers zu optimieren. Dies soll durch die Verbesserung der Nachfrageprognosen für verschiedene Limonadensorten, die Bestimmung eines optimalen Lagerstandortes und eine effiziente Gestaltung der Auftragsabwicklung mittels Prioritätsregeln erreicht werden, um eine zielgenaue Produktions- und Logistiksteuerung sowie eine verbesserte Belieferung der Supermärkte zu gewährleisten.
- Optimierung der Nachfrageprognosen für Limonadensorten (Zitrone, Holunder, Litschi).
- Analyse und Anwendung unterschiedlicher Prognoseverfahren (Gleitender Durchschnitt, Exponentielle Glättung).
- Bestimmung des optimalen Lagerstandortes mittels Center-of-Gravity-Methode.
- Diskussion der Grenzen mathematischer Standortwahl und Notwendigkeit qualitativer Faktoren.
- Vorstellung und Anwendung von Prioritätsregeln (FCFS, EDD, SPT) für die Auftragsabwicklung.
- Steigerung der Effizienz in Produktion, Beschaffung und Distribution.
Auszug aus dem Buch
2. Prognoseverfahren – Drei Ansätze in der näheren Analyse
Vorhersagen sind im Bereich des OM unerlässlich, um Entscheidungen zu treffen. So unterstützen sie die Produktionsentwicklung, in dem Technologie- und Marktprognosen die Grundlage für zukünftige Produktionskonzepte bilden. Ebenso sind Vorhersagen im Kundendienst essenziell, um auf Basis von Nachfrageprognosen die Planung von Serviceeinsätzen und Einrichtungen von Ersatzteilbeständen zu steuern. Dadurch leisten Prognosen einen erheblichen Beitrag zur Optimierung betrieblicher Abläufe. In der unternehmerischen Praxis sind grundsätzlich drei Prognosearten zu unterscheiden: Qualitative, kausale und Zeitreihenprognosen (Thonemann, 2015, S. 32).
Qualitative Verfahren sind für das Erstellen einer Prognose ohne Vergangenheitswerte geeignet. Hierzu zählen Vertriebsschätzungen, Kundenfeedback, Expertenbefragungen und die Delphi-Methode. Kausale Prognosen werden bei angenommener Wechselbeziehung zwischen Nachfrage und einer bekannten Größe verwendet. Dies umfasst die Methoden der linearen und nicht-linearen Prognosefunktion. Bei Zeitreihen basiert die Prognoseerstellung auf vergangenen tatsächlichen Werten (Thonemann, 2015, S. 33, 35, 41).
Im Rahmen dieser Fallstudie werden drei Möglichkeiten der Zeitreihenprognose – der gleitende Durchschnitt, die exponentielle Glättung 1./ 2. Ordnung – vorgestellt und diskutiert sowie im Anschluss anhand gegebener Daten (siehe (s.) Abb. 1, S. 15) berechnet.
2.1 Vorstellung und Diskussion ausgewählter Prognoseverfahren
Um die Nachfrageentwicklung in einem Szenario zu analysieren, in dem die Nachfrage auf einem konstanten Niveau schwankt, eignen sich Prognosemethoden, die dieses Niveau präzise abbilden können. In diesem Fall bieten sich zwei bewährte Verfahren an: Der gleitende Durchschnitt und die exponentielle Glättung erster Ordnung. Diesen Methoden gelingt es mithilfe historischer Nachfrageweitergabe ein robustes Schätzmodell zu entwerfen (Thonemann, 2015, S. 50). Das Verfahren des gleitenden Durchschnittes basiert auf der Annahme, dass die Nachfrage den Durchschnitt der letzten N Beobachtungen darstellt, wobei davon ausgegangen wird, dass alle Nachfragewerte gleich gewichtet werden. Zu diesem Zweck wird für jeden neuen Datenpunkt der Mittelwert aktualisiert, indem die älteste Beobachtung durch die neue ersetzt wird (Schröder, 2012, S. 22-23). Dadurch ist es möglich, die Prognose dynamisch an die aktuelle Nachfrageschwankungen anzupassen und sie kontinuierlich an das Nachfrageniveau heranzuführen (Thonemann, 2015, S. 51). Die Berechnung erfolgt mittels einer einfachen Durchschnittsbildung: A) Ø = Xt+Xt-1+Xt-2++Xt-N+1 / N (Schröder, 2012, S. 22).
Die exponentielle Glättung 1. Ordnung führt den Gedanken der gleitenden Durchschnitte fort, da aktuelle Werte im Vergleich zu vergangenen Werten stärker gewichtet werden. Dies wird anhand des Glättungsfaktors Alpha α (0
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Führt in die betriebswirtschaftliche Disziplin Operations Management ein und erläutert das Ziel der Fallstudie, die Prognose von Limonadennachfrage, Standortwahl und Prioritätsregeln für einen Getränkeproduzenten zu optimieren.
2. Prognoseverfahren – Drei Ansätze in der näheren Analyse: Erläutert die Grundlagen von Zeitreihenprognosen und stellt die Methoden des gleitenden Durchschnitts sowie der exponentiellen Glättung 1. und 2. Ordnung vor, um zukünftige Nachfragen zu schätzen.
3. Standortwahl: Präsentiert die Center-of-Gravity-Methode zur Bestimmung des optimalen Lagerstandortes und diskutiert deren Limitationen, indem aufgezeigt wird, dass qualitative Standortfaktoren ergänzend berücksichtigt werden müssen.
4. Prioritätsregeln: Stellt die Prioritätsregeln FCFS, EDD und SPT vor, vergleicht deren Vor- und Nachteile im Kontext der Auftragsbearbeitung und empfiehlt FCFS für den betrachteten Getränkehersteller.
5. Fazit: Fasst die Notwendigkeit einer optimierten Nachfrageprognose, Standortwahl und Produktionsplanung zusammen, um die Betriebsabläufe zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.
Schlüsselwörter
Operations Management, Prognoseverfahren, Nachfrageprognose, Gleitender Durchschnitt, Exponentielle Glättung, Standortwahl, Center-of-Gravity-Methode, Prioritätsregeln, FCFS, EDD, SPT, Supply Chain Management, Logistik, Prozessoptimierung, Getränkeproduzent.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Fallstudie befasst sich mit der Optimierung der betrieblichen Abläufe eines mittelständischen Getränkeproduzenten durch verbesserte Nachfrageprognosen, die Bestimmung eines optimalen Lagerstandortes und die Anwendung geeigneter Prioritätsregeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen Nachfrageprognose (mittels gleitendem Durchschnitt und exponentieller Glättung), Standortwahl (Center-of-Gravity-Methode) und die Anwendung von Prioritätsregeln (FCFS, EDD, SPT) für die Auftragsabwicklung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die operativen Abläufe eines regionalen Getränkeherstellers zu optimieren und die Belieferung der Supermärkte effizienter zu gestalten, indem Prognose-, Standort- und Produktionsplanungsprozesse verbessert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden primär quantitative Methoden der Zeitreihenprognose (gleitender Durchschnitt, exponentielle Glättung) und der Standortbestimmung (Center-of-Gravity-Methode) angewendet und durch qualitative Diskussionen ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt detailliert die Vorstellung, Berechnung und Diskussion verschiedener Prognoseverfahren, die Anwendung und Kritik der Center-of-Gravity-Methode zur Standortwahl und die Analyse sowie Anwendung von Prioritätsregeln für die Auftragsabwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Operations Management, Prognoseverfahren, Nachfrageprognose, Gleitender Durchschnitt, Exponentielle Glättung, Standortwahl, Center-of-Gravity-Methode, Prioritätsregeln, FCFS, EDD, SPT, Supply Chain Management, Logistik, Prozessoptimierung.
Warum wurde Lagos als optimaler Standort identifiziert und welche Schlussfolgerung ziehen die Autoren daraus?
Lagos wurde durch die rein mathematische Center-of-Gravity-Methode als optimaler Standort identifiziert, was die Autoren als "nicht akzeptables Ergebnis" bezeichnen. Sie schließen daraus, dass qualitative Standortfaktoren und lokale/regionale Gegebenheiten unbedingt in die Standortbewertung einfließen müssen.
Welche Prioritätsregel wird für den Getränkehersteller empfohlen und warum?
Für den kleinen, mittelständischen Getränkehersteller wird die FCFS-Regel empfohlen. Dies begründet sich in ihrer Einfachheit, Transparenz und der Fähigkeit, einen gleichmäßigen und störungsfreien Produktionsfluss bei begrenzten Kapazitäten zu gewährleisten, auch wenn sie nicht in allen Kennziffern optimal ist.
Welche Bedeutung hat das Datenmanagement für die Prognosegenauigkeit in dieser Fallstudie?
Die Fallstudie betont die signifikante Bedeutung eines umfassenden und systematischen Datenmanagements, da es die Basis für verlässliche Prognosen bildet. Fehlende historische Daten können die Erstellung verlässlicher Vorhersagen erschweren und die strategische Planung beeinträchtigen.
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- Anonym (Author), 2024, Operations & Information Management: Getränkelieferant. Absatzprognosen, Supply Chain Optimierung und Standortwahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1599929