Die Deckungsbeitrags-Rechnung ist ein seit den sechziger Jahren für Unternehmen immer wichtiger werdendes Führungsinstrument.
Die Entwicklung der relativen Einzelkosten- und DB-Rechnung nach Paul Riebel in den siebziger Jahren ist ein weiteres Indiz für die fortschreitende Bedeutung der DB für strategische Unternehmensentscheidungen.
Trotzdem lässt sich dazu in Literatur und Praxis eine erhebliche Diskrepanz feststellen. Während in der Vergangenheit verstärkt Kostenrechnungsverfahren entwickelt wurden, erlebte die Erlösanalyse eine eher stiefmütterliche Behandlung, obwohl gerade in Märkten mit intensivem Wettbewerb oder kurzen Produktlebenszyklen eine detaillierte Betrachtung der Erlösseite überlebenswichtig sein kann.
Dieser Umstand wird noch weiter zugespitzt, wenn es um die Kontrolle von DB geht. Dies ist umso beachtlicher, können doch mit Hilfe der Kontrolle von DB-Abweichungen nicht nur der Produkterfolg von einer Periode auf die andere, sondern auch Unterschiede zwischen Soll- und Ist-Ergebnissen rasch und präzise erklärt werden.
Diese Arbeit beleuchtet die Systematik der DB-Rechnung und geht dabei verstärkt auf die Analyse der DB-Abweichungen ein, um einen Überblick über das Vorgehen und die Anwendungsmöglichkeiten zu geben.
Desweiteren werden die verschiedenen Methoden der Abweichungsanalyse dargestellt und Kontrollsysteme erklärt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Kontrollsysteme
2.1 Definitionen
2.2 Kontrollarten
2.2.1 Kostenkontrolle
2.2.2 Erlöskontrolle
2.2.3 Kontrolle von Deckungsbeiträgen
2.3 Grundlagen von Kontrollrechnungen
2.4 Analysemethoden
2.4.1 Differenzierte Methode
2.4.2 Alternative Methode
2.4.3 Kumulative Methode
2.4.4 Symmetrische und proportionale Methode
3. Kontrolle von Deckungsbeiträgen im System der Deckungsbeitragsrechnung
3.1 Deckungsbeitragsrechnung
3.1.1 Einstufige Deckungsbeitragsrechnung
3.1.2 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
3.2 Kontrolle von Deckungsbeitragsabweichungen
3.2.1 Grundlagen
3.2.2 Stückdeckungsbeitragsabweichung
3.2.3 Deckungsbeitrags-Absatzmengenabweichung
3.2.4 Marketingbedingte Deckungsbeitragsabweichung
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der systematischen Analyse und Kontrolle von Deckungsbeitragsabweichungen. Ziel ist es, die Grundlagen der Deckungsbeitragsrechnung darzulegen und verschiedene Analysemethoden zu evaluieren, um Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Werten präzise zu identifizieren und den Verantwortlichen in Unternehmen als fundiertes Führungsinstrument zur Verfügung zu stellen.
- Grundlagen der Deckungsbeitragsrechnung als Führungsinstrument.
- Vergleich verschiedener Methoden der Abweichungsanalyse (differenziert, alternativ, kumulativ, symmetrisch).
- Untersuchung von Deckungsbeitragsabweichungen bei Stückdeckungsbeiträgen und Absatzmengen.
- Analyse marketingbedingter Einflüsse auf den Deckungsbeitrag.
- Integration der Kosten- und Erlöskontrolle in ein schlüssiges Kontrollsystem.
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Grundlagen
In Kapitel 3.1. wurde gezeigt, in welchem Anwendungsgebiet DB für Unternehmen eine wichtige Größe sein können. Es sollte hierbei nicht nur das Augenmerk auf die Planung der DB gerichtet sein, sondern auch Kontrollen der DB durchgeführt werden.
Eine Anforderung an das Marketing-Controlling ist, dass es Informationen über die Effektivität von Marketing-Instrumenten generiert. Hierzu ist es notwendig auch die Kosten der Marketing-Instrumente im Vergleich zum damit erzielten Umsatz mit einzubeziehen, weshalb es erforderlich ist, DB zu analysieren. Hierzu werden die endogen beeinflussbaren Bestandteile der Gesamtabweichung in ursachenorientierte Teilabweichungen gespalten. Diese informieren über den Einfluss der einzelnen Einflussgrößen auf die Gesamtabweichung.
Bei der Ermittlung von DB-Abweichungen ist mittels Erfolgskontrolle über einen Ist-Soll-Vergleich die Gesamtabweichung des Periodenerfolgs zu bestimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der Bedeutung der Deckungsbeitragsrechnung als Führungsinstrument und Aufzeigen der Diskrepanz zwischen theoretischer Entwicklung und praktischer Anwendung.
2. Kontrollsysteme: Definition von Kontrollbegriffen sowie detaillierte Untersuchung von Kosten- und Erlöskontrolle und der spezifischen Kontrolle von Deckungsbeiträgen.
3. Kontrolle von Deckungsbeiträgen im System der Deckungsbeitragsrechnung: Praktische Anwendung der Deckungsbeitragsrechnung (einstufig und mehrstufig) sowie vertiefende Analyse der Abweichungsursachen bei Stückdeckungsbeiträgen, Absatzmengen und Marketingeinflüssen.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der vorgestellten Analysemethoden und Empfehlung für die unternehmerische Praxis zur effektiven Erfolgskontrolle.
Schlüsselwörter
Deckungsbeitragsrechnung, Abweichungsanalyse, Controlling, Erfolgskontrolle, Stückdeckungsbeitrag, Absatzmengenabweichung, Marketing-Controlling, Kostenkontrolle, Erlöskontrolle, Betriebsergebnis, Marketing-Instrumente, Marktanteil, Fixkostendeckung, Soll-Ist-Vergleich, betriebliches Rechnungswesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen Deckungsbeitragsabweichungen effektiv kontrollieren und analysieren können, um die Erfolgsstruktur transparent zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Methoden der Abweichungsanalyse, die einstufige und mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung sowie die marketingbedingte Abweichungsanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bereitstellung eines praxisnahen Überblicks über Analysemethoden, um Ursachen für Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Werten bei Deckungsbeiträgen präzise zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener theoretischer Ansätze zur Abweichungsrechnung, unterstützt durch mathematische Formeln und Schemata.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Kontrollsysteme und Analysemethoden erörtert, gefolgt von der Anwendung dieser Methoden auf die Deckungsbeitragsrechnung und der detaillierten Zerlegung von Abweichungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Deckungsbeitragsrechnung, Abweichungsanalyse, Controlling und Erfolgskontrolle.
Warum ist die Unterscheidung zwischen exogenen und endogenen Einflussgrößen so wichtig?
Diese Unterscheidung ist notwendig, da nur endogene Faktoren aktiv durch das Unternehmen beeinflussbar sind, während exogene Faktoren wie Marktveränderungen außerhalb des direkten Steuerungsbereichs liegen.
Welche Rolle spielt die "differenzierte Methode" im Vergleich zu anderen Ansätzen?
Die differenzierte Methode gilt in der Arbeit als theoretisch sauberster Ansatz, da sie die Kriterien der Vollständigkeit und Willkürfreiheit erfüllt, während andere Methoden die Sekundärabweichungen teilweise problematisch verrechnen.
Wie unterscheidet sich die mehrstufige von der einstufigen Deckungsbeitragsrechnung?
Während die einstufige Rechnung den Gesamterfolg ermittelt, ermöglicht die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung eine differenzierte Aufspaltung des Fixkostenblocks auf verschiedene Bezugsobjekte wie Produkte oder Bereiche.
Warum kann eine positive Absatzmengenabweichung bei negativem Deckungsbeitrag problematisch sein?
Ein Rückgang der Absatzmenge bei Produkten mit negativem Deckungsbeitrag ist für das Unternehmen positiv, da diese Produkte den Gewinn schmälern und ihre Eliminierung somit zur Ergebnisverbesserung beiträgt.
- Quote paper
- Sascha Hopfmann (Author), 2010, Kontrolle von Deckungsbeitragsabweichungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160302