Dinosaurier von L bis Z

Von Labocania bis zu Zupaysaurus


Fachbuch, 2010
483 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Labocania

Lambeosaurus

Laplatasaurus

Leptoceratops

Lesothosaurus

Lessemsaurus

Lexovisaurus

Liaoceratops

Liliensternus

Linheraptor

Loncosaurus

Lourinhanosaurus

Lufengosaurus

Lukousaurus

Luoyanggia

Lusitanosaurus

Lycorhinus

Vorwort

Dinosaurier von L bis Z werden in dem gleich- namigen Taschenbuch des Wiesbadener Wissen- schaftsautors Ernst Probst vorgestellt. Bei jeder Dinosaurier-Gattung erfährt man, worauf deren wissenschaftlicher Name beruht. Es folgen Angabenüber die Größe, das zeitliche und geographische Vorkommen, die systematische Stellung undüber die wissenschaftliche Erstbeschreibung. „Dinosaurier von L bis Z“ beschreibt die wichtigsten Gattungen der „schrecklichen Echsen von Labocania bis zu Zupaysaurus.über „Dinosaurier von A bis K“ informiert ein anderer Band.

Ernst Probst hat sich durch zahlreiche populärwissen- schaftliche Bücher einen Namen gemacht. Bekannte Werke aus seiner Feder sind: „Deutschland in der Urzeit“, „Rekorde der Urzeit“, „Dinosaurier in Deutsch- land“ (letzterer Titel zusammen mit Raymund Windolf), „Der Ur-Rhein“, „Der Rhein-Elefant“, „Deutschland im Eiszeitalter“, „Der Mosbacher Löwe“ „Höhlen- löwen“, „Säbelzahnkatzen“, „Der Höhlenbär“, „Mon- stern auf der Spur“, „Nessie“, „Affenmenschen“ und „Seeungeheuer“.

Labocania

Name: nach der La-Bocana-Roja-Formation benannt Größe: etwa 7 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Mexiko

Systematik: Saurischia, Theropoda, Tyrannosauroidea?

Erstbeschreibung: Molnar 1974

Der Raub-Dinosaurier Labocania lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 70 Millionen Jahren in Mexiko. Fossile Reste dieser Gattung hat man erstmals in der La-Bocana-Roja-Formation in Baja California in Mexiko entdeckt. La Bocana Roja heißt zu deutsch „rote Lippen“. Labocania wurde 1974 durch den Paläontologen Ralph Molnar wissenschaftlich beschrieben. Die systematische Stellung von Labocania ist unklar. Es wird eine Zugehörigkeit zu den Tyrannosauroidea erwogen. Das Lebendgewicht des etwa sieben Meter langen und 2,50 Meter hohen Raub-Dinosauriers wird auf 1,5 Tonnen geschätzt. Labocania war etwas kleiner als Tyrannosaurus. Sein Schädel soll aber massiver und größer gewesen sein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Labocania.

Zeichnung von User „ Karkemish “ bei „ Wikipedia “

Lambeosaurus

Name: Lambe-Echse

Größe: bis zu 16 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Alberta (Kanada), Baja California Norte (Mexiko)

Systematik: Ornithischia, Cerapoda, Ornithopoda, Iguanodontia, Hadrosauridae

Erstbeschreibung: Parks 1923

Der pflanzenfressende Entenschnabel-Dinosaurier Lambeosaurus lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 83 bis 70 Millionen Jahren in Nordamerika. Lambeosaurus wurde zunächst durch den kanadischen Wissenschaftler Lawrence M. Lambe (1863-1919) als Stephanosaurus wissenschaftlich beschrieben. 1923 benannte der kanadische Paläontologen William A. Parks (1868-1939) diesen Dinosaurier zur Erinnerung an Lambe in Lambeosaurus um. In der Judith-River-Gruppe im Dinosaurier-Provinzpark in der kanadischen Provinz Alberta hat man Fossilien von zwei Arten namens Lambeosaurus lambei und Lambeosaurus magnicristatus entdeckt. Darunter befinden sich nahezu 20 gut erhaltene Schädel und etliche Skelette. Die Fossilien stammen von ausgewachsenen und jugendlichen Tieren. Aus der El-Gallo-Formation im mexikanischen Bundesstaat Baja California Norte liegen ein Schädel und Skelettteile einer weiteren Art namens Lambeosaurus laticaudus vor. Lambeosaurus trug einen V-förmigen Kopfschmuck: Auf der Stirn stand ein großer, recht- eckiger, hohler Kamm, der nach vorne gerichtet war, während vom Hinterkopf ein fester Knochenzapfen nach hinten ragte. Lambeosaurus ging beim Äsen vierbeinig. Dank seines biegsamen Halses konnte er im weiten Umkreis Pflanzen abweiden, ohne die Stellung des Körpers verändern zu müssen. In Baja California Norte entdeckte man Knochen eines e]twa 95 Zen- timeter langen Oberschenkels, der vermutlich von dieser Gattung und von einem etwa 16 Meter langen Tier stammt. Nach der Gattung Lambeosaurus sind die Lambeosaurinae benannt. Dabei handelt es sich um eine Gruppe der Entenschnabel-Dinosaurier mit hohlem, aus Nasenbein und Zwischenkieferbein gebildeten Knochenkamm auf dem Schädel.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Lambeosaurus. Zeichnung von Dmitry Bogdanov

Dmitry V. Bogdanov, geboren 1971

in Chelyabinsk (Russland), ist ein russischer Paläoartist, lebt in seinem Geburtsort und arbeitet an der

„ Staatlichen Medizinischen Akademie “ in Chelyabinsk (PhD, MD).

Bogdanov hat im Online- Lexikon „ Wikipedia “ zahlreiche Zeichnungen von Dinosauriern veröffentlicht, von denen in diesem Buch mit seiner freundlichen

Genehmigung eine Auswahl abgedruckt wird.

Weitere Werke von Dmitry

V. Bogdanov findet man im Internet unter der Adresse http://dibgd.deviantart.com

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Laplatasaurus

Name: La-Plata-Echse

Größe: etwa 18 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit

Funde: Argentinien, Uruguay (Südamerika)

Systematik: Sauropoda, Eusauropoda, Neosauropoda, Titanosauroidea, Titanosauridae

Erstbeschreibung: Huene 1927

Der Titanosaurier Laplatasaurus lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 83 bis 65 Millionen Jahren in Südamerika. Laplatasaurus wurde 1927 durch den deutschen Paläontologen Friedrich von Huene (1875- 1969) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Gattungsname Laplatasaurus erinnert an die Region um die argentinische Stadt La Plata, in der die Fossilien entdeckt wurden. Die einzige Art heißt Laplatasaurus araukanicus. Neben Saltasaurus gilt Laplatasaurus als der einzige Elefantenfuß-Dinosaurier, von dem sicher Panzerplatten bekannt sind, die in die Haut eingelassen waren. Wie andere Elefantenfuß-Dinosaurier war Laplatasaurus ein vierbeinig gehender Pflanzenfresser. Er ähnelte einem um 50 Prozent vergrößerten Titanosaurus, allerdings mit schlankeren Beinen.

Leptoceratops

Name: Schlankes Horngesicht

Größe: etwa 1,20 bis 2,70 Meter lang und 75 Zentimeter hoch

Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Alberta (Kanada), Wyoming, Montana (USA)

Systematik: Cerapoda, Marginocephalia, Ceratopsia, Neoceratopsia, Leptoceratopsidae

Erstbeschreibung: Brown 1914

Der kleine und flinke Horn-Dinosaurier Leptoceratops gilt als einer der letzten Dinosaurier aus der Oberen Kreidezeit vor etwa 70 bis 66 Millionen Jahren. Dieser stämmig gebaute Pflanzenfresser mit einem großen und wuchtigen Schädel wog zu Lebzeiten schätzungsweise mehr als 65 Kilogramm. Da seine Hinterbeine merklich länger und kräftiger als die kurzen Vordergliedmaßen waren, dürfte er zweifüßig gelaufen sein. Leptoceratops trug kein Horn und sein kleiner Nackenschild war relativ Flach. Leptoceratops wurde 1914 durch den amerika- nischen „Dinosaurier-Jäger“ Barnum Brown (1873- 1963) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Gattungsname Leptoceratops besteht aus den griechischen Wörtern leptos (dünn) und keratops (Horngesicht). Bisher liegen drei vollständige und zwei teilweise erhaltene Schädel sowie Teile des Körperskeletts vor.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Leptoceratops. Zeichnng von Nobu Tamura

Lesothosaurus

Name: Lesotho-Echse

Größe: etwa 1 Meter lang

Vorkommen: Untere Jurazeit Funde: Lesotho (Südafrika) Systematik: Ornithischia Erstbeschreibung: Galton 1978

Der kleine Vogelbecken-Dinosaurier Lesothosaurus lebte in der Unteren Jurazeit vor etwa 200 bis 190 Millionen Jahren in Südafrika. Fossile Reste dieses Tieres hat man in der Upper-Elliot-Formation entdeckt. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1978 durch den englischen Paläontologen Peter M. Galton. Die einzige Art heißt Lesothosaurus diagnosticus. Lesothosaurus hatte einen kleinen, kurzen und flachen Schädel, der demjenigen heutiger Leguane ähnelt. Seine zahlreichen, weit auseinanderstehenden, wie Pfeilspitzen geformten und gesägten Zähne eigneten sich zum Kauen von Pflanzen. Beim Kauen passten die oberen Zähne genau zwischen die unteren und zerhackten die Nahrung. Bei zwei nebeneinander entdeckten Skeletten von Lesothosauriern waren die Körper eingerollt und von abgenutzten, abgeworfenen Zähnen umgeben, obwohl die Gebisse vollständig erhalten waren. Deswegen vermuten manche Paläontologen, diese Tiere hätten die heißesten und trockensten Monate des Jahres schlafend unter der Erde zugebracht, wie es auch heute von vielen Wüstentieren bekannt ist. Lesothosaurus war leicht gebaut, hatte kurze Vorderbeine mit fünffingrigen Händen, lange Hinterbeine und einen langen Schwanz. Nach Untersuchungen von Paul Sereno ist Lesothosaurus einer der primitivsten bekannten Vogelbecken-Dinosaurier. Mit seinen langen Hinterbeinen konnte er schnell vor angreifenden Raub-Dinosauriern flüchten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild

von Lesothosaurus. Zeichnung von

Mariana Ruiz Villarreal

Mariana Ruiz Villarreal, geboren 1974 in Mexico City, eine mexikanische Künstlerin und Illustratorin,

lebt in Hamburg an der Elbe. Sie hat viele Zeichnungen und Abbildungen

für das Online-Lexikon „ Wikipedia “

unter ihrem Pseudonym „ Lady of Hats “ veröffentlicht. Einige dieser Zeichungen wurden mit ihrer Erlaubnis in diesem Buch abgedruckt.

Lessemsaurus

Name: Lessem-Echse

Größe: etwa 12 Meter lang

Vorkommen: Obere Triaszeit

Funde: Argentinien (Südamerika)

Systematik: Saurischia, Sauropodomorpha, Sauropoda, Prosauropoda

Erstbeschreibung: Bonaparte 1999

Der pflanzenfressende Vor-Echsenfüßer Lessemsaurus lebte in der Oberen Triaszeit vor etwa 216 bis 203 Millionen Jahren in Argentinien (Südamerika). Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1999 durch den argentinischen Paläontologen José F. Bonaparte. Der Gattungsname Lessemsaurus ehrt den Dinosaurier-For- scher und Schriftsteller Don Lessem. Die einzige Art heißt Lessemsaurus sauropoides. Lessemsaurus erreichte eine Länge von etwa zwölf Metern und ein Lebendgewicht von schätzungsweise zwölf Tonnen. Laut Online- Lexikon „Wikipedia“ gilt er als erster Dinosaurier, welcher der evolutionären Strategie des exzessiven Größenwachstums nachkam. Seine Vorderbeine waren etwas kürzer als seine Hinterbeine. Experten nehmen an, dass Lessemsaurus meistens vierbeinig ging, sich aber auf den Hinterbeinen aufrichten konnte, um beim Fressen an die Zweige von Baumkronen zu gelangen. Als einziger Fressfeind von Lessemsaurus gilt der damals in derselben Fundgegend lebende räuberische Saurier Fasolasuchus. Letzterer gehört nicht zu den Dinosauriern, sondern zu den Rauisuchiern bzw. Rauchisuchiden. Fasolasuchus erreichte eine Länge von schätzungsweise acht bis zehn Metern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Lessemsaurus.

Zeichnung von User „ Ornitholestes “ bei „ Wikipedia “

Lexovisaurus

Name: Echse der Lexovier Größe: etwa 6 Meter lang Vorkommen: Mittlere Jurazeit

Funde: England, Nordfrankreich (Europa)

Systematik: Ornithischia, Thyreophora, Eurypoda, Stegosauria, Stegosauridae

Erstbeschreibung: Hoffstetter 1957

Die Platten-Echse Lexovisaurus aus der Mittleren Jurazeit vor etwa 167 bis 161 Millionen Jahren gilt als einer der frühesten bekannten Stegosaurier. Entlang des Rückens und des Schwanzes trug Lexovisaurus große, dünne und schindelförmige Knochenplatten. Seine Schulterstacheln waren die längsten, die man bei Stegosauriern kennt. An der Schwanzspitze befand sich ein Paar langer, spitzer Stacheln. Vielleicht trugen Männchen merklich längere Stacheln als Weibchen dieser Gattung. Die Knochenplatten und Stacheln sollten vielleicht Raub- Dinosaurier abschrecken. Die Hinterbeine waren deutlich länger als die Vorderbeine, womit sich der Kopf nahe am Boden befand. Lexovisaurus ging auf vier Beinen und war wie alle Stegosaurier ein Pflanzenfresser. Reste von Lexovisaurus hat man in Cambridgeshire und Dorset in England sowie in Calvados in Frankreich geborgen. Fossile Reste von Lexovisaurus wurden bereits im 19. Jahrhundert in England entdeckt . Lexovisaurus wurde 1957 durch den französischen Paläontologen Robert Hoffstetter (1908-1999) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Gattungsname Lexovisaurus erinnert an die Lexovier, ein keltisches Volk, das einst in Nordfrankreich lebte.

Liaoceratops

Name: Horngesicht aus Liao

Größe: etwa 30 Zentimeter hoch Vorkommen: Untere Kreidezeit Funde: China (Asien)

Systematik: Ornithischia, Cerapoda, Marginocephalia, Ceratopsia, Neoceratopsia

Erstbeschreibung: Xu, Makovicky, Wang, Norell und You 2002

Der Horn-Dinosaurier Liaoceratops lebte in der Unteren Kreidezeit vor etwa 130 bis 125 Millionen Jahren in China. Von ihm hat man in der Yixian-Formation in der chi-nesischen Provinz Liaoning zwei Schädel entdeckt. Einer davon stammte von einem ausge- wachsenen und der Andere von einem jungen Tier. Liaoceratops wurde 2002 durch die Paläontologen Xu X.,

P. J. Makovicky, Wang X. L., M. A. Norell und You H. erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Gattungs- name Liaoceratops besteht aus der Abkürzung Liao für die Fundprovinz Liaoning und dem griechischen Wort keratops (Horngesicht). Als Kennzeichen für diese Gattung gilt ein hornartiger Auswuchs unter jedem Auge. Der Nackenschild war relativ klein. Liaoceratops wird als urtümlicher Neoceratopsia betrachtet. Er war ein Pflanzenfresser, der vielleicht - wie andere frühe Neoceratopsia - vorwiegend auf zwei Beinen ging.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Liaoceratops. Zeichnung von Nobu Tamura

Nobumichi (Nobu) Tamura, geboren 1966,

ist ein Paläoartist. Er lebt derzeit

in Concord (Kalifornien). Bis heute hat er

insgesamt rund 1.000 Bilder von prähistorischen Tieren angefertigt.

Allein für das

Online-Lexikon „ Wikipedia “ erstellte er seit 2007

etwa 700 Zeichnungen. Au ß erdem schuf er Bilder für Ausstellungen

in Museen, Bücher

und TV-Dokumentationen. Tamura ist der

Gründer und Webmaster der Internetseite

www.palaeocritti.com.

In diesem Buch wird mit freundlicher Genehmigung von Nobu Tamura

eine Auswahl seiner Werke bei „ Wikipedia “ abgedruckt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Liliensternus

Name: nach dem Arzt Rühle von Lilienstern Größe: etwa 7 Meter lang und 3 Meter hoch

Vorkommen: Obere Triaszeit

Funde: Deutschland (Europa)

Systematik: Saurischia, Theropoda, Neotheropoda, Coelophysoidea Erstbeschreibung: Welles 1984

Der Raub-Dinosaurier Liliensternus lebte in der Oberen Triaszeit vor etwa 215 bis 200 Millionen Jahren in Deutschland. Liliensternus wurde 1984 durch den amerikanischen Paläontologen Samuel Paul Welles (1907-1997) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Als einzige Art dieser Gattung ist bisher Liliensternus liliensterni bekannt. Mit dem Artnamen Liliensternus liliensterni ehrte Welles den deutschen Arzt Dr. Rühle von Lilienstern (1882-1946, Foto) aus Bedheim bei Hildburghausen (Thüringen). Lilienstern sammelte in seiner Freizeit fossile Pflanzen, Tierfährten und Saurierreste aus der Triaszeit von Thüringen und beschrieb sie meist selbst. Am 1. August 1934 eröffnete er in den Nebengebäuden seines Schlosses in Bedheim ein paläontologisches Museum, in dem er die kurz zuvor entdeckten Dinosaurier-Funde vom Gleichberg bei Römhild zeigte. Dieses Museum wurde 1969 aufgelöst. Die Funde befinden sich heute im Naturkundemuseum der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Raub-Dinosaurier Liliensternus wog zu Lebzeiten schätzungsweise 130 bis 150 Kilogramm. Er hatte einen großen Kopf, fünf Finger an den Händen und relativ kurze Hinterbeine. Liliensternus wurde früher als Halticosaurus („Flinke Echse“) bezeichnet. Der Raub-Dinosaurier Halticosaurus wurde zusammen mit Plateosaurus in Halberstadt entdeckt und 1908 von dem Tübinger Paläontologen Friedrich von Huene (1875-1969) erstmals wissen- schaftlich beschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Liliensternus.

Zeichnung von Arthur Weasley (= Nobu Tamura)

Linheraptor

Name: Räuber aus Linhe

Größe: etwa 1,80 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: China (Asien)

Systematik: Saurischia, Theropoda, Deinonychosauria, Dromaeosauridae

Erstbeschreibung: Xu, Choiniere, Pittman, Qingwei, Dong, Zhiquan, Lin, Clark, Norell, Hone und Sullivan 2010

Der kleine Raub-Dinosaurier Linheraptor lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 83 bis 70 Millionen Jahren in China. 2008 wurde bei einer Expedition des „Institute of Vertebrate Paleontology & Paleoanthro-pologie“ und des „Long Hao Institutes of Geology and Paleontology“ in der Inneren Mongolei (China) im Stadtbezirk Linhe von Bayan Mandahu ein Skelett dieses Tieres gefunden. Entdecker war der amerikanische Student Jonah N. Choiniere von der „George Washington University“, dem die Spitze einer Kralle auffiel, die aus einem vom Wind erodierten Kliff aus rotem Sandstein herausragte. Die Gesteine des Fundorts, der als „The Gate locality“ benannt wurde, gehören zur Wulansuhai-Formation, dem chinesischen Gegenstück zur mongolischen Djadochta-Formation. Linheraptor ist nach Velociraptor mongoliensis, Velociraptor osmolskae, Tsaagan mangas und Muhakale omogovae bereits der fünfte Dromaeosauride aus der Tierwelt der Djadochta-Formation. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 2010 durch Xu Xing, Jonah N. Choiniere, Michael Pittman, Qingwei Tan, Dong Xiao, Zhiquan Li, Lin Tan, James M. Clark, Mark A. Norell, David W. E. Hone und Corwin Sullivan. Der Gattungsname Linheraptor bezieht sich auf den Fundort im Stadtbezirk Linhe und enthält das lateinische Wort raptor (Räuber). Die einzige Art heißt Linheraptor exquisitus und weist auf den ungewöhnlich guten Erhaltungszustand des Skelettes hin. Mit einer Länge von schätzungsweise 1,80 Metern war Linheraptor ähnlich groß wie Velociraptor. Der Schädel von Linheraptor war 22,5 Zentimeter lang. Eine Unterkieferhälfte trug etwa 15 Zähne. Wegen der schlechten Erhaltung des Gebisses ist die Gesamtzahl der Zähne unbekannt. Die Vorderkante der Zähne war im Gegensatz zur Hinterkante ungesägt. Der S-förmige gebogene Hals bestand aus zehn Halswirbeln. Die Länge des Rumpfes wird auf 36,5 Zentimeter geschätzt. Verschmelzungen der Wirbel und des Unterbeins lassen darauf schließen, dass es sich um eine erwachsenes Tier handelte. Der auffällig lange Schwanz hatte stark verlängerte Wirbelfortsätze. Am zweiten Fußzeh befand sich jeweils eine vergrößerte Sichelkralle. Linheraptor dürfte mit Tsaagan näher verwandt gewesen sein als mit anderen Dromaeosauriden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Linheraptor.

Zeichnung von User „ Ornitholestes “ bei „ Wikipedia “

Loncosaurus

Name: Lonco-Echse

Größe: etwa 5 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit

Funde: Argentinien (Südamerika)

Systematik: Ornithischia, Ornithopoda

Erstbeschreibung: Ameghino 1898 oder 1899

Der Dinosaurier Loncosaurus („Lonco-Echse“) lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 80 Millionen Jahren in Argentinien (Südamerika). Fossile Reste dieses Tieres hat man bei Rio Sehuen in der argentinischen Provinz Santa Cruz entdeckt. Die wissenschaftliche Erstbe- schreibung erfolgte 1898 oder 1899 durch den argentinischen Paläontologen Florentino Ameghino (1854-1911, Foto). Die einzige Art heißt Loncosaurus argentinus.über die systematische Stellung dieses Dinosauriers wurde viel diskutiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Florentino Ameghino

(1854-1911)

Die systematische Stellung von Lourinhanosaurus ist unklar. Man hielt ihn schon für einen primitiven primitiven Allosauriden, aber auch für einen Sinraptoriden oder für einen Megalosauriden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Rekonstruiertes Skelett von Lourinhanosaurus antunesi im „ Museum da Lourinha “

Lourinhanosaurus

Name: Lourinha-Echse

Größe: etwa 4,50 bis 8 Meter lang Vorkommen: Obere Jurazeit Funde: Portugal (Europa)

Systematik: Saurischia, Theropoda, Tetanurae, Spinosauridae?

Erstbeschreibung: Mateus 1998

Der Raub-Dinosaurier Lourinhanosaurus lebte in der Oberen Jurazeit vor etwa 150 Millionen Jahren in Portugal. 1982 hat man in Peralta bei Lourinha in Portugal das Teilskelett eines jugendlichen Tieres mit einer Länge von etwa 4,50 Metern entdeckt. Darin befanden sich 32 Magensteine (Gastrolithen). Lourin- hanosaurus wurde 1998 durch den portugiesischen Paläontologen Octávio Mateus erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die einzige Art Lourinhanosaurus antunesi ist nach dem portugiesischen Paläontologen Miguel Telles Antunes benannt. 1993 fand man nahe des Strandes von Paimogo in Portugal rund hundert Eier von Lourinhanosaurus, von denen einige Knochen von Embryos enthielten. Eier und Skelett von Lourinhano- saurus sind im „Museum da Lourinha“ ausgestellt. Das Lebendgewicht eines 4,50 Meter langen Jungtieres wird auf 160 Kilogramm geschätzt. Erwachsene Tiere dieser Gattung könnten bis zu acht Meter lang gewesen sein.

Lufengosaurus

Name: Echse aus Lu-feng Größe: etwa 6 Meter lang Vorkommen: Untere Jurazeit Funde: China (Asien)

Systematik: Saurischia, Sauropodomorpha, Prosauropoda, Massospondylidae Erstbeschreibung: Young 1941

Der Vor-Echsenfüßer Lufengosaurus aus der Unteren Jurazeit vor etwa 199 bis 189 Millionen Jahren gilt als einer der ältesten Dinosaurier in China. Er ähnelt sehr den Gattungen Plateosaurus („Deutscher Lindwurm“) und Yunnanosaurus. Die Erstbeschreibung der Art Lufengosaurus huenei erfolgte 1941 durch den chinesischen Paläontologen Young Chung Chen (eigentlich Yang Zhongjian). Dabei hatte ihm ein Fund aus dem Kreis Lufeng in der Provinz Yunnan vorgelegen. 1947 beschrieb Young eine um ein Drittel größere Art namens Lufengosaurus magnus (lateinisch: magnus = groß). Lufengosaurus besaß scharfe Zähne wie heutige Leguanartige, die sich von Pflanzen ernähren. Bei der Nahrungssuche ging er zeitweise zweibeinig. Seine scharfen Krallen könnte er zum Abreißen von Laub oder zur Verteidigung benutzt haben. Lufengosaurus gilt als Pflanzenfresser, wurde wegen seiner scharfen Krallen aber auch schon als Allesfresser eingestuft.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lebensbild von Lufengosaurus.

Zeichnung von User „ Debivort “ bei „ Wikipedia “

Lukousaurus

Name: Echse aus Lu-Kou Größe: etwa 3,50 Meter lang Vorkommen: Untere Jurazeit Funde: China (Asien)

Systematik: ?Saurischia, ?Theropoda Erstbeschreibung: Young 1948

Der Dinosaurier Lukousaurus lebte in der Unteren Jurazeit vor etwa 200 Millionen Jahren in China. Fossile Reste dieses Tieres hat man in der Lufeng-Formation in China entdeckt. Lukousaurus wurde 1948 durch den chinesischen Paläontologen Young Chung Chen erst- mals wissenschaftlich beschrieben. Der Gattungsname Lukousaurus bezieht sich auf die Lugou-Bridge in der Nähe von Peking, wo der Chinesisch-Japanische Krieg begonnen hatte. Die einzige Art heißt Lukousaurus yini. Auffällig sind die seltsamen kleinen Hörnchen unter dem Tränenbein von Lukousaurus. Sein Lebendgewicht soll etwa 150 Kilogramm betragen haben. In der Literatur ist zu lesen, Lukousaurus sei vielleicht mit der aus den USA bekannten Gattung Coelophysis („Hohle Gestalt“) verwandt. Man hält es aber auch für möglich, dass es sich bei Lukousaurus nicht um einen Dinosaurier, sondern um einen Krokodilverwandten handelt.

Luoyanggia

Name: aus Luoyang

Größe: etwa 1 Meter lang

Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: China (Asien)

Systematik: Saurischia, Therapoda, Coelurosauria, Oviraptorosauria, Oviraptoridae

Erstbeschreibung: Lü, Xu, Jiang, Jia, Li, Yuan, Zhang und Ji 2010

Der Raub-Dinosaurier Luoyanggia aus der Oberen Kreidezeit vor etwa 100 bis 94 Millionen Jahren wurde 2010 nach einem Fund aus dem Ruyang-Becken in der chinesischen Provinz Henan durch die Paläontologen LüJ., Xu L., Jiang X., Jia S., Li M., Yuan C., Zhang X. und Ji Q. erstmals wissenschaftlich beschrieben. Zum Erstfund gehörten ein kompletter zahnloser Unterkiefer, fast vollständige Beckenknochen und mehrere Teile der Fußknochen. Luoyanggia sah aus wie ein großer Laufvogel und trug vermutlich wie andere Ovirap- torosauria ein Federkleid. Er besaß einen kurzen Rumpf und lange Beine. Vermutlich konnte er schnell zweibeinig auf den Hiinterbeinen laufen. Das Lebendgewicht des etwa einen Meter langen und rund 35 Zentimeter hohen Dinosauriers wird auf zehn Kilogramm geschätzt.

Lusitanosaurus

Name: Echse aus Lusitanien Größe: etwa 4 Leter Länge Vorkommen: Untere Jurazeit Funde: Portugal (Europa) Systematik: Scelidosauridae Erstbeschreibung: Lapparent und Zybszewski 1957

Der Dinosaurier Lusitanosaurus lebte in der Unteren Jurazeit vor etwa 190 Millionen Jahren in Portugal (Europa). Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1957 durch die Paläontologen Albert de Lapparent (1905-1975) und G. Zybszewski. Die Gattung Lusitanosaurus ist nach der früheren römischen Provinz Lusitania, dem heutigen Portugal, benannt. Von Lusitanosaurus liegen nur ein Oberkiefer und einige Zähne vor. Diese Reste deuten darauf hin, dass Lusitanosaurus mit der englischen Gattung Scelidosaurus („Gliedmaßen- Echse“) verwandt gewesen sein könnte. Der Vogelbecken-Dinosaurier Scelidosaurus war etwa vier Meter lang. Lusitanosaurus besaß vermutlich einen mit Knochenhöckern bewehrten Rücken und Schwanz. Er gilt als Pflanzenfresser.

[...]

Ende der Leseprobe aus 483 Seiten

Details

Titel
Dinosaurier von L bis Z
Untertitel
Von Labocania bis zu Zupaysaurus
Veranstaltung
-
Autor
Jahr
2010
Seiten
483
Katalognummer
V160428
ISBN (eBook)
9783640740208
ISBN (Buch)
9783640740604
Dateigröße
31739 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Dinosaurier, Labocania, Zupaysaurus
Arbeit zitieren
Ernst Probst (Autor), 2010, Dinosaurier von L bis Z, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160428

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