Diese Arbeit beleuchtet die Rolle der interkulturellen Bildung in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit anhand eines praxisorientierten Projekts im Jugendhaus. Ziel war es, zu untersuchen, wie kulturelle Vielfalt im Alltag von Jugendlichen positiv erfahrbar gemacht werden kann – fernab von klassischen Bildungsformaten, dafür durch kreative und spielerische Methoden.
Im Mittelpunkt steht ein selbst konzipiertes Projekt mit dem Titel „Kultur verbindet – Sei dabei!“ Die Analyse zeigt, dass kreative Ausdrucksformen besonders geeignet sind, Vorurteile abzubauen, Empathie zu fördern und kulturelle Begegnung auf Augenhöhe zu ermöglichen.
Die Arbeit reflektiert zentrale Ansätze aus der interkulturellen Pädagogik, bezieht Theorie und Praxis systematisch ein und liefert konkrete Handlungsempfehlungen für pädagogische Fachkräfte in der offenen Jugendarbeit.
Sie leistet damit einen praxisnahen Beitrag zur Frage: Wie gelingt interkulturelles Lernen im Alltag junger Menschen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Offene Kinder- und Jugendarbeit.
- 2.1 Definition, Aufgaben, Funktionen und rechtliche Grundlage
- 2.2 Herausforderungen in der Offenen Jugendarbeit mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft
- 3. Kultur und interkulturelle Bildung
- 3.1 Begriffserklärung: Kultur und das Eisbergmodell der Kultur von Edward T. Hall
- 3.2 Interkulturelle Bildung: Definition und Relevanz für die Offene Jugendarbeit
- 3.3 Interkulturalität und interkulturelle Kompetenz
- 4. Theorie-Praxis Brücke/ Gesellschaftliche Praxisrelevanz
- 5. Wie kann interkulturelle Bildung in der Offenen Jugendarbeit gefördert werden? Impulse und Ziele für mein Projekt.
- 5.1 Projektziele
- 5.2 Gründe für das Projekt
- 5.3 Projektplan
- 5.4 Methodische Überlegungen
- 5.5 Beschreibung der Projektteilnehmenden
- 6. Dokumentation
- 6.1 Kontaktaufnahme, Brainstorming und Projektplanung mit der Gruppe
- 6.2 Interkulturelles Kahoot-Quiz
- 6.3 Fotocollage
- 6.4 Interkulturelles Training durch eine interaktive Fragerunde
- 6.5 Kulturabend
- 6.6 Präsentation des Projekts
- 7. Reflexion und Fazit
- 8. Ausblick
- Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie interkulturelle Bildung auf einfache und kreative Weise in der Offenen Jugendarbeit gefördert werden kann. Das primäre Ziel ist es, Jugendlichen zu ermöglichen, voneinander zu lernen, die eigene Kultur besser zu verstehen, sie mit anderen zu teilen und Vorurteile abzubauen, um ein harmonisches Miteinander in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft zu fördern.
- Definition, Aufgaben und rechtliche Grundlagen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.
- Erklärung zentraler Begriffe wie Kultur, Interkulturelle Bildung, Interkulturalität und Interkulturelle Kompetenz, inklusive des Eisbergmodells der Kultur.
- Identifizierung von Herausforderungen in der Offenen Jugendarbeit im Umgang mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft.
- Entwicklung und Umsetzung eines Projekts zur Förderung interkultureller Bildung durch spielerische und kreative Methoden.
- Reflexion der Projektergebnisse und des pädagogischen Handelns im Kontext der Themenzentrierten Interaktion (TZI).
- Hervorhebung der gesellschaftlichen Relevanz interkultureller Bildung über die Jugendarbeit hinaus.
Auszug aus dem Buch
Kultur verbindet; sei dabei! Ein Projekt zur Förderung interkultureller Bildung in der Offenen Jugendarbeit
Angesichts dieser Statistiken sollte der kulturellen Vielfalt in Schwäbisch-Gmünd eine große Bedeutung zugeschrieben werden, da Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Sprache täglich miteinander in Kontakt kommen. Dieser gesellschaftliche Aspekt spiegelt sich auch im Leben junger Menschen wider. Dabei stellt das Jugendhaus am Königsturm in Schwäbisch-Gmünd einen sicheren Ort für die Begegnung vieler junger Menschen dar. Ihre Sozialisation zeigt sich durch verschiedene Sprachen, Essgewohnheiten, Musik, Feste, Traditionen, Werte, Normen, Kleidung und Interessenbereiche. So eine kulturelle Vielfalt stellt aus meiner Sicht nicht nur eine Bereicherung dar, sondern auch eine Herausforderung für unseren Arbeitsalltag. Dies lässt sich einerseits an der Vielfalt der Gerichte erkennen, die im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Koch-AG am Donnerstag zubereitet und erprobt werden, und andererseits an den unterschiedlichen musikalischen Vorlieben der Jugendlichen.
Im Hinblick auf diese Vielfalt ist mir oft aufgefallen, dass einige Jugendliche wenig über andere Kulturen wissen, obwohl sie miteinander befreundet sind oder sich jeden Tag im Freundeskreis sehen. Um dieser Unwissenheit entgegenzuwirken, ist die interkulturelle Bildung in den außerschulischen Einrichtungen ein wichtiger Ansatz, damit Jugendliche mehr Offenheit füreinander entwickeln können. Der Stellenwert der interkulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche unterstreicht der Deutsche Kulturrat (DK) folgendermaßen: „Interkulturelle Bildung gewinnt in dieser Situation an Bedeutung. Sie fördert das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen“ (DK, 2007).
Vor diesem Hintergrund ist die Idee für mein Projekt entstanden. Ich machte mir lange Zeit Gedanken über welches Thema sowohl für die Jugendlichen partizipativ sinnvoll wäre, und gleichzeitig einen gesellschaftlichen Mehrwert hat. Eine von mir gestellte offene und spontane Frage an eine Jugendgruppe Mitte November 2024 während eines Volleyballspiels in der Halle vom Jugendhaus diente als Ausgangssituation des Projekts. Die Frage lautete: „wie wäre es, wenn wir unsere Kulturen besser kennenlernen würden“ und die Antwort von den Jugendlichen lautete „ja, aber wie?“. Die Diskussion ging weiter, aber wie es umgesetzt werden kann, war mir an diesem Tag unklar. Auf Grundlage meiner Überlegungen wurde das Thema dieser Arbeit wie folgt formuliert: „Kultur verbindet; sei dabei! Ein Projekt zur Förderung interkultureller Bildung in der Offenen Jugendarbeit". Somit lautet die Fragestellung meines Projekts: wie kann interkulturelle Bildung in der Offenen Jugendarbeit gefördert werden?
Das Thema dieser Arbeit ist nicht nur für Jugendliche wichtig. Es betrifft auch unsere Gesellschaft. Wenn junge Menschen andere Kulturen kennenlernen, verstehen sie einander besser. So können Vorurteile abgebaut werden. Auch der Umgang miteinander wird dadurch besser.
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, dass Jugendliche auf eine einfache und kreative Weise voneinander lernen können. Dabei geht es nicht nur darum, mehr über andere Kulturen zu erfahren, sondern auch darum, die eigene Kultur besser zu verstehen und mit anderen zu teilen.
Um die Fragestellung zu beantworten, wird zunächst auf die theoretischen Grundlagen der Offenen Jugendarbeit eingegangen. Wichtige Begriffe wie „Kultur“, „interkulturelle Bildung“, „Interkulturalität“ und „interkulturelle Kompetenz“ werden erklärt. Im Praxisteil wird dann anhand des Projekts gezeigt, wie interkulturelle Arbeit in der Praxis umgesetzt werden kann. Abschließend werden die Ergebnisse reflektiert und ein Ausblick auf mögliche Weiterführungen des Themas gegeben. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in diesem Projekt exemplarisch Theorie und Praxis verknüpft werden, um die Fragestellung zu klären.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der kulturellen Vielfalt in Schwäbisch Gmünd ein, stellt die Relevanz interkultureller Bildung in der Offenen Jugendarbeit dar und formuliert die zentrale Forschungsfrage des Projekts.
2. Offene Kinder- und Jugendarbeit: Hier werden die Definition, Aufgaben, Funktionen und rechtlichen Grundlagen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit erläutert sowie spezifische Herausforderungen im Umgang mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft beleuchtet.
3. Kultur und interkulturelle Bildung: Dieses Kapitel widmet sich der Begriffserklärung von Kultur (inklusive des Eisbergmodells von Edward T. Hall), interkultureller Bildung, Interkulturalität und interkultureller Kompetenz im Kontext der Offenen Jugendarbeit.
4. Theorie-Praxis Brücke/ Gesellschaftliche Praxisrelevanz: Es wird eine Verbindung zwischen den theoretischen Grundlagen und der praktischen Anwendung interkultureller Bildung gezogen, wobei zwei zentrale Fragen als Impulse für das Projekt aufgeworfen werden.
5. Wie kann interkulturelle Bildung in der Offenen Jugendarbeit gefördert werden? Impulse und Ziele für mein Projekt: Dieses Kapitel skizziert die konkreten Ziele und Gründe für das Projekt, stellt einen detaillierten Projektplan vor und erläutert die methodischen Überlegungen sowie die Beschreibung der teilnehmenden Jugendlichen.
6. Dokumentation: In diesem ausführlichen Abschnitt werden die einzelnen Projekteinheiten (Kontaktaufnahme, Kahoot-Quiz, Fotocollage, interaktive Fragerunde, Kulturabend und Projektpräsentation) detailliert beschrieben und jeweils mit einem Zwischenfazit versehen.
7. Reflexion und Fazit: Hier reflektiert der Autor den gesamten Projektverlauf, inklusive aufgetretener Schwierigkeiten, und beurteilt die Ergebnisse anhand des Vier-Faktoren-Modells der Themenzentrierten Interaktion (TZI).
8. Ausblick: Das letzte Kapitel fasst die persönlichen Lernerfahrungen des Autors zusammen und gibt Empfehlungen für zukünftige interkulturelle Bildungsangebote in der Offenen Jugendarbeit, einschließlich der Entstehung einer regelmäßigen Quiz-AG.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Bildung, Offene Jugendarbeit, Kultur, Interkulturalität, Interkulturelle Kompetenz, Jugendhaus, Projektarbeit, Partizipation, Edward T. Hall, Eisbergmodell, Methoden, Reflexion, Soziale Arbeit, Jugendliche, Vielfalt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Förderung interkultureller Bildung in der Offenen Jugendarbeit, indem sie theoretische Grundlagen beleuchtet und ein praktisches Projekt zur Sensibilisierung Jugendlicher für kulturelle Vielfalt vorstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Definition und Relevanz der Offenen Jugendarbeit, das Verständnis von Kultur und Interkulturalität sowie die Entwicklung interkultureller Kompetenzen bei Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Jugendlichen zu ermöglichen, auf einfache und kreative Weise voneinander zu lernen und die eigene Kultur besser zu verstehen. Die Forschungsfrage lautet: "Wie kann interkulturelle Bildung in der Offenen Jugendarbeit gefördert werden?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verbindet theoretische Grundlagen mit einer projektbasierten, praxisorientierten Umsetzung. Es werden qualitative Methoden wie Beobachtung, Moderation, Diskussion und Reflexionsrunden im Rahmen der Projektdokumentation eingesetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt ausführlich die Offene Kinder- und Jugendarbeit, Konzepte von Kultur und interkultureller Bildung, die Brücke zwischen Theorie und Praxis sowie die detaillierte Planung und Dokumentation des durchgeführten Projekts zur Förderung interkultureller Bildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Interkulturelle Bildung, Offene Jugendarbeit, Kultur, Interkulturalität, Interkulturelle Kompetenz und Projektarbeit.
Warum ist interkulturelle Bildung laut dieser Arbeit für Jugendliche besonders wichtig?
Interkulturelle Bildung ist für Jugendliche besonders wichtig, da sie ihnen hilft, in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft besser miteinander umzugehen, Vorurteile abzubauen und Offenheit für andere Lebensweisen zu entwickeln, was auch für ihr späteres Berufsleben relevant ist.
Welche konkreten Aktivitäten wurden im Projekt zur Förderung interkultureller Bildung durchgeführt?
Im Projekt wurden verschiedene Aktivitäten durchgeführt, darunter ein interkulturelles Kahoot-Quiz, die gemeinsame Erstellung einer Fotocollage, eine interaktive Fragerunde und ein Kulturabend mit gemeinsamem Kochen und der Präsentation von Essens- und Musiktraditionen.
- Arbeit zitieren
- Constantin Tovihoudji (Autor:in), 2025, Kultur verbindet, sei dabei! Ein Projekt zur Förderung interkultureller Bildung in der Offenen Jugendarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1604515