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Aspekte der Freiheit und Determination

Eine Untersuchung der Willensfreiheit im Hinblick auf neurobiologische Befunde

Title: Aspekte der Freiheit und Determination

Thesis (M.A.) , 2006 , 57 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Diana Aman (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Summary Excerpt Details

Warum zerbrechen sich die Philosophen darüber den Kopf, ob der Mensch einen freien Willen hat? Was ist so schwer an dieser Frage zu entscheiden? Scheint es doch diesbezüglich, im alltäglichen Umgang miteinander, keine Probleme zu geben. Wir unterstellen unseren Mitmenschen jedenfalls ständig einen freien Willen und empfinden diese Handhabung als selbstverständlich. Denn wir besitzen selbst das Gefühl, uns frei für oder gegen etwas entscheiden zu können und sind uns sicher, dass wir verschiedene Handlungsmöglichkeiten haben. Doch die Geschichte hat gelehrt, dass Menschen sich täuschen können und dass das eigene Gefühl ein schlechter Ratgeber sein kann.

Umfangreicher Überblick über das Problem von Willens-und Handlungsfreiheit mit Bezug auf das Libetexperiment. (Für Fortgeschrittene oder Ambitionierte)
"Die vorliegende Arbeit zeichnet sich auf den ersten Blick schon dadurch aus, dass sie eine außerordentlich klare Übersicht über die in der Diskussion zur menschlichen Freiheit eingenommenen Positionen und vorgetragenen Argumente gibt. In einer minuziösen Nachzeichnung arbeitet die Autorin Schritt für Schritt die verschiedenen Aspekte der jeweils vertretenen Freiheitsbegriffe heraus, um dann diese begrifflichen Aspekte mit den damit verbundenen Positionen zu gewichten und auf ihr argumentatives Potential hin zu prüfen.
Der argumentative Kern der Arbeit findet sich in den Abschnitten über den idealistischen und den realistischen Indeterminismus. In einer außerordentich scharfsinnigen und originellen, an vielen Stellen auch überraschenden Analyse gelingt der Autorin eine Klärung der Argumente. (...) Insgesamt sehe ich in der Arbeit eine herausragende Leistung, die weit über den Maßstäben einer Magisterarbeit liegt. (...) Ohne jede Einschränkung kann ich daher die vorliegende Arbeit mit sehr gut (1,0) bewerten." (Einschätzung des Dozierenden)

Excerpt


1. Einleitung

2. Willens- und Handlungsfreiheit

2.1. Das Freiheitsgefühl

2.2. Negative Ableitung der Handlungsfreiheit

2.3. Positive Ableitung der Handlungsfreiheit

2.4. Zwei Grundfragen an den Willen

2.4.1. Negative Ableitung der Willensfreiheit: Das “anders wollen können”

2.4.2. Positive Ableitung der Willensfreiheit: Das “wollen, was du willst”

2.5. Warum Willensfreiheit? Harter - und weicher Determinismus

2.5.1. Harter Determinismus

2.5.2. Weicher Determinismus

2.5.3. Argumentationsansprüche

3. Aktuelle Debatte

3.1. Neurobiologische Position gegen die Freiheit: auf der Suche nach dem idealistischen Indeterminismus

3.1.1. Empirische Ausgangslage: Das Libetexperiment

3.1.2. Argumente gegen die Willensfreiheit

3.1.3. Auswirkungen der Willensdetermination auf die Handlungsfreiheit

3.1.4. Determinations- und Freiheitsverständnis der neurobiologischen Perspektive

3.1.5. Grundlagenkritik

3.1.6. Rettung des idealistischen Indeterminismus?

3.1.7. Erstes Resümee

3.2. Antworten des realistischen Indeterminismus

3.2.1. Reiner Zufall hilft nicht

3.2.2. Aspekte des realistischen Indeterminismus

3.2.3. Anlehnung an Kant - Theorien des freien Selbst

3.2.4. Abgrenzung von Kant - Epistemischer Indeterminismus

3.2.5. Kritik an den realistischen Indeterminismus Positionen

3.2.6. Bezug zum Libetexperiment: Einschränkung des Vetoarguments

3.2.7. Zweites Resümee

3.3. Handlungsfreiheitstheorie - These der Vereinbarkeit

3.3.1. Willensfreiheit als Wortstreit

3.3.2. Kritik an der Handlungsfreiheitstheorie

3.3.4. Drittes Resümee

3.4. Restposten - unklärbare Fragen

3.4.1. Die zwei Grundfragen der Willensfreiheit sind unlösbar

3.4.2. Determination der Welt

3.4.3. Erkenntnistheoretisches Problem - Philosophie des Geistes

3.4.4. Perspektivenentscheidung

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage nach der menschlichen Willensfreiheit unter Berücksichtigung aktueller neurobiologischer Forschungsergebnisse. Das Hauptziel besteht darin, die komplexe Debatte zu strukturieren, Missverständnisse zu klären und die Frage zu beantworten, ob der Mensch tatsächlich einen freien Willen besitzt oder ob dieser eine bloße Illusion darstellt.

  • Unterscheidung zwischen Willensfreiheit und Handlungsfreiheit
  • Analyse deterministischer versus indeterministischer Freiheitskonzepte
  • Kritische Auseinandersetzung mit neurobiologischen Experimenten (insb. Libet-Experiment)
  • Diskussion über die Möglichkeiten der Selbstbestimmung und moralischen Verantwortung

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Empirische Ausgangslage: Das Libetexperiment

Benjamin Libet entwickelte 1983 ein Experiment, welches die Existenz eines freien Willens beweisen sollte. Die Probanden wurden trainiert, einfache Handbewegungen spontan auszuführen. Des Weiteren sollten sie sich mit Hilfe einer speziellen Uhr den Zeitpunkt merken, zu dem ihr Entschluss stattgefunden hatte, ihre Hand zu bewegen. Die objektiv messbaren Daten der tatsächlich stattgefundenen Handlung sollten also mit dem Willensakt in Beziehung gebracht werden. Wobei letzterer nur über eine subjektive Einschätzung des Probanden möglich war. "Bei jedem dieser Versuche vollzog die Versuchsperson das plötzliche Schnippen des Handgelenks, wann immer sie sich frei dazu entschloß. Nach jedem dieser Versuche berichtete die Versuchsperson W, die Uhrzeit, die mit dem einsetzenden Bewußtsein der Bewegungsabsicht verbunden war." Zu diesen Daten kam zusätzlich eine neurologische Messung. Denn man hatte entdeckt, dass einer Handlung ein Bereitschaftspotential (BP) im Gehirn vorherging, was in einer elektrischen Veränderung der Gehirnströme bestand und über die Kopfhaut messbar war. Der Willensentschluss konnte also nur durch die subjektive Bestimmung ermittelt werden, während die tatsächlich ausgeführte Handlung, sowie die Gehirnströme, welche dieser Handlung vorausgingen, objektiv messbar waren. Aus diesen drei Daten sollte geschlussfolgert werden, ob der Wille frei sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die philosophische Problematik der Willensfreiheit und Vorstellung der drei zentralen Freiheitsverständnisse sowie zwei Auffassungen von Determinismus.

2. Willens- und Handlungsfreiheit: Differenzierung zwischen Handlungsfreiheit und Willensfreiheit sowie Erläuterung der harten und weichen deterministischen Positionen.

3. Aktuelle Debatte: Eingehende Analyse neurobiologischer Argumente gegen die Willensfreiheit (insb. das Libet-Experiment) und kritische Untersuchung von Indeterminismus-Theorien.

4. Schluss: Resümee der Untersuchung, das feststellt, dass die Frage nach der Willensfreiheit aufgrund grundlegender definitorischer und erkenntnistheoretischer Schwierigkeiten prinzipiell nicht auflösbar ist.

Schlüsselwörter

Willensfreiheit, Handlungsfreiheit, Determinismus, Neurobiologie, Libet-Experiment, Bereitschaftspotential, Indeterminismus, Selbstbestimmung, Autonomie, Verantwortung, Philosophie des Geistes, Kausalität, Erkenntnistheorie, Bewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem klassischen philosophischen Problem der menschlichen Willensfreiheit im Kontext der modernen neurobiologischen Forschung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis von Gehirnprozessen und Bewusstsein, die Definitionen von Determination, Zufall und Freiheit sowie deren ethische Implikationen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die aktuelle Debatte zwischen Hirnforschern und Philosophen zu ordnen und die Frage zu prüfen, ob der Mensch in einer durch Naturgesetze bestimmten Welt als frei gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine philosophische Untersuchung, die Literaturanalysen sowie die kritische Auseinandersetzung mit empirischen Ergebnissen der Hirnforschung und der Philosophie des Geistes kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Positionen gegen die Willensfreiheit (z. B. Gerhard Roth, Wolf Singer), kritisiert die zugrunde liegenden Freiheitsbegriffe und diskutiert alternative Theorien wie den realistischen Indeterminismus und die Handlungsfreiheitstheorie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind die Differenzierung von Willens- und Handlungsfreiheit, der Determinismus-Begriff, das Libet-Experiment und die Frage nach der moralischen Verantwortlichkeit.

Wie bewertet die Arbeit das Libet-Experiment?

Die Arbeit hinterfragt die Aussagekraft des Experiments, indem sie die Methodik der subjektiven Messung und die Schlussfolgerung, dass unbewusste Gehirnprozesse den Willen zwingend determinieren, kritisch beleuchtet.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der unlösbaren Fragen?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Fragen nach der Freiheit des Willens – insbesondere das "Anders-wollen-können" und das "Wollen-was-man-will" – aufgrund ihrer logischen Struktur und des erkenntnistheoretischen Problems der Perspektivenwahl prinzipiell unlösbar bleiben.

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Details

Title
Aspekte der Freiheit und Determination
Subtitle
Eine Untersuchung der Willensfreiheit im Hinblick auf neurobiologische Befunde
College
Humboldt-University of Berlin  (Insitut für Philosophie)
Grade
1,5
Author
Diana Aman (Author)
Publication Year
2006
Pages
57
Catalog Number
V1600888
ISBN (eBook)
9783389148976
ISBN (Book)
9783389148983
Language
German
Tags
Philosophie der Freiheit Überblick Freiheitsbegriff Determination Willensfreiheit Handlungsfreiheit idealistischer Indeterminismus realistischer Indeterminismus Autonomie Selbstbestimmung Libetexperiment
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diana Aman (Author), 2006, Aspekte der Freiheit und Determination, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1600888
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