Der Schwarze Tod in Europa (1347 bis 1353 )


Hausarbeit, 2010

19 Seiten, Note: 2.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Pest
2.1 Begriff: Pest
2.2 Übertragungswege

3. Die Pestarten
3.1 Die Beulenpest
3.2 Die Lungenpest
3.3 Pestsepsis
3.4 Abortive Pest

4. Europa vor der großen Pest

5. Der lange Weg des Schwarzen Todes

6. Die Auswirkungen des Schwarzen Todes auf Europa
6.1 Der Demographische Niedergang
6.2 Die Flucht der Bauern aus den Dörfern

7. Soziale Auswirkungen der Pest
7.1 Die Judenverfolgung
7.2 Die Geißlerzüge

8. Maßnahmen gegen die Pest

Schlussteil

1. Einleitung

Infektionskrankheiten gelten heute immer noch als große Bedrohung für die Menschen. Es enstehen neue Krankheitserreger und stellen somit die Menschen vor neuen Problemen. Die Angst besteht immer noch vor einer widerholten Pandemie wie in den Jahren 1347 bis 1352. Der Schwarze Tod, so wurde die Pest des 14. Jahrhunderts genannt, gilt als eines der größten Pestwellen in Europa und hat geschätzte 25 Millionen Todesopfer gefordert. Meine Hausarbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, welche Auswirkungen der Schwarze Tod auf Europa hatte und welche Gegenmaßnahmen unternommen wurden. Welche Pestarten gibt es und wie wurde die Pest übertragen? Wie sah es vor der Pandemie in Europa aus? Ergab sich eine Chance für die Bauern im Lande eine gut bezahlte Arbeit in der Stadt zu finden? Kam es zu sozialen Spannungen? Welche Mittelalterlichen Maßnahmen gab es bereits und was hat man gegen die Pest unternommen? Dies sind die Kernaspekte, die ich in meiner Hausarbeit näher erläutern und versuchen werde, die drastischen Veränderungen die durch die Pest entstanden sind, dem Leser zu vermitteln. Zuerst werde ich auf den Begriff Pest eingehen, verschiedene Pestarten vorstellen und die Übertragungswege der Pest erläutern. Es steht neben einer umfassenden Beschreibung der Übertragungswege und der vier verschiedenen Pestvariationen auch ein Überblick über die demographische Folgen im Fokus der Aufmerksamkeit. Im weiteren Verlauf werde ich Europa vor der großen Pest betrachten und den Ausbruch der Pest in Asien und ihre Ausbreitung Richtung Europa erläutern. Anschließend möchte ich auf die Judenverfolgung und die Geißlerzüge eingehen. Zuletzt beschreibe ich welche Gegenmaßnahmen unternommen worden sind, um die Ausbreitung der Pest zu stoppen.

2. Die Pest

2.1 Begriff: Pest

Die Pest ist eine bakterielle Infektionskrankheit, welche durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird. Die Bezeichnung leitet sich von dem lateinischen Wort pestis her und bedeutet Seuche. Der Begriff wurde nach seinem Forscher Alexandre Yersin benannt, der den Erreger 1894 zusammen mit S. Kitasato als Verursacher der Krankheit erkannte. Die Pest kann tödlich sein und tritt gelegentlich noch im Westen der USA sowie in Südamerika, Süd- und Ostafrika, Vorderasien, Indien, China und Südostasien auf.[1]

Mit dem Begriff Schwarzer Tod bezeichnet man die große Pestpandemie in der Mitte des 14.Jahrhunderts. Zeitgenössische Chronisten sprachen damals noch vom "großen Sterben". Der Begriff "schwarz" in Bezug auf die Pest tauchte erstmals im 16 Jahrhundert auf. Man wollte mit diesem Begriff den Schrecken und die Unbarmherzigkeit der Pest zum Ausdruck bringen. Der Medizinhistoriker Justus Friedrich Karl Hecker veröffentlichte seine erste bedeutende Arbeit "Der schwarze Tod im 14. Jahrhundert" im Jahre 1832 und fand damit große Aufmerksamkeit. Somit bürgerte sich der Begriff schließlich ein und sein Buch wurde ins Englische gedruckt.

2.2 Übertragungswege

Es gibt verschiedene Übertragungsmöglichkeiten der Pest. Zum einen werden die Pestbakterien an den Menschen übertragen durch infizierte Floharten und zum anderen durch eine Tröpfcheninfektion. Die Erreger sind in Ratten und anderen Nagetieren zu finden. Bedeutend ist somit bei der Übertragung der Krankheit von der Ratte auf den Menschen der Floh. Der wichtigste Überträger ist der Rattenfloh Xenopsylla cheopis. Sie kann Monate lang ohne Nahrung überleben. Diese besitzt einen Vormagen und saugt Erreger in hoher Konzentration auf. Dabei entsteht eine Verklumpung und der Floh verspürt noch immer Hunger und sticht erneut.[2] "Jedoch sind die Flöhe nicht die einzigen Pestüberträger. Insekten sowie Haustiere können ebenfalls in Frage kommen, weil sie die Bakterien im Fell tragen ohne selbst an der Seuche zu erkranken" (Bergdolt 1994: 18). Im Mittelalter herrschten unhygienische Zeiten, welche einen Vorschub für die Verbreitung der Pest gab. Denn die Erreger können auch in Tierkot, Staub und Schmutz zu finden sein. Doch wie genau konnte der Rattenfloh auf den Menschen übertragen werden? Der Floh ernährt sich vom Blut der Ratte. Doch viele Ratten sterben selbst von der Krankheit und somit muss sich der Floh eine andere Nahrungsquelle suchen. Der Mensch eignet sich dazu am besten und der Floh befällt ihn.[3] Wenn die Krankheit an den Menschen übertragen ist, ist eine Verbreitung in der damaligen Zeit kaum noch zu verhindern. Es gibt verschiedene Übertragungsmöglichkeiten des Pesterregers von Mensch zu Mensch. Diese kann durch "Wunden im Mund- und Rachenraum, durch Verletzungen in der äußeren Haut, durch fäkal- orale Übertragung oder wenn durch eine infizierte Person die Bakterien ins Trinkwasser oder der Nahrung eines anderen gelangen, übertragen werden" (Bergdolt 1994: 18). Bei der Lungenpest kann die Krankheit auch durch den Luftweg weitergegeben werden, wenn der Kranke durch Sprechtröpfchen die Erreger verbreitet.

3. Die Pestarten

3.1 Die Beulenpest

Die Beulenpest kommt am häufigsten vor. Der Name stammt von den stark geschwollenen Beulen am Hals und in den Leisten, die durch die Infektion der Lymphknoten und Lymphgefäße im Bereich des Flohbisses entstehen.[4] "Die Beulenpest entsteht durch Stiche infizierter Flöhe (Daschner 1997 : 523)". Beim Wirtswechsel des Flohs, überträgt dieser die Bakterien Yersinia pestis und Krankheitskeime auf ein bislang gesundes Nahrungsopfer. Die Pestbakterien dringen in den menschlichen Körper ein und wandern durch das Lymphsystem zum nächstliegenden Lymphknoten. Dort vermehren sich die Bakterien, dass der Lymphknoten anfängt zu schwellen. Der geschwollene Lymphknoten bildet eine Eiterbeule, die Bubo. Diese Beulen können einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimetern erreichen und sind wegen innerer Blutungen in den Lymphknoten blau-schwarz gefärbt. Die Geschwüre zerfallen, nachdem sie eitrig eingeschmolzen sind. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sechs Tage. Die Symptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, starkes Krankheitsgefühl und Benommenheit.[5]

3.2 Die Lungenpest

Sie wird genau Beulenpest vom gleichen Erreger hervorgerufen. "Sie kann entweder als eine Komplikation der Bubonenpest auftreten (sekundäre Lungenpest) oder als Folge einer Tröpfcheninfektion (primäre Lungenpest)" (Wagner 2003: 109). In diesem Fall ist die Inkubationszeit sehr kurz: Die ersten Symptome zeigen sich schon nach wenigen Stunden bis zwei Tagen. Die Lungenpest beginnt in den meisten Fällen plötzlich mit Atemnot, Husten und blau gefärbten Lippen. Es kommt nach einiger Zeit zum Kreislaufversagen. Unbehandelt verläuft die Lungenpest etwa zwei Tage nach Ausbruch der Symptome immer tödlich und deshalb ist sie als gefährlichste Form, aber auch als seltenste Form anzusehen.[6]

[...]


[1] Vgl. Klischies, Rainer: Hygiene und medizinische Mikrobiologie. Schattauer 2008, S. 43

[2] Vgl. Klischies, Rainer: Hygiene und medizinische Mikrobiologie. Schattauer 2008, S. 43

[3] Vgl. ebd. S. 44

[4] Vgl. Bierbach, Elvira/ Georgie Peter: Infektionslehre für Pflegeberufe. München 2007, S. 133

[5] Vgl. ebd. S. 133

[6] Vgl. Wagner, Ulrike: Reise- und Infektionskrankheiten. Eschborn 2004, S. 109

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Schwarze Tod in Europa (1347 bis 1353 )
Hochschule
Universität Paderborn
Note
2.3
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V160464
ISBN (eBook)
9783668741522
ISBN (Buch)
9783668741539
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schwarzer Tod, 1347 bis 1353, Judenpogrome zur Zeit des Schwarzen Todes, Auswirkungen des Schwarzen Todes
Arbeit zitieren
Can Ünlü (Autor), 2010, Der Schwarze Tod in Europa (1347 bis 1353 ), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160464

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Schwarze Tod in Europa (1347 bis 1353 )



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden