Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Unterbringung geflüchteter Menschen in München zu geben. Dafür werden wir mit den Rahmenbedingungen beginnen. Es werden die wichtigsten Zahlen, Fakten und Definitionen und die Dimensionen der Integration herausgearbeitet. Anschließend werden wir abwechselnd die drei verschiedenen Stufen der Unterbringung erklären. Hierfür werden wir mit den Erstaufnahmestellen beginnen, gefolgt von den Gemeinschaftsunterkünften und abschließend dem freien Wohnungsmarkt. Anschließend werden wir gemeinsam die Sozialpädagogischen Aufgabenfelder vorstellen. Danach werden wir die sozialpolitische Sichtweise auf das Thema herausarbeiten. Abschließend wollen wir gemeinsam eine Zusammenfassung schreiben, einen Ausblick versuchen aber auch Kritik an den vorliegenden Zuständen üben. Da für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge andere Regeln der Unterbringung gelten und das zu weit führen würde, konzentrieren wir uns darauf nicht.
Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb Menschen weltweit gezwungen sind zu fliehen. Dazu gehören u.a. Kriege, Verfolgung, Folter, drohende Todesstrafe, keine ökonomische Sicherheit, keine Lebensmittel, keine medizinische Versorgung oder die Zerstörung der gesamten Existenzgrundlagen. Menschenrechtsverletzungen, Diskriminierung und Repressalien zwingen jährlich hunderttausende Menschen zur Flucht. Laut dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) befinden sich mehr als 45 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht oder in „fluchtähnlichen“ Zuständen. Sie benennen u.a. die zahlreichen akuten humanitären Krisen, Kriege und Bürgerkriege als Grund dafür, dass die Zahl der Asylbewerber in Deutschland seit ca. 2007 gestiegen ist.
Mit der Einreise von mehreren hunderttausend geflüchteten Menschen im Jahr 2015 nach Deutschland wurde die Flüchtlingskrise zu einem der prominentesten, aber auch kontroversesten Thema der Politik. Einen der wichtigsten Streitpunkte stellt bis heute die Unterbringung dieser vielen Menschen dar. Da die Wohnungssituation in Großstätten wie München sowieso schon ein großes Problem darstellt, dass trotz Mietpreisbremsen und der Planung neuer Wohnmöglichkeiten schier ausweglos erscheint, ist es nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Bevölkerung diesem Thema besorgt gegenübersteht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rahmenbedingungen
2.1. Rechtliche Grundlagen
2.2. Zahlen und Fakten
2.3. Definition und Dimensionen der Integration (strukturell)
3. Formen des Wohnens
3.1. Staatliche Erstaufnahmestellen
3.2. Gemeinschaftsunterkünfte
3.3. Freier Wohnungsmarkt
4. Sozialpädagogische Aufgaben
5. Sozialpolitische Sichtweise
6. Fazit
6.1. Zusammenfassung
6.2. Kritik
6.3. Verbesserung & Ausblick
Zielsetzung & Themen der Publikation
Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Überblick über die Unterbringungssituation geflüchteter Menschen in München. Das zentrale Ziel ist es, die verschiedenen Stufen der Unterbringung – von der Erstaufnahmeeinrichtung über Gemeinschaftsunterkünfte bis hin zur Suche auf dem freien Wohnungsmarkt – zu analysieren und dabei die sozialpädagogischen sowie sozialpolitischen Herausforderungen in der Landeshauptstadt aufzuzeigen.
- Strukturelle Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen des Asylverfahrens.
- Differenzierung der Unterbringungsformen und deren spezifische Anforderungen.
- Herausforderungen der sozialen und strukturellen Integration in München.
- Sozialpädagogische Aufgabenfelder in der Flüchtlingsbetreuung.
- Kritische Reflexion der aktuellen Wohnungssituation und wohnungspolitischer Strategien.
Auszug aus dem Buch
3.2. Gemeinschaftsunterkünfte
Der vorübergehenden Unterbringung in einer Erstaufnahmeeinrichtung, folgt nach §53 des AsylG normalerweise der Umzug in eine Gemeinschaftsunterkunft. Hierfür verteilt der Landesbeauftragte des Freistaates Bayern für die Aufnahme und Verteilung ausländischer Flüchtlinge und unerlaubt eingereister Ausländer, die geflüchteten Menschen auf die Regierungsbezirke, wo sie anschließend durch deren Regierung auf die Landkreise oder kreisfreien Städte verteilt werden (§2 S.1 DVAsyl BY & §7 Abs. 1 Nr. 1 & Nr. 2 DVAsyl BY). Wie oben bereits erläutert sollen 35,6% der Menschen laut Quote nach Oberbayern verteilt werden, davon 31,6% in die Landeshauptstadt München (vgl. §3 Abs. 1 S.1 Nr. 1 DVAsyl BY & §3 Abs. 2 S.1 Nr.1a DVAsyl BY).
Der Bezirk ist dafür verantwortlich, in den Landkreisen und kreisfreien Städten mindestens eine Gemeinschaftsunterkunft zu errichten, diese selbst haben bei der Einrichtung mitzuwirken (vgl. §5 Abs. 1 & 3 DVAsyl BY). Für die Kosten dieser Einrichtungen kommt als Träger der Freistaat Bayern auf (vgl. Art. 5 Abs 1 S.1 AufnG BY). Jedoch erhalten die Kommunen pro Jahr pro Asylbewerber nur 33,40€ und müssen die restlichen anfallenden Kosten selbst decken (vgl. Wendel, 2014, S. 18).
Laut der 2010 in Bayern erschienenen Leitlinie, stehen in einer solchen Gemeinschaftsunterkunft zum Beispiel, jeder Person 7qm reine Wohnfläche, ein Stuhl, ein Spind und ein Bett zu und zehn Personen sollen sich eine Dusche und ein WC teilen (vgl. Münchner Flüchtlingsrat e.V., 2017). Neben der genannten Unterbringungsform gibt es auch dezentrale Wohnmöglichkeiten, die die kreisfreie Stadt München oder deren Landkreise selbst betreiben. Man unterscheidet hier einmal das Standardprogramm, also die Unterbringung in Festbauten in Modulbau- oder Holzbauweise und das Sofortprogramm, das eine Unterbringung in Containern vorsieht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Beweggründe für die Flucht sowie die Relevanz der Unterbringungsthematik als politisches und gesellschaftliches Streitfeld in München.
2. Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Grundlagen des Asylrechts, statistische Daten zur Verteilung sowie die strukturellen Definitionen von Integration.
3. Formen des Wohnens: Hier werden die verschiedenen Unterbringungstypen – von Erstaufnahmestellen über Gemeinschaftsunterkünfte bis hin zur Wohnungssuche auf dem freien Markt – detailliert erläutert.
4. Sozialpädagogische Aufgaben: Dieses Kapitel fokussiert auf die beratende und betreuende Rolle der Sozialpädagogik bei der Alltagsbewältigung und Integration der Geflüchteten.
5. Sozialpolitische Sichtweise: Hier wird die flüchtlingspolitische Strategie Deutschlands reflektiert und die Reaktion auf die Überlastung der Verwaltungsstrukturen im Zeitraum 2014 bis 2017 analysiert.
6. Fazit: Das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung, einer kritischen Würdigung der unzureichenden Ressourcen und einem Ausblick auf zukünftige Bewältigungsstrategien.
Schlüsselwörter
Flüchtlingsunterbringung, München, Integration, Asylverfahren, Gemeinschaftsunterkünfte, Sozialpädagogik, Erstaufnahmeeinrichtung, Wohnungssituation, Sozialpolitik, Unterbringungsquote, Strukturintegration, Flüchtlingskrise, Wohnraum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Situation der Unterbringung von geflüchteten Menschen in München, beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen und die verschiedenen Wohnformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die rechtlichen Grundlagen, die verschiedenen Unterbringungsstufen, die sozialpädagogische Betreuung sowie die sozialpolitische Steuerung der Migrationsströme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Unterbringungssituation zu geben und die damit verbundenen Herausforderungen für die Stadt München aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenrecherche, inklusive rechtlicher Vorgaben sowie offizieller Daten von städtischen und staatlichen Stellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Rahmenbedingungen, die detaillierte Darstellung der Unterbringungsformen und eine Analyse der sozialpädagogischen Handlungsfelder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Flüchtlingsunterbringung, München, Integration, Asylverfahren sowie sozialpolitische Maßnahmen.
Wie definiert die Stadt München den Handlungsbedarf bei der Unterbringung?
Die Stadt hat den Bedarf in fünf Felder unterteilt: Unterbringung und Versorgung, Bildung und Erziehung, Spracherwerb, Qualifizierung für den Arbeitsmarkt sowie die Bereitstellung von Wohnraum.
Welche Kritik üben die Autorinnen an den Unterbringungszuständen?
Sie kritisieren insbesondere die Überforderung der Systeme, den Mangel an qualifiziertem Fachpersonal und die durch die Unterbringung entstehende soziale Isolation der Betroffenen.
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- Anonym (Author), 2018, Die Integrationspolitik in München. Ein Überblick über die Unterbringung geflüchteter Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1600687