Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Fragestellung auseinander, ob der Arbeitsmarkt als ein vollkommener Markt angesehen werden kann.
Dazu ist es notwendig, neben dem allgemeinen Grundverständnisses eines Marktes und seinen Grundprinzipien zu verstehen, weshalb der Arbeitsmarkt eine besondere Marktform ist. Hier ist der Arbeitnehmer der Anbieter des Gutes Arbeit. Die Nachfrage kommt von den Unternehmen, die wiederum Transferleistungen in Form von Lohn erbringen.
Zwar sind diese beschriebenen Elemente auf jedem in der Volkswirtschaftslehre definiertem Markt zu finden, doch ist die Theorie eines vollkommenen Marktes auch auf den Arbeitsmarkt anwendbar? Um diese Frage zu beantworten, wird erläutert, was einen vollkommenen Markt auszeichnet und welche Konsequenzen diese Marktform für Anbieter, Nachfrager und das Marktgleichgewicht hat.
Im Anschluss daran werden die wesentlichen Marktprozesse eines Arbeitsmarktes mit denen eines vollkommenen Marktes verglichen, untersucht und bewertet. Dabei wird insbesondere auf Arbeitslosigkeit und Lohnhöhe im vollkommenen Markt eingegangen. Eine abschließende Bewertung rundet die Arbeit ab.
An dieser Stelle ist noch hinzuzufügen, dass diese Ausarbeitung viele Bereiche nur anschneiden kann und daher in der Vollständigkeit eingeschränkt werden muss. So werden beispielsweise nur die auf den Arbeitsmarkt anwendbaren Kriterien untersucht, die einen vollkommenen Markt auszeichnen, obwohl in der Literatur auch noch andere genannt werden. Die Quellenangaben verweisen jedoch dementsprechend auf die übrigen Merkmale.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Markttheorien und des Marktmechanismus
2.1 Markt im Allgemeinen
2.1.1 Definition
2.1.2 Bedeutung von Angebot und Nachfrage im Markt
2.2 Der vollkommene Markt
2.2.1 Kriterien eines vollkommenen Marktes
2.2.2 Konsequenzen aus dem Jevons’schen Preisindifferenzgesetz
3 Der Arbeitsmarkt als besondere Marktform
3.1 Definition, Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage
3.2 Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt
4 Untersuchung des Arbeitsmarktes in Hinblick auf seine Kongruenz zum vollkommenen Markt
4.1 Überprüfung anhand der Kriterien eines vollkommenen Marktes
4.1.1 Homogenität der Güter
4.1.2 Fehlen von räumlichen Präferenzen
4.1.3 Fehlen von persönlichen Präferenzen
4.1.4 Fehlen von zeitlichen Präferenzen
4.1.5 Markttransparenz
4.1.6 Maximumprinzip
4.2 Arbeitslosigkeit und flexible Löhne
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale volkswirtschaftliche Fragestellung, inwiefern der Arbeitsmarkt die theoretischen Kriterien eines vollkommenen Marktes erfüllt und ob sich diese Marktform auf arbeitsmarktpolitische Zusammenhänge übertragen lässt.
- Grundlagen des Marktmechanismus sowie Theorie des vollkommenen Marktes.
- Besonderheiten des Faktormarktes Arbeitsmarkt.
- Vergleichende Analyse der Kriterien eines vollkommenen Marktes mit der Realität des Arbeitsmarktes.
- Bedeutung von Lohnflexibilität und Arbeitslosigkeit.
- Bewertung der Anwendbarkeit des Modells der Markträumung auf den Arbeitsmarkt.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Homogenität der Güter
Die Homogenität des Gutes Arbeit ist dann gegeben, wenn ein Unternehmen für eine Berufsgruppe für den gleichen Lohn auch immer eine gleichermaßen qualitative Arbeit vom Arbeitnehmer erhält. Als Beispiel ist ein Serienfertiger nennbar, der für einen Facharbeiter einen Lohn in Höhe von n,nn € zahlt, und genau weiß, dass dieser Arbeiter am Fließband immer eine Produktivität von y Teilen pro Tag schafft. Fällt dieser Arbeiter aus, so bekommt er für den gleichen Lohn einen neuen, gleichermaßen produktiven Mitarbeiter.
Dieses Beispiel kommt in der Realität allerdings nicht vor: Alle Arbeiter sind immer unterschiedlich qualifiziert und haben unterschiedliche Motivationen, die Arbeit mehr oder weniger ordentlich bzw. schnell zu verrichten. Es ist folglich unmöglich, einen Arbeiter mit exakt der gleichen Produktivität eines neuen Arbeiters zu substituieren.
Daher ist die Homogenität des Gutes Arbeit nicht gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, ob der Arbeitsmarkt als vollkommener Markt betrachtet werden kann, sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2 Grundlagen der Markttheorien und des Marktmechanismus: Erarbeitung der Definitionen von Markt, Angebot und Nachfrage sowie Darstellung der Muss-Kriterien eines vollkommenen Marktes.
3 Der Arbeitsmarkt als besondere Marktform: Einordnung des Arbeitsmarktes als Faktormarkt und Erläuterung der Mechanismen von Arbeitsangebot, Arbeitsnachfrage und Gleichgewichtsbildung.
4 Untersuchung des Arbeitsmarktes in Hinblick auf seine Kongruenz zum vollkommenen Markt: Systematische Prüfung der Kriterien eines vollkommenen Marktes anhand der Realität des Arbeitsmarktes sowie Analyse von Lohnflexibilität und Arbeitslosigkeit.
5 Zusammenfassung: Abschließende Bewertung, die zum Ergebnis gelangt, dass der Arbeitsmarkt als unvollkommener Markt einzustufen ist.
Schlüsselwörter
Arbeitsmarkt, vollkommener Markt, Markttheorie, Marktmechanismus, Arbeitsangebot, Arbeitsnachfrage, Gleichgewicht, Markttransparenz, Maximumprinzip, Lohnflexibilität, Arbeitslosigkeit, Faktormarkt, Präferenzen, Preisbildung, Ceteris-Paribus-Klausel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die theoretische Anwendbarkeit des Modells des vollkommenen Marktes auf den realen Arbeitsmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Marktformen, Kriterien des vollkommenen Marktes, die Charakteristik des Faktormarktes Arbeit sowie die Ursachen für Lohnstarrheit und Arbeitslosigkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch einen systematischen Vergleich zu klären, ob der Arbeitsmarkt die theoretischen Anforderungen an einen vollkommenen Markt erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine modelltheoretische Untersuchung unter Anwendung der Ceteris-Paribus-Klausel vorgenommen, um die einzelnen Kriterien des vollkommenen Marktes am Arbeitsmarkt zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Marktmodells, die Spezifika des Arbeitsmarktes und eine detaillierte Prüfung einzelner Kriterien wie Homogenität, Markttransparenz und Präferenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeitsmarkt, vollkommener Markt, Markttransparenz, Maximumprinzip und Lohnflexibilität.
Wie bewertet der Autor das Jevons’sche Preisindifferenzgesetz auf dem Arbeitsmarkt?
Der Autor zeigt auf, dass das Gesetz, welches keinerlei Preisunterschiede vorsieht, aufgrund der in der Praxis existierenden unternehmens- und geschlechtsabhängigen Lohnvariationen nicht auf den Arbeitsmarkt anwendbar ist.
Warum ist das Maximumprinzip auf dem Arbeitsmarkt nur begrenzt aussagekräftig?
Obwohl sich beide Seiten nach dem Maximumprinzip verhalten, lassen sich daraus auf dem realen Arbeitsmarkt keine eigenständigen Konsequenzen für eine Markträumung ableiten, da andere Faktoren wie Lohnregularien dominieren.
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- Christian Liese (Author), 2010, Ist der Arbeitsmarkt ein vollkommener Markt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160011