Kommentar und Zusammenfassung zu "Go West" von Gert Raeithel


Hausarbeit, 2005

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Auswanderer

2. Objektbeziehungen

3. Typisch USA

4. On the Road again

5. Soziale Bindung

6. Veränderung, Invention und Fortschritt

Zusammenfassung

Quellennachweis

Einleitung

Weltweit bewerben sich jährlich 13 Millionen auswanderungswillige Menschen für eine Green Card, um so in die Vereinigten Staaten von Amerika einzuwandern. In Deutschland versuchen jedes Jahr ca. 100.000 Menschen mit einer Auswanderung ein neues Leben zu beginnen und so ihr Glück zu finden.[1] Neben den europäischen Nachbarstaaten und Kanada verkörpert die USA für viele deutsche Auswanderer den eindeutigen Favoriten unter den Zielländern. Dass heute fast ein Viertel der 279 Millionen US-Einwohner auf deutsche Vorfahren zurückblicken kann, hängt nicht zuletzt mit der großen Auswanderungswelle von Mitte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zusammen, in der deutschsprachige und englischsprachige Menschen die größte Gruppe unter den Immigranten ausmachten.[2]
Was damals die Menschen bewegte, ihr Heimatland zu verlassen, gen Westen auszuwandern, sich dort niederzulassen, um sich eine neue Existenz aufzubauen, versucht Gert Raeithel in seinem Buch „Go West – Ein psychohistorischer Versuch über die Amerikaner“ herauszuarbeiten. Insbesondere widmet er sich persönlichen Motiven und Lebenswegen der Menschen, die mit dem Auswandern Chancen nutzen, aber auch unkalkulierbare Risiken eingehen. Der typische Auswanderer suchte bzw. sucht nicht etwa aus einer Not heraus das Weite, vielmehr veranlasst ihn die wage Vorstellung, dass es woanders besser für ihn sein könnte, sicheres Terrain zu verlassen. Woher kommt diese Vorstellung? Welche Eigenschaften besitzen Menschen, die sich freiwillig ins Ungewisse stürzen? Welcher Typus Mensch ist es, der den Traum von Amerika und vom Weiten Westen nicht nur träumt, sondern auch in die Tat umsetzt? Neben diesen Fragen gibt Gert Raeithel auch Antwort darauf, ob und wie die Mentalität der Einwanderer die US-amerikanische Gesellschaft geprägt hat und sie sich in sämtlichen Bereichen wie Religion, Politik oder Kultur bis in die heutige Zeit verdeutlicht.

1. Der Auswanderer

Zunächst untersucht Raeithel typische Charakteristika bayrischer, schwedischer, polnischer und britischer Auswanderer. Dabei zeichnen sich, abgesehen von einigen Ausnahmen, die auf die jeweiligen regionalen Besonderheiten zurückzuführen sind, Gemeinsamkeiten bei den Motiven für den Vollzug einer Auswanderung ab. Ob es bei den Bayern der Traum von einem besseren Leben, bei den Schweden der Wunsch etwas anderes zu sehen, bei den Briten die Verbesserung der eigenen Lebenslage oder bei den Polen das Verlangen nach mehr Individualismus ist, es handelt sich immer um ähnliche Formulierungen, die sich um die Vorstellung drehen, dass es ihnen woanders (im Westen) besser gehen würde. Besonders auffällig ist Raeithels Untersuchung zufolge, dass der Wunsch nach Verbesserung nur selten auf eine wirkliche Notlage zurückzuführen ist. In den wenigsten Fällen zählen Missstände wie Hungersnot, politische Verfolgung oder Arbeitslosigkeit zu den Beweggründen, das Heimatland zu verlassen. Beim Vollzug einer Auswanderung handelt es sich mehr um eine Art Selbstverwirklichung, die man in heimatlichen Gebieten nicht zu verwirklichen glaubt als um eine lebenserhaltende Maßnahme, wie vielleicht anzunehmen wäre. Ein für Auswanderer typisches Charakteristikum ist, sich von vertrauten Personen und Dingen relativ leicht trennen zu können, wobei diese Trennung mitunter sogar als Erleichterung empfunden wird. Diese Einstellung ist auf eine gewisse Bindungslosigkeit zurückzuführen, die nicht selten mit dem Verhalten, Dinge zu beginnen und nicht zum Ende zuführen, einhergeht. Häufig legt der Auswanderer eine Rast- und Ruhelosigkeit in besonderem Maße an den Tag, die sich beispielsweise in einem überdurchschnittlichen Wechsel des Wohnorts oder der Arbeitsstelle, in manchen Fälle sogar der Berufsrichtung ausdrückt.

2. Objektbeziehungen

Die oben genannten Eigenschaften sind auf eine schwache Bindung der Personen an die in ihrer Lebenswelt befindlichen Objekte[3] zurückzuführen. Solche Personen bezeichnet Raeithel als objektschwachen Typus, welchem er vier markante Eigenschaften zuschreibt. Der objektschwache Typus „liebt Entfernung und Perspektive (distance and sight), er empfindet Angstlust, er hegt grenzüberschreitende Phantasien und er ist bereit zum Objektverzicht.“[4] Bei den meisten Auswanderern lassen sich diese Merkmale nachzeichnen, so Raeithel. Der Gegenpart zum objektschwachen Typus ist der objektstarke Typus, der im Gegenteil zum objektschwachen eine starke Beziehung zu Objekten aufbaut und dementsprechend den Erhalt dieser Beziehungen seiner persönlichen Freiheit voranstellt. Er ist bodenständig, weniger wechselhaft, er braucht Rückhalt und Sicherheit und kann nur schwer mit Trennungen und Veränderungen jedweder Art umgehen. Er pflegt Traditionen und bevorzugt einen Lebenswandel, der sich durch immer wiederkehrende Rituale und Beständigkeit auszeichnet. Eine Person des objektstarken Typus ist eher sesshaft und heimatverbunden und würde für die Chance auf eine besseres Leben nie eine Auswanderung in Erwägung ziehen, da sie dafür nicht risikobereit und flexibel genug ist.

[...]


[1] http://www.auswandern-heute.de/auswandern_berichte/usa.html

[2] vgl. http://www.ahk.de/bueros/u/usa/newyork/landundleute.html

[3] Als Objekte gelten in diesem Zusammenhang nicht nur Gegenstände, sondern auch Menschen und Tiere.

[4] Raeithel 1993, S. 27

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Kommentar und Zusammenfassung zu "Go West" von Gert Raeithel
Hochschule
Folkwang Universität der Künste
Veranstaltung
Fortschritt - Begriff und Problematik
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
12
Katalognummer
V160212
ISBN (eBook)
9783640733101
ISBN (Buch)
9783640733194
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auswanderer, Objektbeziehungen, Typisch USA, soziale Bindung, Veränderung, Fortschritt, Invention, persönliche Motive von Auswanderern, Auswandern in die USA, Amerikanische Mentalität, Zuwanderungsgeschichte der USA, Amerikanischer Charakter, Charaktere, Persönlichkeit, Generationen, Lebenswandel, on the Road
Arbeit zitieren
Joan-Ivonne Bake (Autor), 2005, Kommentar und Zusammenfassung zu "Go West" von Gert Raeithel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160212

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