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Über Roland Barthes' Werk "Die Sprache der Mode"

Rezeption in ausgewählten Texten der Sprach- und Kulturwissenschaft

Title: Über Roland Barthes' Werk "Die Sprache der Mode"

Term Paper , 2008 , 23 Pages , Grade: 1

Autor:in: Sabine Wirsching (Author)

Speech Science / Linguistics
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Der 1915 geborene und 1980 verstorbene Franzose Roland Barthes gilt als einer der Mitbegründer der Semiologie, also der Wissenschaft, die in Saussure’scher Tradition den Zeichenbegriff im Rahmen eines sozialen Lebens u.a. mit sprachwissenschaftlichen Mitteln untersucht (cf. Bußmann 2002: 595). Barthes widmet sich in der von mir behandelten Arbeit „Die Sprache der Mode“ (Originaltitel: „Système de la Mode“) dem sprachlichen System der Modekommentare in Zeitschriften.
Die Arbeit an „Die Sprache der Mode“ wird 1957 von Roland Barthes begonnen und 1963 abgeschlossen. 1967 wird das Werk erstmals veröffentlicht. In seinem Text schildert Barthes erstmalig für sein Gesamtwerk vollständig ein gesellschaftliches Teilsystem (cf. Röttger-Denker 1989: 24). Seine Analyse von Metasprache am Beispiel der Modekommentare entsteht dabei durch eine Beschreibung der Konnotationssprache und der sich aus dieser Kombination ergebenden, sich aufeinander beziehenden Ebenen.
Seine Analyse der Modesprache ist dabei einzigartig in ihrer Ausführlichkeit – und dies nicht nur in Barthes’ Gesamtwerk. Zudem bedeutet „Die Sprache der Mode“ einen Wendepunkt für Barthes’ Theorien. Nach der abgeschlossenen Analyse steht für Barthes die Erkenntnis fest, dass die Saussure’sche Meinung von der in der Semiologie enthaltenen Linguistik eigentlich umgedreht gehöre (cf. Eco 2002:17 sowie Röttger-Denker 1989: 26), da alle Zeichen sprachlich verfasst seien. Durch diese Erkenntnis verliert die Semiologie ihren Reiz für Barthes und er kehrt mit seinen neuen Einsichten zurück zu den alten Forschungsgegenständen Sprache, Literatur und Kunst. Allerdings wendet er die gewonnenen Gedanken – in der für ihn typischen, kreativen Weise – weiterhin zur Interpretation an (cf. Röttger-Denker 1989: 26).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zu „Die Sprache der Mode“

2.1. Gegenstand der Analyse: Die geschriebene Sprache der Mode

2.2. Untersuchungsmethode in „Die Sprache der Mode“

2.3. Grundlagen zum Verständnis bei Barthes

2.3.1. Übersetzungsmechanismen zwischen den Codes der Struktur

2.3.2. Aufteilung der Aussagen in A- und B-Komplex

2.3.3. Signifikate und Signifikanten

2.3.4. Aufbau des pseudorealen Mischcodes

2.4. Der vestimentäre Code

2.4.1. Struktur des Signifikanten – Die Matrix

2.4.1.1. Inventar der Arten und Gattungen

2.4.1.2. Inventar der Varianten

2.4.2. Syntagmatischer und systematischer Zwang

2.4.3. Syntagmatische Leistung

2.4.4. Struktur des Signifikats

2.4.5. Struktur des Zeichens

2.5. Das rhetorische System

2.6. Die Ökonomie des Systems

3. Rezeption des Werkes „Die Sprache der Mode“

3.1. Die Rezeption in sprachwissenschaftlichen Texten

3.1.1. Umberto Eco: „Einführung in die Semitiotik“

3.1.2. Gabriella Schubert: „Kopfbedeckungen im Donau-Balkan-Raum“

3.1.3. Susan B. Kaiser und Angela Flury: „Frauen in Rosa“

3.1.4. Patrizia Calefato: „Kleidung als Jargon“

3.2. Die Rezeption in kulturwissenschaftlichen Texten

3.2.1. Gabriele Mentges: „Für eine Kulturanthropologie des Textilen“

3.2.2. Karin Mann: „Stark und soft“

3.2.3. Karen Heinze: „Geschmack, Mode und Weiblichkeit“

3.3. Kritik an Barthes’ „Die Sprache der Mode“

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das semiologische Werk „Die Sprache der Mode“ (Système de la Mode) von Roland Barthes. Ziel ist es, die methodische Vorgehensweise Barthes' bei der Analyse des sprachlichen Systems von Modekommentaren in Zeitschriften darzulegen, die zentralen Begriffe wie vestimentärer Code, Signifikant und Signifikat zu erläutern und anschließend die Rezeption dieses Werkes in ausgewählten sprach- und kulturwissenschaftlichen Publikationen kritisch zu reflektieren.

  • Strukturalistische Analyse von Mode als Sinnsystem.
  • Unterscheidung und Definition von vestimentären und linguistischen Codes.
  • Analyse des rhetorischen Systems und der Bedeutungskonstitution.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption in verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen.

Auszug aus dem Buch

2.1. Gegenstand der Analyse: Die geschriebene Sprache der Mode

Gegenstand der von Barthes vorgenommenen Analyse ist die Untersuchung weiblicher Kleidung, wie sie von Modezeitschriften beschrieben wird – d.h. Thema ist die Übersetzung realer Kleidung in geschriebene Sprache und wie mit Hilfe dieser ge- bzw. beschriebenen Kleidung ein Sinnsystem geschaffen wird, welches saisonal wechselt. Diese Modekonstruktion bewirkt, dass weniger das Objekt Kleidung selbst, als vielmehr sein modischer Sinn zählt: „nicht das Objekt, sondern der Name weckt das Begehren; nicht der Traum, sondern der Sinn ist verkäuflich“ (Barthes 1985: 10).

Die geschriebene Sprache der Mode eignet sich auch deshalb gut für eine strukturalistische Untersuchung, da sie anders als die abgebildete oder reale Kleidung nur im Hinblick auf Bedeutung geschaffen ist. Es besteht eine „strukturale Reinheit“ (Barthes 1985: 18) der geschriebenen Kleidung: Sie dient dazu, Mode als Sinn zu verbreiten, was weder durch Herstellung, noch Nutzung der Kleidung geschehen kann.

Die geschriebene Sprache bietet auch einen kognitiven Vorteil gegenüber dem Bild: Sie stellt der Kleidung ein „System funktionaler Oppositionen“ (Barthes 1985: 24) zur Verfügung, welches die reale oder abgebildete Kleidung niemals in solcher Deutlichkeit aufweisen könnte. Die Beschreibung strukturiert die Kleidung, da sie sie nach bestimmten Zielen freilegt. Das Ziel der geschriebenen Kleidung ist, die ungeordnete Wahrnahme der abgebildeten Kleidung durch eine spezifische Modekenntnis zu ersetzen: „Die abgebildete Kleidung kann gewiss modisch sein […] als beschriebenes dagegen kann dieses Kleid gar nichts anderes sein als die Mode selbst“ (Barthes 1985: 26).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die semiologische Arbeit von Roland Barthes und Vorstellung des Zieles der Hausarbeit, das Werk „Die Sprache der Mode“ zu untersuchen.

2. Zu „Die Sprache der Mode“: Detaillierte Darstellung der semiotischen Grundlagen, des vestimentären Codes, der Bedeutungskonstruktion und des rhetorischen Systems in Barthes' Werk.

3. Rezeption des Werkes „Die Sprache der Mode“: Untersuchung der Art und Weise, wie verschiedene sprach- und kulturwissenschaftliche Autoren Barthes' Thesen in ihren eigenen Texten rezipieren und kritisch einordnen.

4. Schlussbemerkung: Fazit der Hausarbeit, welches die Einzigartigkeit der Arbeit von Barthes betont, gleichzeitig aber auf die meist oberflächliche Behandlung in der Literatur hinweist.

Schlüsselwörter

Roland Barthes, Die Sprache der Mode, Semiotik, Semiologie, vestimentärer Code, Modezeitschrift, Signifikant, Signifikat, Konnotation, Metasprache, Strukturalismus, Kleidung, Zeichensystem, Modekommentar, Sinnkonstitution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Roland Barthes' wegweisendes Werk „Die Sprache der Mode“ und untersucht, wie Mode als Zeichensystem durch sprachliche Beschreibungen in Zeitschriften konstruiert wird.

Welches ist das zentrale Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, das komplexe semiotische Modell von Barthes zu erschließen und zu zeigen, wie seine Theorien in der späteren sprach- und kulturwissenschaftlichen Literatur rezipiert und kritisch hinterfragt wurden.

Was sind die thematischen Schwerpunkte der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert auf die Struktur der Mode (A- und B-Komplex), die Unterscheidung zwischen realer, abgebildeter und beschriebener Kleidung sowie die rhetorischen Mechanismen, die Mode erst zu einem verkäuflichen Sinn machen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Verfasserin?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine strukturalistische Textanalyse und eine Literaturrecherche, um die Argumentationslogik von Barthes und die anschließende wissenschaftliche Rezeption zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Aufarbeitung der semiotischen Kategorien bei Barthes (wie die Matrix, der pseudoreale Mischcode und das rhetorische System) sowie eine Analyse der unterschiedlichen Rezeptionsweisen in Fachpublikationen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit ist stark geprägt durch semiotische Fachtermini wie Zeichensystem, vestimentärer Code, Signifikant, Signifikat, Konnotation sowie den strukturalistischen Ansatz der Zeichenanalyse.

Wie bewerten die untersuchten Autoren das Werk von Barthes?

Die Rezeption ist zwiespältig: Während die Einzigartigkeit und methodische Gründlichkeit von Barthes gewürdigt werden, kritisieren viele Autoren die mangelnde Alltagstauglichkeit und die Vernachlässigung soziologischer Aspekte.

Warum spielt der Begriff der „formalen Allgemeinheit“ eine Rolle?

Dieser Begriff wird von mehreren Autoren wie Gabriele Mentges und Patrizia Calefato aufgegriffen, um zu verdeutlichen, wie Mode den menschlichen Körper in eine bestimmte Struktur zwängt und normiert.

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Details

Title
Über Roland Barthes' Werk "Die Sprache der Mode"
Subtitle
Rezeption in ausgewählten Texten der Sprach- und Kulturwissenschaft
College
University of Bremen
Course
Einführung in die Kleidungssemiotik
Grade
1
Author
Sabine Wirsching (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V160325
ISBN (eBook)
9783640733798
ISBN (Book)
9783640734405
Language
German
Tags
Roland Barthes Sprache der Mode
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Wirsching (Author), 2008, Über Roland Barthes' Werk "Die Sprache der Mode", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160325
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