Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History

Freiheit bei Martin Luther und Huldrych Zwingli im Vergleich

Title: Freiheit bei Martin Luther und Huldrych Zwingli im Vergleich

Seminar Paper , 2008 , 32 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: BA (of Arts) Christina Busch (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit mit dem Titel „`Freiheit´ bei Luther und Zwingli im Vergleich“ möchte ich die Freiheitsverständnisse Martin Luthers und Huldrych Zwinglis vergleichen, sowie deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen. Was meinen Luther und Zwingli mit dem Begriff „Freiheit“? Wie gebrauchen sie ihn? Meinen beide dasselbe, wenn sie von Freiheit sprechen, und in welchen Kontexten benutzen sie den Freiheitsbegriff?

Beginnend mit dem Freiheitsverständnis Martin Luthers stütze ich mich überwiegend auf seine vierte Programmschrift bzw. letzte reformatorische Hauptschrift des Jahres 1520 `Traktat von der christlichen Freiheit´, „die gründlichere und ausführlichere lateinische Fassung […], die vor allem in Luthers gleichzeitig verfaßter deutscher Version unter dem Titel „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ bekannt ist“ (Beintker 1983: S.101), die er dem Stadtvogt von Zwickau widmete. In meinen Ausführungen werde ich mich sowohl auf die deutsche Übersetzung des Traktats als auch auf seine deutsche Fassung `Von der Freiheit eines Christenmenschen´ beziehen.
[...]

Im Anschluss daran erläutere ich das Freiheitsverständnis Huldrych Zwinglis mithilfe seiner reformatorischen Freiheitsschrift aus dem Frühjahr 1522 `Die freie Wahl der Speisen´(`Von erkiesen und fryheit der spysen´), in der er ausführlich auf das Thema der christlichen Freiheit eingeht und sein Verständnis derselben darlegt.
Diese Schrift war Zwinglis erste im eigentlichen Sinne reformatorische Schrift, die dieser aufgrund des so genannten `Froschauer Wurstessens´ während der Fastenzeit im Frühjahr 1522 als Verteidigung und Begründung einer provokativen Durchbrechung der katholisch-kirchlichen Vorschriften durch die Arbeiter einer Buchdruckerei verfasst hatte.
[...]

Um nun beide Freiheitsverständnisse angemessen vergleichen und somit dem Titel meiner Arbeit `„Freiheit“ bei Luther und Zwingli im Vergleich´ gerecht werden zu können, muss erst einmal geklärt werden, was Freiheit für Luther und Zwingli bedeutet und wie sich ihre jeweiligen Freiheitsverständnisse überhaupt darstellen.
Somit gehe ich zuerst jeweils auf Luthers und Zwinglis Aussagen über Freiheit im Einzelnen ein, um anschließend beide einem Vergleich zu unterziehen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis der Seminararbeit

1. Einleitung

2. Luthers Freiheitsverständnis

2.1 Der innere Mensch

2.2 Gnaden des Glaubens

2.3 Der äußere Mensch

3. Zwinglis Freiheitsverständnis

3.1. Innere Freiheit

3.2 Äußere Freiheit

3.3 Theologie und Politik

4. Vergleich

Zielsetzung & zentrale Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, das Freiheitsverständnis von Martin Luther und Huldrych Zwingli systematisch zu vergleichen, um ihre theologischen Gemeinsamkeiten sowie ihre markanten Unterschiede herauszuarbeiten und in den jeweiligen Kontext ihrer reformatorischen Hauptschriften einzuordnen.

  • Analyse des lutherischen Verständnisses von innerer Freiheit durch Glauben und äußerer Freiheit durch Liebe.
  • Untersuchung von Zwinglis Freiheitsbegriff im Kontext seiner Zürcher Reformation und des Fastenstreits.
  • Vergleich der Verschränkung von Theologie und politischer Dimension in der jeweiligen Argumentation.
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen Auffassungen zu Gesetz, Evangelium und der Rolle des Staates.

Auszug aus dem Buch

2.1 Der innere Mensch

Seine Ausführungen beginnt er mit der Unterscheidung zweier Naturen, einer geistlichen und einer leiblichen.

Die geistliche Natur [der geistliche, innere und neue Mensch] oder anders gesagt die Seele, benötigt nach Luthers Verständnis nur eine Sache für ein gerechtes und freies Leben, „das allerheiligste Wort Gottes, das Evangelium von Christus, wie Joh 11,25 sagt: `Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird nicht sterben in Ewigkeit. ´ Ebenso Joh 8,36: `Wenn euch der Sohn befreit, werdet ihr wahrhaft frei sein.´ Und Mt 4,4: `Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.´“ „Denn es ist das Wort des Lebens, der Wahrheit, des Lichtes, des Friedens, der Gerechtigkeit, des Heils, der Freude, der Freiheit, der Weisheit, der Kraft, der Gnade, der Herrlichkeit und alles Guten in unvorstellbarem Maße.“

Die Freiheit des inneren Menschen besteht, laut Luther, allein durch das Wort Gottes und den Glauben des Christen an dieses Wort. Denn auch Christus sei nur mit dem einen Auftrag des Wortes gesandt worden, und auch ein jeder Apostel, Bischof und Kleriker unterstehe nur dem Dienst dieses Wortes.

Hierbei wird nun betont, dass das Wort Gottes nicht durch irgendwelche Werke angenommen und geehrt werden kann, sondern allein durch den Glauben, da nur dieser die Seele rechtfertigt. „Denn Christus predigen, das bedeutet die Seele weiden, rechtfertigen, befreien und gesundmachen, wenn sie nur der Predigt glaubt. Denn der Glaube allein ist der heilsame und wirksame Gebrauch des Wortes Gottes.“ [Vgl. Röm 10,9; Röm 10,4; Röm 1,17]

Um also frei zu sein, muss man zuallererst den Glauben des inneren Menschen stärken und insoweit ausbauen, dass man sich nicht von falschen Lehren leiten lasse, dass auch Werke frei machen könnten. Somit ist nach Luther allein der Glaube ausschlaggebend für die Freiheit eines Christen bzw. zur Rechtfertigung der Seele: der Glaube an das Wort Gottes und an Jesus Christus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Verfasserin stellt das Ziel vor, die Freiheitsverständnisse Martin Luthers und Huldrych Zwinglis zu vergleichen und deren Kontexte zu erläutern.

2. Luthers Freiheitsverständnis: Dieses Kapitel erläutert Luthers Doppelthese der geistlichen Freiheit durch den Glauben und der leiblichen Knechtschaft im Dienst am Nächsten.

2.1 Der innere Mensch: Hier wird der Fokus auf das Wort Gottes als einzige Bedingung für ein gerechtes und freies Leben der Seele gelegt.

2.2 Gnaden des Glaubens: Das Kapitel thematisiert die Rolle von Gesetz und Evangelium bei der Rechtfertigung und Freiheit des Menschen durch den Glauben.

2.3 Der äußere Mensch: Hier geht es um die Lebensgestaltung des Christen im Fleische und die Notwendigkeit guter Werke als Ausdruck der Liebe.

3. Zwinglis Freiheitsverständnis: Dieses Kapitel führt in Zwinglis Theologie ein, die durch den Humanismus und ein radikales Sündenbewusstsein geprägt ist.

3.1. Innere Freiheit: Die Freiheit bei Zwingli wird hier eng mit der Verbindlichkeit der Heiligen Schrift und der Gewissensfreiheit verknüpft.

3.2 Äußere Freiheit: Dieses Kapitel behandelt den politischen Aspekt von Zwinglis Freiheitsbegriff und dessen Bezug zur Rechtsgemeinschaft.

3.3 Theologie und Politik: Hier wird die untrennbare Verbindung von geistlicher Freiheit und kommunaler Ordnung in Zwinglis Denken untersucht.

4. Vergleich: Das abschließende Kapitel stellt die Gemeinsamkeiten und maßgeblichen Unterschiede der beiden Reformatoren in Argumentation und Zielsetzung gegenüber.

Schlüsselwörter

Reformation, Martin Luther, Huldrych Zwingli, christliche Freiheit, Glaube, Rechtfertigung, Heilige Schrift, Evangelium, Nächstenliebe, Gewissensfreiheit, Theologie, Politik, Glaubensfreiheit, Gotteswort, Sündenvergebung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Definitionen und Konzepte von „Freiheit“ bei Martin Luther und Huldrych Zwingli im 16. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf das Verständnis der christlichen Freiheit, die Bedeutung des Glaubens, das Verhältnis von Gesetz und Evangelium sowie die Verknüpfung von Theologie und Politik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Argumentation der Reformatoren aufzuzeigen und zu klären, was Freiheit in ihrem jeweiligen theologischen Kontext bedeutet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die vergleichende Analyse von primären Freiheitsschriften der beiden Reformatoren (insb. Luthers „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ und Zwinglis „Die freie Wahl der Speisen“).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert Luthers Lehre über den inneren und äußeren Menschen sowie Zwinglis Konzept der Freiheit, das besonders seine politische Dimension und die Bindung an die Heilige Schrift betont.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Reformationsgeschichte, christliche Freiheit, Rechtfertigungslehre, Gewissensfreiheit und das Verhältnis von Kirche und Staat beschreiben.

Wie unterscheidet sich Luthers Ansatz in Bezug auf die Freiheit?

Luther betont die Freiheit des Individuums durch den Glauben an Christus, wobei der Christ zwar in sich frei, gegenüber seinem Nächsten jedoch dienstbar ist.

Welche Rolle spielt die Politik in Zwinglis Freiheitsverständnis?

Im Gegensatz zu Luther, der Kirche und Politik trennt, strebt Zwingli eine Einheit an, in der die geistliche Freiheit die Grundlage für eine gerechte politische Gemeinschaft und staatliche Ordnung bildet.

Excerpt out of 32 pages  - scroll top

Details

Title
Freiheit bei Martin Luther und Huldrych Zwingli im Vergleich
College
University of Osnabrück
Grade
2,3
Author
BA (of Arts) Christina Busch (Author)
Publication Year
2008
Pages
32
Catalog Number
V160352
ISBN (eBook)
9783640733873
ISBN (Book)
9783640734450
Language
German
Tags
Freiheit Martin Luther Huldrych Zwingli Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
BA (of Arts) Christina Busch (Author), 2008, Freiheit bei Martin Luther und Huldrych Zwingli im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160352
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  32  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint