Finanzierungsalternativen in der Hotellerie


Seminararbeit, 2010

31 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Individualhotellerie
2.2 Kettenhotellerie
2.3 Finanzierung

3 Finanzierungsproblematik in der Hotellerie

4 Herkömmliche Finanzierungsformen
4.1 Innenfinanzierung
4.2 Außenfinanzierung

5 Finanzierungsalternativen
5.1 Leasing
5.1.1 Operating-Leasing
5.1.2 Financial-Leasing
5.1.3 Sale-and-lease-back-Verfahren
5.1.4 Vor- und Nachteile in der Praxis
5.2 Factoring
5.2.1 Echtes und unechtes bzw. stilles und offenes Factoring
5.2.2 Vor- und Nachteile in der Praxis
5.3 Mezzanine-Kapital
5.3.1 Stille Gesellschaft
5.3.2 Nachrangdarlehen
5.3.3 Genussrechte
5.3.4 Vor- und Nachteile in der Praxis

6 Fazit

Anhangsverzeichnis

Quellenverzeichnis

Anhang

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Um auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben zu können, müssen sich Hotels auf die stetig ändernden Bedürfnisse ihrer Klientel einstellen und versuchen diesen Veränderungen durch Anpassungen in der Angebotsstruktur nachzukommen. Die Umsetzung dieser Veränderungen erfordert Investitionen verschiedenster Art. In der Hotellerie lassen sich Investitionen in die Finanzierungsbereiche Existenzgründung und Existenzsicherung unterscheiden. Beide erfordern ein hohes Maß an Kapitaleinsatz, welcher sich aus Eigen- und Fremdkapital zusammensetzt. Zu Beginn einer Hotelunternehmung muss mehrfach Fremdkapital aufgenommen werden. Hierfür werden die Sicherheiten des Hotels anhand von Unternehmensform, Betriebsgröße und Eigenkapitalquote zu überprüft, bevor der Fremdkapitalgeber in die Unterstützung einwilligt. Bereits bei der Gründung eines Hotels fallen hohe Kosten in Form von Vorinvestitions- und Voreröffnungskosten an, welche unter anderem für Mitarbeiter, Vorräte und Anlagen benötigt werden. Hauptsächlich werden diese mit Hilfe von Fremdkapital finanziert

Allerdings benötigt auch die Existenzsicherung der Hotelunternehmung Investitionen in den laufenden Betrieb. Diese werden zum Beispiel zur Modernisierung und Anpassung verwendet, so dass ein am Markt erfolgreich bestehendes Produkt aufrechterhalten werden kann

Hotels weisen eine überwiegend langfristige Struktur von Verbindlichkeiten auf, welche in Kombination mit der ungünstigen Kapitalstruktur die Liquidität der Unternehmen in hohem Maße beeinflusst. Zins- und Tilgungsbelastungen durch Verbindlichkeiten fordern zum einen mehr Liquidität und zum anderen permanenten Kapitalzuschuss

Oftmals genügen herkömmliche Finanzierungsformen nicht mehr, um eine gezielte oder kurzfristige Finanzierung in bestimmten Phasen der Unternehmung durchzuführen

Ziel dieser Arbeit ist es allgemeine Finanzierungsmöglichkeiten kurz vorzustellen und um wichtige alternative Formen der Finanzierung zu ergänzen. Weiterhin sollen diese alternativen Möglichkeiten in ihrer Anwendung bewertet, sowie Schwierigkeiten des Einsatzes näher erläutert werden. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem urteilenden Fazit, in welchem die Ausdehnung des Einsatzes der vorgestellten Formen dargelegt wird

2 Definitionen

2.1 Individualhotellerie

Der Begriff Individualhotellerie beschreibt die Gesamtheit der Einzelunternehmungen, welche vom Unternehmer oder dessen Familie geführt werden. Diese sind im Allgemeinen Pacht- oder Eigentümerbetriebe.[1]

Besonderheiten der Individualhotellerie:

- Risiko, Haftung und Verantwortung des Erfolgs der Unternehmung liegt beim Einzelunternehmer
- Vorrangig kleine und mittlere Unternehmen, welche sich im unteren und mittleren Preis- und Qualitätssegment angesiedelt haben
- Entweder Einheit von Kapital und Geschäftsführung (Eigentümerbetrieb) oder Einheit von Inhaber und Geschäftsführung (Pachtbetrieb)

Die Individualhotellerie weist erhebliche Unterschiede im Hinblick auf das Qualitätsniveau der Hotels auf. Als wettbewerbsfähig gelten solche Hotels, die flexibel auf Gästewünsche eingehen können, die ihr Hauptaugenmerk auf Qualität legen und dabei unverwechselbare Produkte schaffen.[2]

2.2 Kettenhotellerie

Der Begriff Kettenhotellerie stellt die Gesamtheit der Hotels einer Hotelgesellschaft, also Hotelkonzernen und -ketten, dar, welche allesamt einer Leitung in Form einer Zentrale unterstehen. Weiterhin ist in diesem Zusammenhang ein einheitliches Konzept, welches sich insbesondere durch das Kreieren einer Marke herausstellt, von besonderer Bedeutung. Aus diesem Grund wird parallel zur Kettenhotellerie auch von Markenhotellerie gesprochen

Besonderheiten der Kettenhotellerie:

- Komplette oder teilweise Einschränkung der wirtschaftlichen Selbstständigkeit der einzelnen Hotels
- Organisatorische, kapitalmäßige und juristische Verbundenheit der Hotels
- Mögliche Betriebsformen sind: Filialbetriebe, Franchisebetriebe, Pachtbetriebe oder Betriebe innerhalb eines Managementvertrages
- Funktionsentkoppelung: Trennung von Kapital/Eigentum und Geschäftsführung/Management
- Einzelne Hotels werden von einem Manager beziehungsweise Generalmanager geleitet, der wiederum Angestellter des Konzerns ist.[3]

2.3 Finanzierung

Bevor Güter und Dienstleistungen bereitgestellt werden können, ist es notwendig, dass Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden, Kapital) zur Verfügung stehen, welche vorab finanziert werden müssen. Aufgrund der zeitlichen Differenz zwischen dem Kapitalbedarf und dessen Rückfluss aus den getätigten Unternehmensumsätzen entsteht ein Finanzierungsbedarf. Dieser kann sowohl durch Eigenkapital als auch durch Fremdkapital gedeckt werden. Finanzierung ist demnach „die Beschaffung und Bereitstellung finanzieller Mittel“[4]

Unter Eigenkapital fasst man sämtliche Einlagen der Gesellschafter oder Aktionäre und solche monetären Werte, die während der Umsatztätigung erzielt wurden. Fremdkapital hingegen bezeichnet Kapital, welches einem Unternehmen extern für eine gewisse Zeitspanne anvertraut wird

Des Weiteren sind die Begriffe Finanzierung und Investition zusammenhängend zu betrachten, denn die Investition repräsentiert die Kapitalverwendung, wohingegen die Finanzierung für die Kapitalbeschaffung steht

Um eine Finanzierungsentscheidung zu treffen, sollten die Aspekte Rentabilität, Liquidität und Sicherheit in den Vordergrund rücken.[5] Rentabilität bezeichnet die Relation zwischen dem Gewinn und eingesetzten Mitteln, während ein Unternehmen als liquide bezeichnet wird, wenn es zu jedem Zeitpunkt seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann.[6]

3 FINANZIERUNGSPROBLEMATIK IN DER HOTELLERIE

Hotelneugründungen erfordern überwiegend eine hohe Aufnahme von Fremdkapital, da eigenes Gründungskapital größtenteils nicht oder in zu geringem Maße vorhanden ist. Selbst Investitionen im laufenden Betrieb verlangen vornehmlich Fremdkapital, sollte die Innenfinanzierungskraft nicht ausreichend sein. Einige Betriebe weisen sogar Minuskapital auf, was die Finanzierung mit Hilfe von Fremdkapital nahezu unumgänglich macht

Der geringe Eigenkapitalanteil[7] der Hotelbetriebe erweist sich für die Finanzierung von notwendigen Investitionen als schwierig, denn oft sind nötige Sicherheiten, die es für die Bereitstellung von Fremdkapital vorzuweisen gilt, nicht gegeben. Zudem erhöht sich der bereits vorhandene hohe Fixkostenanteil in der Hotellerie durch die Aufnahme von Fremdkapital in Form von Zinszahlungen. Des Weiteren sollte hervorgehoben werden, dass die Bonität der Hoteliers und deren finanzieller Handlungsraum stark eingeschränkt werden. Darüber hinaus leidet die Eigenständigkeit des Unternehmers in Folge einer hohen Fremdkapitalquote und die Entscheidungsfreiheit wird enorm eingegrenzt.[8]

4 HERKÖMMLICHE FINANZIERUNGSFORMEN

1.1 Innenfinanzierung

Von Innenfinanzierung wird gesprochen, sobald die Finanzierungsmittel intern aufgebracht werden und somit das Unternehmen selbst die Quelle der Finanzierung ist.[9] Die Innenfinanzierung kann nochmals in zwei Bereiche unterteilt werden. Hierbei handelt es sich einmal um die sogenannte Umsatzfinanzierung, auch Cash-Flow-Finanzierung genannt, welche Finanzierungen aus Pensionsrückstellungen, einbehaltenen Gewinnen und Abschreibungen umfasst. Zum anderen findet eine Unterteilung in Finanzierung aus Vermögensumschichtungen statt, wobei das investierte Kapital aufgelöst wird, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken

Anhand der Innenfinanzierung lässt sich die Selbstfinanzierungskraft einer Unternehmung ableiten. Diese ist besonders bei der Aufnahme von Fremdkapital von Bedeutung, da eine hohe Selbstfinanzierungskraft dazu führt, dass Unternehmen einfacher und preiswerter an fremdes Kapital gelangen.[10]

1.2 Außenfinanzierung

Im Gegensatz zur Innenfinanzierung fließen bei der Außenfinanzierung Mittel von außen in die Unternehmung. Dabei wird zwischen einer Erhöhung des Eigen- oder des Fremdkapitals unterschieden. Auch hier findet wie bei der Innenfinanzierung eine Untergliederung statt. Man spricht dann von Einlagen- /Beteiligungsfinanzierung oder von Fremdfinanzierung. Je nachdem welche Rechtsform das Hotel gewählt hat kann das Eigenkapital entweder durch die Vergabe von Aktien oder in Form von Einlagen zugeführt werden. Auch Fremdkapital wird durch die Ausgabe von sogenannten Gläubigerpapieren wie Anleihen oder aber durch kurz- oder langfristige Kredite aufgenommen. Dadurch entstehen Gläubigerrechte, welche sich durch einen Rechtsanspruch auf Rückzahlung des Kredites äußern, wobei ein bestimmter Zinssatz und eine Frist zur Rückzahlung im Vorfeld festgelegt werden. Als kurzfristig bezeichnet man Kredite mit einer Laufzeit von weniger als 90 Tagen, wohingegen Kredite mit einer Laufzeit von über 90 Tagen bis unter fünf Jahre als mittelfristig klassifiziert sind und langfristige Kredite über fünf Jahre Laufzeit besitzen.[11] Im Gegensatz zur Eigenkapitalzuführung spiegelt Fremdkapitalzuführung kein Eigentum am Unternehmen wider. Infolgedessen besitzt der Fremdkapitalgeber auch kein Recht in jeglicher Weise am Unternehmensführungsprozess teilzunehmen und auch der Erwerb von Stimmrechten bleibt ihm verwehrt. Des Weiteren hat der Fremdkapitalgeber keine Möglichkeit am Unternehmensgewinnen teilzuhaben.[12] Zusätzlich zu den Eigentümern des Unternehmens treten weitere Akteure wie Geschäftsbanken, Lieferanten, Versicherungsunternehmen, Arbeitnehmer und Kapitalbeteiligungsgesellschaften als Kapitalgeber auf. Um eine erfolgreiche Transaktion des externen Kapitals zu gewährleisten, wird ein Finanzierungsvertrag benötigt, welcher die beiderseitigen Rechte und Pflichten beinhaltet.[13]

An dieser Stelle soll keine weitere Vertiefung in die herkömmlichen Formen der Finanzierung von Hotels, sondern eine Fokussierung auf Finanzierungsalternativen stattfinden.[14]

5 FINANZIERUNGSALTERNATIVEN

Die richtige Finanzierung von Betriebsgründungen, Hotelkäufen oder notwendigen Investitionen stellt sowohl kleinere Privathoteliers als auch die großen Hotelgesellschaften vor eine Herausforderung. Dabei bieten sich immer mehr alternative Finanzierungsinstrumente an, welche die herkömmlichen Möglichkeiten der Innen- und Außenfinanzierung ergänzen oder teilweise sogar ersetzen

5.1 Leasing

Das Leasing kann nicht zu den herkömmlichen Finanzierungsformen gezählt werden, da Investitionen ohne Eigenmittel ermöglicht werden. Dementsprechend wird es als alternative Finanzierungsmöglichkeit gewertet

Leasing bezeichnet die Nutzungsüberlassung eines Wirtschaftsgutes für einen festgelegten Zeitraum auf Basis eines Leasingvertrages mit einer vorgeschriebenen, in bestimmten Abständen zu zahlenden Leasingrate zwischen Leasinggeber (Leasinggesellschaft) und Leasingnehmer (Hotelier).[15] Die Bezahlung läuft i.d.R. in monatlichen Raten ab. Somit gelten Leasingverträge als Zwischenform eines reinen Mietvertrages und einer Finanzierung mit Krediten.[16] Die Fungibilität des Leasingobjektes, also die Weiterverwertung des Gutes nach Ablauf der Nutzungsdauer durch weitere Wirtschaftssubjekte, gilt als Voraussetzung für das Zustandekommen von Leasing. Festzuhalten ist, dass der Leasinggeber während der gesamten Nutzungsdauer rechtlicher Eigentümer des Objektes bleibt.[17]

Betrachtet man die Hotelbranche, so eignen sich der Einsatz von Leasing für viele Wirtschaftsgüter wie z.B. EDV- und Telefonanlagen, Fernseher, Berufsbekleidung, Küchengeräte und –maschinen, Fuhrpark etc

Aufgrund der Art und Beschaffenheit der Leasingobjekte lassen sich verschiedenartige Leasingverträge ableiten, bei denen Abweichungen vom Regelfall durchaus möglich sind.[18]

5.3.1 Operating-Leasing

Das Operating-Leasing beschreibt eine kurzfristige Form des Leasings (bis zu einem Jahr), bei der dem Leasingnehmer das Recht auf jederzeitige Kündigung gewährt wird. Der Leasinggeber muss das Leasingobjekt mehrfach verleasen, denn eine einzige Leasingperiode, z.B. für eine Saison, genügt nicht, um Kosten für Anschaffung, Finanzierung und Verwaltung zu decken.[19]

Laut HGB werden Leasinggegenstände, die einem Operating-Leasing-Vertrag zuzuordnen sind, prinzipiell von Seiten des Leasinggebers bilanziert, denn er trägt das volle Risiko. Es existieren keinerlei Vertragsverlängerungs- oder Kaufoptionen. Daraus resultiert, dass der Leasingnehmer die gezahlten Raten als steuerlichen Aufwand behandeln muss.[20]

[...]


[1] Vgl. Henschel, 2005, S.

[2] Vgl. Henschel, 2005, S.

[3] Vgl. Henschel, 2005, S.

[4] Übelhör/Warns, 2002, S.

[5] Vgl. Übelhör/Warns, 2002, S.

[6] Vgl. Petersen, Finanzierungsskript, WS 08/

[7] Siehe Abbildung

[8] Vgl. Henschel, 2005, S.

[9] Vgl. Perridon/Steiner, 2002, S.

[10] Vgl. Übelhör/Warns, 2002, S.

[11] Vgl. Petersen, Finanzierungsskript, WS 08/

[12] Vgl. Übelhör/Warns, 2002, S.

[13] Vgl. Wirtschaftslexikon24,

[14] Siehe Abbildung

[15] Siehe Abbildung

[16] Vgl. Müller et al., 2006, S.

[17] Vgl. Übelhör/Warns, 2002, S.

[18] Vgl. Henschel, 2005, S.

[19] Vgl. Übelhör/Warns, 2002, S.

[20] Vgl. Industrie- und Handelskammer Reutlingen

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Finanzierungsalternativen in der Hotellerie
Hochschule
Fachhochschule Worms
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
31
Katalognummer
V160126
ISBN (eBook)
9783640731732
ISBN (Buch)
9783640732203
Dateigröße
2560 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzierung, Alternative Finanzierungen, Hotellerie, Innenfinanzierung, Außenfinanzierung, Factoring, Mezzanine-Kapital, Sale-and-lease-back
Arbeit zitieren
Vanessa Liebig (Autor), 2010, Finanzierungsalternativen in der Hotellerie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160126

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