Im 18. Jahrhundert galt das Reisen als gefährliches Unterfangen. Strecken wurden umständlich meist mit Pferd und Schiff zurückgelegt. Reisen war teuer und somit meist den oberen Gesellschaftsschichten und der Aristokratie vorbehalten.
Johann Wolfgang Goethe pflegte viele Jahre den Wunsch nach Italien zu reisen. Nach drei kläglich gescheiterten Versuchen diese Reise anzutreten, brach er im September 1786 ins „Land wo die Zitronen blühen“ auf.
Goethe litt unter den Zwängen der Weimarer Gesellschaft. Von der Reise erhoffte er sich insbesondere eine Übereinstimmung mit sich selbst zu finden. Er wollte Eindrücke und Erfahrungen sammeln, sich bilden. Betrachtet man seine Biografie, stellt die Italienreise ein einschneidendes Erlebnis dar. Goethe fertigte einen Reisebericht an (Italienische Reise), der hauptsächlich auf Tagebucheinträge basiert. In diesem Bericht beschrieb er fast chronologisch, seiner Reiseroute entsprechend, die vielen neuen Eindrücke und Erkenntnisse.
Unter den vielen Reisen die Johann Wolfgang Goethe unternahm, war die erste Italienreise eine der Wichtigsten, da sie den Künstler so sehr beeindruckte. Die Reise nahm großen Einfluss auf die Person Goethe.
Um eine Übersicht zu gewähren, stellt diese Arbeit zunächst den chronologischen Ablauf der Reise dar, beschreibt Kontakte zwischen Goethe und anderen Künstlern und beschreibt wie unterschiedlich seine Eindrücke in den verschiedenen Städten und Ortschaften waren.
Später wird das künstlerische Schaffen Goethes in Italien erläutert.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt jedoch darin zu klären, inwieweit sich diese Reise auf die Persönlichkeit Goethes ausgewirkt hat. Wie hat er die Eindrücke beschrieben, verarbeitet und bewertet? Hat er die Übereinstimmung mit sich selbst, die er zuvor gesucht hat auch gefunden?
Inhaltsverzeichnis
1. Johann Wolfgang Goethe - „der Wanderer“
2. Goethe auf der Reise nach Italien
3. Künstlerisches Schaffen auf der Italienreise
4. Der Einfluss der Italienreise auf Goethes Persönlichkeit
4.1. Gründe für die Reise
4.2. Goethes persönliche Sicht auf die Italiener
4.3. Goethes Begegnung mit dem Katholizismus
4.4. Die Reise im Nachhinein und was sie bewirkt hat
5. Conclusione
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Italienreise von Johann Wolfgang Goethe und analysiert insbesondere, wie dieses prägende Erlebnis seine Persönlichkeit, sein künstlerisches Schaffen sowie seine Selbstwahrnehmung beeinflusst und verändert hat.
- Die chronologische Nachzeichnung der Reiseroute und wichtiger Stationen.
- Die Analyse von Goethes künstlerischem Schaffen und dessen Entwicklung während der Reise.
- Die Untersuchung der Beweggründe für die Flucht aus den Weimarer Lebensumständen.
- Die Reflexion über Goethes Sicht auf die italienische Kultur, Bevölkerung und Religion.
- Die Bewertung der Italienreise als zentraler Wendepunkt in Goethes Biographie.
Auszug aus dem Buch
4.2. Goethes persönliche Sicht auf die Italiener
Neben den Baudenkmälern, Gemälden und Landschaften schenkte Goethe auch den Italienern besonderes Interesse.
Immer wieder beschrieb Goethe in Briefen und Tagebuch seine Eindrücke von der italienischen Bevölkerung. Konkrete Bekanntschaften hatte er während seiner Reise kaum. Er betrachtet die Menschen mit einer gewissen Distanz, nur zu wenigen Künstlern suchte er direkten Kontakt. Goethe wollte ungestört seine Erfahrungen sammeln und allenfalls von seinen Bekanntschaften lernen (z.B. die Bekanntschaft mit Tischbein). Häufig beschrieb Goethe die Unterschiede zwischen der italienischen und der deutschen Mentalität.
Er kleidete sich wie die Italiener um nicht aufzufallen und weil er sich mit seiner heimischen Kleidung in Italien unwohl fühlte.
Im Vergleich zu den einengenden und bedrängenden Straßen Weimars (so wie Goethe diese beschrieb) nahm er die Straßen und Gassen Veronas als fröhlich und offen wahr. In seinem Tagebuch schreibt er am 16. September 1786: „Man sieht das Volck sich durch aus hier rühren und in einigen Straßen wo Kaufmannsläden und Handwercks Boutiquen an einander sind, sieht es recht lustig aus. (….) Abends wenn Lichter brennen siehts recht lebendig.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Johann Wolfgang Goethe - „der Wanderer“: Dieses Kapitel beleuchtet Goethes lebenslange Leidenschaft für das Reisen als Mittel zur Bildung und persönlichen Reife.
2. Goethe auf der Reise nach Italien: Der Abschnitt beschreibt den chronologischen Ablauf der Reise, von der Abreise aus Karlsbad bis zur Ankunft und dem Aufenthalt in Rom sowie Neapel.
3. Künstlerisches Schaffen auf der Italienreise: Hier wird erläutert, wie Goethe sein zeichnerisches Talent und seine Kenntnisse in Architektur und Kunst während der Reise gezielt weiterentwickelte.
4. Der Einfluss der Italienreise auf Goethes Persönlichkeit: Dieses zentrale Kapitel analysiert die psychologischen Hintergründe der Reise, Goethes Wahrnehmung des italienischen Volkes und der Religion sowie die langfristige Wirkung auf seine Identität.
5. Conclusione: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reise eine existenzielle Wiedergeburt für Goethe darstellte und ihn nachhaltig von seiner unkreativen Blockade in Weimar befreite.
Schlüsselwörter
Johann Wolfgang Goethe, Italienreise, Persönlichkeitsentwicklung, Bildungsreise, Selbstfindung, Italienische Kunst, Reisetagebuch, Tischbein, Architekturstudien, Kulturvergleich, Weimarer Gesellschaft, Wiedergeburt, Künstlerisches Schaffen, Katholizismus, Reiseliteratur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der berühmten Italienreise von Johann Wolfgang Goethe (1786–1788) und untersucht deren Einfluss auf seine Persönlichkeit und sein künstlerisches Selbstverständnis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Kernbereichen gehören der Reiseverlauf, die künstlerische Auseinandersetzung mit Italien, Goethes psychologische Beweggründe und seine Wahrnehmung der italienischen Kultur und Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, inwieweit die Reise dazu beitrug, dass Goethe seine geistige Blockade überwand und eine „Übereinstimmung mit sich selbst“ fand.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse von Goethes Reiseberichten, Tagebucheinträgen und Briefen sowie auf biographische Sekundärquellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Darstellung der Reise, eine Erläuterung des künstlerischen Lernprozesses und eine Analyse der transformativen Wirkung der Reise auf Goethes Persönlichkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Schlüsselbegriffe sind Selbstfindung, Italienreise, Künstlerisches Schaffen, Bildungsreise und Goethes Persönlichkeitsentwicklung.
Wie bewertete Goethe seine Begegnungen mit dem italienischen Volk?
Goethe betrachtete die Italiener oft mit einer gewissen Distanz, bewunderte jedoch ihr Temperament, ihren Lokalpatriotismus und ihre Lebensweise, die er als befreit und kindlich-unbekümmert wahrnahm.
Welche Bedeutung hatte die Freundschaft zu Tischbein für Goethe?
Der Maler Tischbein war ein wichtiger Weggefährte in Rom, der Goethes künstlerisches Auge schulte und ihn in verschiedenen Situationen porträtierte, was Goethes eigene künstlerische Entwicklung förderte.
- Arbeit zitieren
- Katharina Sasse (Autor:in), 2009, Goethes Italienreise und der Einfluss auf seine Persönlichkeit , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160224