Der Prinz und der Führer - Die Machtpolitik Hitlers im Lichte des Machiavellismus


Magisterarbeit, 2007

94 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Machiavelli
1.1 Das Leben des Niccolo Machiavelli
1.2 Die Grundbegriffe
1.2.1 Fortuna
1.2.2 Necessita
1.2.3 Virtu
1.3 Machiavellis Menschenbild
1.4 Machiavellis Verständnis der Politik
1.5 Die Rolle der Religion
1.6 Das Verhältnis von Discorsi und Il Principe
1.7 Der Vorläufer der Staatsraison
1.8 Demokratie oder Diktatur ?
1.9 Machiavellismus

2 Macht
2.1 Vom Wesen der Macht
2.2 Das rationale Element
2.3 Die Ethik der Macht
2.4 Autorität
2.5 Gewaltstaaten

3 Weimarer Republik
3.1 Entstehung
3.2 Die Krisenjahre 1919-1923
3.3 Relative Stabilität zwischen 1924 und 1929
3.4 Krise und Untergang
3.5 Zwischenbilanz

4 Hitlers Machtpolitik
4.1 Der Weg zur Macht
4.2 Übernahme und Ausbau der Macht
4.3 Ausweitung der Macht bis 1938
4.4 Außenpolitik
4.5 Motivierung und Motivationen der Bevölkerung
4.6 Polizei und SS: zwischen Macht und Gewalt
4.7 Jenseits der Machtpolitik: Euthanasie und Judenvernichtung
4.7.1 Rassenpolitik
4.7.2 Euthanasie
4.7.3 Judenvernichtung
4.8 Programm der Herrschaft
4.9 Der Krieg
4.10 Das Ende
4.11 Hitler und Machiavelli

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Machiavelli ist in den gut 500 Jahren seit seinem Tod lang und kontrovers diskutiert worden. Das Spektrum reicht dabei von höchster Ehrung bis zu tiefster Schmähung. Nicht selten heißt es auch, das Thema sei inzwischen abgegrast, viel Neues gäbe es nicht mehr.

Wozu also eine weitere wissenschaftliche Arbeit über das Werk Machiavellis? Jeder der sich diese Frage gestellt sieht, kann dankenswerterweise auf Erwin Faul verweisen, der zu Recht feststellte, dass Machiavellis Thesen von zeitloser Bedeutung sind und sich daraus ein endloses Gespräch ergibt[1].

Jede Generation muss einen eigenen Zugang zu Machiavelli finden. Dabei ist es vor allem die ungeheure Faszination, die von seinen Werken und da natürlich ganz besonders von Il Principe ausgeht. Die teilweise brutale Art, mit der dem Leser die Politik jenseits der Schönwetter-Demokratie vor Augen geführt wird, vermag jederzeit zu fesseln.

Gleichzeitig führt es aber zur Spaltung der Leserschaft. Manche sehen ihn als republikanisch gesinnten Begründer rationaler Politikwissenschaft, andere als Propheten des totalitären Gewaltstaates. Letzteres führt nur zu oft zum Verweis auf die Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Der Begriff des Machiavellismus' wird dann in die Nähe des Nationalsozialismus' gerückt, wo er aber nicht hingehört. Da wird behauptet, Hitler hätte, wie auch Stalin oder Mussolini, seine Politik mit Machiavellis Il Principe rechtfertigen können. Nichts ist abwegiger.

Dies nachzuweisen und darzulegen, ist der intendierte Kern dieser Arbeit.

Der Titel: „Der Prinz und der Führer“ ist dazu ganz bewusst gewählt worden. Zwar lautet die gängige Übersetzung fürIl Principeim Deutschen der Fürst. Im Englischen heißt es dagegen the prince. Während Principe, prince und Prinz vom lateinischen princeps,der Erste, abgeleitet sind, leitet sich Fürst vom althochdeutschenFuristoab, was aber genausoder Erstebedeutet.[2]Sicherlich wäre eine Alliteration (Fürst/Führer) einprägsamer gewesen. Der letztendlich gewählte Titel ist jedoch eine Anspielung auf Mark Twains „Der Prinz und der Bettelknabe“, womit bereits vorweggenommen wird, dass Hitlers Machtpolitik im Lichte des Machiavellismus' ärmlich erscheint.

Einer Vorauswahl folgend wird es eben nicht um Hitlers Politik als Ganzes gehen. Der Fokus liegt auf seiner Machtpolitik. Demnach werden die Rassenpolitik und der Krieg als nicht machtpolitisch sondern ideologisch begründet eingestuft und aus der machiavellistischen Analyse herausgenommen. Um aber die Machtpolitik Hitlers im Lichte des Machiavellismus' betrachten zu können, müssen zuvor die Begriffe Macht und selbstverständlich Machiavellismus geklärt werden.

Nicht angewandt werden soll der im allgemeinen Sprachgebrauch, häufiger im englischen als im deutschen, verwendete Begriff, dessen Inhalt rücksichtsloses, unmoralisches, nur am Erfolg orientiertes Handeln zu seinem eigenen Vorteil umfasst. Dieser Begriff basiert zwar auf Il Principe, zeugt aber von mangelhaften bis völlig fehlenden Verständnis desselben. Vielmehr soll Machiavellismus hier, sofern nicht anders erklärt, verstanden werden als nicht anders als die politische Theorie Machiavellis. Besonderes Augenmerk kommt hier dem Verhältnis von Il Principe und den Discorsi zu.

Um später die Machtpolitik Hitlers als solche zu identifizieren, wird im Anschluss an Machiavellismus der Begriff der Macht betrachtet. Wichtig ist hierbei die Abgrenzung zum Begriff der Gewalt.

Um schließlich zu einer machiavellistischen Betrachtung der Machtpolitik Hitlers zu kommen, müssen zuvor noch die politischen Umstände der Weimarer Republik, unter denen Hitler seinen Weg zur Macht antrat, untersucht werden.

1 Machiavelli

1.1 Das Leben des Niccolo Machiavelli

Niccolo Machiavelli wurde am 3. Mai 1469 in Florenz geboren. Seine Heimatstadt war eine der einflussreichsten Metropolen in der italienischen Renaissance, auch wenn sie zum Zeitpunkt seiner Geburt bereits ihren Zenit überschritten hatte.[3]

Die Familie zählte sich eigentlich zum Patriziertum, doch war sie von der um sich greifenden, zunehmenden Verarmung in Florenz betroffen. Sein Vater Bernado di Niccolo Bouninsegna war Doktor der Rechtswissenschaft und als Anwalt tätig. Seinem geringem Vermögen und Einfluss nach gehörte die Familie eher zur oberen Mittelschicht. Deshalb erhielt Niccolo zwar eine humanistische aber verkürzte Ausbildung, er sprach nämlich nur Latein, kein Griechisch oder Hebräisch. Deshalb konnte er später viele Quellen nicht im Original lesen.

Über die Herkunft des Familiennamens schreibt de Grazia:

„The present tale has additional interest, recalling that the Machiavegli escutcheon consists of a cross azure, field argent, und four nails, also azure, that stick in the four angels made by the cross. the nails represent the bad nails that nailed Christ to the cross. They sometimes appear in devices of families with connections to the Crusades or the Holy Land as soldiers or pilgrims. We do not know who of the family fist acquired the cross and nails symbol or how the family itself came to be called Machiavegli, but in the late thirteenth century one ancestor, a penitent and contemplative, had evidently gone on the Holy Land and at a ripe old age there in so holy state that he was counted as one of the blessed. Among the older family appear two first names that are unusual and clearly related to nails-Chiovello and Chiodo. The family last name, wich we have seen Niccolò and others spell in various ways, can be broken down into the Latin Mal(i) plus Clavus(-i) or Clavellus(-i) = „bad nail(s).“ Niccolo is sure to know that this origin can be put to his family name. What may be his first signed letter, that of 29 April 1499, as Chancellor of the Second Chancery, carries the signature „Nicholaus Maclavellus Cancellarius.“[4]

Nachdem 1464 Cosimo de Medici gestorben war, und sein Sohn Piero nur kurz herrschte, übernahm am 2 Dezember 1469 Lorenzo il Magnifico die Regierung der Stadt.[5]

Er regierte bis 1492. Sein Sohn und Nachfolger Piero lieferte zwei Jahre später die Stadt an die Franzosen aus und verlor seine Machtstellung. Für vier Jahre konnte Savanerola sein theokratisches Regime etablierten, wurde aber auf Betreiben Papst Alexanders VI. abgesetzt und verbrannt.

In den 14 Jahren von 1498 bis 1512 herrschte in Florenz wieder die republikanische Verfassung; es war die Zeit, in der Machiavelli seine großen politischen Erfolge feierte. Am 19. Juli 1498 wählte man Machiavelli zum ersten Sekretär der zweiten Kanzlei. Am 14. Juli wurde er zusätzlich Leiter der „Dieci di Bali“, der Behörde für Krieg, Umland und Diplomatie. Aus heutiger Sicht könnte man ihn als Staatssekretär bezeichnen. Staatskanzler dagegen war er nie,[6]auch wenn seine Kompetenzen dies vermuten ließen. „Secretaries like Machiavelli [...] had no notarial qualification but were nevertheless able to exercise executive authority in the territory.“[7]

Als Machiavelli in die Politik einstieg, befand sich die Republik Florenz bereits in einer tiefen politischen und sozialen Krise.[8]Die autokratische Oberschicht hielt in Florenz das Zepter fest in der Hand. Die Medici waren die eigentliche Herrscher der Stadt. Die Signoria war beinahe nur noch bloße ausführende Behörde.[9]Bereits ein Jahr im Amt, tadelte Machiavelli die „Unfähigkeit und Unentschlossenheit“ der florentinischen Politik.[10]

Nach der Verfassung von 1493 hatte die Masse des Volkes keine politischen Rechte. Nur die steuerzahlenden Bürger besaßen diese Rechte. Darüber waren jene, in deren Familie bereits Amtsträger gewesen waren. Die Parteikämpfe waren nicht bloß, wie aus heutiger Sicht, Ausdruck unreifen Politikverständnisses, sondern Ausdruck politischen Neubeginns. Machiavelli war überzeugt, dass die Republik die einzig wahre Staatsform sei. Sie musste flexibel, anpassungsfähig und dynamisch sein, um politischen Herausforderungen zu begegnen.[11]Seine ersten Schriften sind vor dem Hintergrund seiner politischen, vor allem diplomatischen Tätigkeiten zu verstehen, als er der Signoria in seinen Berichten genaue Lagebeschreibungen bieten wollte.[12]„Bemerkenswerterweise setzt die moderne Reflexion bei Machiavelli mit einer doppelten Auseinandersetzung der eigenen italienischen Erfahrung mit den Verfassungsverhältnissen in Frankreich (Ritratto di cose di Franca, ca. 1510-1513) und dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation ein (Ritratto delle cosa della Magna, vor 1507/08)“ Seit dem Italienfeldzug Karls VIII von Frankreich waren solche Reflexionen insbesondere in Florenz extrem negativ in Bezug auf Frankreich gefärbt.[13]

1505 beauftragte man ihn mit der Aufstellung eines Heeres. Da Machiavelli nichts vom Söldnerwesen hielt, hob er eine Miliz aus, die ein Jahr später bereitstand. Aufgrund seiner Abneigung gegen professionellen Berufssoldaten, erkannte er nicht die Notwendigkeit ständiger Drillübungen, wodurch die Landsknechte einem Milizheer weit überlegen waren.[14]Dennoch konnte Machiavelli 1509 Pisa einnehmen.

Auf seinen diplomatischen Missionen lernte er die Großen und Mächtigen seiner Zeit kennen. Im Oktober 1502 war er bei Casare Borgia, der ihn besonders nachhaltig beeindruckte. Viermal reiste er nach Frankreich. Hier entwickelte er seine Kunst, politische Zusammenhänge zu erfassen. 1507 reiste er nach Konstanz zu Kaiser Maximilian.

Als am 29. August 1512 die Florentiner Miliz von spanischen Truppen geschlagen wurde, bedeute das die Rückkehr der Medici. Am 7. und 10. November verlor Machiavelli seine Ämter und wurde verbannt. Zeitweilig geriet er sogar in Gefangenschaft, wurde aber schließlich begnadigt.[15]

Man verbannte ihn aus allen Ämtern und aus der Stadt auf sein Landgut San Casciano. Da er zeitweise sehr geachtet war, nahm ihn der Sturz von 1512 schwer mit. Andererseits reifte er aber in eben dieser Zeit zum großen Staatsdenker heran. In seinem „Exil“ konnte er seinen Horizont in Bezug auf die Menschen und ihr Potential erweitern. Er wurde zum Menschenkenner, entwickelte aber auch seine negative Anthropologie. Von Interesse sind für ihn große historische Persönlichkeiten wie auch der Durchschnittsmensch, den er in seinem Facettenreichtum erfassen konnte.[16]

Das Leben auf dem Landgut schildert er in einem Brief an Vettori am 10. Dezember 1513. Darin beschreibt er, wie er sich den großen Dichtern und Denkern der Antike zuwendet. Aus dieser Zuwendung zur Antike schöpft er seine Gedanken über die Politik. Die Discorsi sind der Anfang dieser Besinnung.[17]„Zwischen Juli und Dezember 1513 schreibt Machiavelli sein berühmtes Buch: „Il Principe“.[18]Als Machiavelli seine Theorien entwickelte, ging die politische Renaissance in Italien bereits ihrem Ende entgegen.[19]

1519 erhielt Machiavelli den Auftrag, ein Gutachten über die Reform des Staates zu verfassen. Darin forderte er die Medici auf, die Republik wieder herzustellen.

1525 vollendete Machiavelli die Geschichte von Florenz. Papst Clemens VII. beauftragte ihn 1526 mit der Verteidigung von Florenz. Am 11. Mai 1527 wurde bekannt, dass kaiserliche Truppen Rom geplündert hatten (Sacco di Roma). Schon am 16. Mai rief man erneut und zum letzten Mal die Republik in Florenz aus. Machiavelli galt nun als Parteigänger der Medici und wurde abserviert. Er starb kurz darauf am 22. Juni. Sein Leben war von Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Die Unsicherheit in seinem Leben spiegelt sich wieder in seinen Schriften.[20]Mit der Brandschatzung Roms fand die Renaissance in Italien ihr ultimatives Ende[21].

1557 ließ Papst Paul IV. auf Drängen der Jesuiten das Werk Machiavellis verbieten. „Die von den Jesuiten gegen Machiavelli entfachte Polemik bediente sich der propagandistisch wirkungsvollen Methode, einzelne Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen und sie dann zu einem Zerrbild von Werk und Author zusammenzuklittern. Das so verfertigte Etikett des Machiavellismus' sollte schon bald von der politischen Demagogie aufgegriffen werden, um es dem jeweiligen Gegner anzuhaften, wenn es galt, diesen als gewissenlosen Machtpolitiker zu brandmarken.“[22]

1.2 Die Grundbegriffe

1.2.1 Fortuna

Fortuna war die Göttin des Schicksals im antiken Rom. Versinnbildlicht wurde sie als Frau, auf dem Glücksrad sitzend. Wie die Geschichte der Menschheit, so ist auch das Glück des Einzelnen einem Kreislauf unterworfen. Zunächst sitzt man obenauf und schon im nächsten Moment kippt das Glück, das Rad dreht sich und mit einem Male findet man sich unten. „Was heute möglich ist, kann morgen wieder unmöglich sein...“[23]Alles im Leben, was der Mensch nicht voraussehen, geschweige denn beeinflussen kann, also all jenes, dem er ausgeliefert ist, wird nicht dem Zufall oder etwas ähnlich diffusen zugeschrieben, sondern einer transzendenten, überirdischen Macht, so dass der Mensch dem Ursprung von Freud und Leid ein Gesicht geben kann.[24]

Fortuna lässt es nicht zu, dass man sein ganzes Leben vorausplant.[25]Machiavelli erkannte bereits, dass ein streng rationales Handeln unmöglich ist, da es zu viele unbekannte Variablen gibt. „Fortuna“ steht als Ausdruck für das mangelnde menschliche Wissen über die das Handeln bestimmenden Gesetze. Es ist nicht möglich, in jedem Fall vorauszusehen, wie die Dinge kommen werden.“[26]„Fortuna wird hier für all jene Ereignisse verantwortlich gemacht, die entgegen allen rationalen Kalkulationen und Erwartungen eingetreten sind.“[27]

Sie ist zwar eine zwingende Macht[28], ist aber nicht gleichzusetzten mit Schicksal, sondern eher mit Glück und Unglück. Entgegen des Zeitgeistes, der Fortuna zur alleinigen bestimmenden Macht über das Schicksal erhebt[29], sieht Machiavelli in ihr nur eine Determinante der menschlichen Existenz. Daneben schreibt er Virtu einen genauso großen Einfluss zu.[30]Für Machiavelli ist Fortuna eben keine transzendente Gottheit, sondern die „Begrenztheit der menschlichen Natur“[31].

„Inconstant and fickle, Fortuna cannot be swayed by worship accorded a normal deity. She asks not to be worshipped but to be recognized...“[32] „Mit der Emanzipation des Menschen von religiösen Ordnungsentwürfen [wird] ein Teil seiner sozialen Umwelt autonom. Wo die Götter nicht mehr persönlich sein Geschick bestimmen, [...] wird die eigene Umwelt in Grenzen als „machbar“ erlebt.“[33]

Geschichte ist nicht vorherbestimmt, jedoch auch nicht frei von himmlischen Eingriffen.[34]Aber selbst wenn der Lauf der Dinge in den Sternen stehen sollte, bleibt Platz für individuelle Entscheidungen. Zwar hat Machiavelli nach den Notwendigkeiten der Politik gesucht und sie auch gefunden; wäre diese Notwendigkeit jedoch zwingend im kausal-mechanischen Sinne und somit aller Verantwortung entledigend, brauchte man nicht über den Staat zu diskutieren, „man könnte sich nur dieser unerbittlich alles zermalmenden Maschine hinwerfen, wie es die Männer tun müssen, die in die unvorstellbare Härte der modernen Materialschlacht hineingeworfen werden.“[35]

1.2.2 Necessita

Machiavelli entwickelte den Begriff im 15. Kap. Princ., das nicht zur Urform, sondern zur Erweiterung gehört. Nach Kluxen meint Necessita den „von den Umständen ausgehenden Zwang“[36]Sie ist aber kein kausaler Zwang. Vielmehr ist Necessita ein teleologischer Zwang, der besteht, wenn das Ziel schon gesetzt ist. Necessita bestimmt nicht das Ziel, sondern den Weg.[37]

Necessita ist eine durch die Entwicklung des Laufs der Dinge entstandene Notlage, die ein bestimmtes Handeln erfordert ( sprich: notwendig macht), um gemeistert zu werden. Politischer Notwendigkeit überlässt Necessita nicht das letzte Wort. Notwendigkeit ist bedingt, das Gute aber unbedingt. Der real nicht gute Machtkampf steht der sittlichen Bestimmung des Staates gegenüber.[38]Da die Notwendigkeit bedingt ist, ist es auch das politische Leben. „Politik, von Machiavelli bestimmt als der Versuch, der mit Notwendigkeit ablaufenden geschichtlichen Entwicklung das Beste abzugewinnen,...“[39]Für Machiavelli ist der Staat nicht gegeben, sondern aufgegeben. Durch den sittlichen Zweck wird die menschliche Kultur zur Aufgabe des Staates. Da gerade der Realist Machiavelli die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit erkannte, stellte er auch die Frage nach der Verwirklichung.[40]

1.2.3 Virtu

Die positive Seite der Fortuna ist die Gelegenheit, wie sie den Menschen bietet: le occasione. Die Gelegenheit zu erkennen und zu nutzen ist Ausdruck der Virtu.

Abgeleitet von lat.: vir = Mann bedeutete Virtu ursprünglich Mannhaftigkeit, was wiederum so viel bedeutet wie Tauglichkeit für den Krieg. Statt Tauglichkeit kann man auch von Tüchtigkeit sprechen. Daraus wurde dann später die Tugendhaftigkeit. Am Beispiel des Agathokles im 8. Kapitel des Principe lässt sich erkennen, dass Machiavelli unter Virtu sowohl Tüchtigkeit als auch Tugendhaftigkeit versteht.

„Die Tugenden des Mittelalters verschwanden allmählich. Über alle anderen Tugenden und den persönlichen Gaben konnte der Einzelne zur Vollkommenheit gelangen. Die Renaissance virtu war analog zur römisch-antiken virtus. Mit der christlichen Tugend hat sie wenig gemein.“[41]

Virtu und Fortuna stehen in „Fundamentalopposition“ zu einander.[42]„Virtue conquers fortune.“[43]Wer tüchtig ist, wird seines eigenen Glückes Schmied und zwingt Fortuna in seinen Dienst. Doch auch wenn Virtu die Gegenmacht zu Fortuna im allgemeinen und Necessita im speziellen ist[44], so kann aber die eine Seite nie gänzlich über die andere triumphieren. Virtu ist vor allem ein Potential, dass, so groß es auch sein mag, sich nur dann zu entfalten vermag, wenn sich die historische Situation als günstig erweist. Die Gelegenheit ist aber ein Produkt der Fortuna, womit Virtu wiederum abhängig von Fortuna wird.[45]Diese Kräfte stehen in einem Verhältnis ständigen Wandels zum Menschen.[46]Letztendlich bleib die Gesamtheit der Kräfte, die auf den Menschen einwirken, jedoch gleich, sie pendelt nur zwischen den Polen Virtu und Fortuna hin und her.[47]Mal wird das Leben mehr von Fortuna bestimmt, dann ist es Zeit, zu tun, was Necessita vorschreibt. Ein anderes Mal sind die Zeiten besser und man kann mit Virtu günstige Gelegenheit ergreifen.

Man kann sich vor Fortuna schützen, wie man Dämme gegen einen reißenden Fluss bauen kann.[48] Dazu muss man den richtigen Zeitpunkt zum Handeln erkennen, bzw. sein Handeln den Umständen anpassen. Nach Machiavellis negativer Anthropologie gibt es aber keinen Menschen, der seine Handlungsweisen jeder Situation gerecht anzupassen vermöge.[49] Nur die Römer sind in ihrer übersteigerten Idealisierung nie müßig gewesen und haben die Zeichen der Zeit immer richtig zu deuten und zu nutzen gewusst.[50]Virtu selbst ist aber nicht im Stande, ein Problem zu lösen, es ist Objekt und nicht Subjekt. Es kommt auf den Menschen an.

Das zeigt auch das Beispiel von Hannibal und Scipio. Man kann mit unterschiedlichen Mitteln dasselbe Ziel erreichen, bzw. mit dem gleichen Eigenschaften einmal siegreich sein und einmal eben nicht.[51]Bequemlichkeit führt am Ende immer dazu, dass an ehemals erfolgreichen Methoden festgehalten wird, selbst wenn sie keinen Erfolg mehr bringen ( Princ. I 195). „Wird freilich die geschichtliche necessita nicht erkannt oder besitzen die politisch Agierenden keine virtù, so werden sie zum Spielball eines dunklen und unüberschaubaren Schicksals, zum Opfer der Launen Fortunas.“[52]

Virtu ist die Kraft, einen vitalen Staat zu erschaffen und zu erhalten. Sie ist die aufbauende politische Tüchtigkeit. Von einer Republik kann dort geredet werden, wo Virtu vorhanden ist.[53]„Ohne Virtu des Volkes, so Machiavelli, sei kein Staat fähig, über längere Zeit innerer Stabilität zu bewahren.“ „Für Machiavelli ist virtu der Inbegriff all dessen, was geeignet ist, die Lebensfähigkeit und Stabilität des Gemeinwesens zu gewährleisten.“[54]

„Vielmehr ist virtu der Inbegriff der zur Erreichung des übergeordneten Ziels erforderlichen Energie und Kompetenz der politisch Handelnden. Dieses übergeordnete Ziel aber ist die Selbsterhaltung der politischen Gemeinschaft.“[55]„An diese bürgerlich.- republikanische Tradition knüpfte Machiavellis Begriff der virtu an: Nur unter der Voraussetzung, dass eine bedeutende Zahl von Bürgern an der Regierung des Staates beteiligt war, war Machiavelli bereit, diesem Staat zuzugestehen, dass er Träger der virtu und von dieser beseelt sei.“[56]„Das Entscheidende aller Staatskunst ist: die Triebkraft der virtù nicht einschlafen zu lassen.“[57]

Menschen wie Boglioni, die weder vollkommen gut, noch vollkommen schlecht sind, werden durch ihre Passivität zu Schädlingen (Disc. I 27). Das vernichtende Urteil ergibt sich daraus, dass er eine günstige Gelegenheit verstreichen ließ.[58]

Große Feldherren wie Agathokles hatten zwar Stärke, Mut, Charisma aber keine Güte, Mitgefühl etc., wie Scipio Africanus Maior oder Michele di Lando. Weltruhm bleibt den Gründerheroen vorbehalten.

1.3 Machiavellis Menschenbild

Die Humanisten griffen auf die alten Dichter und Denker der Antike zurück, um vorwärts in die Freiheit zu schreiten. „Die Geschichte lehrt die Einsicht in die nützlichen und guten Dinge. [...] Das Studium der Geschichte hat für Machiavelli recht eigentlich einen lehrhaften Wert. Geschichte ist ihm nicht schöne Unterhaltung, sondern nützliche und notwendige Belehrung; denn wer die Lehre der Geschichte beachtet, kann sich vor Schaden und Misserfolg bewahren.“[59]

Machiavelli aber ist zwar stilistisch, doch keinesfalls inhaltlich ein Humanist. Die Welt des Machiavellis war das „Vivre Politico“. Ideal war das zivil bescheidene und ehrbare Leben.[60]Doch statt der sittlichen Selbstausbildung des Individuums, betonte Machiavelli den übermächtigen Staat, „der aus der destruktiven anthropologischen Rohsubstanz erst den Menschen im höheren Sinne, d. h. den im Staat aufgehenden Bürger formt und daher zu seinem Erhalt von jeglichen Einschränkungen durch christliche Moral freigesprochen wird.“[61]

Pico della Mirandola schreibt in „Von der Würde des Menschen“, wie Gott zu Adam spricht: „Ich habe Dich weder himmlisch noch irdisch gemacht, weder sterblich noch unsterblich, damit du dein eigener Bildner und Erzieher seiest, zu welchem Bilde und Wesen Du willst, Du kannst zum Tier entarten – du kannst aufsteigen zu Gott.“[62]Es besteht ein ambivalentes Gleichgewicht, da der Mensch nie ganz gut oder ganz böse sein kann.[63]Die negative Anthropologie („anthropologischer Pessimismus“) stellt die Basis für die politischen Überlegungen Machiavellis da.[64]

Laster sind bestimmend für das Menschenbild Machiavellis. Laster führen zu Gräueltaten, wenn sie nicht durch Erziehung und Gesetzte gebannt werden.[65]

Die moralische Bewertung verschließt sich der politisch-militärischen Realität der Kaiserzeit. Ausgangspunkt seiner Staatstheorie ist sein egoistisch-pessimistisches Menschenbild. Der Mensch handelt nur gut, wenn man ihn dazu zwingt.[66]Und da der Mensch eher zum Bösen tendiert, muss der Staat daher autoritär handeln.[67]

Ehrgeiz ist die Triebfeder menschlichen Handelns.[68]Daher handelt der Mensch schlecht und eigennützig, sobald er die Gelegenheit dazu hat. Um gut zu handeln, muss man ihn zwingen.[69]

„Welche der beiden Seiten der janusgesichtige Mensch jeweils zeigt, hängt Machiavelli zufolge allein von den jeweiligen politischen Konstellationen ab.“ Dass die Menschen eher zum Bösen als zum Guten neigen, ist für Machiavelli eine historisch erwiesenen Tatsache, aber nicht unabänderlich.[70]

Auf kulturelle Blüte folgt politischer Untergang. Machiavellis Pessimismus erklärt sich vor dem Hintergrund des Niedergangs der comuni. Trotz Sympathien für die Demokratie musste er immer wieder mit ansehen, wie sich persönlicher Ehrgeiz über Vernunft setzt.[71]Dieser Ehrgeiz sollte seine Grenzen in einer vom Volk getragenen Verfassung finden. Privategoismus soll durch Gesetze kanalisiert werden, Wettbewerb möglich sein.[72]

„Alles Gute verdirbt mit der Zeit.“ Jede noch so gute Staatsform kann entarten. Die Menschen neigen allzu leicht zur Verderbnis. Der Trend zur Dekadenz wird von Machiavelli als Kreislauf beschrieben.[73]Diese zyklische Geschichtsauffassung wurde von Polybios übernommen, der sie wiederum aus Platons Politeia übernahm.[74]Der Staat kann jede Krise meistern, solange er auf einem starken Fundament ruht. Ist der Zenit erreicht, macht sich allmählich Korruption breit.[75]

Machiavelli behält sie jedoch nicht bis in letzter Konsequenz bei, denn dies hätte zur Folge, dass die Geschichte einer unabänderlichen Naturgesetzlichkeit unterworfen wäre. Stattdessen entwickelt er zu Beginn des zweiten Buchs der Discorsi eine zweite Theorie. Demnach sind die Dinge immer in Bewegung, auf und ab. Gut und böse sind immer im gleichen Maße vorhanden, aber unterschiedlich verteilt, da die gesamte Virtu der Welt von Volk zu Volk wandert.[76]

„Festgehalten werden kann, dass für das Menschenbild Machiavellis die natürliche Neigung des Menschen darin besteht, seine Leidenschaften und Bedürfnisse zu befriedigen bzw. seine ehrgeizigen und egoistischen Interessen umzusetzen.“ Dies wird unter dem Begriffambizionezusammengefasst. „Die Begrenztheit der zur Verfügung stehenden Güter und der gleichzeitige unbegrenzte Aneignungs- und Besitzwunsch der einzelnen führen zu einer permanenten Spannung mit jedem einzelnen Menschen.“[77]

„Der Mensch hat keine dämonische Natur. Er kann das Schlechte wählen, und da diese Wahl die einfachere ist, ist sie auch die häufigere.“[78]

„Machiavelli lehnt also, das zeigt sich einmal mehr in diesen Formulierungen, jede prinzipielle Schematisierung des Menschen ab: Weder ist der Mensch grundsätzlich gut, noch ist er grundsätzlich schlecht und ob er sich nach der einen oder der andern Seite wendet, ist nicht zuletzt Frage der politischen Ordnung.“[79]

Aus der Schlechtigkeit der Menschen erschließt sich die Schlechtigkeit der Politik.[80]Anders ausgedrückt: der Staat findet seine Begründung in der Schlechtigkeit der Menschen. Das Fehlen staatlicher Ordnung führt zum Kampf aller gegen alle. Der Staat steht dieser Anarchie entgegen. „Menschliche Existenz bedarf kurzerhand der Macht.“[81]

„Der Staat, seine Stabilität und Ordnung, wird damit für Machiavelli zum einzigen Garanten gegen die menschliche Neigung zum Bösen und die Auslieferung der Geschichte an die Willkür des Zufalls.“[82]

Da vor allem die Mächtigen von Habsucht geprägt sind, muss der Staat auf ein breites, republikanisches Fundament gesetzt werden.[83]

1.4 Machiavellis Verständnis der Politik

Es ist weit verbreitet und dennoch unzutreffend, Machiavelli als den erstenWissenschaftler der Politikzu bezeichnen. „Although there are those who imply the opposite, by claiming that Machiavelli was the founder of political science, it is now generally agreed that he was not a systematic, analytic political thinker.“[84]Trotz seiner empirischen Arbeitsweise war er kein Politikwissenschaftler, weil er nicht systematisch genug arbeitete. Aber es wäre nicht vollkommen falsch, in seinen Methoden eine Vorform mancher politischer Analyse zu sehen. „Machiavellis politische Theorie ist kein Gefüge aus Sätzen, die aus obersten unveränderlich feststehenden Axiomen deduktiv abgeleitet wird;...“[85]

Machiavelli war ein Praktiker und politischer Pragmatiker. Daher ist bei Mittermaier auch von „praktischer Demokratie“ die Rede. Bei Erörterungen ging es ihm stets um Anwendbarkeit und Erfolgsaussichten. Er wollte im Grunde alle Strukturen, die eine stabile Ordnung des Staates gefährden, ausmerzen. Deutlich ist aber das Bekenntnis zu einer direkten Beteiligung des Volkes. Charakteristisch für die Arbeitsmethode Machiavellis ist es, Vor- und Nachteile von Monarchie und Republik gegeneinander abzuwiegen. Die Sache gilt immer der besten Staatsform für das zerstrittene Italien.[86]

Machiavellis rechter Staat war ohne Frage die Republik.[87]Das perfekte Vorbild war in seinen Augen das Imperium Romanum, das die Virtu der Welt auf sich vereinigen konnte. Basis des Aufstieg Roms sind Tüchtigkeit und Tapferkeit gewesen.[88]Diese Virtu fehlte seiner Gegenwart, weshalb Italien uneins war. Machiavelli ist demokratischer als die meisten Menschen seiner Zeit, jedoch mit Blick auf den Erfolg.

Ein häufig begangener Fehler ist es, Machiavellis Bekenntnis zur Staatsform in „Il Principe“ zu suchen und nicht in den „Discorsi“. Der Fürst erhält lediglich den Auftrag, eine Krisensituation zu meistern, analog zu den Diktatoren der römischen Republik. Er ist aber nur ein Herrscher auf Zeit, kein Dynast. Nur die Republik ist Garant für Freiheit und Stabilität von Dauer. Der Fürst hat Sondervollmachten, da ein verderbtes Gemeinwesen es schwierig macht, in Krisensituationen die Freiheit der Verfassung zu bewahren.[89]Machiavelli weiß um den Machtwillen des Einzelherrschers und stellt ihm die Vernunft zur Seite.

Sein Staatsbegriff „lo stato“ ist komplex und fälschlicherweise häufig zu eng interpretiert worden. Für Machiavelli bedeutete Staat als stato der Fürst und seine Clique; das Herrschaftsgebiet; Objekt und Substrat der politischen Herrschaft; Inhaber der öffentlichen Gewalt – comune; Stadt mit cantado; aber auch der Flächenstaat.[90]

Mensch und Staat liegen im Mit- und Gegeneinander. Machiavelli spricht sich für den Staat aus, als ein geordnetes Gemeinwesen. In Staat wie im Leben des Einzelnen wechseln Auf und Ab, Glück und Unglück.[91]Besondere Betonung erhält die Gemeinschaft. Kollektiver Egoismus trägt den Staat, Partikularinteressen zerstören ihn. Anarchie ist der Ausdruck der Dekadenz, des Eigennutzens und der Uneinigkeit. Ein Tugendhafter Staat zeichnet sich durch Ordnung, Sicherheit, Freiheit und Rechtsgleichheit aus. Anders formuliert: Gesetze und Ordnung sollen die Freiheit erhalten und fördern[92] Der höhere Zweck des Staates liegt darin, den Menschen zum Guten zu erziehen. Die Verfassung muss „flexibel“ sein, um das Auf und Ab im Lauf der Dinge mitzutragen.[93]

Es scheint, als sah Machiavelli eine egalitäre Bürgerschaft, regiert von einer bürgerlichen Elite als Ideal. Wichtig war ihm aber das Gleichgewicht des Staates. Daher bestand er auf Unterschiede. Er ist also doch kein Sozialrevolutionär, sondern eher konservativ eingestellt.[94]

Machiavellis Ethos lässt sich durch den Zwang der Gesetze verwirklichen. „Der Staat ist sittlich begründet.“ Er ermöglicht sittliches Handeln. Gesetze allein reichen aber nicht aus. Sie können nur zum sittlichen Handeln erziehen. Der Staat muss das Böse einschränken, damit das Gute gedeihen kann. Das Ethos fordert den Menschen zum Guten, kann sich aber nur in einem Staat entwickeln, der über sittliche Kraft verfügt. Daraus entsteht eine Wechselwirkung. Ethos und Staat sind voneinander abhängig. Die Begründung des Staates liegt im Wesen des Menschen. Ginge es beim Staat nur darum, die Anarchie zu bändigen, wäre jeder einigermaßen geordnete Staat gut genug für Machiavelli. Das Wohl der Allgemeinheit ist aber nur in Freistaaten zu verwirklichen.[95]

„Für Machiavelli bleibt die eine Hauptsache wichtig, daß neu gegründete Staaten dann Aussicht auf eine günstige Entwicklung haben, wenn sie von Anbeginn an mit guten Einrichtungen und guten Gesetzen ausgerüstet sind. Diese bilden das unbedingt notwendige Gerippe für einen lebensfähigen Staatskörper, das in aller erster Line gesund sein muß.“[96]

Machiavelli hat zwar, wie v. Muralt richtig erkannte, normative Vorstellungen vom rechten, republikanischen Staat gehabt bzw. die Republik alle anderen Staaten vorgezogen, er hat aber auch festgestellt, dass dort, „wo die republikanische virtu fehlt, auch keine Republik bestehen könne.“[97]

1.5 Die Rolle der Religion

Religion ist zwar eine Stütze des Staates.[98]Sie ist das Fundament der Gesetze und der Sittlichkeit, liefert jedoch keine Begründung für den Staat.[99]

Machiavelli geht zur Praxis der Katholischen Kirche auf Distanz. Die Katholische Kirche hat vielmehr Schuld an der Zersplitterung Italiens. Religion soll zwischen Volk und Staat vermitteln.[100]

Wenn Machiavelli den Klerus abwertet, dann um die Religion zu stärken. Er vergleicht das Christentum mit der Religion des Altertums, wobei das Christentum als zu sehr jenseitsfixiert kritisiert wird.[101]Das Christentum ist verantwortlich für die Verrottung und Verweichlichung der Menschen.[102]

Machiavelli war kein Atheist sondern ein Deist. Er spricht selten von Gott, stellt ihn mitunter dem Glück gleich. Fortuna wiederum bekommt Züge einer Göttin. Machiavelli erkennt den Menschen bereits als gestaltendes Subjekt, stellt ihm aber Necessita und Fortuna als überirdische Kräfte entgegen.[103]

1.6 Das Verhältnis von Discorsi und Il Principe

Der Begriffsinhalt des Machiavellismus' im allgemeinen Sprachgebrauch wird nahezu ausschließlich aus dem Principe gespeist. Dadurch reduziert man Machiavelli aber auf dieses Werk. Wenn man wie die Jesuiten willkürlich den Text auseinander nimmt, um zu polemisieren, bleibt ein Zerrbild zurück, dass alles ist, nur nicht das, was der Autor sagen wollte. Es ist falsch, Machiavellis Bekenntnis zur Staatsform im Principe und nur dort zu suchen.

Natürlich mag es auf den ersten Blick verwirrend wirken, dass sich Machiavelli einerseits für die Republik ausspricht und zum anderen über die Fürstenherrschaft schreibt. Es erscheint zunächst ein wenig schizophren.

Andererseits kann man den Fehler begehen, den Principe als opportunistisches Werk abzutun, mit dem Machiavelli sich bei den Medici beliebt machen wollte. „[...] Der Principe kann als Bewerbungsschreiben verstanden werden, mit dem er hofft, einen potentiellen Arbeitgeber von seinen Fähigkeiten zu überzeugen.“[104]„Er widmete es erst Guiliano de Medici, nach dessen Tod 1516 jedoch Lorenzo de Medici.[105]

Stattdessen soll hier ein wesentlich engeres Verhältnis zwischen Discorsi und Il Principe angenommen werden: „Überhaupt darf es als übereinstimmendes Ergebnis aller neueren Machiavelliforschung gelten, daß Discorsi und Principe einem einheitlichen Grundkonzept entspringen (und daß die früher übliche Gegenüberstellung der „republikanischen“ Discorsi und des „absolutistischen“ Principe auf einer falschen, nämlich einer Verfassungsrechtlichen Fragestellung beruhte, die für Machiavelli nichts weniger als zentral war).“[106]

Diane Pfaff schreibt, „Machiavellis politische Schriften seien aus einem Guß“ und verweist dabei auf Chabod und Sasso. Desweiteren folgert sie, dass Discorsi und Principe zur gleichen Zeit entstanden sein müssten.[107]Buck schreibt dazu: „Machiavelli habe im Juli 1513 die Ausarbeitung der „Discorsi“ abgebrochen, und sie vermutlich 1514 wieder aufgenommen, und spätestens 1519 abgeschlossen. Eventuell seien die „Discorsi“ auch 1517 beendet gewesen, weil sich in ihnen keine Bezüge mehr auf Ereignisse nach 1517 wiederfinden lassen.“[108]

Auch König ist davon überzeugt, dass beide Werke zusammenhängen: „Die Discorsi und der Principe wurden beide zur gleichen Zeit verfaßt [...] Bedenkt man die beiden Werke näher, so wird man bald gewahr, daß der Geist, der in ihnen beiden waltet, durchaus der selbe ist.“[109]

Alternativ schreibt Sasso, Principe und Discorsi seien zwar unterschiedliche Theorien, hingen aber in ihrem ideellen Aufbau so zusammen, so dass man von einer gegenseitigen Ergänzung sprechen kann „die eine beginnt da, wo die andere endet, das heißt dann, wenn die objektiven Voraussetzungen für ihre politische Existenz zu einem Ende kommen ...“[110]

Auf jeden Fall muss davon ausgegangen werden, dass beide Werke nicht ohne weiteres von einander isoliert betrachtet werden dürfen, will man zu einem Verständnis gelangen, dass Machiavelli gerecht wird. Die entscheidenden Maximen des Principe lassen sich auch in den Discorsi finden.

Selbst wenn Machiavellis Verständnis von Politik in denDiscorsiein vielfach reiferes ist als imPrincipe, so ist es doch unwahrscheinlich, dass Machiavelli erst 1515 seine republikanische Gesinnung entwickelte. Nicht ohne Grund beschreibt Machiavelli die Alleinherrschaft als Notwendigkeit im historischen Kreislauf einer Republik im I. Buch derDiscorsian der Stelle, an der er sich dem Niedergang der Republiken zuwendet.[111]Das zentrale Thema der Discorsi ist eine Krisenanalyse der Gegenwart Machiavellis am Maßstab der freiheitlichen Republik, die natürlich nicht zu finden ist.[112]

Aus Machiavellis Geschichts- und Menschenbild ergibt sich der Niedergang des Staates, und somit auch der jeder Republik. „[...] um die allgemeine Verderbnis aufzuhalten, gibt es weder Gesetze noch Einrichtungen. Wie gute Sitten zu ihrer Erhaltung der Gesetze bedürfen, sind zu ihrer Befolgung auch gute Sitten erforderlich [...] Aus alldem ergibt sich die Schwierigkeit, ja die Unmöglichkeit, in verderbten Städten eine Republik zu erhalten oder zu begründen.“[113]

„Er fragt einzig danach, ob ein Volk fähig ist, selbst politisch zu handeln (vivre politico), oder ob es verderbt ist (corotta).“[114]„Machiavelli geht es vornehmlich um die Frage, ob man die Verhältnisse einer zerrütteten Stadt so weit ordnen kann, daß ihr Niedergang aufgehalten wird.“ Verderbtheit bedeutet für Machiavelli auch politische und gesellschaftliche Ungleichheit, die es zu überwinden gilt, um zur Republik zurückzukehren.[115]

Wenn ein Volk vollkommen korrumpiert ist, kann es sich nicht mehr selbst regieren. Diese Erkenntnis aus der Analyse der gegenwärtigen Krise führt schließlich zur Handlungsanweisung der Krisenbewältigung, dem Principe.[116] „Fehlt die Virtu der Vielen, so muß sie durch die überragende Virtu eines Einzelnen ersetzt werden.“[117]

Erstaunlicherweise haben weder Machiavelli trotz seiner Kenntnisse der Antike noch die antiken Autoren selbst das Bild des mythischen Vogels Phönix bemüht, um die These vom Aufstieg und Niedergang des Staates zu beschreiben. Dabei ist diese Analogie, man könnte sie alsPhönix-Effektbezeichnen, offensichtlich. Die Republik muss von Zeit zu Zeit wie der Phönix verbrennen, um aus ihrer eigenen Asche wieder aufzustehen. „Soll [...] eine Republik lange bestehen, so ist es notwendig, sie häufig auf ihren Ursprung zurückzuführen.“[118]„Ändert man hier die Einrichtungen nicht, so geht der Staat völlig zugrunde...“[119]

Um die Missstände zu überwinden, sah Machiavelli eine Alleinherrschaft nach dem Vorbild der Diktatur der Römischen Republik vor.[120]Der Diktator nach römischen Vorbild war ein Notstandsbeamter, ausgestattet mit allen Vollmachten, um eine Notlage zu beseitigen. Die gesamte Exekutivgewalt wurde in einer Person vereinigt. Andere Beamte traten ursprünglich zurück, später wurden sie dem Diktator unterstellt. Das Kollegialprinzip galt nicht, damit der Diktator nicht vom Veto des Kollegen behindert würde. Ernannt wurde der Diktator von einem der Konsuln, wenn die Notlage der Republik unmittelbares Eingreifen notwendig machte. Der Senat stellte die Notlage fest und benannte einen Diktator. Während die Gewalt des Diktators keine Schranken kannte, war seine Amtszeit auf nur 6 Monate beschränkt, „welche Zeit für die militärischen Operationen auch genügte (man führte in älterer Zeit ja in aller Regel nur im Sommer Krieg).“ Hielt der Notstand an, wählte man im nächsten Jahr einen neuen Diktator.

Der Notstand war stets ein äußerer, militärischer Notstand. Erste überlieferte Diktatoren stammen aus der Zeit der Sammnitenkriege, erste Hälfte 4. Jh bis erstes Drittel 3. Jh. v. u. Ztr.[121]

Der Unterschied liegt darin, dass der Fürst außerhalb der Verfassung steht, bedingt durch das Ausmaß der Verderbnis. Verfallene Staaten benötigen virtuhafte Führer, die gewaltsam die Macht an sich reißen.[122]Wenn das Sittenverderbnis zu groß ist, als dass die Regierung die Ordnung aufrecht erhalten könnte, und die Anarchie droht, kann nur noch die starke Hand des Alleinherrschers den Untergang abwenden.[123]Der Fürst ist wie schon gesagt nur ein Herrscher auf Zeit, wie der Diktator, eben kein Begründer einer Dynastie. Die Fürstenherrschaft ist nur ein Übergang auf dem Weg zurück zur Republik.[124]„Die Alleinherrschaft kann nur dann ein lebensfähiges Staatswesen errichten, wenn sie ihren Sonderauftrag gleichsam an das Volk zurück gibt und die Gewalt im Staate wieder auf die Schultern vieler verteilt.“[125]

„Es ist die politische Krise, zu deren Überwindung er einen außerordentlichen Mann und außerordentliche Maßnahmen für erforderlich hält. Das Ziel aber, um dessen Willen er beides akzeptiert, ist die Überwindung der Bedingungen, unter denen auf beides nicht verzichtet werden kann. [...] Wo Gesetze geachtet werden, ist kein uomo virtuoso mehr von Nöten, wo durch ethische Überzeugungen und Gewohnheiten die Verhältnisse im Lot sind, müssen sie rechtlich nicht normiert werden. Die Funktion des uomo viruoso in Machiavellis politischer Theorie ist also, sich selbst überflüssig zu machen.“[126]

Faul und v. Muralt sehen im Principe einen „Grenzfall“[127], bzw. „Sonderfall“[128]des Staates. Die Fürstenherrschaft ist keine normale Herrschaft im Denken Machiavellis. Während die Republik unbedingt ist, setzt er für die Fürstenherrschaft Bedingungen voraus, ohne die eine solche Herrschaftsform mehr schadet als nützt.

„Befasste sich der Principe mit einer Situation, in der die ambizione der Menschen durch einen Fürsten eingeschränkt werden muß, so setzt der Republikanismus der Discorsi Bürger voraus, die ihre ambizione freiwillig und von sich aus limitiert haben und darum auch in der Lage sind, die Regierungsgewalt selbst auszuüben, ohne daß der Staat in einem politischen Chaos endet.“[129]

„Nach dieser Unterscheidung gliedert Machiavelli seine Staatslehre in den Teil, der einer politischen Existenz gewidmet ist, und behandelt ihn in den „Discorsi“, und in dem anderen Teil, der dem kranken, dem verdorbenen Staatswesen gilt, das nur noch unter einer Fürstenherrschaft bestehen vermag. Dieser Teil allein wird im Buch vom Fürsten abgehandelt. Es ist, nicht nur dem Umfang nach, der geringere Teil, der für den Notfall, wenn alles andere verloren ist und sonst nichts mehr zu helfen vermag.“[130]

„Während also der Principe einen Sonderfall des Staates in einer allerdings unübertrefflich schlagenden und fesselnden Form behandelt, gehen die Discorsi, in ihrer Art nicht minder interessant, ja vielleicht gewichtiger weil grundlegender und allgemeiner, dem Problem des Staates überhaupt nach. Der „Fürst“ stellt, wie schon Pasquale Villori mit vollem Recht gesagt hat, einen Teil des ganzen politischen Systems Machiavellis dar. Die Grundbegriffe dagegen finden sich vor allem in den Discorsi. Die Discorsi haben, wenn auch nicht auf ihre Form, doch Dank ihren Inhalt die Bedeutung einer „Allgemeinen Staatslehre“ Niccolo Machiavellis. [...] Er suchte die Heilung Italiens; doch der Zustand desselben schien ihm so verzweifelt, daß er kühn genug war, ihm Gift zu verschreiben.“[131]

Ebenfalls mit medizinischen Bildern spricht Machiavelli im Principe: „...wer rechtzeitig vorbeugt, kann leicht heilen; wenn man jedoch wartet, bis die Unruhen ausgebrochen sind, kommt jede Medizin zu spät, denn die Krankheit ist unheilbar geworden.“[132]Auf den Punkt gebracht lehrt Principe, dass die Menschen Unglück und Übel bereits im Entstehungsprozess erkennen können und beizeiten entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten sollten/müssen.[133]„Die „Discorsi“ zeichnen die Krise des gegenwärtigen Italiens, die zu überwinden der Principe berufen wird.“[134]

1.7 Der Vorläufer der Staatsraison

Staatsraison ist die eindeutige Zielsetzung des Staates. Der Begriff ging auf Guicciardini zurück, der von einem souveränen Staat ausging. Machiavellis „repubblica perfetta“ deckt dieses Postulat mit Unabhängigkeit und innerer sowie äußerer Freiheit bereits ab. Giuccardini prägte den Begriffragiondi stato. Machiavelli benutzt stattdessen u.a. „fine“ im Sinne von Staatsinteresse oder Staatsraison. Ziel des Staates ist der Erhalt von Macht und Freiheit. Sie sind Grundvoraussetzung für ein dauerhaftes Gemeinwesen.

Dazu müssen Grundsubstanzen des Staates, seine Verfassung, die Gesetze, die Institutionen, die Erziehung, Moral und Religion intakt sein. Ideal und Wirklichkeit driften weit auseinander, worauf Machiavelli immer wieder hinweist. Zum Erwerb und Erhalt der Staatsmacht muss alles Mögliche getan werden. Der Staat ist bei Machiavelli von höherer Bedeutung als bei seinen Zeitgenossen. Zu seiner Zeit versachlichte der Staat zunehmend, was er bereits erkannte.[135] Savanerola dagegen war in seinem Denken mit Gott als oberster Bezugsgröße der Politik noch im Mittelalter verhaftet gewesen, während Machiavelli bereits irdische Maßstäbe anlegt.[136]

Von Muralt erkennt als Ziel des Staates Ordnung und Sicherheit. Alfred Schmitt geht darüber hinaus, indem er Rechtsgleichheit und Rechtsstaatlichkeit als Ziele benennt.[137]

Machiavelli entwirft eine Politik, die „nicht auf die Ehrenhaftigkeit der Methoden, sondern auf die Richtigkeit des Zieles, und nur nach den Erfolgen [...] zu beurteilen ist..“[138]

„Es ist also eine nur der absoluten Norm der Selbsterhaltung des Staates verpflichte Rationalität des Politischen, die Staatsraison, wie man später sagen wird, die bei Machiavelli an die Stelle der theologisch begründeten politischen Moral des Mittelalters tritt.“ Anders ausgedrückt geht es um die „Subsunction aller ethischen Normen unter den Imperativ staatlicher Selbsterhaltung.“[139]

Die „Grundformel des politischen Erfolgs bei Machiavelli“ sieht ein bestimmtes Verhältnis der Faktoren: Die Virtu muss so groß sein, dass sie Fortuna übertrifft und gegen Necessita die „politischen Ziele staatlicher Selbsterhaltung“ geltend macht und gleichzeitig die Kräfte der Necessita für die Stabilisierung des Staates nützt.[140]

[...]


[1] Vgl.: Faul, E. [1961]: S. 13.

[2] Vgl.: Weber, K.[2005]: S. 108.

[3] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 24.

[4] de Grazia, S. [1989]: S. 208f.

[5] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 24.

[6] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 25.

[7] Brown, A. in: Connel, W. J. u. Zorzi, A. (Hrsg.) [2000]: S. 41.

[8] Vgl.: Rippel, P. [1986]: Nachwort zu Princ. A, S. 232.

[9] Vgl.: Mittermaier, K. [1995], S. 187.

[10] Vgl.: Sasso, G. [1965]: S. 15.

[11] Vgl.: Mittermaier, K. [1995], S. 188.

[12] Vgl.: Sasso, G. [1965]: S. 16.

[13] Vgl.: Boninger, L. in: Tewes, G.-R. u. Rohlmann, M. (Hrsg.) [2002]: S. 137.

[14] Vgl.: Neugebauer, K.-V. (Hrsg.) [1993]: S. 27.

[15] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 26f.

[16] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 11 u. 64.

[17] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 28f.

[18] v. Muralt, L. [1945]: S. 31.

[19] Vgl.: Mittermaier, K. [1995], S. 192.

[20] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 10.

[21] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 32f.

[22] Rippel, P. [1986]: Nachwort zu Princ. A, S. 225.

[23] Pfaff, D. [1996]: S. 76.

[24] Vgl.: Pfaff, D. [1996]: S. 73.

[25] Vgl.: Pfaff, D. [1996]: S. 74.

[26] Pfaff, D. [1996]: S. 77.

[27] Münkler, H. [1982]: S. 302.

[28] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 57.

[29] Vgl.: Pfaff, D. [1996]: S. 75.

[30] Vgl.: Princ. I S.193

[31] Sasso, G. [1965]: S. 134.

[32] e Grazia, S. [1989]: S. 204.

[33] Hegmann, H. [1994]: S. 88.

[34] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 21.

[35] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 60.

[36] Vgl.: Münkler, H. [1982]: S. 249.

[37] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 52.

[38] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 94.

[39] Vgl.: Münkler, H. [1982]: S. 245.

[40] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 97.

[41] Brion, M. [1972], S. 62.

[42] Vgl.: Münkler, H. [1982]: S. 316.

[43] de Grazia, S. [1989]: S. 203.

[44] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 18.

[45] Vgl.: Sasso, G. [1965]: S. 179.

[46] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 17.

[47] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 57.

[48] Vgl.: Princ. A, Kap. XXV, S.193

[49] Vgl.: Sasso, G. [1965]: S. 131.

[50] Vgl.: Princ. A, Kap. III, S. 23.

[51] Vgl.: Sasso, G. [1965]: S. 130.

[52] Vgl.: Münkler, H. [1982]: S. 250

[53] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 56 u. 117.

[54] Münkler, H. [1982]: S. 313.

[55] Münkler, H. [1982]: S. 315.

[56] Münkler, H.[1982]: S. 321.

[57] König, R. [1984]: S. 253.

[58] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 15.

[59] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 74.

[60] Vgl.: Diesner, H.- J. [1994]: S. 71.

[61] Vgl.: Reinhardt, V. [2002], S. 114.

[62] v. Muralt, L. [1945]: S. 11.

[63] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 70.

[64] Vgl.: Münkler, H.[1982]: S. 264.

[65] Vgl.: Buck, A, zit. nach: Diesner, H.- J. [1992], S. 20.

[66] Vgl.: Diesner, H.- J. [1994]: S. 68.

[67] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 39.

[68] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 67.

[69] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 69.

[70] Münkler, H. [1982]: S. 271.

[71] Vgl.: Mittermaier, K. [1995], S. 192.

[72] Vgl.: Mittermaier, K. [1995], S. 193.

[73] Vgl.: Faul, E. [1961]: S. 41.

[74] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 55.

[75] Vgl.: Diesner, H.- J. [1994]: S. 68.

[76] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 56.

[77] Pfaff, D. [1996]: S. 68.

[78] Abbagnano, zit. n.: Pfaff, D. [1996]: S. 69.

[79] Münkler, H. [1982]: S. 270.

[80] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 68.

[81] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 83.

[82] Münkler, H [1982]: S. 268.

[83] Vgl.: Diesner, H.- J. [1994]: S. 69.

[84] Ramsay, M. in: Coyle, M. [1995], S. 174f.

[85] Münkler, H. [1982]: S. 270.

[86] Vgl.: Mittermaier, K. [1995], S. 187.

[87] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 98.

[88] Vgl.: Diesner, H.- J. [1994]: S. 66.

[89] Vgl.: Mittermaier, Karl [1995]: S. 189.

[90] Vgl.: Mittermaier, Karl [1995]: S. 45.

[91] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 37.

[92] Vgl.: Disc. Kap. I 4 u. 16, S. 27ff u. 66-70.

[93] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 85 -90.

[94] Vgl.: Diesner, H.- J. [1994]: S. 72.

[95] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 91ff u. 149.

[96] v. Muralt, L. [1945]: S. 159.

[97] Vgl.: Münkler, H. [1982]: S. 324.

[98] Vgl.: Mittermaier, K. [1995]: S. 193.

[99] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 81 u. 84.

[100] Vgl.: Mittermaier, K. [1995]: S. 195.

[101] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 79.

[102] Vgl.: Disc. Kap. II 2, S. 184.

[103] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 15f.

[104] Hegmann, H. [1994]: S. 93.

[105] Ritter, zit. n: v. Muralt, L. [1945]: S. 31.

[106] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 99.

[107] Vgl.: Pfaff, D. [1996]: S. 38.

[108] Buck, zit. n.: Pfaff, D. [1996]: S. 42.

[109] König, R. [1984]: S. 220.

[110] Sasso, G. [1965]: S. 167.

[111] Vgl.: Sasso, G. [1965]: S. 157 u. 167.

[112] Vgl.: König, R. [1984]: S. 227.

[113] Disc. Kap. I 18, S. 73 u. 76.

[114] Günther, H. [2001]: Nachwort in: Princ. B, S. 156.

[115] Sasso, G. [1965]: S. 160, 167.

[116] Vgl.: König, R. [1984]: S. 227.

[117] Münkler, H. [1982]: S. 275.

[118] v. Muralt, L. [1945]: S. 153.

[119] Faul, E. [1961]: S. 44.

[120] Vgl.: Disc. Kap. I 33, S. 104.

[121] Bleichen, J. [1995]: S. 112.

[122] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 40.

[123] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 114.

[124] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 162.

[125] v. Muralt, L. [1945]: S. 115.

[126] Münkler, H. [1982]: S. 366.

[127] Faul, E. [1961]: S. 44.

[128] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 104.

[129] Münkler, H. [1982]: S. 275.

[130] Günther, H. [2001]: Nachwort in: Princ. B, S. 156.

[131] Vgl.: v. Muralt, L. [1945]: S. 101f

[132] Princ. A, Kap. III, S. 21.

[133] Vgl.: Sasso, G. [1965]: S. 198.

[134] König, R. [1984]: S. 263.

[135] Vgl.: Diesner, H.- J. [1992]: S. 22f, 52, u. 65.

[136] Vgl.: Rippel, P. [1986]: Nachwort zu Princ. A, S. 234.

[137] Vgl.: Münkler, H. [1982]: S. 331.

[138] Vgl.: Sasso, G. [1965]: S. 129.

[139] Münkler, H. [1982]: S. 285.

[140] Vgl.: Münkler, H. [1982]: S. 332.

Ende der Leseprobe aus 94 Seiten

Details

Titel
Der Prinz und der Führer - Die Machtpolitik Hitlers im Lichte des Machiavellismus
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Politikwissenschaft)
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
94
Katalognummer
V160366
ISBN (eBook)
9783640741144
ISBN (Buch)
9783640741298
Dateigröße
746 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Hitler, Machiavelli, Macht, Machtpolitik, Politikwissenschaft, Politische Philosophie
Arbeit zitieren
M.A. Tobias Decker (Autor), 2007, Der Prinz und der Führer - Die Machtpolitik Hitlers im Lichte des Machiavellismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160366

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