SAP – Strategien und Lösungen für Klein- und Mittelständische Unternehmen im Vergleich mit Open-Source ERP-Systemen


Seminararbeit, 2009

26 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anforderungen an ERP-Systeme aus KMU-Sicht

3. SAP für
3.1. Business One
3.2. Business By Design
3.3. Business All-In-One
3.4. Business 4 ME? – ein Zwischenfazit zu SAP

4. OSS ERP-Systeme

5. Vergleich

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Systemeinführung - Herausforderungen an Unternehmen

Abbildung 2: SAP-Systeme im Vergleich

1. Einleitung

ERP-Systeme haben sich in der heutigen Wirtschaftswelt etabliert. Inzwischen wird nicht nur das „klassische Produktionsunternehmen“ in jenen ERP-Systemen abgebildet, das ursprünglich aus MRP[1] (material requirements planning bzw. später manufacturing resource planning) und CIM (computer integrated manufacturing) hervorging. Alle Branchen können mit heutigen ERP-Systemen arbeiten, da eine Vielzahl operativer und dispositiver Geschäftsprozesse abgedeckt wird. Dabei werden vor allem die Bereiche Finanz- und Rechnungswesen, Logistik, Vertrieb, Service Management, Produktion, Instandhaltung, Qualitätsmanagement und Human Resources bedient.[2] Diese Bereiche werden in der ERP-typischen Modularisierung, mit der Hersteller von ERP-Systemen angepasste Branchenlösungen anbieten, abgebildet.

Vor Unternehmen, die die Einführung eines ERP-Systems beabsichtigen, stehen vielfältige Herausforderungen. Beginnend mit der Planung sind z.T. unklare Anforderungen und/oder Erwartungen an den Implementierungspartner und auch an das System selbst geknüpft. In der Einführungsphase mangelt es häufig an Mitarbeiterbeteiligung. Gründe dafür liegen in „Ängsten etwas falsch zu machen“ oder schlicht Zeitmangel.

Zusammenfassend sei für die sich stellenden Herausforderungen auf folgende Abbildung 1 verwiesen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Systemeinführung - Herausforderungen an Unternehmen[3]

Vor allem klein- und mittelständische Unternehmen (KMU), die sich mit solchen Herausforderungen konfrontiert sehen, sind unsicher, ob und wem sie ihr Vertrauen bzgl. einer ERP-Systemeinführung schenken sollen.

Zum einen steht der Branchenprimus SAP mit großem know-how und etabliertem System bereit und bietet seit nicht allzu langer Zeit auch speziell für KMU vorgefertigte Branchenlösungen.

Zum anderen lockt Open-Source Software (OSS) mit geringeren Kosten bei der Einführung, die Lizenz ist dank bspw. GPL gänzlich kostenlos und auch die Weiterentwicklung ist durch Communities gesichert.

Eine dritte Möglichkeit sind proprietäre Systeme kleiner (lokaler) Hersteller und Softwarehäuser, diese werden aber aufgrund ihrer Spezifität im Rahmen dieser Arbeit nicht behandelt.

In der Arbeit soll anhand von Vergleichskriterien ein Schritt in der Entscheidungsfindung SAP vs. OSS für KMU gegangen werden. SAP bietet mit Business One, Business By Design und Business All In One drei Vertreter für KMU. Aufgrund der Verschiedenheit der Systeme und der unterschiedlichen Zielgruppen innerhalb der KMU sei nach der jeweiligen kurzen Vorstellung aller Systeme der Fokus auf nur eins gelegt, um die Vergleichbarkeit mit dem OSS-ERP-System zu gewährleisten. Als Vertreter für OSS geht Compiere in den Vergleich.

2. Anforderungen an ERP-Systeme aus KMU-Sicht

Ray Boggs, Vice President of Small and Medium Business Research bei IDC: "Kunden suchen nach etwas auf den ersten Blick Unvereinbarem: Nach Lösungen, die ihre individuellen Anforderungen erfüllen, dabei aber trotzdem weitgehend vorkonfiguriert sind, um einen schnellen und kostengünstigen Einsatz zu gewährleisten. […] Der Schlüssel zum Erfolg sind branchenspezifische Funktionen, die schnell und kostengünstig zu implementieren sind. Darüber hinaus werden einfach zugängliche Angebote erfolgreich sein, deren Soft- und Hardware bereits aufeinander abgestimmt sind."[4]

Angelehnt an Roy Boggs sind für KMU bei einer anstehenden Systemeinführung individuelle Anforderungen an das System und deren Erfüllung relevant. Die Frage, passen das System bzw. die integrierten Prozesse zum Unternehmen und wie kann man sie im Zweifel doch an die eigenen Prozesse anpassen, sind essentiell. Hochgradige Individualisierbarkeit mit möglichst schon vorhandener Vorkonfiguration, ein Tradeoff, dem heutzutage üblicherweise mit branchenspezifischen Funktionalitäten entgegengetreten wird. Der Begriff „Best Practice“ steht hierbei für ein solches Konzept, bei dem „Lösungen oder Verfahrensweisen, die zu Spitzenleistungen führen und als Modell für eine Übernahme in Betracht kommen“[5].

Mittels „Best Practice“ und angemessener Vorkonfiguration wird schließlich auch eine annehmbare Einführungszeit erreicht, die im Sinne des Unternehmens ist. Letztlich soll das neue System schnellstmöglich in vollem Umfang in Betrieb genommen werden, um die Funktionalitäten effektiv nutzen zu können. Kann dabei die Einführung selbst vorgenommen werden oder braucht man dazu Fachwissen externer Dienstleister – Fragen die unbedingter Klärung bedürfen.

Ein weiterer kritischer Punkt bei einem ERP-System ist zweifelsohne die Schnittstellenverfügbarkeit zu anderen Systemen. Besonders in Zeiten des Supply Chain Management ein unverzichtbares Feature für reibungslose Kommunikation zwischen Lieferanten und Abnehmern innerhalb der Supply Chain, aber auch direkt zum Kunden.

Von womöglich größter Bedeutung für ein vor der Einführung stehendes Unternehmen sind die Kosten und der Rückfluss nach der Systemeinführung. Dabei gilt es über die reinen Einführungskosten (System, neue, dedizierte Hardware usw.) hinaus noch Betriebskosten, Wartungskosten oder Lizenzgebühren zu beachten, die anfallen, solange das System genutzt wird. Besonders KMU scheuen zunächst eine hohe lump sum mit geringeren Folgekosten, übersehen aber die mitunter immensen laufenden Kosten bei einer Finanzierungsmöglichkeit mit niedriger lump sum. Weiterhin erfordert die Einführung eines ERP-Systems Mitarbeiterschulungen. Meist muss dies explizit geschehen. Lernen Online oder direkt am System wären dabei willkommene Alternativen zu häufig kostenbehafteten Schulungen durch Consultants.

In letzter Zeit kamen zunehmend auch Bestrebungen seitens Anbietern von ERP-Software auf, ihre Systeme als „Software as a Service“ (SaaS) anzubieten.[6] Neben abgestimmter Hardware und schnellerer Einführung kann man sich darauf verlassen, zumindest im Idealfall, dass Updates, Wartungen, Problemlösungen etc. für einen erledigt werden und man sich vollends auf das Kerngeschäft konzentrieren kann.[7] Jedoch ist bei schon vorhandener Hardware und Expertise, aber vor allem der Notwendigkeit das ERP-System direkt an den Kern des Geschäftes zu binden, SaaS eine ungünstige Wahl.7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. SAP für KMU

3.1. Business One

SAP hat mit Business One eine ERP-Software speziell für kleine Unternehmen im Portfolio. Sie ist für 10-100 Mitarbeiter und bis zu 50 Benutzer der Branchen Dienstleistungen, Groß- und Einzelhandel sowie Fertigung geeignet. Die Einführung kann je nach Komplexitätsgrad bis zu 3 Monate dauern und €80.000 kosten und wird von einem SAP-Software-Partner vor Ort übernommen. Jener leistet in der Folge auch vorrangig den Support.

SAP verspricht dabei eine durchaus zügige Integration aller Funktionsbereiche (siehe Tabelle 1 Anhang), klare Sicht auf wichtige Kennzahlen, Web- und Kundenorientierung, höhere Produktivität und eine flexible Anpassungsfähigkeit.[8] Schulungen sind während der Einführung vor Ort und später Online möglich.[9]

In Zusammenarbeit mit Siemens Financial Services kann der Kunde sein künftiges SAP-System auch bequem finanzieren. Dies kann SAP-Software, zum Betrieb benötigte Hardware sowie Zusatzsoftware von Drittanbietern beinhalten und hat die Vorteile von günstigen Finanzierungsraten (auf maximal 7 Jahre festschreibbar), steuerlich absetzbare Tilgungsraten, die keinen Zinsschwankungen unterliegen, und der Möglichkeit, mit der ersten Rate zu warten, bis das System auch wirklich produktiv arbeitet.[10]

3.2. Business By Design

Das zweite für KMU denkbare System aus dem Hause SAP ist Business by Design. Diese Lösung ist noch recht neu und wurde bis November 2008 in lediglich 5 Pilotländern (USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und China) mit 150 Pilotkunden eingeführt. Es kann für KMU bis 500 Mitarbeiter eingesetzt werden und hat als Markenzeichen eine On-Demand-Funktion. Business by Design wird komplett von SAP gehostet. Dabei sind Hard- und Software aufeinander abgestimmt, Ausfallsicherheit hoch und Datensicherung selbstverständlich. Das Unternehmen kann sich vollends auf sein Kerngeschäft konzentrieren bei recht moderaten aber dauerhaften Kosten (siehe Tabelle 1 Anhang) der Nutzung. Momentan scheinen aber die Strategen bei SAP das Produkt noch nicht „ausrollen“ zu wollen, zu intensiv seien die Marketingkosten.[11] Bei diesem und größeren SAP-Systemen wird oft SOA – Serviceorientierte Architektur – betont, was eine flexible Anpassung von Geschäftsprozessen an sich wandelnde Umweltbedingungen ermöglicht. Grundprinzip dabei ist die flexible Zusammenstellbarkeit eben jener Services.[12]

Das Aufsetzen des Systems kann zum Teil selbst übernommen werden und spart somit auch wieder Kosten. Die gesamte Arbeit im und am System erfolgt webbasiert in enger Zusammenarbeit mit SAP-Partnern und soll einen geringen time to value zur Folge haben. 4-12 Wochen sollen zur Einführung ausreichen.

SAP betont letztlich auch die Punkte Serviceinnovationen (integriertes Lernen, integrierter Support, Communityservices u.a.)[13] und Expertenservices (Datenmigration, Analyse- und Berichtsfunktion u.a.)[14], die klare Vorteile für den Kunden bringen sollen.

[...]


[1] Vgl. Anderegg, T., Internet,http://www.wlug.org.nz/EnterpriseSpeak (Absatz 2), Stand:01.10.2007, Abfrage: 05.11.2008

[2] Vgl. Jacob, O (2008): ERP Value, S. 1.

[3] Jacob, O (2008): ERP Value, S. 7.

[4] Boggs, R auf monitor.at, Internet:, http://www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/9677, Stand: 03.04.2008, Abfrage:05.11.2008

[5] Internet: Online-Verwaltungslexikon, http://www.olev.de/b.htm, Stand: 07.11.2008, Abfrage: 08.11.2008

[6] Vgl. Kurzlechner, W., Internet: http://www.cio.de/knowledgecenter/erp/840540/index2.html, Stand: 16.08.2007, Abfrage: 07.11.2008

[7] Vgl. Internet: https://www.sme.sap.com/irj/sme/de/misc/resources/anonymous/SaugatuckEvaluatingSaaSSolutionsAChecklistforSmalltoMidsizeBusinesses_en.pdf (Seite 3), Stand Februar 2008, Abfrage: 05.11.2008

[8] Internet: http://www.sap.com/germany/solutions/sme/pdf/50086283.pdf, Seite 8, Stand: 2008, Abfrage: 03.11.2008

[9] Vgl. Internet: http://www.sap.com/germany/smallbusiness/services/elearning/index.epx, Stand 2008, Abfrage: 05.11.2008

[10] Vgl. Internet: http://www.sap.com/germany/services/financing/index.epx, Stand: 2008, Abfrage: 05.11.2008

[11] Vgl. Poessneck, L., Internet: http://www.silicon.de/software/business/0,39039006,39199507,00/sap+in+der+zwickmuehle.htm, Stand: 26.11.2008, Abfrage: 26.11.2008

[12] Vgl. Burkhard, B; Laures, G. (2004): SOA – Wertstiftendes Architektur-Paradigma, Objektspektrum, Heft 06/2003

[13] Vgl. https://www.sme.sap.com/irj/sme/de/solution/services/index.html, Stand 2008, Abfrage: 03.11.2008

[14] Vgl. https://www.sme.sap.com/irj/sme/de/solution/services/servicesportfoliogolive/AdditionalServices.html, Stand: 2008, Abfrage: 03.11.2008

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
SAP – Strategien und Lösungen für Klein- und Mittelständische Unternehmen im Vergleich mit Open-Source ERP-Systemen
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
26
Katalognummer
V160296
ISBN (eBook)
9783640734672
ISBN (Buch)
9783640734863
Dateigröße
1266 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ERP, Open Source, Open Source Software, SAP, CIM, SOA, GPL, SaaS, MDA, MRP, Business One, Business by Design, Business-All-In-One, Compiere, KMU, SME
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. Björn Walther (Autor), 2009, SAP – Strategien und Lösungen für Klein- und Mittelständische Unternehmen im Vergleich mit Open-Source ERP-Systemen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160296

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