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Lothar-Günther Buchheims „Das Boot“ im Kontext der Kriegsliteratur nach 1945

Title: Lothar-Günther Buchheims „Das Boot“ im Kontext der Kriegsliteratur nach 1945

Thesis (M.A.) , 2005 , 99 Pages , Grade: 2,15

Autor:in: Andreas Lehmann (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Lothar-Günther Buchheims Das Boot, 1973 erschienen, ist zunächst als Roman gekennzeichnet, d. h. ein Kernbereich, in den das Buch einzuordnen und in dem es zu behandeln ist, ist die Kriegsprosa nach 1945, und zwar in der Hauptsache die deutsche Kriegsprosa nach 1945. Einen weiteren Bereich der Literatur, in den Das Boot aufgrund seiner speziellen Thematik fällt, stellt die sog. ‚U-Boot-Literatur’ dar.
Die Bandbreite ist enorm. Sie reicht von historiographischen und technisch-wissenschaftlichen Arbeiten (maritimer Fachliteratur) bis zu populärwissenschaftlichen Büchern und erstreckt sich bis in die ‚Niederungen’ der sog. ‚Landserhefte’.
Die Bedeutung von Buchheims Boot für diesen Literaturbereich wird ein wesentlicher Aspekt dieser Arbeit sein.
Zunächst soll in einem knappen Exkurs die Frage geklärt werden, ob Das Boot als erster Teil einer angeblichen Trilogie, gewissermaßen isoliert von den anderen beiden Teilen, untersucht werden kann.
Dann soll kurz auf die grundsätzlichen Probleme bei der Kategorisierung in Kriegsliteratur bzw. Anti-Kriegsliteratur eingegangen werden.
In einem nächsten Schritt wird Das Boot dann mit der Kriegsprosa nach 1945 in Zusammenhang gebracht. Dazu sollen Motive, Hauptströmungen und Kontinuitäten innerhalb dieses thematischen Teilbereichs herausgestellt und der Roman auf Entsprechungen bzw. Divergenzen untersucht werden.
In diesem Rahmen wird auch auf die wesentlichen Unterschiede der west- und ostdeutschen Kriegsprosa in dieser durch den Systemgegensatz, den ‚Kalten Krieg’, geprägten Ära eingegangen werden.
Außerdem sollen die Hauptkritikpunkte, mit denen sich Das Boot immer wieder konfrontiert sieht, erörtert werden.
Ein weiteres Kapitel wird sich mit der Gattungsfrage des Romans beschäftigen, die bislang in der Forschung noch nicht hinreichend beantwortet wurde.
Der Fokus wird sich dabei auf dokumentarische Literatur im weiteren und den ‚Dokumentarroman’ im engeren Sinne richten.
Der letzte Abschnitt beschäftigt sich dann mit der Stellung, die Das Boot innerhalb der U-Boot-Literatur einnimmt.
Dabei soll neben der heftigen Debatte, die der Roman auslöste, auch beleuchtet werden, inwieweit das Werk Buchheims im Schatten seines Autors bzw. dessen Ruf steht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Untersuchungsbereich – Begriffsbestimmung

1.2. Forschungslage

1.3. Methodik – Ziel der Untersuchung

2. Grundsätzliche Feststellungen

2.1. Exkurs: Das Boot – Teil einer Trilogie?

2.2. Kriegs- und Antikriegsbücher

3. Die Kriegsprosa nach 1945

3.1. BRD und DDR – Kriegsliteratur im Zerrspiegel der Politik

3.2. Beschreibungskonventionen der Kriegsprosa

3.2.1. Nie wieder Krieg! Kriegsnaturalismus als Zukunftsmahnung

3.2.2. Der deutsche Soldat als Opfer – die Nazis alleinige Täter

3.2.3. Unfähige Führung

3.3. Ansatzpunkte der Kritik

3.3.1. Ausblenden von Politik

3.3.2. Heldenverehrung – Technikglorifizierung?

4. Dokumentarliteratur

4.1. Dokumentarisches – subjektiviert

4.2. Der Dokumentarroman

4.2.1. Faktizität

4.2.2. Subjektivität

5. U-Boot-Literatur

5.1. Zur Entstehung

5.2. Arten und Tendenzen

5.3. Die ‚Buchheim-Debatte’

5.3.1. Wahrheit und Wirklichkeit

5.3.2. Der Mythos Dönitz

5.4. Das Werk im Schatten des Autors

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Lothar-Günther Buchheims Roman "Das Boot" im Kontext der deutschen Kriegsliteratur nach 1945. Ziel ist es, die spezifische Position des Werks innerhalb dieses Genres zu analysieren, seine Einordnung als Dokumentarroman zu prüfen und die damit verbundenen literarischen sowie historischen Debatten zu beleuchten.

  • Analyse der Kriegsprosa nach 1945 in BRD und DDR
  • Untersuchung von Beschreibungskonventionen und Heldenbildern
  • Einordnung des Romans als Dokumentarliteratur
  • Reflexion der "Buchheim-Debatte" und der Rezeption des Autors

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Nie wieder Krieg! Kriegsnaturalismus als Zukunftsmahnung

Eine, die gesamtdeutsche Kriegsliteratur kennzeichnende Darstellungsform des Krieges, ist die sog. ‚harte Schreibweise’, die Hermand als konstituierendes Element der „Romane der Härte“ ausmacht. Der Hauptakzent liegt hierbei verstärkt auf der Darstellung des Furchtbaren und Grauenhaften des Krieges. Plievier schon hatte in Stalingrad diesen harten Realismus vorgegeben:

Vilshofen ließ anhalten, trat an den Panzer heran, blendete seinen Taschenscheinwerfer auf und blickte durch das Einschußloch in das Innere. Das weiße Licht des Scheinwerfers lag jetzt voll auf seinem Gesicht; es war das eines fast Fünfzigjährigen mit vorspringender großer Nase und mit großen klaren Augen. Was diese Augen erblickten, war das Resultat der Wirkung eines detonierten Geschosses im geschlossenen Raum eines Panzerinnern. Der Fahrer saß noch an seinem Platz, ohne Kopf, der war abgerissen. Von der Brust und den Oberarmen war das Fleisch abgeplatzt. Bis zum Gürtel ein Skelett, durch welches Lungen und Herz durchschienen, so saß er da. Die unversehrt gebliebenen Hände, die das Lenkrad noch umfaßten, wirkten an den nackten Armknochen wie übergestreifte Handschuhe. Von den übrigen drei Mann war nichts mehr zu sehen; was sie einmal waren, klebte als blutiger Schaum an den Panzerwänden.

Auch bei Buchheim finden sich solch grauenhaft-surreale Passagen:

Dann taucht ein Schlauchboot auf mit einem Mann darin. Er sitzt wie in einem Schaukelstuhl. Seine Füße hängen über den Gummiwulst fast bis ins Wasser. Die Unterarme hält er nach oben gerichtet, als wolle er Zeitung lesen. Ich wundere mich, wie kurz sie sind. Da erkenne ich im Näherkommen, daß seine beiden Hände fehlen. Er streckt uns schwärzliche Stummel entgegen. Das Gesicht ist eine schwarzgesengte Maske, aus der die Zahnreihen blecken. Einen Augenblick lang verfiel ich der Täuschung, der Mann hätte sich einen schwarzen Strumpf übergezogen. [...]

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Untersuchungsbereich, beleuchtet die Forschungslage und legt die methodische Zielsetzung der Arbeit fest.

2. Grundsätzliche Feststellungen: Klärt den Status des Romans innerhalb einer möglichen Trilogie und diskutiert die Problematik der Kategorisierung von Kriegs- und Antikriegsliteratur.

3. Die Kriegsprosa nach 1945: Analysiert die Unterschiede in der Kriegsliteratur zwischen BRD und DDR sowie gängige Beschreibungskonventionen und Kritikpunkte.

4. Dokumentarliteratur: Erörtert die Typologie des Dokumentarromans und untersucht Buchheims Werk hinsichtlich Faktizität und Subjektivität.

5. U-Boot-Literatur: Analysiert die spezifische U-Boot-Literatur, die Entstehung der "Buchheim-Debatte" und die Auseinandersetzung mit dem Mythos Dönitz sowie der Person Buchheim.

6. Schlussbemerkung: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Sonderstellung von "Das Boot" innerhalb der Kriegsliteratur.

Schlüsselwörter

Lothar-Günther Buchheim, Das Boot, Kriegsliteratur, Nachkriegsliteratur, Kriegsprosa, Dokumentarroman, U-Boot-Krieg, Karl Dönitz, Kriegsrealismus, Kriegsverbrechen, Autobiografie, Literaturwissenschaft, deutsche Zeitgeschichte, Erinnerungskultur, Soldatenbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Lothar-Günther Buchheims Roman "Das Boot" im breiteren Kontext der deutschen Kriegsliteratur nach 1945 und untersucht dessen literarische Einordnung und Rezeption.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Kriegsprosa in der BRD und DDR, die Darstellung des Soldaten als Opfer oder Täter, die Rolle der Technik und die Entmythisierung des Seekrieges.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Roman als Dokumentarroman zu verorten und zu zeigen, wie Buchheim durch subjektive, aber auf faktischer Grundlage basierende Erzählweise den "U-Boot-Mythos" kritisch hinterfragt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Roman in den historischen Kontext einbettet und mit anderen Werken der Kriegsliteratur vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Konventionen der Kriegsprosa, der Rolle der Führung, der Einordnung als Dokumentarroman und der spezifischen Debatte um Buchheims Werk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind u.a. Kriegsliteratur, Dokumentarroman, U-Boot-Krieg, "Das Boot", Geschichtsrevisionismus und die Rolle des Autors.

Inwiefern spielt der "Fall Eck" eine Rolle für die Argumentation?

Der "Fall Eck" dient als Beispiel, um aufzuzeigen, wie Buchheim den Mythos des "sauberen" U-Boot-Krieges demontiert und die Grenze zum Kriegsverbrechen thematisiert.

Wie steht es um das Bild des Kommandanten im Roman?

Der Kommandant wird als ambivalente Figur gezeichnet: einerseits als "gebrochener" Held und Opfer des Krieges, andererseits als potenzieller Täter, der in der Zwangssituation des Krieges agiert.

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Details

Title
Lothar-Günther Buchheims „Das Boot“ im Kontext der Kriegsliteratur nach 1945
College
LMU Munich
Grade
2,15
Author
Andreas Lehmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
99
Catalog Number
V160297
ISBN (eBook)
9783640736560
ISBN (Book)
9783640736614
Language
German
Tags
Boot U-Boot Kriegsliteratur Remarque Plievier Stalingrad Kahlschlag Trümmer Literatur U 96 Lehmann-Willenbrock Dönitz Kalter Krieg Dokumentarliteratur Mailer Kluge Richter U-Bootkrieg Buchheim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Lehmann (Author), 2005, Lothar-Günther Buchheims „Das Boot“ im Kontext der Kriegsliteratur nach 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160297
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