„Three strikes and you are out“
- Ein sinnvolles Modell (für Deutschland)?
In den USA wird gemäß dem Prinzip „Three strikes and you are out“ ein Straftäter mit der Begehung und Verurteilung für die dritte (und in einigen Bundesstaaten bereits für die zweite) Gesetzesübertretung1 zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt. Seit den 1980er Jahren setzt die Kriminalpolitik der USA vermehrt auf härtere Strafen zur Abschreckung, obwohl die tatsächliche Wirkung höchst umstritten ist [Schneider 2007: 999ff].
Ziel dieser Arbeit ist es zu überprüfen, ob sich auch bei unvollständiger Information der Akteure über die exakte Strafe Effekte der Abschreckung feststellen lassen. Wenn dies so sein sollte, wären Tsebelis spieltheoretische Annahmen über die (potentiellen) Straftäter vollständig widerlegt. Um dies zu überprüfen, ist die Arbeit wie folgt aufgebaut. Zunächst werden die gesetzlichen Grundlagen der Abschreckung von Strafen in Deutschland dargestellt. Dieser Punkt schließt mit einer kurzen Darstellung der deutschen Kriminalitätsraten und -verfolgung. Dem schließt sich die Erläuterung der beiden Theorien von Becker und Tsebelis sowie die von Rauhut darauf aufbauende Untersuchung an. Anschließend wird mit Hilfe von ALLBUS Daten zum Thema „Abweichendes Verhalten und Sanktionen“ eine empirische Überprüfung des Abschreckungseffekts von Strafe bei ungenauem Wissen über die tatsächliche Strafe durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Gesetzliche Grundlagen der Abschreckungsfunktion von Strafen
- Absolute Straftheorie
- Relative Straftheorien
- Spezialprävention
- Generalprävention
- Kriminalitätsverfolgung in der BRD
- Kriminalitätstheorien
- Theorie zur Kriminalität von Becker
- Theorie zur Kriminalität von Tsebelis
- Empirische Überprüfung – von Rauhut
- Kritische Einwände
- Zusammenfassung und Hypothesenformulierung
- Empirische Untersuchung
- Wahl des Datensatzes
- Operationalisierung
- Potentielle Straftäter
- Straftäter
- Zukünftige Straftatbegehung
- Strafe und Strafhöhe (bei nicht-vollständig informierten Akteuren)
- Entdeckungswahrscheinlichkeit
- Geschlecht
- Charakterisierung des Datensatzes
- Delikt: Diebstahl
- Delikt: Steuerbetrug
- Analyse
- Methode
- Auswertung
- Delikt: Diebstahl
- Generalprävention (alle Befragten)
- Generalprävention (potentielle Straftäter)
- Spezialprävention
- Delikt: Steuerbetrug
- Generalprävention (alle Befragten)
- Generalprävention (potentielle Straftäter)
- Spezialprävention
- Zusammenfassung
- Die Rolle der Strafe in der Kriminalitätsbekämpfung
- Theoretische Modelle zur Erklärung der Abschreckungswirkung
- Empirische Untersuchungen zur Effektivität von Strafen
- Die Bedeutung von Informationsasymmetrie für die Abschreckungswirkung
- Die Anwendung der Abschreckungstheorie auf verschiedene Delikte
- Einleitung: Die Arbeit stellt das Thema der Abschreckungswirkung von Strafen vor und erläutert die Relevanz der Thematik in der Kriminalpolitik. Es wird ein Überblick über die unterschiedlichen theoretischen Ansätze zur Erklärung der Abschreckungswirkung gegeben, insbesondere die Modelle von Becker und Tsebelis.
- Gesetzliche Grundlagen der Abschreckungsfunktion von Strafen: Dieses Kapitel beleuchtet die rechtlichen Grundlagen der Abschreckungswirkung von Strafen. Es werden die verschiedenen Straftheorien, wie die absolute und die relative Straftheorie, vorgestellt und die Rolle der Spezial- und Generalprävention im Strafrechtssystem diskutiert.
- Kriminalitätstheorien: Dieses Kapitel befasst sich mit den wichtigsten Kriminalitätstheorien, die die Entstehung und Bekämpfung von Kriminalität erklären sollen. Es werden die Theorien von Becker und Tsebelis im Detail analysiert und ihre Annahmen zur Abschreckungswirkung von Strafen dargestellt.
- Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt die empirische Untersuchung, die durchgeführt wurde, um die Abschreckungswirkung von Strafen zu überprüfen. Es wird die Methodik der Untersuchung erläutert, die verwendeten Daten vorgestellt und die Ergebnisse der Analysen präsentiert.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Abschreckungswirkung von Strafen unter der Prämisse der unvollständigen Information über die exakte Strafe. Im Fokus steht die Frage, ob und inwieweit Strafen das Verhalten potenzieller und tatsächlicher Straftäter beeinflussen.
Zusammenfassung der Kapitel
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Abschreckungswirkung, Strafe, Kriminalitätstheorie, Becker, Tsebelis, Generalprävention, Spezialprävention, Empirische Untersuchung, Mikrodaten, Diebstahl, Steuerbetrug, Informationsasymmetrie.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet das Prinzip „Three strikes and you are out“?
Es ist ein US-amerikanisches Strafmodell, bei dem Straftäter nach der dritten (teils zweiten) Verurteilung zwingend eine lebenslange Freiheitsstrafe erhalten.
Haben Strafen eine Abschreckungswirkung bei unvollständiger Information?
Die Arbeit untersucht empirisch, ob Täter auch dann abgeschreckt werden, wenn sie die genaue Höhe der Strafe nicht kennen, was spieltheoretische Annahmen wie die von Tsebelis hinterfragt.
Was ist der Unterschied zwischen Generalprävention und Spezialprävention?
Generalprävention zielt auf die Abschreckung der Allgemeinheit ab, während Spezialprävention den einzelnen Täter von weiteren Straftaten abhalten soll.
Welche Delikte werden in der empirischen Untersuchung analysiert?
Die Studie nutzt ALLBUS-Daten, um die Abschreckungswirkung bei den Delikten Diebstahl und Steuerbetrug zu überprüfen.
Wie wichtig ist die Entdeckungswahrscheinlichkeit für die Abschreckung?
Neben der Strafhöhe ist die subjektiv wahrgenommene Entdeckungswahrscheinlichkeit ein zentraler Faktor in den Kriminalitätstheorien von Becker und Tsebelis.
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- Bachelor of Arts Nina Eger (Author), 2010, Die Abschreckungswirkung von Strafen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160268