Dinosaurier von A bis K

Von Abelisaurus bis zu Kritosaurus


Fachbuch, 2010

479 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Abelisaurus

Abrictosaurus

Abydosaurus

Achillesaurus

Achillobator

Acrocanthosaurus

Adasaurus

Aegyptosaurus

Aeolosaurus

Afrovenator

Agustinia

Vorwort

Dinosaurier von A bis K werden in dem gleich-namigen Taschenbuch des Wiesbadener Wissen- schaftsautors Ernst Probst vorgestellt. Bei jeder Dinosaurier-Gattung erfährt man, worauf deren wissenschaftlicher Name beruht. Es folgen Angaben über die Größe, das zeitliche und geographische Vorkommen, die systematische Stellung und über die wissenschaftliche Erstbeschreibung. „Dinosaurier von A bis K“ beschreibt die wichtigsten Gattungen der „schrecklichen Echsen von Abelisaurus bis zu Krito-saurus. Über „Dinosaurier von L bis Z“ informiert ein zweiter Band.

Ernst Probst hat sich durch zahlreiche populärwissen-schaftliche Bücher einen Namen gemacht. Bekannte Werke aus seiner Feder sind: „Deutschland in der Urzeit“, „Rekorde der Urzeit“, „Dinosaurier in Deutsch-land“ (letzterer Titel zusammen mit Raymund Windolf), „Der Ur-Rhein“, „Der Rhein-Elefant“, „Deutschland im Eiszeitalter“, „Der Mosbacher Löwe“ „Höhlen-löwen“, „Säbelzahnkatzen“, „Der Höhlenbär“, „Mon-stern auf der Spur“, „Nessie“, „Affenmenschen“ und „Seeungeheuer“.

Abelisaurus

Name: Abel-Echse

Größe: etwa 6,50 bis 8 Meter lang Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Argentinien (Südamerika)

Systematik: Saurischia (Echsenbecken-Dinosaurier), Theropoda, Ceratosauria, Abelisauroidea, Abelisauridae

Erstbeschreibung: Bonaparte und Novas 1985

Der Raub-Dinosaurier Abelisaurus lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 71 bis 65 Millionen Jahren in Argentinien (Südamerika). Von diesem Tier wurde in der Provinz Rio Negro (Argentinien) nur ein etwa 85 Zentimeter langer Schädel gefunden. Dieser große Schädel mit rundlicher Schnauze ist locker gebaut. Die Nasenknochen sind groß und verdickt, die Zähne relativ klein. Das Lebendgewicht des bis zu acht Meter langen und zwei Meter hohen Dinosauriers wird auf weniger als 1,5 Tonnen geschätzt. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1985 durch die argentinischen Paläontologen José F. Bonaparte und Fernando E. Novas. Der Gattungsname Abelisaurus ehrt Professor Roberto Abel, den Entdecker eines Schädels und Di-rektor des „Argentinian Museum of Natural Science“. Die einzige Art heißt Abelisaurus comahuensis. Abelisaurus stand mit keinen anderen theropoden Raub-Dinosaurier der Kreidezeit in engerer stammesgeschichtlicher Beziehung. Deswegen hat man ihn zusammen mit anderen Gattungen einer eigenen Familie namens Abelisauridae zugeordnet. Da man das Skelett von Abelisaurus nicht kennt, beruhen Rekonstruktionen auf der Anatomie anderer Abelisauriden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild

von Abelisaurus comahuensis. Zeichnung

von Jordan Mallon

Abrictosaurus

Name: Wache Echse

Größe: etwa 1,20 Meter hoch Vorkommen: Untere Jurazeit Funde: Südafrika

Systematik: Ornithischia (Vogelbecken-Dinosaurier), Cerapoda, Ornithopoda, Heterodontosauridae Erstbeschreibung: Thulborn 1974

Vom Dinosaurier Abrictosaurus aus der Unteren Jurazeit vor etwa 200 bis 190 Millionen Jahren liegt nur ein Schädelfund aus Südafrika vor. Abrictosaurus wurde 1974 von dem australischen Paläontologen Richard A. Thulborn erstmals wissenschaftlich beschrieben. Im Gegensatz zu anderen Dinosauriern aus der Familie der Verschiedenzahn-Dinosaurier (Heterodontosauridae) hatte Abrictosaurus keine Eckzähne. Sein Schädel ähnelt so sehr demjenigen von Heterodontosaurus, dass manche Experten vermuten, bei Abrictosaurus könne es sich um ein weibliches Tier von Heterodontosaurus handeln. Abrictosaurus soll in seinem Lebensraum trockene und feuchte Jahreszeiten ertragen haben müssen. Während der Trockenheit soll er eine Art Sommerschlaf gehalten haben, um anschließend in der pflanzenreichen Regenzeit wieder Kräfte zu sammeln.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild

von Abrictosaurus. Zeichnung von

Mariana Ruiz Villarreal ( „ Lady of Hats “ )

Mariana Ruiz Villarreal, geboren 1974 in Mexico City, eine mexikanische Künstlerin und Illustratorin,

lebt in Hamburg an der Elbe. Sie hat viele Zeichnungen und Abbildungen

für das Online-Lexikon „ Wikipedia “

unter ihrem Pseudonym „ Lady of Hats “ veröffentlicht. Einige dieser Zeichungen wurden mit ihrer Erlaubnis in diesem Buch abgedruckt.

Abydosaurus

Name: Abydo-Echse

Größe: etwa 15 Meter lang

Vorkommen: Untere Kreidezeit Funde: Utah (USA)

Systematik: Sauropodomorpha, Sauropoda,

Macronaria, Titanosauriformes, Brachiosauridae Erstbeschreibung: Chure, Britt, Whitlock und Wilson 2010

Der pflanzenfressende Elefantenfuß-Dinosaurier Abydosaurus lebte in der Unteren Kreidezeit vor etwa 105 Millionen Jahren in Nordamerika. Die wissen-schaftliche Erstbeschreibung erfolgte 2010 durch die Paläontologen Daniel Chure, Brooks B. Britt, John A. Whitlock und Jeffrey A. Wilson. Der Gattungsname Abydosaurus bezieht sich auf die ägyptische Stadt Abydos, wo Kopf und Hals von Osiris, dem altägyptischen Gott des Jenseits, der Wiedergeburt, der Fruchtbarkeit und der Toten begraben sein sollen. Einzige Art ist Abydosaurus mcintoshi. Die Erstbeschreibung basierte auf zwei vollständig erhaltenen Schädeln, einer Schnauze und einem Hirnschädel, die im „Dinosaur National Monument“ in Utah (USA) entdeckt wurden. Schädelfunde sind bei Sauropoden ungewöhnlich, weil sie wegen ihrer leichten Bauweise selten als Fossilien erhalten bleiben. Laut Online-Lexikon „Wikipedia“ sind nur etwa von einem Drittel der Sauropoden fossile Reste der Schädel erhalten und bei noch weniger Gattungen vollständige Schädel überliefert. Da die wenigen Skelettteile hinter dem Schädel noch nicht präpariert waren, konnte man sie bei der Erstbeschreibung nicht berücksichtigen. Alle vier Schädel waren etwa einen halben Meter lang und ungefähr halb so hoch. Die knöchernen Augenhöhlen sind größer als die Nasenöffnungen und die größten Schädelöffnungen. Im Ober- und Unterkiefer standen auf jeder Hälfte 14 Zähne, die sich in Größe und Form unterscheiden. Die Zähne im Oberkiefer besitzen einen D-förmigen Querschnitt und sind größer als diejenigen im Unterkeifer, deren Querschnitt elliptisch ist. In der Systematik wird Abydosaurus innerhalb der Titano-sauriformes als Schwestergattung von Brachiosaurus („Arm-Echse“) betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schädel von Abydosaurus mcintoshi

Achillesaurus

Name: Achilleus-Echse

Größe: etwa 2,70 Meter lang und 1,50 Meter hoch Vorkommen: Obere Kreidezeit

Funde: Argentinien (Südamerika)

Systematik: Saurischia, Theropoda, Coelurosauria, Maniraptora, Alvarezsauridae

Erstbeschreibung: Martinelli und Vera 2007

Der vogelähnliche Dinosaurier Achillesaurus lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 85 bis 83 Millionen Jahren in Argentinien (Südamerika). Von ihm hat man ein Teilskelett aus der Bajo-de-la-Carpa-Formation in Argentinien geborgen, in der auch Reste des Dinosauriers Alvarezsaurus zum Vorschein kamen. Achillesaurus wurde 2007 durch die Paläontologen Agustín Martinelli und Ezequiel I. Vera erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Gattungsname Achillesaurus bezieht sich auf den griechischen Helden Achilleus (Achilles) und deutet auf die Achillesferse hin, die einzige Stelle, an der Achilleus verwundbar war. Die Erstbeschreiber wählten diesen Gattungsnamen, weil sie an der Fersenregion des Skeletts typische Merkmale entdeckten. Die einzige Art Achillesaurus manazzonei ist zu Ehren von Professor Rafael Manazzone benannt, der den Forschern Daten über Fossilfundstellen in Patagonien bereitstellte und mehrere paläontologische

Exkursionen unterstützte. Achillesaurus wird zu den Alvarezsauridae gerechnet. Dabei handelt es sich um vogelähnliche, zweibeinige Dinosaurier. Auffallend an Achillesaurus waren dessen sehr kurze Arme. Sein Lebendgewicht schätzt man auf etwa 50 Kilogramm.

Achillobator

Name: Achilles-Held

Größe: knapp 5 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Mongolei (Asien)

Systematik: Saurischia, Thero]poda, Deinonychosauria, Dromaeosauridae, Dromaeosaurinae

Erstbeschreibung: Perle, Norell und Clark 1999

Der fleischfressende Dinosaurier Achillobator lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 85 bis 70 Millionen Jahren in der Mongolei (Asien). 1989 entdeckte der Amateur-Paläontologe Namsarai des „Mongolischen Natur-historischen Museums“ während einer russisch-mongolischen Expedition südwestlich des Dorfes Dzun in der Mongolei das erste und einzige bisher bekannte Skelett dieses Tieres. Der Fundort Burkhant gehört zur Bayan-Shireh-Formation. Von anderen Fundstellen dieser Formation kennt man fossile Reste von Enten-schnabel-Dinosauriern, Panzer-Dinosauriern, Elefan-tenfuß-Dinosauriern und Krokodilen. Geborgen wurden ein linker Oberkieferknochen, neun Zähne, einige Hals-, Rücken- und Schwanzwirbel, Rippen-fragmente, einige Hand- und Fußknochen, das rechte Darmbein, Schambein, Sitzbein, der linke Ober-schenkelknochen, das Schienbein und der linke Mittelfußknochen. Die wissenschaftliche Erstbe- schreibung erfolgte 1999 durch die Paläontologen Altangerel Perle, Mark Norell und James Clark in einem mongolischen Journal. Laut Online-Lexikon „Wiki-pedia“ basierte die Beschreibung auf einem vorläufigen Manuskript und wurde ohne Wissen von Clark und Norell veröffentlicht. Der Gattungsname Achillobator setzt sich aus dem Namen des griechischen Helden Achilles und dem Wort bator (Held) zusammen. Die einzige Art heißt Achillobator giganticus („gigantischer Achilles-Held“) und bezieht sich auf eine vermutete sehr starke Sehne, die am zweiten Zeh saß und kräftige Bewegungen der Sichelkralle ermöglichte. Mit einer Länge von knapp fünf Metern und einem Lebendgewicht von schätzungsweise 350 Kilogramm gehörte Achillobator nach Utahraptor aus Nordamerika zu den größten Dromaeosauridae. Als Dromaeosauridae bezeichnet man eine Gruppe von Raub-Dinosauriern innerhalb der Deinychosauria. Dabei handelte es sich um kleine bis mittelgroße, zweibeinig laufenden Fleischfresser, die vermutlich mit den Vögeln (Aves) nahe verwandt waren. Der geborgene Oberkiefer stammt von einem großen Kopf. Jede Hälfte des Oberkiefers trug elf Zähne. Unbekannt ist die Gesamtzahl der Zähne. Die vordere und die hintere Schneidekante der Zähne waren gesägt. Auf der vorderen Schneidekante waren die Sägezähnchen größer als auf der hinteren. Achillobator ging zweibeinig auf seinen relativ kurzen und gedrungenen Hinterbeinen.

Der Oberschenkelknochen war im Gegensatz zu anderen Dromaeosauriden länger als das Schienbein. Die Arme waren lang. Achillobator war vermutlich mit Utahraptor und Dromaeosaurus am nächsten verwandt. Aus diesen drei Gattungen besteht die Untergruppe der Dromaeosaurinae. Die Paläontologen David A. Burnham, Kraig L. Derstler, Philip J. Currie, Robert T. Bakker, Zhonghe Zhou und John H. Ostrom vermuteten 2000, beim Skelett von Achillobator handle es sich um eine Chimäre aus Knochen von mehr als einer Art. Sie verwiesen darauf, dass der Oberkiefer, das Sitzbein, das Schambein und die Schwanzwirbel keine gemeinsamen Merkmale mit anderen Dromaeosauriden hätten und somit vermutlich von einem anderen Tier stammten. Dagegen würden die Fußkrallen tatsächlich zu einem Dromaeosauriden gehören. Die Paläontologen Mark Norell und Peter Mackovicky verwiesen 2004 darauf, dass die Knochen von Achillobator teilweise miteinander verbunden gefunden wurden, was darauf hindeute, dass sie vom selben Tier stammten. Das vertikal ausgerichtete Schambein und dessen stark verbreitertes unteres Ende dagegen hielten sie für sehr untypisch für Dromaeosauriden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Achillobator.

Zeichnung von Matt Martyniuk

Acrocanthosaurus

Name: Hochdornen-Echse

Größe: etwa 11,50 Meter lang

Vorkommen: Untere Kreidezeit

Funde: Oklahoma, Texas, Utah (USA)

Systematik: Saurischia, Carnosauria, Allosauroidea Erstbeschreibung: Stovall und Langston 1950

Der große Raub-Dinosaurier Acrocanthosaurus lebte in der Unteren Kreidezeit vor etwa 125 bis 112 Millionen Jahren in Nordamerika. Der Paläontologe Wann Langston hat dieses Tier 1947 als Acrocanthus bezeichnet. 1950 wurde dieser Dinosaurier von den Paläontologen J. Willis Stovall und Wann Langston wissenschaftlich beschrieben und Acrocanthosaurus genannt. Bei der Untersuchung haben ihnen zwei Teilskelette aus der Antlers-Formation im Atoka Country in Oklahoma (USA) vorgelegen. Der Gattungsname Acrocanthosaurus beruht auf den Wirbelstacheln dieses Tieres (griechisch: akro = hoch, akantha = Stachel). Die einzige Art heißt Acrocanthosaurus atokensis und ist nach dem erwähnten Atoka Country benannt. Später wurden zwei weitere vollständige Skelette bekannt. Das erste stammt aus der Twin-Mountain-Formation in Texas, das zweite mit dem Spitznamen „Fran“ aus der Antlers-Formation in Oklahoma. Einzelknochen hat man auch in Texas, Oklahoma und in der Cedar-Mountain-Formation in

Utah gefunden. Der Dinosaurier „Fran“ erreichte eine Länge von etwa 11,50 Metern und trug einen fast 1,30 Meter langen Schädel. Sein Lebendgewicht wird auf zwei bis drei Tonnen geschätzt. Acrocanthosaurus hatte an jeder Hand drei Finger und besaß fast 30 Zentimeter lange Dornfortsätze der Rückenwirbel, zwischen denen sich ein niedriges Hautsegel spannte. Acrocanthosaurus gilt als der einzige Spinosaurier (Dornenechse) aus den USA. Alle Spinosaurier besaßen auf dem Rücken ein Hautsegel. In Nordamerika schreibt man Acrocantho-saurus viele Dinosaurierspuren zu. Darunter sind die berühmten Glen-Rose-Spuren im „Dinosaur Valley State Park“ im Norden von Texas. Einige der mutmaßlichen Fährten von Acrocanthosaurus fand man in Nähe einer Herde von Elefantenfuß-Dinosauriern. Sie zeigen in dieselbe Richtung. Deswegen vermutet man, dass die fleischfressenden Acrocanthosaurier den großen pflanzenfressenden Elefantenfuß-Dinosauriern bei ihren Wanderungen folgten und auf kranke und schwache Tiere lauerten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Skelett des Acrocanthosaurus „ Fran “

im „ North Carolina Museum of Natural Sciences “

Lebensbild von Acrocanthosaurus.

Gemälde von Dmitry Bogdanov

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dmitry V. Bogdanov, geboren 1971

in Chelyabinsk (Russland), ist ein russischer Paläoartist, lebt in seinem Geburtsort und arbeitet an der

„ Staatlichen Medizinischen Akademie “ in Chelyabinsk (PhD, MD).

Bogdanov hat im Online- Lexikon „ Wikipedia “ zahlreiche Zeichnungen von Dinosauriern ver ö ffentlicht, von denen in diesem Buch mit seiner freundlichen

Genehmigung eine Auswahl abgedruckt wird.

Weitere Werke von Dmitry

V. Bogdanov findet man im Internet unter der Adresse http://dibgd.deviantart.com

Adasaurus

Name: Ada-Echse

Größe: etwa 1,80 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Mongolei (Asien)

Systematik: Saurischia, Theropoda, Coelurosauria, Deinonychosauria, Dromaeosauridae

Erstbeschreibung: Barsbold 1983

Der Raub-Dinosaurier Adasaurus lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 70 bis 68 Millionen Jahren in der Mongolei (Asien). Die wissenschaftliche Erstbe-schreibung erfolgte 1983 durch den mongolischen Paläontologen Rinchen Barsbold. Der Gattungsname besteht aus dem Wort Ada, einem bösen Geist aus mongolischen Mythologie, und dem griechischen Begriff sauros (Echse). Die einzige Art heißt Adasaurus mongoliensis. Adasaurus ist ein wenig bekannter Dromaeosaurier. Der etwa 1,80 Meter lange Dinosaurier unterscheidet sich durch die geringe Größe des Endgliedes der zweiten Zehe mit der für Dromaeo-sauriden typischen sichelförmigen Klaue.

Aegyptosaurus

Name: Echse aus Ägypten

Größe: etwa 16 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Ägypten (Afrika)

Systematik: Saurischia, Sauropodomorpha, Macronaria, Sauropoda, Titanosauria Erstbeschreibung: Stromer 1932

Der vierbeinig gehende, pflanzenfressende Elefanten-fuß-Dinosaurier Aegyptosaurus lebte während der Oberen Kreidezeit vor etwa 99 bis 93 Millionen Jahren in Ägyp-ten. Er gehörte zu den Titanen-Echsen (Titanosauria), hatte einen kleinen Kopf, einen langen Hals und einen langen Schwanz. Sein Gewicht wird auf etwa 10,5 Tonnen geschätzt, was zwei Afrikanischen Elefanten entspricht. Seine Höhe ist unbekannt. Der deutsche Paläontologe Ernst Stromer von Reichenbach (1871-1952, Foto) hat 1932 Aegyptosaurus erstmals wissen-schaftlich beschrieben. Die einzige Art heißt Aegypto-saurus baharijensis und erinnert an den Fundort Bahariya-Oase in der Lybischen Wüste. Die von dieser Dinosau-riergattung geborgenen Reste (teilweise erhaltenes Schulterblatt, neun Beinknochen, drei Schwanzwirbel-reste) wurden in München aufbewahrt und am 24./25. April 1944 während des Zweiten Weltkrieges bei einem Luftangriff zerstört.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Aegyptosaurus. Zeichnung von Dmitry Bogdanov

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ernst Stromer

von Reichenbach (1871-1952)

Aeolosaurus

Name: Aeolus-Echse

Größe: etwa 15 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit

Funde: Argentinien (Südamerika)

Systematik: Saurischia, Sauropodomorpha, Sauropoda, Titanosauria

Erstbeschreibung: Powell 1987

Der pflanzenfressende Elefantenfuß-Dinosaurier Aeolosaurus lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 83 bis 65 Millionen Jahren in Argentinien (Südamerika). Fossile Reste dieses Tieres hat man 1987 in der argentinischen Provinz Rio Negro entdeckt. Dabei handelte es sich um mehrere Schwanzwirbel sowie Teile der Vorder- und Hintergliedmaßen mit einem geologischen Alter von etwa 83 bis 74 Millionen Jahren. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1987 durch den Paläontologen Jaime Powell. Der Gattungsname Aeolosaurus bezieht sich auf den griechischen Gott der Winde, Aiolos (latinisiert: Aeolos), was auf die starken Winde in der Region Patagonien anspielt. Die einzige Art heißt Aeolosaurus rionegrinus und erinnert an den Fundort. 1993 fand man in der Provinz Rio Negro weitere Fossilien dieses Tieres, nämlich fünf Schwanzwirbel, einige Knochen der Vorderbeine und des Beckens. Diese Reste stammen von mindestens zwei Tieren, weil man zwei rechte Ellen fand. Knochenplatten deuten an, dass dieser Aeolosaurus gepanzert gewesen sein könnte. 1997 barg man in der Provinz Rio Negro wieder Knochen dieses Tieres. Diesmals waren es Schwanzwirbel und Gliedmaßenknochen. Die bisherigen Funde reichen nicht aus, um das genaue Aussehen von Aeolosaurus zu rekonstruieren. Die Länge wird auf etwa 14 bis 15 Meter geschätzt. Wie andere Elefantenfuß-Dinosaurier dürfte Aeolosaurus einen kleinen Kopf, langen Hals und langen Schwanz besessen haben. Er ging sicherlich vierfüßig und war Pflanzenfresser. Aeolosaurus wird zu den Titanosauria gerechnet.

Afrovenator

Name: Jäger aus Afrika

Größe: etwa 9 Meter lang

Vorkommen: Untere Kreidezeit Funde: Niger (Afrika)

Systematik: Saurischia, Theropoda, Spinosauroidea, Megalosauridae, Eustreptospondylinae Erstbeschreibung: Sereno, Wilson, Larsson, Dutheil und Sues 1994

Der zweibeinig gehende Raub-Dinosaurier Afrovenator lebte in der Unteren Kreidezeit vor etwa 130 bis 125 Millionen Jahren im Niger (Afrika). Fossile Reste dieses Tieres hat man 1993 in der Tiouarén-Formation in der Ténére-Wüste bei Agadez im Niger (Afrika) entdeckt. Dabei handelte es sich um einen teilweise erhaltenen Schädel, das fast komplette Becken, Vorderbeine, Hinterbeine sowie Teile von Hals-, Rumpf- und Schwanzwirbelsäule. Der Fund gilt als einer der vollständigsten Theropoden aus der Kreidezeit in Afrika. Afrovenator wurde 1994 durch die Paläontologen Paul C. Sereno, J. A. Wilson, Hans Larsson, Didier Dutheil und Hans-Dieter Sues erstmals wissenschaftlich be-schrieben. Man betrachtete ihn zunächst als frühen Tetanurae, dann als primitiven Allosauridae und schließlich als Megalosauridae.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Skelettrekonstruktion von Afrovenator

Agustinia

Name: Für Agustin

Größe: etwa 15 Meter lang

Vorkommen: Untere Kreidezeit Funde: Argentinien (Südamerika)

Syystematik: Sauropodomorpha, Sauropoda, Titanosauriformes, Titanosauria

Erstbeschreibung: Bonaparte 1999

Der pflanzenfressende Elefantenfuß-Dinosaurier Agustinia lebte in der Unteren Kreidezeit vor etwa 112 bis 99 Millionen Jahren in Argentinien (Südamerika). Fossile Reste dieses Tieres hat man in der Lohan-Cura-Formation in Patagonien (Argentinien) entdeckt. Dabei handelte es sich um einige Neuralfortsätze von Hals-, Rumpf-, und Schwanzwirbeln, Teile der Hinterbeine und verschiedene Knochenplatten, die in die Haut des Tieres eingebettet waren. Die wissenschaftliche Erstbe-schreibung erfolgte 1999 durch den argentinischen Paläontologen José F. Bonaparte. Der Gattungsname Augstinia ehrt den Studenten Agustin Martinelli, der die Knochen dieses Dinosauriers entdeckt hatte. Wegen der Hautpanzerung und sechs Kreuzwirbeln wird Agustinia den Titanosauria zugeordnet. Man stellte aber auch Übereinstimmungen mit den Diplodociden und den Lithostrotia fest.

Alamosaurus

Name: Alamo-Echse

Größe: etwa 16 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Montana, New Mexico, Texas, Utah (USA)

Systematik: Saurischia, Sauropodomorpha, Sauropoda, Titanosauria

Erstbeschreibung: Gilmore 1922

Alamosaurus aus der Oberen Kreidezeit vor etwa 73 bis

65 Millionen Jahren gilt als einer der letzten Elefanten-fuß-Dinosaurier (Sauropoden) vor dem Massenaus-sterben gegen Ende der Kreidezeit vor etwa 65 Millionen Jahren. Zu den Feinden dieses Pflanzenfressers gehörten bis zu 15 Meter lange Krokodile wie Deinosuchus („schreckliches Krokodil“), die ihm an der Tränke auflauerten. Deinosuchus - manchmal auch Phobosuchus („Horror-Krokodil“) genannt - hatte einen mehr als zwei Meter langen Schädel. Alamosaurus wurde 1922 von dem amerikanischen Paläontologen Charles Whitney Gilmore (1874-1945, Foto) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Bei der Untersuchung hatte ihm ein Fund aus der Ojo-Alamo-Formation in New Mexico (USA) vorgelegen, nach der er die Gattung benannte. Die Fundschicht wird heute der Kirtland-Formation zugerechnet. Der bis zu 16 Meter lange Dinosaurier wog schätzungsweise 30 Tonnen. Er ging auf allen vier Beinen. Das am vollständigsten erhaltene Skelett stammt von einem jugendlichen Tier aus Texas (USA). Bisher hat man noch keine Schädelreste gefunden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Charles W. Gilmore

(1874-1945)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Alamosaurus. Gemälde von Dmitry Bogdanov

Alaskacephale

Name: Kopf aus Alaska

Größe: etwa 2,40 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Alaska (USA)

Systematik: Ornithischia, Cerapoda, Marginocephalia, Pachycephalosauria

Erstbeschreibung: Sullivan 2006

Vom Dickkopf-Dinosaurier Alaskacephale aus der Oberen Kreidezeit vor etwa 80 bis 70 Millionen Jahren hat man bisher nur einen Schädelknochen gefunden, genauer gesagt ein nahezu komplettes linkes Schuppen-bein. Dieses Fossil wurde in der Prince-Creek-Formation in Alaska (USA) entdeckt. 2005 beschrieben der Paläontologe Roland Gangloff und andere Experten diesen Fund als namenlosen Dickkopf-Dinosaurier. 2006 prägte der Paläontologe Robert Sullivan in einer wissenschaftlichen Beschreibung den Gattungsnamen Alaskacephale, der auf dem Fundort und dem grie-chischen Wort kephale (Horngesicht) fußt. Als bisher einzige Art dieser Gattung gilt Alaskacephale gangloffi. Das Schuppenbein von Alaskacephale unterscheidet sich von demjenigen andere Dickkopf-Dinosaurier durch zwei leicht auseinandergehende Höckerreihen sowie durch die vieleckige Basis und deutliche Spitze der Höcker.

Albertaceratops

Name: Horngesicht von Alberta Größe: etwa 6 Meter lang Vorkommen: Obere Kreidezeit

Funde: Alberta (Kanada), Montana (USA) Systematik: Marginocephalia, Ceratopsia, Neocerotopsia, Ceratopsidae, Centrosaurinae Erstbeschreibung: Ryan 2007

Der Horn-Dinosaurier Albertaceratops lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 78 Millionen Jahren in Nordamerika. 2001 entdeckte der damalige Student Michael R. Ryan nahezu 300 Kilometer südöstlich von Calgary in Alberta (Kanada) fossile Reste dieses Dinosauriers. Sie befanden sich in der für ihren Reichtum an Dinosaurierfossilien bekannten Oldman-Formation, die Teil der Judith-River-Formation ist. Weitere Fossilien aus der Judith-River-Formation, die ebenfalls von dieser Dinosaurierform stammten, kamen im nördlichen Montana (USA) zum Vorschein, das an Alberta grenzt. 2007 beschrieb Ryan, inzwischen als Kurator für Wirbeltierpaläontologie am „Cleveland Museum of Natural History“ tätig, die neue Gattung und Art erstmals wissenschaftlich. Den Gattungsnamen Albertaceratops wählte er nach dem Fundort. Mit dem Artnamen Albertaceratops nesmoi ehrte er den Farmer Cecil Nesmo, auf dessen Gelände der Fund entdeckt wurde und der die Ausgrabung unterstützte. In seiner 2003 veröffentlichten Dissertation hatte Ryan diesen Dino-saurier noch als Medusaceratops bezeichnet. Albertaceratops besaß einen Schädel mit einem knöchernen Kamm auf der Nase. Über seinen Augen trug er zwei jeweils einen Meter lange Hörner. Sein Nackenschild war relativ kurz.

Lebensbild von Albertaceratops nesmoi.

Zeichnung von Nobu Tamura

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nobumichi (Nobu) Tamura, geboren 1966,

ist ein Paläoartist. Er lebt derzeit

in Concord (Kalifornien). Bis heute hat er

insgesamt rund 1.000 Bilder von prähistorischen Tieren angefertigt.

Allein für das

Online-Lexikon „ Wikipedia “ erstellte er seit 2007

etwa 700 Zeichnungen. Außerdem schuf er Bilder für Ausstellungen

in Museen, Bücher,

und TV-Dokumentationen. Tamura ist der

Gründer und Webmaster der Internetseite

www.palaeocritti.com.

In diesem Buch wird mit freundlicher Genehmigung von Nobu Tamura

eine Auswahl seiner Werke bei „ Wikipedia “ abgedruckt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 479 Seiten

Details

Titel
Dinosaurier von A bis K
Untertitel
Von Abelisaurus bis zu Kritosaurus
Veranstaltung
-
Autor
Jahr
2010
Seiten
479
Katalognummer
V160426
ISBN (eBook)
9783640739929
ISBN (Buch)
9783640740376
Dateigröße
36006 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Dinosaurier, Abelisaurus, Kritosaurus
Arbeit zitieren
Ernst Probst (Autor), 2010, Dinosaurier von A bis K, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160426

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