Der Bereich Rügen und Stralsund wurde im zweiten Weltkrieg als militärisch unbedeutend angesehen. Die in geringer Zahl vorliegenden Arbeiten zu diesem Thema spiegeln dieses wieder. Die vorliegende Dokumentation des Zeitraums 1935 bis 1945 ist unter dem Anspruch der größtmöglichen historischen Genauigkeit gefertigt worden. Erstmals werden die Namen und teilweise auch Fotos einer Vielzahl der damals agierenden Personen genannt und dargestellt.
Diese Dokumentation gliedert sich in die Bereiche Rügen und Sassnitz, Stralsund und Parow, sowie die wichtigste und älteste Rekrutenausbildungsstätte der Marine, den Dänholm.
Parow und der Bug auf Rügen waren damals die Ausbildungsstätten für See- und Küstenflieger. Erstmals werden die während der Ausbildung zu beklagenden Flugzeugverluste inklusive der damit einhergehenden Personalverluste dargestellt.
Der Luftangriff am 6.3.1945 auf den als Ausweichhafen für den völlig überlasteten Hafen Swinemünde genutzten Hafen Sassnitz, wird in einem eigenen Kapitel behandelt.
Die Ereignisse des Jahres 1945 werden jeweils für Stralsund und Rügen getrennt dargestellt.
Die Arbeit „Rügen und Stralsund 1935 – 1945“ schließt eine bestehende Lücke in der militärhistorischen Dokumentation dieser Region.
Inhaltsverzeichnis
Rügen
Inselkommandant Rügen/Hiddensee
Kriegsmarine-Standort Sassnitz
Schiffsartillerieschulen
Reserve-Lazarett Sassnitz
Reserve-Lazarett Wiek
Bombenangriff auf Sassnitz
Flugplatz Libnitz
Funkmessanlagen auf Rügen
Seefahrtschule Lobbe
Schnellboote in Sassnitz
Land- und Seefliegerhorst Bug a.R.
Abstürze und Unfälle SFlH Bug
Marine-Sperrzeugamt Tilzow
Rügen 1945
Stralsund
Einheiten des Heeres in Stralsund
Einheiten der Flak in Stralsund
Einheiten der Waffen-SS in Stralsund
Die Hitlerjugend in Stralsund 1945
Marine-Lazarett Stralsund
Bombenangriffe auf Stralsund
Land- und Seefliegerhorst Parow
Abstürze und Unfälle SFlH Parow
Seefliegerhorst Stralsund
Marineoffiziere werden Seeflieger
Stralsund 1945
Schiffstammdivision der Ostsee
Schiffsstammabteilungen Übersicht
Der Dänholm
Schiffstammdivision/Schiffsstammabteilungen
Zielsetzung & Themen
Diese Dokumentation hat zum Ziel, die militärische Geschichte und die Ereignisse im Bereich Rügen und Stralsund zwischen 1935 und 1945 mit größtmöglicher historischer Genauigkeit aufzuarbeiten. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der detaillierten Erfassung militärischer Dienststellen, Ausbildungsstätten sowie der verheerenden Luftangriffe und deren Auswirkungen auf Personal und Logistik in dieser strategisch relevanten Region.
- Struktur und Führung der Kriegsmarine-Standorte auf Rügen und in Stralsund.
- Die Rolle der Ausbildungsstätten für See- und Küstenflieger sowie für Marine-Rekruten.
- Aufarbeitung der Luftangriffe und deren Auswirkungen auf militärische Einheiten und Zivilbevölkerung.
- Detaillierte Analyse der Kommandostrukturen und des Verlaufs der Ereignisse zum Kriegsende 1945.
- Darstellung der Marinestammabteilungen und deren personelle Zusammensetzung.
Auszug aus dem Buch
Der Dänholm, der „Schleifstein der Kriegsmarine“
Die Ausbildung der Rekruten wurde von Unteroffiziere/Maaten durchgeführt, die meistens nicht zu den Geistesgrößen des Deutschen Reiches gehörten. Die kleinste Einheit war die Gruppe (10 Mann) die für die Zeit der Ausbildung diesem Unteroffizier auf Gedeih und Verderb ausgeliefert waren. Es galt einiges zu lernen. Zunächst die Kommandosprache mit Ankündigungs- und Ausführungskommando. Z.B.: „Augen – rechts, die Augen-links. Links/rechts Schwenk-Marsch. Sprung auf-Marsch Marsch. Antreten der Gruppe erfolgte in Reihe (nebeneinander), ab 3 Gruppen in Linie (drei Reihen hintereinander (viele nebeneinander), Vor Beginn der Ausbildung wurde die Vollständigkeit und Korrektheit der befohlenen Uniform überprüftt, ebenso die persönliche Sauberkeit (Rasur) und Schuhputz.
Der Formaldienst der Gruppe (Bewegung der Einheit auf dem Exercierplatz, geführt von dem Unteroffizier) wurde dann nach Belieben des Ausbilders u.a. durch das Kommando „Volle Deckung“ unterbrochen, gefolgt vom Robben „auf Augenbrauen und Brustwarzen“. Gerne wurde hierzu eine schlammige Pfütze gewählt. Ungenügende Leistungen Einzelner zogen sofort die verschärfte Behandlung der ganzen Gruppe nach sich. Hier kamen unter anderem Fortbewegungen im „Entengang“ oder „Häschen Hüpf“ zur Anwendung. Auch Liegestütze in beliebiger Zahl, bis zum black out wurden befohlen. Gefürchtet waren Kniebeugen mit dem Karabiner in der Vorhalte. Eine Steigerung erfolgte im Gelände mit Sandhügeln, die zig fach, natürlich unter Gasmaskenschutz, erklommen werden mußten.
Zusammenfassung der Kapitel
Rügen: Dieses Kapitel detailliert die militärischen Strukturen auf Rügen, einschließlich der Inselkommandantur, der verschiedenen Lazarette, Funkmessanlagen und Ausbildungsstätten wie dem Bug und Libnitz.
Stralsund: Hier werden die militärischen Einheiten des Heeres, der Waffen-SS, der Flak sowie die Ausbildungseinrichtungen der Luftwaffe und Marine in der Stadt Stralsund umfassend dargestellt.
Der Dänholm: Dieses Kapitel widmet sich der Geschichte des Dänholms als zentralem Ausbildungsort, beleuchtet die Härte der Rekruten-Ausbildung und die Gliederung der dort stationierten Schiffstammabteilungen.
Schlüsselwörter
Kriegsmarine, Luftwaffe, Rügen, Stralsund, Dänholm, Fliegerhorst, Schiffsartillerieschule, Marine-Lazarett, Seenotgruppe, Luftangriffe, 1945, Militärgeschichte, Rekrutenausbildung, Wehrmacht, Munitionslager.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Dokumentation grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die militärische Präsenz und die Ereignisse in der Region Rügen und Stralsund während des Zweiten Weltkriegs, insbesondere im Zeitraum von 1935 bis 1945.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der militärischen Infrastruktur (Standorte, Schulen), den operativen Einheiten, den Lazaretten sowie der Aufarbeitung der Kriegsereignisse, insbesondere des Jahres 1945.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, eine Lücke in der militärhistorischen Dokumentation dieser spezifischen Region durch eine möglichst genaue Erfassung historischer Fakten, Namen und Abläufe zu schließen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine akribische Auswertung zeitgenössischer Dokumente, Fachliteratur, autobiografische Darstellungen und militärische Strukturen, um eine historisch fundierte Übersicht zu erstellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich geografisch und thematisch in Rügen und Stralsund, wobei jeweils die Kasernen, Schulen, Fliegerhorste und die spezifischen militärischen Verbände detailliert aufgelistet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kriegsmarine, Luftwaffe, Rügen, Stralsund, Fliegerhorst und 1945 geprägt, die den militärischen Charakter der Dokumentation unterstreichen.
Was war die Bedeutung des Dänholms für die Marine?
Der Dänholm diente als eine der ältesten und wichtigsten Rekrutenausbildungsstätten der Marine, in der junge Männer in einer oft als quälerisch beschriebenen Umgebung auf den Dienst vorbereitet wurden.
Wie verlief die Kapitulation in Stralsund und auf Rügen?
Die Kapitulation verlief chaotisch, geprägt von konkurrierenden Befehlsstrukturen und dem verzweifelten Versuch, Soldaten und Zivilisten über See zu evakuieren, während russische Truppen bereits vorrückten.
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- Martin Husen (Author), 2025, Rügen und Stralsund 1935-1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1601559