Die Hausarbeit besteht aus zwei Kapiteln: Im ersten Kapitel geht es um Roland Barthes.
Roland Barthes beschreibt in seinem Buch "Mythologies" (Mythen des Alltags) den Mythos als Parasit. Das Konzept des Mythos wird im ersten Kapitel erklärt.
Im Zweiten Teil der Hausarbeit geht es um Hayden White. Er betont, dass Geschichtsschreibung nicht objektiv ist. Welche Rolle spielen die Tropen (Metapher, Metonymie, Synekdoche, Ironie) für die historiographische Begriffsbildung? Dies wird beschrieben und erläutert.
Die Hausarbeit ist Teil des Bachelorstudiums und gehört zum Modul Kulturwissenschaft. Es sollte interessant sein für alle Lehramtsstudenten, die eine Fremdsprache im Bachelor of Arts/ Bachelor of Education (z.B. Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, usw.) studieren, da das Modul in all diesen Studiengängen auftaucht. Es eignet sich aber auch perfekt als Nachschlagewerk für Menschen, die sich für die kulturwissenschaftlichen Theorien von Roland Barthes und Hayden White interessieren.
Inhaltsverzeichnis
- Roland Barthes' Konzept des Mythos als Parasit
- Hayden White über die Nicht-Objektivität der Geschichtsschreibung und die Rolle der Tropen
Zielsetzung & Thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit zielt darauf ab, zwei zentrale Konzepte kulturwissenschaftlicher Theorie zu beleuchten: Roland Barthes' Analyse des Mythos als Parasit und Hayden Whites Betrachtung der Nicht-Objektivität von Geschichtsschreibung sowie die Rolle der Tropen dabei.
- Roland Barthes' Semiotik und das Zeichenmodell
- Das Konzept des Mythos als "parasitäres" System
- Ferdinand de Saussures Zeichenmodell
- Hayden Whites Metahistory und die Subjektivität der Geschichtsschreibung
- Erklärungsstrategien in der Historiographie
- Die vier Tropen (Metapher, Metonymie, Synekdoche, Ironie)
Auszug aus der Arbeit: Hayden White über die Subjektivität der Geschichtsschreibung
2. Hayden White betont, dass Geschichtsschreibung nicht objektiv ist. Welche Rolle spielen die Tropen (Metapher, Metonymie, Synekdoche, Ironie) für die historiographische Begriffsbildung?
Hayden Virgil White war ein Historiker und Literaturwissenschaftler. Er war dafür bekannt, die Geschichtsschreibung von einem literaturtheoretischen Blickwinkel aus zu untersuchen. Diesbezüglich veröffentlichte er im Jahr 1973 eines seiner wichtigsten Werke, auf welches in der vorliegenden Arbeit referiert wird. Es handelt sich hierbei um das Werk Metahistory. The Historical Imagination in Nineteenth Century Europe (1973) bzw. die übersetzte Version, die ich im Laufe dieser Arbeit zitieren und referieren werde: Metahistory. Die historische Einbildungskraft im 19.Jahrhundert in Europa (1991).
In diesem Werk analysiert Hayden White sowohl die Geschichtsschreibung als auch die Geschichtsphilosophie, welche stets aufeinander angewiesen sind (Vgl. White 1991, 12). Das Ziel seiner Untersuchung war es, gemeinsame Eigenschaften der auf facettenreiche Art und Weise niedergeschriebenen historischen Ereignisse zu charakterisieren, und zwar so, wie sie in jenen Werken der europäischen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts auftraten. Er konzentrierte sich vor allem darauf, wie die Historiker die zu erzählende, oder wie er es nennt „erklärende" Geschichte dargestellt haben (Vgl. White 1991, 9, 16). In diesem Werk betont White, das die Geschichtsschreibung unmöglich objektiv und neutral sein kann. Er führt hierfür diverse Beispiele und Belege an, welche im weiteren Verlauf dieser Arbeit nach und nach erläutert werden. Laut White können Historiker für die Darstellung ihrer zu erzählenden bzw. erklärenden Geschichte drei Erklärungsstrategien anwenden (Vgl. White 1991, 10):
I) Die Erklärung durch formale Schlussfolgerungen (argument)
II) Die Erklärung durch narrative Strukturierung (emplotment)
III) Die Erklärung anhand ideologischer Implikationen (ideological implication)
Für jede dieser drei Erklärungsstrategien gibt es nach White vier mögliche Instrumente, von denen Historiker Gebrauch machen können, um einen bestimmten Erklärungseffekt zu erlangen (Vgl. White 1991, 10). Bezüglich der formalen Schlussfolgerung erwähnt White den Formativismus, den Organizismus, den Kontextualismus sowie den Mechanismus. Hinsichtlich der narrativen Strukturierung nennt er die Archetypen Romanze, Komödie, Tragödie und Satire. Für die Strategie der ideologischen Implikation schließlich präsentiert er als mögliche Ausdrucksweisen den Anarchismus, den Konservativismus, den Radikalismus und den Liberalismus (Vgl. White 1991, 10). Daraus folgt, dass jeder Historiker seinen individuellen historiographischen Stil mit Hilfe dieser unterschiedlichen Taktiken und Strategien zurechtformen und somit den Sachverhalt seiner Geschichte unterschiedlich darstellen kann.
Zusammenfassung der Hauptkapitel
Roland Barthes' Konzept des Mythos als Parasit: Dieses Kapitel erläutert Roland Barthes' semiologisches Verständnis des Mythos als ein sekundäres Zeichensystem, das ursprüngliche Bedeutungen entfremdet und als kultureller Parasit wirkt. Es wird das dreigliedrige Zeichenmodell nach Saussure und Barthes' Erweiterung mit Beispielen veranschaulicht.
Hayden White über die Nicht-Objektivität der Geschichtsschreibung und die Rolle der Tropen: In diesem Kapitel wird Hayden Whites These dargelegt, dass Geschichtsschreibung niemals objektiv sein kann. Es werden seine drei Erklärungsstrategien (formale Schlussfolgerungen, narrative Strukturierung, ideologische Implikationen) sowie die vier grundlegenden Tropen (Metapher, Metonymie, Synekdoche, Ironie) als präfigurierende Elemente der historischen Darstellung analysiert.
Schlüsselwörter
Roland Barthes, Mythos, Semiotik, Zeichenmodell, Parasit, Hayden White, Geschichtsschreibung, Metahistory, Objektivität, Tropen, Metapher, Metonymie, Synekdoche, Ironie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit befasst sich mit zentralen Theorien der Kulturwissenschaft, insbesondere mit Roland Barthes' Konzept des Mythos und Hayden Whites Ansichten zur Subjektivität der Geschichtsschreibung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Semiotik des Mythos, die Analyse von Zeichen und Bedeutung, die Objektivität historiographischer Darstellungen und die Rolle rhetorischer Figuren (Tropen) in der Geschichtserzählung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit zielt darauf ab, die von Roland Barthes formulierte Rolle des Mythos als Parasit zu erklären und Hayden Whites Argumentation für die Nicht-Objektivität der Geschichtsschreibung, insbesondere durch die Funktion der Tropen, darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine textanalytische und interpretative Methode, indem sie die Theorien und Beispiele von Roland Barthes und Hayden White aus ihren jeweiligen Hauptwerken analysiert und erläutert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Erklärung von Barthes' semiologischem Zeichenmodell und der parasitären Natur des Mythos anhand von Beispielen sowie Hayden Whites drei Erklärungsstrategien und die Funktion der Tropen bei der historiographischen Begriffsbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Mythos, Semiotik, Zeichenmodell, Parasit, Geschichtsschreibung, Objektivität, Tropen, Metahistory und Kulturwissenschaft charakterisieren die Arbeit.
Wie erklärt Roland Barthes die parasitäre Funktion des Mythos?
Barthes erklärt, dass der Mythos als Parasit agiert, indem er den ursprünglichen Sinn eines Zeichens entfremdet und eine "leere, parasitäre Form" schafft, die mit neuem Inhalt befüllt wird, ohne den alten Sinn vollständig zu zerstören.
Welche drei Erklärungsstrategien benennt Hayden White für die Darstellung von Geschichte?
Hayden White nennt die Erklärung durch formale Schlussfolgerungen (argument), die Erklärung durch narrative Strukturierung (emplotment) und die Erklärung anhand ideologischer Implikationen (ideological implication).
Warum ist laut Hayden White die Ironie ein besonderer Tropus?
White betrachtet die Ironie als einen Sonderfall unter den Tropen, da sie mit einem reflexiven Selbstbewusstsein assoziiert wird und als eine reflektierte Verwendung der Metapher mit der Intention verbaler Selbstnegation dient, was sie metatropologisch macht.
Welches Beispiel nutzt Barthes, um die Doppelfunktion des Mythos zu verdeutlichen?
Barthes verwendet das Beispiel eines dunkelhäutigen Soldaten in französischer Uniform, dessen Darstellung die Botschaft vermittelt, dass Frankreich eine große Imperialmacht ist, deren Soldaten unabhängig von ihrer Hautfarbe loyal sind.
- Arbeit zitieren
- Deniz Inkaya (Autor:in), 2022, Kulturwissenschaftliche Theorien am Beispiel von Roland Barthes und Hayden White, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1604076